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Zul-aer Anzeiger

»%» «SD H Tageblatt für Rhön und Vogelsberg»

Bei Lieferungsbehmderung durchHöhere Ge- «SÄT» MW Zul-a»««- Haunetal.Zulöaer Kreisblatt

druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach/H. Haupt- v v

fchriftleiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42. Re-aktion UN- Gesthästsstelle: Königstraße 42 Zernsprech-flnsthluß Nr. 2989

Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenfpalie oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Ps. Bei Wiederholung wird Rabatt nach Tarif gewährt, bei zwangsweiser Beitreibung oder Konkurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß.DA." 1000. Verantwort!, für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Nr. 171 1934

Fulda, Mittwoch, 25. Juli

11. Jahrgang

Aufruf des Führers au die Partei.

Öffentliche Sammlungen nur in ganz besonderen Ausnahmefällen.

Reichskanzler Adolf Hitler hat an die Nationalsozia­listische Deutsche Arbeiterpartei folgenden Aufruf gerichtet:

In hingebungsvoller Arbeit hat eine große Anzahl von Mitgliedern der Partei, der SA., der SS., der NS.- Frauen"'aft, der HI. in den letzten Monaten sich dem Einsam!...in von Spenden gewidmet, um Not zu lindern oder sonst zur Erfüllung wichtiger Aufgaben der deut­schen Volksgemeinschaft beizutragen. Ihnen allen danke ich ebenso wie den Volksgenossen in und außerhalb der Partei, die Spenden gegeben haben.

Nunmehr hat die Reichsregierung ein Gesetz erlassen, durch das alle Sammlungen von Geld- oder Sach­spenden auf Straßen und Plätzen, von Hans zu Haus, in Gast- oder Vergnügungsstätten oder an anderen öffentlichen Orten bis zum 31. Oktober 1334 verboten werden. Vis zu diesem Tage sollen gleichsam Sammel- f e r i e n sein. Sie sollen den Sammlern selbst und allen Volksgenossen zugute kommen, die in der letzten Zeit ost über ihre eigenen Strafte hinaus Opfer gebracht haben. Nur in ganz besonderen Ausnahmefällen, die lediglich der Stellvertreter des Führers im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Finanzen bestimmen kann, werden in der Zeit bis zum 31. Oktober Sammlungen genehmigt werden. In Aussicht genommen sind solche Ausnahmen durch Gestattung eines Sammeltages für das Hilfswerk M uttcr u n d K i n d" sowie für einige Haussamm- lungen charitativen Charakters.

Am 1. November soll es dann mit frischen Kräften an das Hilfswerk für den Win­ter 1934/35 gehen. Ich empfehle der Partei und allen Gliederungen die strenge Durchführung des erlassenen Gesetzes und verbiete jeden Versuch, seine Ge- stimmungen auf irgendeinem Wege zu umgehen.

^ « gcz. Adolf Hitler.

*

Gegen Denunzianten und Ehrabschneider

Ein Erlaß des Stellvertreters des Führers.

NSK. Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, gibt bekannt:

Der Reichsjägermeister und die Tiere.

Bengt Berg beim ReichMer- weißer Hermann Göring.

Ein Berichterstatter hat den bekannten schwedischen Schriftsteller B e n gt Berg um eine Unterredung anläß­lich seines Besuches beim Ministerpräsidenten Göring gebeten.

Der immer schlagfertige Schwede antwortete sofort kurz und knapp:Ja, weiß schon, was Sie wollen. Es ist natürlich interessant, daß ich dengefährlichsten Mann Europas" besucht habe. Denn so ungefähr lautet ja der alltägliche Jammer der schwedischen Judenzeitungen, und gar nicht mit Unrecht. Bedenken Sie nur, daß, seitdem Ermann Göring das Ruder in seine festen Hände nahm, ^ic R a u b m 0 r d e in seinem Lande für das ganze Jahr "M eine Zahl heruntergcqangen sind, die vorher die Stadt Berlin allein in einem einzigen Monat aufwies. Gewiß ist also der Ministerpräsidentein gcfähr- ''cher Mann".

