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Lie erungsbehlnderung durch „Höhere Ec- Textteil (S0 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung
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druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach/H. Haupt. V ZV auf Nachlaß. — „DA " 1M> — Verantwort! für den
Schriftleiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr.42. Re-aktion UN-Gesihästsstrlls: KSaigstraKe 42 « Zernfprech-flnschluß Nr. 4KS- Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach.H.
Nr. 190 — 1934
Fulda, Donnerstag, 16. August
11. Jahrgang
Dem deutschen Volke und seinem Kanzler!"
Das politische Testament Hindenburgs.
„Entscheidender Schritt von historischer Tragweite." Aindendurgs Aleii Der das EwWWswerl Mers und feiner Bewegung.
Vizekanzler a. O. von Papen überbrachte im Auftrage des Obersten von Hindenburg dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ein Schreiben, welches das politische Testament des verewigten Herrn Reichspräsidenten Generalferdmarschali von Hindenburg enthielt. Im Auftrag des Führers übergibt Herr von Papen hiermit das Dokument der Öffentlichkeit.
Der Inhalt des Schreibens ist folgender:
Dem deutschen Volke und seinem Kanzler!
1919 schrieb ich in meinem Vermächtnis an das deutsche Volk: „Wir waren am Ende! Wie Siegfried unter dem Hinterlisten Specrwurf des grimmen Hagen, so stürzte unsere ermattete Front. Vergebens hatte sie versucht, aus dem versiegenden Quell der heimatlichen Kraft neues Leben zu trinken. Unsere Aufgabe war es nunmehr, das Dasein der übriggebliebenen Kräfte unseres Heeres für den späteren Aufbau des Vaterlandes zu retten. Die Gegenwart war verloren. So blieb nur die Hoffnung auf d^ Zukunft.
Heran an die Arbeit!
3$ verstehe den Gedanken an Weltflucht, der sich vieler Offiziere angesichts des Zusammenbruchs alles dessen, was ihnen lieb und teuer war, bemächtigte. Die Sehnsucht „nichts mehr wissen zu wollen" von einer Welt, in der die aufgewühlten Leidenschaften den wahren Wert- kern unseres Volkes bis zur Unkenntlichkeit entstellten, ist menschlich begreiflich und doch — ich muß es offen auS- sprechen, wie ich denke: Kameraden der einst so großen, stolzen, deutschen Armee! Könntet ihr vom Verzagen sprechen? Denkt an die Männer, die uns vor mehr als hundert Jahren ein innerlich neues Vaterland schufen. Ihre Religion war der Glaube an sich selbst und an die Heiligkeit ihrer Sache.
Sie schufen das neue Vaterland, nicht es gründend aus eine uns wesensfremde Doktrinwut, sondern es auf- bauend aus den Grundlagen freier Entwicklung des einzelnen in dem Rahmen und in der
Verpflichtung des Gesamtwohles!
Diesen selben Weg wird auch Deutschland wieder gehen, wenn cs nur erst einmal wieder zu gehen vermag.
Ich habe die f e st e Zuversicht, daß auch diesmal wie in jenen Zeiten, der Zusammenhang mit unserer kosten reichen Vergangenheit gewahrt und wo er ver- Mtei wurde, wiederhergestellt wird. Der alte deutsche Mist wird sich wieder durchsetzen, wenn auch erst nach Wversten Läuterungen in dem Glutofen von Leiden und -cioenschasten. Unsere Gegner kannten die Kraft dieses Mistes, sie bewunderten und haßten ihn in der Werk- ‘.Weit des Friedens, sie staunten ihn an und fürchteten w auf den Schlachtfeldern des großen Krieges. Sie ucistcn unsere Stärke mit dem leeren Worte .Organi- r ihren Völkern begreiflich zu machen. Den Geist, . r hch diese Hülle schuf, in ihr lebte und wirkte, den ^ilchwiegen s i e ihnen. Mit diesem'Geiste und in wollen wir aber aufs neue mutvoll wieder aufbanen. ,. /Deutschland, das Aufnahme- und Ansstrahlungs- ad?, so vieler unerschöpflicher Werte menschlicher
>1 ^" und Kultur, wird so lange nicht zn- * g c h cn, als es den Glauben behält an seine sgcr?e weltgeschichtliche Sendung. Ich habe das sichere stärkedaß es der Gedankentiefe rind der Gedanken
Besten unseres Vaterlandes gelingen wird, "nie Ideen mit den kostbaren Schätzen der früheren
„ , Zeit zu verschmelzen
ihnen vereint dauernde Werte zu prägen, zum Vaterlandes.
