Zul-aer Mzeiger
Ä- *%» MS s Tageblatt für Rhön und Vogelsberg
Lleferungshehinderung durch „Höhere Ge-
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Friedrich Ehrenklau, Lauterbach/H. Haupt- v
schristleiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42. Redaktion UN- Sefchästsftelle: Königstraße 42 ♦ Zernfprech-finsHluß Nr. 2489
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Nr. 191 — 1934
Fulda, Freitag, 17. August
11. Jahrgang
Hamburg rüstet zum Empfang des Führers.
Die Nachricht, daß der Führer Hamburg einen offiziellen Besuch abstatten und von hier, dem Aussalltor Deutschlands zur ganzen Welt, seine große Rede an düs deutsche Volk halten werde, hat ein gewaltiges und freudiges Echo gefunden. Eine fieberhafte Unruhe ha, die sonst so „kühlen" Hamburger und nicht weniger das Hamburger Hinterland und die Nachbarschaft ergriffen. Überall wird nach den Einzelheiten - des Programms, nach den Durchfahrtstraßen, nach der Wohnung des Führers in Hamburg, nach den besten Plätzen beim Empfang im Rathaus und der großen Rede am Abend gefragt.
Vor allem in den Stadtteilen Großborstel, Eppendorf, Harvestehude. Notherbaum, die der Führer nach seiner Ankunft im Flughafen Fuhlsbüttel aus dem Wege in die Innenstadt berühren wird, herrscht Hochbetrieb. Fahnenmasten werden aufgestellt, Girlanden gespannt. Transparente gezogen, frisches Grün an Türen und Fenstern angebracht. Ein besonders festliches Bild wird der Hafen bilden, den der Führer aus einer Rundfahrt besuchen wird. Auf allen Schiffen ist Großreinemachen. An den Lagerhäusern steigen die Fahnen auf, werden große Hakenkreuze angebracht, Girlanden gezogen, die Tore mit Grün eingefaßt.
Die Büros der Staatsbehörden Hamburgs sind am Tage des Staatsbesuches g e s ch l o s s e n , ebenso auch die Wertpapierbörse, während die Banken und zahlreiche Firmen wie an den Sonnabenden um die Mittagszeit schließen. Der Führer trifft um l 3 Uhr auf dem Flugplatz in Fuhlsbüttel ein. Über der Empfangshalle strahlt ein riesiges Hakenkreuz, die Fahnenmasten sind mit Girlanden verbunden, und vom Flughafen an zieht sich ein Meer von Fahnen bis in die Stabt. Aus dem Flughafen nehmen die Ehrenabordnun- gm der Reichsmarine, der nationalen Verbände, sowie eine Ehrenbunderlschaft der Landespolizei mit Fahnen, Musik- und Spielmannszug Aufstellung. Rach Abschreiten der Front fährt der Führer zum Rathaus, wo der feierliche Empfang durch den Senat der Freien und Hansestadt Hamburg stattfinden wird. — Um 17 Uhr fährt der Führer vom Rathaus zur Besichtigung der hamburgischen H a f e n a n l a g e n. Für die Zeit von 18 bis 20 Uhr sind eine Reihe von Empfangen im Hotel „Atlantik* vorgesehen.
Ilm 20:30 Uhr spricht der Führer vom Rathaussaal über alle deutschen und viele ausländische Sender zum deutschen Volk. Nach Beendigung der Rundfunkrede wird er nach einer Ankündigung der Gauleitung noch vom Balkon des Rathauses zu den versammelten Massen das Wort nehmen. Für den Abend hat Hamburg noch eine besondere Überraschung vorbereitet: eine festliche Zllumination der ganzen Stadt.
Deutschland und Oesterreich.
