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Gen Tannenberg.

Wenn in künftigen Tagen Deutsche Kinder von dem kören werden, was alles geschah, als Deutschland 1914 zum Schwert greifen mußte, dann wird zuerst immer wieder das Wort fallen: T a n n e n b e r g. Und dann soll der Vater, der Lehrer den Kindern das Bild des ernsten Monumentes zeigen, das auf diesem Schlachtfeld errichtet worden ist. Das zum Wallfahrtsort aller Deutschen ge­worden ist. Und das es bleiben wird, solange das deutsche Volk sich dessen bewußt bleibt, was in seinem Werden und Sein, in seiner Geschichte das eine kleine Wort Tannenberg" bedeutet. Ein Wort, das für das deutsche Volk seit nun fast 20 Jahren und hinfort immer in Zeit und Ewigkeit verknüpft ist mit dem anderen Wort: H i n d e N b u r g.

Wir schlagen auf, was er selbst in seinem erinnerungs­schweren BucheA u s meinem Lebe n" über jene Tage schrieb, die ibn nach Tannenberg führten, zu jenem Ort, von demdie bald entbrennende Schlacht ihren Namen bekommen sollte". Und dann fährt Hindenburg fort:

T a il n è n b c r g ! Ein Wort schmerzlicher Er- inncrungen für deutsche Ordensmacht, ein Jubelruf slawischen Triumphes, gcdächtnissrisch geblieben in der Geschichte trotz mehr als SbOjähriger Vergangen­heit Ich hatte bis zu diesem Tage das Schicksalsfeld deutscher östlicher Kulturerobcrungen noch nie be­treten. Ein einfaches Denkmal zeugt dort von Helden- ringen und Heldentod. In der Nähe dieses Denkmals standen wir an einigen der folgenden Tage, in denen sich das Geschick der russischen Armee Sam- fonoff zur vernichtenden Niederlage gestaltete . . . Auf dem Wege von Marienburg nach Tannen­berg vermehrten sich die Eindrücke vom Kriegsclend, das über die unglücklichen Einwohner hereingebrochen war. Massen von hilflos Flüchtenden drängten sich mit ihrer Habe auf den Straßen . . . Bei dem Stade des Generalkommandos traf ich das Vertrauen und den Willen, die für das Gelingen unseres Planes unerläßlich waren. Auch die Eindrücke über die Er- haltung der Truppe an dieser unserer zunächst bedenk­lichsten Stelle waren günstig ..."

Nun werden sich wieder auf dem Wege nach Tannen­berg die Massen vorwärtsbewogen, nicht aber mehr, wie damals, derhilflos Flüchtenden", sondern derer, die dem Manne von Tannenberg den letzten Gruß entbieten wollen, dem Retter Ostpreußens. Und die Truppe wird im Geist und in der Tradition der Kämpfer von Tannen­berg die letzte soldatische Ehre dem größten deutschen Soldaten des Weltkrieges erweisen. Ihnen zur Seite jene Männer, die vor 20 Jahrenzum umfass c nden Angriff Vorgehen" durften, wie der Angriffsbefehl Hindenburgs am Abend des 23. August 1914 gelautet hat. Denn das alte Heer geleitet seinen Besten zu Grabe, die preußisch-deutsche Armee den Mann, der bei Tannen­berg des Strategen höchstes Ziel erreichte, den Gegner nicht bloß zu schlagen, sondern ihn restlos zu vernichten.

Ganz Deutschland wird am 7. August sein ganzes Denken gen Tannenberg richten. Doch vorher taucht noch eine Erinnerung auf. Das Denkmal, das nun Stätte der Totenfeier ist für den Sieger von Tannenberg und Deutschlands Führer durch den Weltkrieg, hat vor sieben Jahren, als durch den Generalfeldmarfchall und Reichspräsidenten die Einweihung vollzogen wurde, auch feine Worte gehört, die jetzt In den Tagen der Erinnerung an den Ausbruch des Weltkrieges wiederholt werden sollen:Die Anklage, daß Deutschland schuld sei an dem größten aller Kriege, weisen wir, weist das deutsche Volk in allen seinen Schichten einmütig zurück; Deutschland ist jederzeit bereit, dies vor unparteiischen Richtern nachzuweisen."

Über den Mann selbst, der diese Worte sprach und sprechen durfte, hat auch das Ausland jetzt, da er ver- schieden ist und sein Leben, sein Handeln und Wirken ab­geschlossen vor der Geschichte daliegt, ein Urteil zum Aus­druck gebracht, oas uns, die wir es mit anhören können, mit Stolz erfüllen kann. In der Berliner Moschee ge­dachten unter der trauerumflorten Fahne des Propheten die in Berlin lebenden Mohammedaner des großen Toten; in seiner Ansprache sagte der Imam:Heute weiß auch in den entferntesten Gegenden der Welt, weiß auch in den Zelten Arabiens und in den Hütten Indiens jedermann, welchen Verlust das deutsche Volk erlitten hat. Denn der deutsche Reichs­präsident gehörte nicht nur Deutschland, er gehörte der Welt, und ein jeder, welchen Volkes er auch sei, hat mit dieser Gestalt etwas Unwiederbringliches verloren."