Ich , Ui die f e l s e n s e st c ü berzcu g u n g , mit der l,^ e blutige Walstatt des Völkerkampses verließ. Ich Klaub» , Heldenringen meines Vaterlandes gesehen und Wen "ud nimmermehr, daß es sein Todesringen gc
LeidemSLuigchat eine Sturmflut wilder politischer ^filier? "u^ tönender Redensarten unsere ganze fWnenh unter sich begraben, an diese ^r â' heiligen Überlieferungen vernichtet. Aber dem i wird sich wieder verlaufen. Dann wird aus Weber ^ dewegten Meere völkischen Lebens jener Felsen ^ter aett ""^"' an den sich einst die Hoffnung unserer ^öInihnVs umert ^"h und aus dem fast vor einem halben bertrau»»»^ ^"'rch unsere Kraft des Vaterlandes Zukiiiifi Ist sg begründet wurde: das deutsche Kaisertum!
r ""tonale Gedanke, das nationale Bewußtsein
wieder erstanden, dann werden für uns aus dem großen Kriege, auf den kein Volk mit berechtigterem Stolz und reinerem Gewissen zurückblicken kann als das unsere, solange es treu war, sowie auch aus dem bitteren Ernst der fetzigen Tage sittlich wertvolle Früchte reifen. Das Blut all derer, die im Glauben an Deutschlands Größe gefallen sind, ist dann nicht vergeblich geflossen.
In dieser Zuversicht lege ich die Feder aus der Hand und baue fest auf dich — dudeutscheJugend!"
Diese Worte schrieb ich in dunkelster Stunde und in dem vermeintlichen Bewußtsein, am Abschluß eines Lebens im Dienste des Vaterlandes zu stehen. Das Schicksal hatte anders über mich bestimmt. Im Frühjahr 1925 schlug es
ein neues Kapitel meines Lebens ans. Noch einmal sollte ich an dem Geschicke meines Volkes Mitwirken.
Nur meine f e st e Z u v e r s i ch 1 zu Deutschlands unversiegbaren Quellen gab mir den Mut, die erste und zweite Wabl zum Reichspräsidenten anzunehmen. Dieser felsenfeste Glaube verlieh mir auch die innere Kraft, mein schweres Amt unbeirrt durchzuführen.
Der letzte Abschnitt meines Lebens ist zugleich der schwerste für mich gewesen. Biele haben mich in diesen wirren Zeiten nicht verstanden und nicht begriffen, daß meine einzige Sorge die war, daS zerrissene und entmutigte deutsche Volk zur selbstbewußten Einigkeit zurückzuführen.
Ich begann und führte mein Amt in dem Bewußtsein, daß in der inneren und äußeren Politik eine entsagungsvolle Vorbereitungszeit notwendig war. Von der O st erbot s ch a f 1 des Jahres 1 925 an, in der ich die Nation zu Gottesfurcht und sozialer Gerechtigkeit, zu innerem Frieden und zu politischer Sauberkeit aufrics, bin ich nicht müde geworden, die innere Einheit des Volkes und die Selbstbesinnung auf seine besten Eigenschaften zu fördern.
Dabei war mir bewußt, daß das Staatsgrundgesetz und die N e g i c r u n g s f v r m . welche die Nation sich in Der Stunde großer Not und innerer Schwäche gegeben, nicht den wahren Bedürfnissen und Eigenschaften unseres Volkes entspreche. Die Stunde mutzte reifen, wo diese Erkenntnis Allgemeingut wurde. Daher erschien cs mir Pflicht, das Land durch das Tal äußerer Bedrückung und Entwürdigung, innerer Not und Selbstzerfleischung ohne Gefährdung seiner Existenz hindurchzuführen, bis diese Stunde anbrach.
Symbol und fester Halt für diesen Aufbau mußte die Hüterin des Staates, die Reichswehr sein. In ihr mussten die altpreußischen Tugenden der selbstverständlichen Pflichttreue, der Einfachheit und Kameradschaft als festes Fundament des Staates ruhen.
Die deutsche Reichswehr hat nach dem Zusammcn- bruch die Fortsetzung der hohen Tradition der alten Armee in mustergültiger Art gepflegt.
Immer und zu allen Seiten muß Die Wehrmacht ein Instrument der obersten Staatsführuug bleiben, das unberührt von allen iniicnpolitischcn Entwicklungen seiner hohen Aufgabe der Verteidigung des Landes gerecht zu werden trachte!
