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Ehrenklau, Fulda Konigstraße 42 Rotations- XNAVÄâ OuV OuOtWwl * jOlVU^C KK^^wIÖU Beitreibung oder Konkurs erlischt jeder Anspruch druck' Friedrich Ehrenklau, Lauterbach/H. Haupt- ^ Z V auf Nachlaß.DA." 1üvü. Berantwortl. für den

schriftleiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42. ReâaEtfon und ©t^ä^sfieUci KSfiigfleO^e 42 $etnfj>te^»^lnf<hül8 Hc. 2989 Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lamerbach-H.

Nr. 180 1934

Fulda, Samstag, 4. August

11. Jahrgang

Des toten Helden Ruhestatt.

So Hindenburg ruhen wird.

Mitten unter seinen Soldaten ivird der

Sieger von Tannenberg schlafen.

Das ostpreußischk Städtchen Hohenstein, in dessen Nähe sich das Tannenbergdenkmal befindet, steht bereits naiiz im Zeichen der Überführung und Beisetzung des toten Feld Marschalls im Tannenbergdenkmal.

In Hohenstein selbst sind bereits Beamte der Mini­sterien eingetroffen, die die Vorbereitungen für die große Trauerfeier im Tannenbergdenkmal treffen. Telephonleitunaen werden aezoaen, Pläne gemacht. An-

und Abmarschstraßen festgelegt. Die Gesichter der Men­schen sind ernst. Gerade die Einwohner der Orte des Schlachtfeldes von Tannenberg fühlen sich dem General­feldmarschall besonders verbunden, denn ans ihremunmittelbaren Heimatboden hat er die entscheidende Schlacht an der Ostfront geschlagen und Deutschland da­mals vor der russischen Invasion bewahrt.

Wuchtig ragen die acht Türme des Tanncnberg- denkmals

in den Himmel. Von seinen Zinnen übersieht man fast das ganze weite Schlachtfeld. Fern im Süden wähnt man den großen Friedhof von W a p l i tz , wohl den größten Heldenfriedhof Ostpreußens, wo zehntausend Soldaten die letzte Ruhe gefunden haben. An den Straßen hier und da noch Einzelgräber und Massen­gräber, Soldaten, die man an der Stätte ihres Todes begrub. Aus den Kreuzen verwitterte Helme, in schwarzer Schrift schmucklos Name und Truppenteil. Rechts vor dèm Tannenbergdenkmal wiederum Einzelgräber, dann das Denkmal des Ostpreußischen Infanterie-Regiments 147, des Hindenburg-Regiments: E i n a u s G r a - 11' t gehauener Löwe. Wenn man in der Einfahrt zum Denkmal im Jugendherbergsturm steht, dann hat man vor sich den weiten Inne n h o s mit den sieben anderen Türmen. In der Mitte aber ragt steil und 'ichlans ein riesiges Krenz empor zum Gedenken die Gefallenen der Tannenbergschlacht.

An Sockel des Kreuzes ruht ein unbekannter deutscher Soldat, der vorher an der Straße begraben war und ben man hierher brachte, und in die geweihte Erde des Dcnkmalhvfes bettete: Ein Symbol für alle gefallenen Helden dcS Weltkrieges.

In dem riesigen F a h n e n t u r m künden die Fahnen "gpreußischor Regimenter von unvergleichlichen Helden- ^en. Zerschlissen, zerfetzt, pnlvergeschwärzt sind diese «ahnen. Goldgestickte Reichsadler, eiserne Kreuze, rot und blau, so schimmert es von oben herab. Der O st - p r e u ß e n t u r in ist ein gewaltiges Heimatmuseum, und dann der Feldherrnturm, der ursprünglich eine riolosHlstatue des Generalfeldmarschalls enthalten sollte, und in dem nun die sterblichen Reste des Siegers von Dannenberg beigesetzt werden.

Mitten unter seinen Soldaten wird der Sieger von Tannenberg schlafen, seinen Soldaten, denen er sich immer, besonders verbunden fühlte.

Generalseldmarschall von Hindenburg selbst war es, der diesem Denkmal am 18. September 1927 die -weihe gegeben hat.Den Gefallenen zum ehrenden Ge- oachtniv, den Überlebenden zur ernsten Mahnung, den kommenden Geschlechtern zur Nacheiferung." Das war w-'r ^p rn ell, mit dem er die Weihe vornahm. Hier am ^annen-hergdcnkmal war es auch, wo bei der Einweihung oeneralfeldjnarschall von Hindenburg als Reichspräsident me o s s i z teil e Erkl ä r u n g g e g en d i e K riegs - Kilu ^J'HK abgab, die geradezu sensationell in der Welt nuMe,

^ deuten noch an jenen 27. August 1933, als Gene- mseldmnrschnll von Hindenburg zum letzten Male im Taunenbergdeukmal weilte.