So steht im Geist rings um Tannenberg am 7. August das Gedenken der Welt. An der Bahre des Toten werden dann aber auch die Massen derer stehen, die einst das Erbe Hindenburgs weitertragen sollen. Als er 1920 seineEr­innerungen" abschloß, da schrieb er als letzten Satz:Ist erst der nationale Gedanke, das nationale Be­wußtsein wiedererstanden, dann werden aus dem großen Kriege, auf den kein Volk mit berechtigterem Stolz und reine­rem Gewissen zurückblicken kann als das unsere, solange es treu war, sowie auch aus dem bitteren Ernst der jetzigen Tage sittlich wertvolle Früchte reifen. Das Blut aller derer, die im Glauben an Deutschlands Größe gefallen sind, ist dann nicht vergeblich geflossen. In dieser Zuversicht

rege sich die Feder an? der Hand 'n sich bau c Pc st a uP Dich Du deutsche Jugend!" Ihm hat das Pflichtbewußtsein tiicht vergönnt, so wie er es damals ge­wollt und geglaubt hatte,die Feder aus der Hand zu legen", sondern fünf Jahre später trat er für neun lange Jahre schwerster Entscheidungen wieder an zum Dienst. Darum soll Hindenburgs Stimme am 7. August zu denen sprechen, für die das Schlachtfeld von Tannenberg und sein Denkmal nur das Mal der Taten ihrer Väter ist, daß jenes Wort des Toten auch gelten soll für alle Zukunft: Ich baue fest auf Dich Du deutsche Jugend!" Dr. Pr.

Zm Tannenberg-Denkmal rüstet man zur Trauerfeier.

Die Vorbereitungen für die große Trauerfeier am 7. August sind im Tannenberg-Denkmal im vollen Gange. Arbeiter zimmern schon die Gerüste, die zur Ausgestaltung des Ehren­mals notwendig sind.

Sie Abstimmung der Reisenden am 19. August.

Jedem deutschen Volksgenossen soll die Teilnahme an der bevorstehenden Abstimmung erleichtert werden.

Wer sich am Abstimmungstag (19. August) auf Reisen befindet, kann sich einen Stimmschein besorgen. Der Antrag ist alsbald an die Gcmcindcbehörde (Wablamt) des ständigen Wohnsitzes zu richten, wo der Stimm­berechtigte in der Stimmliste geführt wird.

Kummerow in Schutzhaft genommen.

Die Geheime Staatspolizei Stettin teilt mit: Nach der auf Grund des vom Sondergericht Stettin gefällten Freispruchs über den Landwirt Ernst K u m m e r o w aus Q u e tz i n erfolgten Entlassung des Freigesprochenen aus dem Gewahrsam der Gerichtsbehörde hat die Ge­heime Staatspolizei die In schütz Haftnahme Kum- merows verfügt. Die Festnahme erfolgte auf Anordnung des Polizeipräsidenten Hermann als Leiter der Geheimen Staatspolizei für Pommern durch die Staatspolizeijtelle Köslin.

Zum Tode verurteilt und begnadigt.

Der arbeitslose, 27jährige Eduard Honisch in W i e n, der als Nationalsozialist bezeichne: wird, wurde wegen unbefugten Besitzes von Sprengstoffen zum Tode ver­urteilt. Der Angeklagte sowie seine im Verhandlungssaal anwesende Frau brachen nach der Verkündung des Urteils ohnmächtig zusammen. Der Prozeß war völlig un­bemerkt von der Öffentlichkeit durchgeführt worden, und auch die Zeitungen hatten nichts über ihn veröffentlicht.

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Der zum Tode verurteilte Eduard Honisch wurde vom Bundespräsidenten zu lebenslänglichem Kerker begnadigt.

Kommunistische Lustschutz-Sabolage in Frankredh.

Die kommunistische französische ZeitungHumanitâ" behauptet triumphierend, daß die Bevölkerung von Avignon trotz behördlicher Aufforderung sich ge- weigert habe, an den Luftabwehrmanövern teilzunehmen. Der Befehl zur Abblendung sämtlicher Lichter sei nicht befolgt worden, und angesichts der drohenden Haltung der Menge habe der Bürgermeister es nicht gewagt, die Polizei eingreifen zu lassem

LitauensAufbauarbeit^.