Wènn ich zu meinen Kameraden dort oben, mit denen ich ans so vielen Schlachtfeldern für die Größe und Ehre der Nation gefochten habe, zurückgekehrt sein werde, dann rufe ich der jungen Generation zu:
Zeigt Euch Eurer Vorfahren würdig und vergeßt nie, daß wenn Ihr den Frieden und die Wohlfahrt Euerer Heimat sichcrstcllcii wollt, Ihr bereit sein müßt, für diesen Frieden und die Ehre bc8 Landes auch das letzte herzugebcu. Vergeßt nie, daß auch Euer Tun einmal Tradition wird.
All den Männern, die den Ans- und Ausbau der Reichswehr vollzogen haben, gilt der Dank des Feldmarschalls des Weltkrieges und ihres späteren Oberbefehlshabers/ .
N ußcupolitisch batte daß bcut|d)c Volk einen Passions w c g zu durchwandern.
Ein furchtbarer Vertrag lastete auf ihm und drohte in seiner steigenden Auswirkung unsere Nation zum Zusammenbrechen zu bringen. Lange verstand die uns umgebende Welt nicht, daß Deutschland nicht nur um seiner selbst willen, sondern als der Fahnenträger abendländischer Kultur auch um Europas willen leben mußte.
Nur schrittweise, ohne einen übermächtigen Widerstand zu erwecken, waren daher die Fesseln, die uns umgaben, zu lockern. Wenn manche meiner alten Kameraden die Zwangsläufigkeit dieses Weges damals nicht begriffen, so wird doch die Geschichte gerechter beurteilen, wie bitter, aber auch wie notwendig im Interesse der Aufrechterhaltung deutschen Lebens mancher von mir gezeichnete Staatsakt gewesen ist.
Im Gleichklang mit der wachsenden inneren Wiedergesundung und Erstarkung des deutschen Volkes konnte auf der Basis eigener nationaler Ehre und Würde eine fortschreitende — und so Gott will — segensreiche Mitarbeit in den ganz Europa bewegenden Fragen erstrebt bzw. erzielt werden.
Ich danke der Vorsehung, daß sie mich an meinem Lebensabend die Stunde der Wicderèrftarkung hat erleben lassen. Ich danke all denen, die in selbstloser Vaterlandsliebe an dem Werke des Wiederaufstiegs Deutschlands mitgearbeitet haben.
Mein Kanzler Adolf Hitler und seine Bewegung haben zu dem großen Ziele, das deutsche Volk über alle Staubes- und Klassenunterschiede zur inneren Emhsit zufammenzuführen, einen entscheidenden Schritt von historischer Tragweite getan. Ich weiß, daß vieles noch zu tun bleibt, und ich wünsche von Herzen, daß hinter dem Akt der nationalen Erhebung und des völkischen Zusammenschlusses der Akt der Versöhnung stehe, der das ganze deutsche Vaterland umfaßt.
Ich scheide von meinem deutschen Volk in der festen Hoffnung, daß das, was ich im Fahre 1919 ersehnte und was in langsamer Reife zu dem 30. Januar 1933 führte, zu voller Erfüllung und Vollendung der geschichtlichen Sendung unseres Volkes reifen wird.
In diesem festen Glauben an die Zukunft des Vaterlandes sann ich beruhigt meine Augen schließen.
Berlin, den 11. 5. 1934.
gez. von Hindenburg.
Fahnen heraus!
Berlin, 16. Aug. (Funkmeldung.) Die Reichspropa- gandaleitung gibt bekannt: Am Freitag, den 17. August, spricht der Führer zum deutschen Volk. Am Sonntag legt das deutsche Volk durch ein einstimmiges „Ja" sein Treuebekenntnis zum Führer und Volkskanzle: ab. Diese Tage sollen Festtage der Option sein. Deshalb sehr an die E-efamtbevölkerung der Ruf:
Heraus mit den Fahnen!
Vom 17.—19. August wehen in Stadt und Land die Banner der Nation.
Von allen Fenstern und Türmen sollen die Siegeszeichen des erwachten Deutschlands grüßen. Sie sollen der Welt zeigen, daß die deutsche N a t i o n und ihr Führer eins sind.
gez. Dr. Göbbels, Reichspropagandaleiter der NSDAP.
Kurze politische Nachrichten.
Reichsminister Dr. Goebbels hat dem Reichsar b e i l s s u b r c r für die Ausschmückung des Tanncn- bera-Rationaldenkmals zu den Trauerscicrlichkettcn seinen Dank in einem anerkennenden schreiben auv gedrückt. *
nie Hamburger Rede des Reichsministers Doktor G o c^b b H s bewegte fick im großen und ganzen in dem gleichen Rahmen wie seine Ausführungen, die er tags auvor in Neukölln gemacht hatte.
Am 19. August bewährt sich deutsche Treue!