Damals stattete der preußische Staat, vertreten Wirch seinen Ministerpräsidenten Hermann Göring, dem Sieger von Tannenberg, dem Vater des Vaterlandes, seinen Dank dadurch ab, daß er ihm das einst aus Hinden- burgischem Besitz an den preußischen Staat übergegangene Gut Langenau mit dem Preußenwalde, einem der schönsten Wälder Ostpreußens, wieder über­eignete.Der Alte vom Preußenwald", so nannte der ostpreußische Gauleiter und Oberpräsident Erich Koch den Feldmarschall.Der Alte vom Preußen­wald", unter dieser Bezeichnung wird er in der ost­preußischen Landschaft immer lebendig bleiben.

Das Tannenberg-National­denkmal die letzte Ruhe­stätte des Reichspräsidenten Generalseldmarschall von Hindenburg.

Im Feldherrnturm des Tannenberg-Na­tionaldenkmals bei H o h e n st e i n in Ost­preußen wird Recchspräsidem Generalseldmarschall von Hindenburg seine letzte Ruhestätte jinderc.

Die Wehrmacht gedenkt des großen Toten

Vereidigung auf den Führer des d c u t s ch e n Volkes.

In allen Standorten der d e u t s ch e n W c h r m a ch t sanden Gedenkfeiern zur zwanzigsten Wiederkehr des Tages des Kriegsbeginns statt. Die Feiern gestalteten sich gleichzeitig zu einer ergreifenden Totenfeier für den verstorbenen Reichspräsidenten.

In Ansprachen der katholischen und evangelischen Geistlichen wurde das Leben und die Bedeutung des Dahingegangenen gewürdigt, auch die Führer der ver- schiedenen Truppenteile hielten Gedenkansprachen.

In Anschluß daran fand die Vereidigung bei Soldaten aus den Führer des deutschen Volkes, den Reichs­kanzler Adolf Hitler statt. überall erklang aus dem Munde der Wehrmachtsangehörigen der T r e u c s ch w u r , mit dem sie sich aus Tod und Leben mit dem Führer verbanden. Dann klang einHurra" auf den Führer und Ober­befehlshaber der Wehrmacht auf. Beschlossen wurden die würdigen Feiern mit dem Deutschland- und dem Horst- Wessel-Lied.

Die Vereidigung der Wehrmacht durchgeführt.

Rcichswchrministcr Generaloberst von Blomberg Har dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler gemeldet, daß die Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten der gesamten Wehrmacht am 2. August in feierlicher Weise auf den Führer und Reichskanzler als den Oberbefehlshaber der Wehrmacht vereidigt worden sind. ,

Für die auf Urlaub Befindlichen wird die Ver­eidigung nachgeholt.

Sie Trauer der preußischen Landespvlizei

Der preußische Ministerpräsident Hal als Chef der Landespolizei folgenden Ausruf erlassen: In tiefer Ehr­furcht trauert die preußische Landespolizei an der Bahre des Herrn Reichspräsidenten, Generalfeldmarschalls von Hindenburg, des großen Feldherrn im Weltkriege, unter dessen Führung auch die alten Soldaten in den Reihen der heutigen LandeSpolizet gekämpft haben. .

Pflichterfüllung, Treue und Ehre, diese Marksteine seines großen Beispiels, werden auch der jungen LandeS- polizei allzeit Vorbild für ihren Dienst an Volk und Vaterland fein. Göring.

Feierliche TrauergoiLesdiensie am Gonniag.

Der ReichSbischof hat folgende Anordnung erlassen: Zum Gedächtnis des tu die Ewigkeit Heimgegangenen Reichspräsidenten, Generalseldmarschall von Hindenburg, ordne ich einen feierlichen Gottesdienst der Trauer in allen runugetischev Kirchen Deutschlands an. Der Gottes­dienst findet am Sonntag, dem 5. August 1934, zu orts­üblicher Zeit statt

3$ Hatt' einen Kameraden...

Der Abschied des FrontsoldatenDeutscher Kamerad" in Österreich über dem Feld von Tannenberg.