IuKdesprDdeni Millas empfängt den Gesandten von Papen
Amtlich wird aus Wien mitgeteilt: Der neuernannic putsche Gesandte Franz vonPapcn ist in Bcglci- mng des diplomatischen Personals der Gesandtschaft beim Bundespräsidenten Millas erschienen, um ihn« Beglaubigungsschreiben zu überreichen. Eine Ehren- Adagnie leistete bei der An- und Abfahrt unter den «Marn des Gencralmarsches die Ehrenbezeugung »^Überreichung des Beglaubigungsschreibens, die Austausch freundschaftlicher Ansprachen stattfaud, waren ^jWittiitiftcr Dr. Berger Waldencgg und Kabinetts
Klastersky anwesend
„ Bei nach
*
Ansprachen des Gesandten von Papen und des Bundespräsidenten Millas.
Bei der Überreichung des Beglaubigungsschreibens sprach!^ hielt Gesandter von Papen folgende Au
Indem ich das ehrenvolle Amt übernehme, die "üsche Regierung bei der österreichischen Regierung zu ertöten, bin ich mir der hohen Bedeutung und Gerant TT^ung der Ausgaben bewußt, die dieses Amt unter den M/uwärtigen Verhältnissen in sich schließt. Es ist der der Reichsregierung und zugleich das letzte Ver des verewigten Reichspräsidenten, Geucralfeld Ichalls von Hindenburg, an mich,
?®$ baö leider getrübte Verhältnis zwischen Deutsch und und Österreich wieder in normale und frcuiib-
„ , schaftliche Bahnen geleitet werde.
a n dvrnehmstes Bestreben wird es daher sein, m e i n e è i » ? e Krqft für die Verwirklichung dieses Wunsches uns»,u v ^e 11 und so dazu beizutragen, daß sich in fclmri^? staatlichen Beziehungen die Gefühle der Freund- St^.wied-r herstellen, Ivie sie unserer tausendjährigen mev- unb Kulturgemeinschaft entsprechen.
ber^n > ^*0 an diese große Ausgabe voll Zuversicht ^ »n. weil ich des festen Glaubens bin, daß die auf Getrwand 1 schaft unb gemeinsamer Lcmd„e "'' ^ beruhende Bande zwischen unseren beiden ul unzerstörbar sind, und weil ferner eine Zn-
Wir alle hören den Führer.
Die Reichspropagandaleitung gibt bekannt:
Der Führer spricht am Freitag, dem 17. August, abends Vr9 bis 10 Uhr, aus dem Hamburger Rathaus über alle deutschen Sender. Diese große Rede wird vom ganzen deutschen Volk gehört. Die Organisationen der NSDAP, haben dafür im weitesten Umfang Gemeinschaftsempfang vorbereitet.
Volksgenossen und Volksgenossinnen!
Es darf am Freitagabend in Deutschland niemanden geben, der die Rede des Führers nicht hörte. Neben den großen gemeinsamen Kundgebungen sollen sich diejenigen, die nicht daran teilnehmen können, zum gemeinschaftlichen Empfang in den Wohnungen versammeln. Volksgenossen ohne Rundfunk sollen von solchen, die Rundfunk besitzen, ei«geladen werden, mit ihnen zusammen die Rede des Führers zu hören. Die Kundgebungen auf öffentlichen Plätzen, die die Rede des Führers übertragen, müssen gewaltige Demonstrationen der Einheit und des Vertrauens des deutschen Volkes zu Adolf Hitler werden.
Neichspropagandaleitung der NSDAP.
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Adolf Hitler ist kein mit Gewalt dem deutschen Volke anfgedrungencr Diktator, sondern der vom gläubigen Vertrauen und und der hingehenden Liebe des ganzen Volkes auf den Schild gehobene Führer Deutschlands.
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OrMUschastsprogramm der Sender am Freitag.
Die Reichs sc ndclcunnq teilt u. es mit: Bei Gelegenheit des Staatsbesuches, den Der Führer und Reichskanzler Adolf Hiller am Freitag, dem 17. August, Der Freien und Hansestadt Hamburg abstallet, werden alle deutschen Sender von mittags TUhr bis abends 11 Uhr Gemeinschaft s p r o g r a m m von Hamburg senden. Das Programm sieht vor: Funkbericht von der Ankunft des Führers in Hamburg und Übertragung seines Eintreffens im Rathaus. Nachmittags wird das Mikrophon durch den Hamburger Hafen wandern. Abends um 8V4 Uhr erfolgt dann der Funkbericht und die
Übertragung der Führerrede aus dem Großen Saal des Hamburger Rathauses, mit deren Ende gegen ’/sll Uhr zu rechnen ist. Von da ab bleiben die Sender weiter zusammengeschlossen, schalten auf Berlin, von wo aus der Tag in Marsch- und Tanzmusik ausklingt. Mit heiter beschwingten Weisen endet das Tagesprogramni dann um 1 Uhr nachts.
lammenarven auf getstigem, sozialem und wirtschaftlichem Gebiet für den europäischen Wiederaufbau unerläßlich sind.