Nicht deswegen aber habe ich mich in erster Linie pesten!; den starken Mann Preußens kennenzulernen, wuderu >vcil fein vorbildliches neues Jagd- und

i l d s ch u tz g e s c tz, zweifellos das beste der Gegen luirrt überhaupt, verrät, daß dort ein Mann ist, der endlich öie bedrohte Tierwelt unseres so unglücklich übervölkerten Erdteils in tatkräftigen Schutz nimmt.

Wer H ermann G ö r i n g sieht, wenn er seinen wugcn Löwen in die Arme nimmt und hätschelt, der weiß sofort, daß hinter dem stahlharten, hellen Blick dieses blonden Teutonen

heiße Liebe zur Natur und Herzensgüte zu den Tieren zu finden sind. Andere mögen Menschen nach ihrer »politischen Einstellung" beurteilen. Für mich ist ihre Einstellung zur Natur der zuverlässigere Wiaßßab. Es vt ja übrigens bezeichnend für die bedeutendsten Männer Uttiercs nordischen Stammes, daß sie nach und neben ihrer ernsten täglichen Arbeit so gern

Erquickung unter Blumen und Tieren suchen Der große Held Deutschlands, G e n c r a l f e l d - >u a r s ch all von H i n dcub u r g , findet ja noch im JWu Alter seine liebste Erholung beim Weidwerk. Als der Nationalheld Englands, Feldmarschall Allen b y, auch auf seiner Jnspektionsfahrt durch den Sudan am 0P"Z Ml traf, sprach er nicht über seine Eroberung Palästinas möge der Besitz ihm gern gegönnt fein, onbera über wilde Elefanten und Vögel, die er, selbst hx ^^' ist Stunden der Muße zu beobachten liebt, und l,iS ich einmal in London dem englischen Außen- minister Lord Grev begegnete, verriet er mir. daß

Ich yave am 18. April d. J. bekanulgegeben daß jedem Partei- und Volksgenossen, den die ehrliche Sorge um Bewegung und Volk dazu treibt, der Weg zum Führer oder zu mir als seinem verantwort­lichen Vertreter offensteht, ohne daß er deshalb zur Rechenschaft gezogen werden kann.

Ich bin nach wie vor fest entschlossen, im Inter­esse der Sauberkeit und Reinheit der Be - w e g u n g notfalls auch gegen verdiente Führer der NSDAP., die durch Verfehlungen das Ansehen der Be­wegung schädigen, mit den schärfsten Maßnahmen vorzu­gehen und aus jeder berechtigten Beschwerde, die mir durch mein Gewissen als Nationalsozialist und durch mein Verantwortungsgefühl dem Führer gegen­über vorgeschriebenen Folgerungen zu ziehen.

Ich kann aber nicht zulassen, daß meine Anordnung vom 18. April von gewissenlosen, berufs- mäßigen Denunzianten mißbraucht wird, um verdiente und makellose Führer, die seit Jahren treu ihre Pflicht erfüllt haben, bewußt oder leichtfertig in den Schmutz zu ziehen und damit auch das Ansehen der Be­wegung in weiten Kreisen des Volkes herabzusetzen.

Daß dies von Feinden der Bewegung und des Volkes, die sich teilweise in die Partei einzuschleichen verstanden haben, immer wieder versucht wird, geht aus einer großen Anzahl von Beschwerden hervor, die von meinen Beauf­tragten an Ort und Stelle untersucht worden sind.

Wer in berechtigter Sorge um die Bewegung unter Nennung seines Ramens mein Eingreifen gegen Schädlinge und Versager unter den Führern der NSDAP, erbittet, darf stets meines Schutzes gewärtig sein, auch dann, wenn seine Angaben sich als nicht ganz richtig erweisen, die Untersuchung aber ergibt, daß ihm der guteGlaube zugebilligt werden kann.

Andererseits aber bin ich entschlossen, mich schützend vor jeden treuen und sauberen Führer der NSDAP, zu st e l l e n , der als Ver­treter der Bewegung zu unrecht verleumdet wird und künftig böswillige und leichtfertige Verleumder und Ehr- a. '"eiber sowie nach Möglichkeit auch alle feigen, a' men Denunzianten durch das öffentliche oder Pacteigericht zur Rechenschaft ziehen zu lassen.

