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Nr. 182 — 1934
Fulda, Dienstag, 7. August
11. Jahrgang
In Treue nie vergessen!
Sie Weihestunde im Reichstag. „Swiger Schutzherr des Reiches."
Das brausende Stimmengewirr des Parlamentes der braunen Männer, das an großen Sitzungslagen vor Beginn die Räume des Reichstages erfüllte, fehlte an diesem Tage, da die Volksvertreter nach Berlin geeilt waren, um dem toten Reichspräsidenten und Gmeral- seldmarschall in ergreifender Feierstunde die letzte Ehrung vor seiner Bestattung varzubringen. Halblaut nur klingen Worte kurzer Begrüßung.
In der großen Mittelloge das Diplomatische Korps vollzählig. In der ersten Reihe der päpstliche Nuntius, der Botschafter Frankreichs. In der nächster. Reihe die Galauniformen der Vertreter des ungarischen Hindenburg-Regiments, die ihren Heimgegangenen Chef zu Grabe zu geleiten von fernher kamen. Weiß leuchtet vor der Rednertribüne die Büste des großen Toten. Immer wieder gleitet der Blick zu diesem mächtigen Kopf, Der seit 1914 die Geschicke Deutschlands durchdachte und den großen geschichtlichen Entschluß faßte, den Führer des Nationalsozialismus endlich an den ihm gebührenden Platz zu rufen.
Plötzlich erstirbt auch das leise Gemurmel. Kurz hinter dem Reichstagspräsidenten Göring erscheint Adolf Hitler, schreitet grüßend zu seinem Sitz, während sich das Haus erhoben hat. Die Züge des Führers, von tiefstem Ernst, sind aufs äußerste beherrscht, wie immer. Aber man sieht cs ihm an: Auch in dieser feierlichen Stunde gedenkt er wohl, während leise die Trauermusik hereinklingt, des Augenblicks, da er — vor so wenigen Tagen noch — am Lager des schon sterbenden Mannes stand, seine Hand noch einmal umschloß und zwcifclloL.dic erschütternde Gewißheit milnahm, daß er ihn zum letzten Male gesehen.
Verhalten klingt denn auch seine Stimme, als er spricht. Seine Worte sind geformt von der tiefen inneren Bewegung, mit der er dem ehrfurchtsvollen Gedenken an den Vater des Vaterlandes Ausdruck gibt: sie umspannen die bisher größte, schicksalsrcichste Epoche deutscher Geschichte von 1847 bis in diese unsere Tage hinein. „Wer seinem Volke so die Treue hielt, soll selbst in Treue nie vergessen sein" — der Führer spricht mit erhobener Stimme das aus, was jeder gute Deutsche in diesen Tagen denkt. Und wie eine feierliche Beschwörung klingt cs, als Adolf Hitler von bcnt ewigen Schutz Herrn des Reiches und der Nation spricht, der nicht gestorben ist.
Regungslos bleibt der Führer, während die feierlichen Akkorde der „Götterdämmerung" im Raum schweben. Sein Blick ist ganz fern. Läßt er noch einmal die anderthalb Jahre vor seinem geistigen Auge vorüber« , Ziehen, in denen er neben Hindenburg stand, die ungeheure Last der beiderseitigen Aufgabe fühlend?
1 Draußen fährt er dann durch eine Menschenmenge, die ihn stumm und ehrerbietig grüßt — jeder fühlt: nun Mg auch noch die staatsmännische Last, die der Alte im > Knißenwaldc trug, aus diese Schultern über, die davon s Phon ein schier übermenschliches Maß sich -rufgebürdet . halten.
*
’ Der Führer spricht.
i Herr und Frau von Hindenburg!
Verehrte Traucrgcmcinschaft!
! Abgeordnete, Männer des Deutschen Reichstages!
1 Sei, Monaten litten wir unter einer schweren Sorge. Kenntnis von der Erkrankung des hochehrwürdigcn Herrn erfüllte Millionen deutsche Herzen mit innerer Bangigkeit um das Leben eines Greises, der uns >»chr war als nur das Staatsoberhaupt. Denn dieser Mastn, den seil nunmehr bald 87 Jahren der Allmächttge 111 seinen Schutz genommen hatte, war für u n s alle a11 in s y m bolis ch e n A u sd r u ck der unzerstor - Poren, sich stets erneuernden Lebenskraft " u s e r e s Volkes geworden. Der schicksalhafte Wille der Vorsehung hatte ihil sichtbar emporgehoben über das I ?Aaß des Alltäglichen. Als die Nation ihre höchste Würde - in seine Hände legte, würbe diese Stelle erst zur höchsten Me gebracht. Unzertrennlich ist uns allen der deutsche ?ld!chspräsidcnt verbunden mit dem ehrwürdigen Namen nunmehr Dahingeschiedenen.
i. Hetzt, da wir uns anschicken, dem teuren Toten die atzten Ehren zu erweisen, überfällt uns erst die Erkennt- von dem Umfang und der Größe dieses einzigartigen 'Mens. Und wir beugen uns demütig vor dem unersorsch
Willen, Der mit dem scheinbar Zufälligen oder gar belanglosen einer Lebensgcstaltung, dient, die der wUchende Mensch erst nachträglich in der ganzen wunber onreii Notwendigkeit der Zusammenhänge sieht und ; erkennt.