Noch ist, was sterblich war an Hindenburg, über der Erde, über der ostpreußischen Erde, die er vor zwanzig Jahren befreit hat. An seine Bahre heran wogt eine Flut der Teilnahme des A u s l a n d e s , die uns Deutsche mit Stolz erfüllt. Denn sie ist nicht etwa konventionell wie sonst beim Hinscheiden des Staatsoberhauptes eines fremden Staates, erschöpft sich nicht etwa in den mehr oder weniger formellen Beileidstelegrammen, sondern in den langen Artikeln der Auslandspresse schwingt auch dort, wo man im Weltkrieg die Schärfe des Schwertes gespürt hat, das Hindenburg führte etwas von dem Gefühl mit, das uns Deutsche heute bis in die letzten Fafern unserer Herzen erfüllt: Es starb ein Mann, der selbstlos nie an das eigene Ich gedacht hat, sondern immer nur an fein Volk! Ein Mann, der seine letzten Lebenskräfte eingefetzt hat, um seinem Volke zu dienen. Ein Mann, derin den Sielen starb", wie ein Bismarck es sich ersehnt hatte und wie es jenem Kaiser beschieden war, den Hindenburg 1871 als des deutschen Volkes Einiger mit begrüßen konnte. Aber wenn sich die Flut der ausländischen Anteilnahme verlaufen hat, dann tritt an Hindenburgs Bahre eine andere Gestalt heran. Eine Kriegergestalt im einfachen grauen Waffenkleid. Hart sind die Züge seines Gesichts und schmal das Antlitz. Straff ist die Haltung, denn der Mann sieht vor jenem, von dem er fast fünf Jahre hindurch geführt wurde: der Frontsoldat. Der hat seinen Hindenburg gekannt seit dem Tage von Tannen­berg. Zu ihm wandten sich des deutschen Front­soldaten Wünschen und festes Hoffen in den Zeiten, wenn die Not bergehoch anstieg. Bis dann aber alle Bangnis durch das zuversichtliche Wort gelöst wurde:E r wird's schon schaffen!"Er", das war eben Hindenburg für den Frontsoldaten.Er", das war nichtder Feld­herr", sondern das war der Vater des Front- heeres, der Vater des einfachen Mannes im grauen Waffenkleid, der selbst genau gewußt und nicht bloß gefühlt hat, daß -gerade unter dsr gewaltigen Last der Ver­antwortung, die Hindenburg zu tragen hatte, doch immer Er", äußerlich nicht sichtbar, aber innerlich mit felsenfester Gewißheit empfunden, für die Millionen deutscher Front­soldaten war, ist und bleiben wird: der gute Kame­rad. Und von diesem guten Kameraden hat an der Bahre in stiller Nacht der deutsche Frontsoldat seinen Ab­schied genommen. Leise summten die Lippen das Lied, das so oft über dem Grabe oder im Gedenken an die Ge­fallenen erklungen ist in schmerzvoller Trauer und ver­haltenen Tränen, wenn dumpf grollend der Donner der Ge­schütze herüberklang: ,F; ch hatt' einen Kame­raden..."

*

Das seltsgm-tragische Geschick hat es auch gewollt, daß der Generalfeldmarschall die Augen schloß, als ein Land von tiefsten Erschütterungen durchtobt war, dem er vor 20 Jahren schon einen großen Teil seiner Arbeit und seiner Sorgen hatte widmen müssen. Und das ihm, jetzt nicht als Deutschlands Reichspräsidenten mehr, sondern als deutschen Menschen Gegenstand des Miterlcbens und Mitfühlens in seinen letzten Tagen geworden ist. Das war O st e r r e i ch. Im Spätherbst 1914 hat der Hinden­burg-Vormarsch bis zur Weichsel als Rettung gewirkt. Nun war des deutschen Reichspräsidenten letzte politische Verrichtung, dem österreichischen Bundespräsidenten die Teilnahme Deutschlands zur Ermordung des Bundes­kanzlers Dr. Dollfuß zu übermitteln. Es ist nicht bloß eine äußerliche Ehrung gewesen, daß Hindenburg, als erster preußischer General, während des Krieges zum Chef eines österreichischen und eines ungarischen^ Honved- Regimentes gemacht worden ist. Denn die Ruffen waren im Begriff, von den Höhen der Karpathen hinunterzu- steigen in die ungarische Tiefebene, als der Stoß Hinden­burgs sie traf. An einem seidenen Faden hing das Schick­sal der Monarchie; da kam Hindenburg. Nicht äußerlich nur, sondern er drang ein, er, der Russensieger, inS Herz und ins Hoffen unserer österreichisch-ungarischen Waffen­brüder. Daran mag und soll man gerade jetzt denken: dessen muß man am Tage des Kriegsausbruchs, an dessen 20. Wiederkehr Hindenburg hinaufschritt zu seinen LAnen, gerade darum gedenken, weil an dieses Mannes J:ing lingserleben bei Köniqqrätz eine österreichische Kugel einen Riß getan hat. Und Österreich soll an der Baore des toten Generalfeldmarschalls sich dessen erinnern, tote er, vier Satire hindurch, im Krieg alles tat, um dem Brudervolk zu beiseit Vielleicht bat es darum nicman den tiefer als ihn geschmerzt, daß die Selbstbesinnung des von ihm geführten deutschen Volkes an den Grenzen Österreichs Halt machen sollte, und daß an ven ud lichen Grenzen dieses Landes die Italiener billige ^ruppenvcrstärkungcn veranstalteten, die gefahrloser als damals im Oktober 1917, als die, jetzt von Truppen bcwegungcn erfüllten Straßen zwischen Udine und Kärnten bedeckt ivareu von den Masten der benunungS los Flüchtenden, die unter Hindenburgs Schlägen gen Westen flüchteten. Als die Österreicher jubelnd in die lombardische Tiefebene hinunterstiegen! Und als, mit Hindenburgs Bild im Herzen, auch der letzte Soldat aus dem Völkergemisch der österreichischen Armee das kleine, einfache Wort stammeln konnte:Deutscher Kamerad!"

*

Dort, wo des Generalfeldmarschalls erster Sieg die russische Woge zum Stehen brachte, und nun das gewaltige T a n n e n 6 e r gdenk tu a I weit hinausschaut über das Schlachtfeld des August 1914, wird der Sieger von