Auf diese Ansprache antwortete Bundespräsident M i k l a s :
Mit Genugtuung habe ich Ihren Worten entnommen, daß Eure Erzellenz in erster Linie mit der besonderen Mission betraut sind, im Sinne Ihres nun in Gott ruhenden großen Reichspräsidenten, Geueralfeldmarschalls von Hindenburg, das Verhältnis zwischen Österreich und dem Deutschen Reich wieder zu einem normalen zu gestalte«. Ich bitte Eure Erzellenz, die Versicherung ent- gegenzuuebmeu, daß es auch mein au fr ich 1 ig er W it n s ch ist, unsere Beziehungen von Staat zu Staat wieder jenen freundschaftliche nEbarakt er zu geben, der den geschichtlichen Gegebenheiten und so vieler Gemeinsamkeiten in Sprache und Kultur unserer beiden Staatten entspricht. In dem Bestreben nach Dnrchsüh- ' img >;ncr Auw"ben werden Eure Er^lleu: bei mir und der Bundesregierung fcdcrzcit die vollste 11 it t c r st ii tz u n g finden.. In diesem Zusammenhang drängt es mich, auch der Hoffnung und zuversichtlichen Erwartung Ausdruck zu verleihen, daß
auch auf wirtschaftlichem Gebiet dir zwischen unseren beiden Staaten bestehenden Störungen beseitigt werden,
und daß es uns gegönnt sein wird, in wirtschaftlicher Z,t-> sammeuarbeit mit den anderen Ländern Europas zur Überwindung der allgemeinen Wirtschaftskrise und zur Förderung des Wohlstandes der Völker beizutragen.
Daran knüpfte sich eine in h crzl i ch c n W orten gehaltene Unterredung zwischen dem Bundespräsidenten und dem Gesandten v. Papen.
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Die Mahnung Hindenburgs.
^Ich danke der Sorsrhuug, daß sie mich an meinem Lebensabend die Stunde der Wieder- rrsiarkung hat erlesen lasten.*
lHindcnburgS politisches Testament) llllllllllllllllillllfillll^lllllllWlfflllllllllffl
Nachhaltiger Eindruck
des Hindenburg-Testamentes.
Paris und London fühlen sich gestört.
Das politische Testament Hindenburgs, das erste geschichtliche Dokument, das sich nicht nur an die eigene Nation, sondern darüber hinaus auch an alle Völker wendet, hat auch im ganzen Auslande stärksten Widerhall gefunden. Es ist dabei festzustellen, daß diese letzte große Kundgebung des Verewigten für gewisse Staaten eine empfindliche Überraschung bedeutet und ihnen das für die Gegenpropaganda gegen Deutschland vorbereitete Konzept erheblich stört. Diese Staaten haben sich also weder durch die Berufung Hitlers durch Hindenburg, noch durch den Pakt von Potsdam, noch durch die für Deutschland so überaus segensreiche anderthalbjährige Zusammenarbeit dieser beiden Männer über die darin enthaltene einzigartige Fügung des Schicksals belehren lassen. Während das Testament in den meisten Ländern entweder ganz oder doch in großen Anszüaen mieder- gegeben wird und die Achtung vor dem letzten Willensausdruck des großen Toten durchgehend spürbar ist, versucht man in Paris und in London die durchschlagende Wirkung des Dokumentes mit teilweise recht unwürdigen Mitteln abz,«schwächen.