Reichspräsident GcneralfcldMarschaÜ von Hindenburg tot. Wenn wir uns bemühen, Die Empfindungen zu solaren, bic das ganze Volk im Innersten bewegen, ! mochten wir aus solche Art in immer neuer D a n k-- ' öifcii uns des großen Dahingeschicdenen erinnern. 1 9 Rhein wir aber, befangen nun dem Wunsche, der ( oewuchtuchen Gerechtigkeit zu entsprechen. Mit der
Totenkiage.
Nach ewigen, ehernen großen Gesetzen müssen wir alle unseres Daseins Kreise vollenden.
Die Stunde des Abschieds naht im ewigen Gleichmaß der Zeit. Unter verdecktem Himmel flattern umflorte Fahnen in allen Straßen und Gassen. Von den Türmen klagen mit ehernem Ton die Glocken. Eine ganze Welt neigt sich in Ehrfurcht vor einem Großen, der sein irdisches Wallen vollendet hat, vor einem Manne, der das Schicksal eines ganzen Volkes auf feine Schultern nahm, der es still und freudig, demütig und fromm, treu und tapfer trug, fo schwer es auch fein mochte: „Bis zu meinem letzten Atemzuge wird die Wiedergeburt Deutschlands meine einzige Sorge, der Inhalt meines Bangens und Betens sein."
Ein ganzes Volk aber sieht in diesen Stunden verhärmten Herzens und mit tränennassen Augen vor seinem Bild. Ein ganzes Volk sieht nicht den Lorbeer der Ehren, die Kaiser und Könige vor ihm, dem Toten, ausbreiten. Es sieh? nicht die schwarzumslorfen Fahnen aller Nationen der Erde, die halbmast gesetzt sind. Es sieht nicht einmal die flatternden Lichter, die tröstlich und hoffnungsreich um ihn erstrahlen. Ein ganzes Volk sieht nur sein Bild, das es im Herzen trug, seit dieser Mann der Retter seinesVaterlandes war. Es sieht mit einemmai die Runen, die der Harm um dieses Volkes Ehre, Freiheit und Leben in dieses majsstätische Antlitz grub. Es sieht die Augen, die in unendlicher Liebe und Güte jedem seines Volkes entgegenleuchteten und die nun für immer geschlossen sind. Es sieht und spürt in dumpfem Schmerz: Hier ist unser aller Vater von uns gegangen. Denn er w a r u n s e r ! Mag dies stolze Wort den lauten Schmerz gewaltig übertönen.
Die Traucrfeicr des Reichstages.
Blick in beii feierlich geschmückten Saal der Kroll Oper während ber Staatstrauerseier des Reichstages — in der ersten Reihe vorn siebt man den Führer, Vizekanzler von Papen, Außenminister Freiherr« von Neurath und Reichsminister Heß, den Stellvertreter des Führers.
Erforschung dieser Erscheinung beginnen, ermeßen wir erst den Umfang und den Inhalt eines Menschenlebens, das in solcher Größe in Jahrhunderten nur selten wicdcrtchrt.
Wie bat sich das Gefickt dieser Welt verwandelt seit .cncm 2 Oktober 1847, da Paul von Hindenburg geboren würbe? Inmitten einer Revolution nahm dieses Leben seinen Anfang. Der Geist des politischen Jakobinismus ließ Europa damals nickn zur Ruhe kommen. Die Ideen einer neuen, vermeintlichen Menschlichkeit rangen gegen die Elemente und Formen einer überalterten Ordnung. Als ba- Fahr 1848 sein Ende nahm, schienen wohl die hellen Flammen erstickt, allein die innere Gärung war geblieben.
Die Welt kannte damals noch fein Deutsches Rerm, fein Italien. In Preußen regwrtc Friedrich Wilhelm H.
Das Erzhaus vavsvurg veperrscyte nicht nur ben Deutschen Bund, sondern auch Penezien und die Lombardei. Die Balkanstaaten aber waren tributäre Provinzen des türkischen Reiches.
Preußen selbst genau so wie die anderen Staaten des Deutschen Bundes innerlich schwach und unfähig, die Menschen mit einer wirklich tragenden Idee zu erfüllen. Die Schande von Olmütz brennt in den Herzen der wenigen wirklichen Patrioten!
Prinz Wilhelm wird König von Preußen.
Der Knabe Hindenburg aber erlebt das große Triumvirat der politischen und militärischen Reorganisation unseres Volkes. Bismarck, Moltke und Roon treten ein in bi- Geschichte!