2 3 deutsche Zeitungen in Litauen verboten.

Auf Beschluß des Direktors des litauischen Staats- stchcrheits-Dcpartemeuts sind 23 führende deutsche Zeitun­gen mit sofortiger Wirkung vom 3. August 1934 bis zum i. Januar 1935 für die Einfuhr und Verbreitung in Litauen verboten worden.

Begründet wird die Maßnahme damit, daß die be­treffenden Zeitungen dauernd beleidigende, die litauische Öffentlichkeit aufreizende Nachrichten und Artikel ver- öffentlicht hätten und eine systematische Propaganda gegen die Souveränität Litanens im Memelgebiet geführt hätten; der Inhalt (!) der Zeitungen sei derAufbau­ar b e i t des unabhängigen Litauen" sKäd- lich.

Mandschurei will chinesische Ostbahn beschlagnahmen.

Ein neuer schwerer Konflikt.

In dem Streit um die chinesische Ostbahn ist eine neue bedenkliche Krise eingetreten. In der Nähe von Charbin ist ein japanisch e r M uuitions- zu g durch eine Höllenmaschine in dieLust g e s p r e n g t worden. Nunmehr erklärt die mandschurischc Regierung, sie könne nicht für die Sicherheit des Verkehrs auf der chinesischen Ostbahn bürgen, solange sowjet - r n s s i s ch e S t a a t s a n g e st e l l t e sich int Dienst der Bahn befänden. Ihre Ersetzung durch mandschurischc Staatsangehörige sei notwendig. Im übrigen wird von amtlicher Seite darailf verwiesen, daßweite und einsluß reiche Kreise" der mandschurischen Bevölkerung bereits die Forderung ausgestellt haben, die chinesische Ostbahn kurzerhand zu beschlagnahmen und zum Eigentum von Volk und Krone in der Mkmdschurei zu erklären. Die Untersuchung des Attentats wird durch den Chef der japanischen Militärmission in Charbin, Kazubara, geleitet. Verschiedene sowjetrussische Angestellte der chinesi­schen Ostbahn wurden verhaftet. Ihnen werden Beziehungen zu chinesischen Aufständischen nachgesagt.

Betteleien und Betrug

m versteckter Korm.

In letzter Zeit ist wiederholt beobachtet worden, daß an führende Persönlichkeiten Gegenstände wie Taschen­tücher, Postkarten und dergleichen geschickt werden mit der Bitte, diese für einen beliebigen Betrag zu kaufen. Angeblich befinden sich die Einsender in Rot, wollen aber der Wohlfahrt nicht zur Last fallem Eine Nachprüfung der meisten dieser Fälle ergab, daß diese Angaben der Ein­sender meistenteils nicht den Tatsachen ent­sprachen; es handelte sich in der Mehrzahl lediglich um Betteleien oder Betrug in versteckter Form. Die Polizei ist nicht gewillt, dieses Treiben länger zu dulden, und wird in Zukunft mit allen ihr zur Geböte stehenden Mitteln gegen diese Personen vorgehen, da es nicht angeht, daß sich einzelne Volksgenossen unter Vor­spiegelung falscher Tatsachen die Mildtätigkeit führender Persönlichkeiten zunutze machen.

Reichsnährstand.

Preise für Frühkartoffeln.

Für die Zeit vom 6. August 1934 bis auf weiteres gelten für den Absatz von Frühkartoffeln folgende Preise, die nicht unterschritten werden dürfen:

a) Für geschlossene Anbaugebiete bei Abgabe

der Vezirksvertriebsstelle an die Verteiler

1. Große ............... 4,00 »

b) Für nicht geschlossene Anbaugebiete bei

Abgabe durch den Erzeuger an die zugelas­

senen Verteiler, 1. Größe.......3,64 RM.

Die genannten Preise gelten für 50 kg ausschließlich Sack.

Es wird ausdrücklich nochmals darauf hingewiesen, daß die Absatzbewirtschaftung der Kartoffeln vorläufig in der bisherigen Forni bis zum 15. August 1934 verlängert worden ist.

Der Gebietsbeauftragte Hessen-Nassau für die Regelung des Absatzes von' Frühkartoffeln.

Die Flotte schoß den Ehrensalut von 21 Schüssen

Am Freitag wurde von allen deutschen Kriegsschiffen zu Einen des toten Heerführers und Reichs- prafwenten ein Ehrensalut von 21 Schüssen abgegeben - Rechts: Papen traf im Trauerhanse von Neudeck ein. Am Freitag traf Vizekanzler von Papen in Neudeck ein, um dem toten Reichspräsidenten einen letzten Besuch abzustatten. Unser Bild zeigt ihn beim Verlassen des Autos in Neudeck.