Von allen Führern der NSDAP, aber erwarte ich, naß sie ihr Verhalten so einrichten, daß jeder Partei- und Volksgenosse vertrauend 31t ihnen aufschauen und sich willig ihrer Führung unterordnen kann.

seine liebsten Freunde die nordischen Zugvögel seien, die ihn zur Winterszeit auf seinem Gut Fallodon besuchten. Er schenkte mir eines seiner Bücher mit dem TitelDer Liebreiz der Vögel".

Diese Liebe zur Natur ist vielleicht bie allcrwert- vollste seelische Habe des nordischen Menschen, und Her­mann Göring besitzt gewißlich ein großes Kapital davon. Ich freue mich außerordentlich, daß der Ministerpräsident an meinem Vorschlag, aus dem Darß einen nordischen Urwildpark zu schaffen, Interesse gefunden hat.

Einmal, als ich zuerst vor drei Jahren für meine Idee in der deutschen Presse eintrat, suchte ich bei einem damaligen Machthaber in Preußen Stütze für die Aus­führung dieses im wahrsten Sinne völkischen Gedankens, aber ohne Erfolg.

Jetzt wurde ich gerufen. Und als der deutsche Relch»- jägermeister in seiner entschlossenen schlichten Art nur sagte:

Das ist gut. Das mache ich", wußte ich, daß der nordische Urwildpark Wirklichkeit wer­den wird. Denn unter den Männern, denen ich begegnet bin, ist Hermann Göring sicherlich vor allem der Mann, von dem man denkt:Ein Mann, ein Wort!"

Das Schatzamt der DAZ. dem Reichs- fchatzmeifler der Partei unterstellt.

Der Stellvertreter des Führers hat die folgende Ver­fügung erlassen:. , .

Die Deutsch e A r b e i t s f r 0 n t ist buraj einen revolutionären Akt der Partei geschaffen worden; mit der Führung ist der Stabsleiter der PO., Dr. R. Ley, bc- aitftragt ^^^ ^ Deutschen Arbeitsfront sind alle Ämter der Deutschen Arbeitsfront Abteilungen der ent­sprechenden Ämter der PO.: Zum Beispiel ist das Organisationsamt der DAF. eine Abteilung des Orgam- sationsamtes der PO., das Personalamt der DAF. eine Abteilung des Personalamtes der PO. usw.

Auf Wunsch des Stabsleiters der PO., Dr. Ley, gc nehmige ich, daß auch das Schatz a m t d e r D A F. der Aufsicht des Reichsschatzmeisters der Partei unterstellt

ÄusführungSbeftimmungeu erläßt der Reichsschatz meister im Einvernehmen mit dem Führer der DAF.

Glockengelaui am 2. August.

Der Reichsbischof zur 20jährigen Wieder­kehr des Tages des Kriegsanfanges.

Der Reichsbischof hat zur 20jährigen Wiederkehr des Tages des Kriegsanfanges folgende Verordnung für die Evangelische Kirche erlassen:Am 2. August begeht das deutsche Volk den Tag, an dein der Weltkrieg seinen An­fang nahm. Vor 20 Jahren zog die Blüte deutschen Mannestums hinaus, um die Heimat zu schützen. In allen lebte die reine heilige Bereitschaft, für die gerechte Sache des Vaterlandes in einem uns aufgezwungenen Kriege sich zu opfern. Die erneuerte Nation gedenkt in schweigender Ehrfurcht jenes unvergleichlichen Heldentums, das sich auf diesem Opfergange bewährt hat. Die Deutsche Evangelische Kirche ruft als Kirche des Volkes die deutsche Nation dazu auf, diese Stunde würdig im Angesicht des ewigen Gottes zu begehen.

Deshalb ergeht hiermit Anweisung an alle kirchlichen Stellen, daß am 2. August von 12.00 bis 12.15 Uhr die Glocken aller evangelischen Kirchen zur Erinnerung an Die Gefallenen geläutet werden. Soweit zum Ge­dächtnis dieses Tages Feldgottesdienste vor­gesehen sind, ist die kirchliche Mitwirkung hierbei selbst­verständliche Pflicht. Darüber hinaus sind in den Ge­meinden gottesdienstliche Andachtsstunden zu ver­anstalten. Diese Feiern sollen davon bestimmt sein, daß in dem gewaltigen Schicksal unseres Volkes uns der ewige Gott begegnete. Wo in kleineren, besonders ländlichen, Gemeinden eine besondere Feier aus den Verhältnissen sich nicht ergibt, ist die Erinnerungsstunde auf den darauf­folgenden Sonntag zu verlegen.