So zeigen sich die Schriftleitungen der Londoner großen Blätter überwiegend so gut wie verständnislos; sie schrecken teilweise selbst vor den törichtesten Verleumdungen gegen führende deutsche Stellen nicht zurück. Auch die Pariser Presse gefällt sich wieder einmal in ihrem traditionellen Intrigenspiel; merkwürdigerweise macht diesmal der „Matin* eine Ausnahme. In den meisten übrigen Ländern begegnet das Testament der Achtung, die ihm gebührt. Unter anderem kann man in einem dänischen Blatt lesen, daß das Dokument als ein Ja für Hitler an zu sehen sei, und daß das deutsche Volk am Sonntag dem Führer die „ausdrückliche moralische Sanktion* geben werde.
Der praktische Erfolg ist Vetoeis!
Staatssekretär Reinhardt führt ihn.
NSK. „Adolf Hitler ist 18 Monate im Besitz der staatlichen Macht. Diese Tatsache hat zur Verminderung der Arbeitslösenziffer von sechs Millionen auf 2,4 Millionen, zur Erhöhung des Umsatzes und des Volkseinkommens, zur Vergrößerung der Ergiebigkeit der Steuerquellen und zur Verminderung des Finanzbedarfs der Abeitsloscnhilfe geführt.
Gehandelt wird seit 18 Monaten in Deutschland nur nach einem Willen: nach dem Willen des Führers.
Der Erfolg der bisherigen Maßnahmen spiegelt sich in aller Eindeutigkeit in den Zahlen über das Aufkommen an Steuern, Zöllen, Abgaben und Sozialversicherungs- beiträgen. Umsätze und Volkseinkommen bewegen sich unentwegt nach 0 b e n. Die Ergiebigkeit der Steuerquellen und der Beiträgequellen wird von Monat zu Monat größer. Die Steuern des Reichs haben — unter Ausschaltung der Schlachtsteuer, die erst ab 1. Mai 1934 durch das Reich erhoben wird — im Juli 1934 rund 88 Millionen Mark mehr erbracht als im Juli 1933, und in den vier Monaten April bis Juli 1934 r u n d 2 8 5 M i l l i 0 n e n Mark mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Tie Entwicklung in den letzten Monaten läßt vermuten, daß das Aufkommen an Steuern im ganzen laufenden Rechnungsjahr 1 934 rund 800 Millionen M ark größer sein wird als im Rechnungsjahr 1933. Der Beweis dafür, daß die volkswirtschaftlichen Betrachtungen, von denen die Reichsregierung Adolf Hitler bei der Befchließung ihrer Maßnahmen ausgegangen ist, richtig sind, ist erbracht.
Voraussetzung für das Gelingen aller unserer Werke ist, daß das deutsche Volk in allen seinen Ständen sich in einmütiger Geschlossenheit hinter seinen Führer und Reichskanzler Adolf Hitler stellt und jeder einzelne Volksgenosse im Rahmen der Richtlinien des Führers unentwegt seine Pflicht tut!*
Deutschenvertreibung
aus den Memel-Ämtern.
R e u e r Gewaltakt Litauens.
Das unter Vertragsbruch eingesetzte litauische Direktorium des Mcmclgcbictcs hat angeordnet, daß allen Angestellten der autonomen öffentlichen Einrichtungen, der Selbstverwaltungen und der öffentlich rechtlichen Körper schäften bis zum 15. August dieses Jahres der Dienst gekündigt sein muß. Den Landräten wurde befohlen, auch die Angestellten des Kreises im Namen deS Direktoriums zu kündigen.
Es bandelt sich wieder um einen Versuch, möglichst alle Deutschen ans den Amtsstellen des Memelgebiets zu entfernen. Nachdem die widerrechtliche Verjagung aus Ämtern und anderen Dienststellen wegen Zu gehörigkeit zu einer „staatsgefährlichen* Partei noch nicht genug Deutsche brotlos gemacht hat, will man die Memel länder jetzt mit einer Sprachprüfung imLi 1 aui s di e n zu Fall bringen. Eine Norm zur Beurteilung der litauischen Sprachkenntnisse gibt es vorläufig nicht. Es kann daher jeden, vorgèworfen werden, daß er die litauische Sprache nicht beherrsche.