Während die amerikanische Union siegreich den Bürgerkrieg überwindet, gebt Preußens Weg von den Düppeler Schanzen nach Königgrätz. In diesen Regimentern aber marschiert mit ein blutjunger Sekondeleutnant, tapfer und begeistert: Paul vonHinden burg. Ein Schrapnell zerschlägt seinen Helm und gibt dem jungen Kämpfer für des Reiches Einigung damit die feurige Taufe.
Vier Jahre später hat ihn das Schicksal erwählt, Zeuge zu sein in der Stunde der Geburt des Deutschen Reiches. Da Bismarck die Proklamation über des neuen Staates Kraft und Herrlichkeit und seinen Willen, sich zu mehren an den Gütern des Friedens und Der Kultur, be- eenbet hat und des neuen Reiches Kaiser zum ersten Male leben läßt, fährt auch der Degen des Leutnants von Hindenburg empor und kreuzt sich zum Schwur für Kaiser und Reich.
Ein Leben der Arbeit für dieses neue Reich nimmt nun seinen Anfang.
Der große Kaiser stirbt, ein zweiter und Dritter kommen, Bismarck wird entlassen, Roon und Moltke schließen Die Augen, Deutschland aber wächst a l s ein Garant d e s F r i e v e n s und einer wirklichen europäischen Ordnung. Die Welt erhält ein neues Gesicht. Auf allen Gebieten der Menschheitsentwicklung löst eine umwälzende Erfiudung die andere ab. Immer von neuem erweist sich das Bessere als des Guten Feind. — Deutschland w i r d G r o ß m a ch t
Dem Leben dieses Reiches und unseres Polkes ununterbrochen dienend, nahm der Kommandierende General non Hindenburg am 19. März 1911 als 64fäbriger Mann seinen Abschied. Damit schien sein Dienst beendet zu sein. Ein namenloser Offizier unter all den anderen zehntausend, die stets ihre Pflicht erfüllen, Dem Vaterland dienen und dennoch unbekannt vergessen sind.
Als baber Der Weltkrieg über Deutschland herein bricht und das deutsche Volk in der heiligsten Uber Zeugung, unschuldig angegriffen zu sein, sich zuni Widerstand erhebt, da trifft in schwerer Stunde der Ruf des Kaisers einen Mann, der, im Ruhestande lebend, an Krieg und Kriegsbeginn so unschuldig war, wie es nur irgend fcmand in dieser Welt sein konnte.
Am 22. August 1914 erhielt Hindenburg den Auftrag, den Oberbefehl einer Armee in Ostpreußen zu übernehmen.
Acht Tage später erfahren zum erstenmal das deutsche Volk und die Welt von dieser Ernennung und erbalten damit Kenntnis vom Namen des neuen Generalobersten.
Wolffs — Telegraphisches — Büro meldet amtlich:
„Unsere Truvpen in Preußen unter Führung teS Generalobersten von Hindenburg haben bic vom Rarem vorgegangene russische Armee in ber Stärke von 5 Armeekorps und 3 Kavallerie-Divisionen in dreitägiger Schlacht in der Gegend von Gilgenburg und Ortelsburg geschlagen und verfolgen sie jetzt über die Grenze.
Der Generalquartierrneister von Stein.
Tannenberg war geschlagen! Bon nun ab aber ist das größte Ringen der Weltgeschichte unzertrennlich ucr- bunden mit diesem Namen.
Er hat mit seinen großen Gehilfen die Krise des Jahres 1916 wieder gewendet und als Chef des deutschen Feldheeres die Ration so oft vor der Vernichtung gerettet. Wäre die politische Führung unseres Volkes in dieser Zeit gleichwürdig der militärischen gewesen, so würbe Deutschland die schwerste Demütigung vor der Geschichte erspart worden sein! ,
Als die Novemberrevolution enbltdi dock das Deutsche Reich und das deutsche Volk zerbrach, da wurde durch die schon geschichtlich gewordene Erscheinung des Gencralfcldmarschalls wenigstens die ärgste Katastrophe vermieden .
Zum zweitenmal trat der Heerführer in ben Ruhestand! Und ein zweites Mal wurde er wieder gerufen.
Am 26. April 1925 erwählte ihn das deutsche Volk zum Präsidenten des Reiches, und ohne daß man es da mals ahnte, damit zum Schirmherr,, der neuen nationalen Revolution.
Und hier erfülle ich nun die Pflicht einer Wahrheit < getreuen Feststellung, wenn ich vor dem deutschen Volke in ergriffener Dankbarkeit auf das u «meßbar e P e r dien st Hinweise, das sich der Gcneralscldmarschall ge fchichtlich erworben hat durch bic in seinem Namen geschlossene Versöhnung der besten deutschen Vergangenheit mit einer heifeerftrebten besseren deutschen Zukunft.
Seit ber Stunde, do ich al# Kanzler des Reiches r« feine ebrwürdfoe Hand den Eid ableaen duâ