Dabei wird allen Gedenkfeiern gemeinsam sein: das dankbare Bewußtfein, daß Gott uns aus Not und Schande zur Erneuerung der Nation im Nationalsozialismus emporgcführt hat. Zum Zeichen beffen werden die Kirchen am 2. August die Fahnen des alten und des neuen Reiches zeiaeu."

Ansprache Rusts bei her Vereidigung des neuen Bischofs von Hildesheim.

Der preußische Kultusminister Rust empfing in Berlin den neuernannten Bischof von Hildesheim, Dr. Machens, zur Vereidigung im Kultusministerium. Auf die von freundschaftlichem Geist getragene Ansprache des Herrn Bischofs antwortete Reichs- und Staatsminister Rust u. a. mit folgenden Worten:

Das Amt, das Sie übernehmen, ist das eines Seelen- Hirten der Römisch-Katholischen Kirche. Ihrer geistlichen Führung anvertraut sind aber zugleich deutsche Menschen und Bürger des nationalsozialistischen Staates. Das Gedeihen des deutschen Volkes und die Macht des nationalsozialistischen Staates aber ruht vor allem anderen aus dem Bewußtsein der Blutsverwandtschaft und des schicksalsmäßigen Aufeinander-Angewiesenseins aller Deutschen, ohne Unterschied auch der Be» k e n n t n i s s e. Der Wille des Führers dieses Volkes und seiner Regierung ist daher darauf gerichtet, in höchstmög­lichem Zusammenleben und Zusammengehörigkeits­bewußtsein die Garantie gegen das tragische Ausein- anderfallen der Nation zu schaffen, von dem die deutsche Geschichte nur leider zu oft zu berichten weiß.

Über die Erfüllung dieser völkischen Erziehungs- Pflicht will die verantwortliche nationalsozialistische Staatsleitung keineswegs Konflikte mit den Führungen der christlichen Kirchen herbeiführcn. Die Aufgaben des nationalsozialistischen Staates sind andere als die der christlichen Kirchen, stehen aber zu diesen nicht im feind­lichen Gegensatz.

Ein Vernichtungskampf beider für das Wobl derselben Menschen in ihrer völkischen und kirchlichen Zusammen­gehörigkeit verantwortlichen Führungsmächte könnte nur dem Todfeinde einer christlich-germanischen Sittlichkeit und abendländischen Kultur zum Siege verhelfen.. Es ist nicht möglich, Meinungsverschiedenheiten im einzelnen und Zusammenstöße einzelner zu verhindern. Es ist aber nicht nur möglich, sondern notwendig, baß bie verant­wortlichen Leiter die menschlichen Gemeinschaften der Ge­führten nicht zum Kampsschauplatz machen, sondern als verantwortliche Führer unter sich zur Klärung und Ent­scheidung kommen.

Die Staalsregierung hat zu Ihnen das Vertrauen, daß Sie die Ihnen anvertrauten Diözesanen auch als Deutsche und Staatsbürger recht zu lenken wissen werden. In diesem Vertrauen heiße ick Sie als Bischof der Diözese Hildesheim herzlich willkommen und wuniche Ihnen für Ihr hohes Amt Gottes Segen.

An die dann erfolgte Eidesleistung schloß nch, ein Empfan g beim Staatsminister Rust, an dem Bischof Dr Machens, seine Begleitung, Vertreter des preußischen Staates und preußischen Kultusministeriums teilnahmen.

Die Herstellung des Kriegseheenkkeuzes.

Gegenüber Pressemeldungen, daß der Entwurf des von dem Herrn Reichspräsidenten gestifteten K r i e g s e h r e n k r e u z e s von dem Juwelier Godel geschaffen worden sei, stellt das Rcicksministerinm deS Innern fest, daß Godet lediglich beauftragt war, nach den genauen Weisungen der Reichsregierung Z e i ch n ü n gen an; ir fertigen und an Hand dieser Zeichnungen die M u st c r des Ehrenkreuzes ausznführen. Über die Vergebung der Aufträge zur H c r st e l l n n g der Ehrenkreuze ist noch nicht entschieden.