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Stadl und land

Wetterausfiditen für morgen:

Sonniges Wetter mit leichter Gewitterneigung.

* Fulda, den 16. Juli 1934.

Das Gaupresseamt teilt mit:

Durch das Hinscheiden des seitherigen stellvertretenden Gauleiters und Gau-Inspekteurs Lengemann ist eine Neu­gliederung des Gaues in 6 Inspektionsgebiete notwendig geworden. Ich gebe nachstehend die Neueinteilung bekannt:

Gau-Inspektion i: Dr. Burkhardt, Fulda, für die Kreise Fulda-Stadt, Fulda-Land, Hünfeld, Hersfeld.

Gau-Inspektion H; Herbert Köhler, Kassel, für die Kreise Rotenburg, Melsungen, Homberg.

Gau-Inspektion in: Arno Methner, Kassel, für die Kreise Eschwege, Hofgeismar, Kassel-Land.

Gau-Inspektion IV: Wilhelm Wisch, Ziegenhain, für die Kreise Ziegenhain, Marburg.

Gau-Inspektion V: Hans Krawielitzki, Marburg, für die Kreise Frankenberg, Gesamtwaldeck.

Gau-Inspektion VI: Hermann Neuburg, Kassel, für die Kreise Fritzlar, Wolfhagen, Witzenhausen, Kassel- Stadt.

Gau-Inspekteur für die äußere Ausbildung der P.O.: Willi Wagner, Walkemühle bei Melsungen.

Außerdem wurden ernannt:

3um Eauamtsleiter des Amtes für Volksgesundheit: Dr. Harrfeldt, Kassel.

Zum Abteilungsleiter Rundfunk in der Gaupropaganda­leitung: Dr. Steinmetz, Kassel.

An alle Arbeitgeber!

Im Zuge der großen Arbeitsschlacht werden Hundert- tausende von Volksgenossen wieder in Arbeit und Brot ge­bracht. Der deutsche Mensch fühlt, daß sein Leben, bisher unsicher, trübselig und hoffnungslos, wieder Sinn und Rich­tung bekommen hat. Er kann seine neugewonnene Kraft dem Aufbau der Nation, dem Aufbau seiner Existenz und der Erhaltung seiner Familie widmen. In den vergange­nen Jahren der Not war es in besonderem Maße die Ar­beitskraft der Aelteren, die lahmgelegt wurde, da hier am meisten gespart werden konnte. Heute besteht deshalb für die Arbeitgeber die besondere Verpflichtung, bei Einstellun­gen zuerst auf diese älteren Arbeitskollegen zurückzugreifen. Sie waren es, die in den weitaus größten Fällen dem Un­ternehmen oder Betrieb Jahrzehnte durch in unermüdlicher Pflichterfüllung gedient hatten und dann rücksichtslos auf die Straße gesetzt wurden. Dabei vergaß man, daß sehr oft eine ganze Familie von 4 und mehr Köpfen dem Elend preisgegeben wurde. Der nationalsozialistische Staat wird sich im Besonderen den Schutz der kinderreichen Familie angelegen sein lassen. Deshalb auch Arbeit und Brot den älteren Arbeitskollegen und ihren Familien. Bevorzugt diese bei Neueinstellung, ihr dient damit der Erhaltung und Gesundung der deutschen Familie.

Weinrich, Gauleiter.

Warnung!

(Ausrüstung der HI.)

Die Tatsache, daß eine große Zahl von Firmen noch heute unvorschriftsmäßige Bekleidung und Ausrüstung für die HJ. herstellt und liefert, veranlaßt die Abteilung Aus­rüstung des Gebietes 14 Kurhessen zu folgender Erklärung:

Es wird allen Firmen, die Ausrüstungsstückes für die HI. herstellen oder verkaufen, um sie vor Schaden zu be­wahren, dringend geraten, die von ihnen hergestellten HJ.- Ausrüstungsstücke auf ihre Vorschriftsmäßigkeit prüfen zu lassen. Die Abt. I (Ausrüstung) des Gebietes 14 Kurhessen erteilt in allen Fragen Auskunft. Anschrift: Gebietsfüh- rung, Kassel, Sophienstr. 1, Fernruf 33 982.

Schützt Euch vor Verlusten!

Hitler-Jugend, Abteilung I.

Tag der Kleingärtner und Kleinsiedler.

Zum ersten Male im dritten Reiche galt der gestrige Sonntag den Kleingärtnern und Kleinsiedlern. Aus diesem Grunde fanden überall im deutschen Reiche große öffentliche Kundgebungen und Sommerfeste im Reichsbunde deutscher Kleingärtner und Kleinsiedler statt. Im Mittelpunkte dieses großen Werbetages stand eine Kundgebung in Ber­lin, wo der Reichskommissar für das Siedlungswesen Staatskommissar Pg. Feder und der Führer des Reichs­bundes Pg. Dipl.-Ing. Dr. Kammler Ansprachen hielten. Diese Ansprachen wurden Sonntagnachmittag von Mitglie­dern der Kleingärtnervereine Fulda Nord und Süd und Kleinsiedler von der Stadtrandsiedlung im Evangelischen Gcmeindehause angehört. Sodann gruppierte sich auf dem Heinrich von Bibra-Platz ein Festzug in dem außer zahl­reichen Mitgliedern dèr Kleingärtnervereine und den Kleinsiedlern, teils mit geschmückten Eartengeräten (Rechen, Schippen, Hacken etc.) und teils mit Gartenhüten Ersehen. Auch waren zahlreiche recht schön geschmückte Festwagen der Gärtnervereinigung Fulda vertreten. Der "sich recht prächtig ausgestattete Festwagen war vom Klcingärtnerverein Fulda Nord gestellt, und stellte den Wagen der Gartenkönigin dar. Unter Vorantritt der NSVO.-Kapelle bewegte sich der Festzug durch verschiedene Straßen mit dem Endziel bei der Städtischen Berufsschule. Hier wurden die Festwagen ausgeschaltet und alle Festzug- tcilnehmer, Groß und Klein, begaben sich in die Gürten des Gartenbauvereins Fulda Nord. Diese 5 ha große glaetje mit ihren 140 Kleingärten bot ein recht imposantes Bild. All« Gärten waren mit Fahnen, Fähnchen, Girlan­den und dergleichen recht festlich geschmückt. Der Hauptweg und die verschiedenen Nebenwege waren in bester Ver- fassung. In den Gärten selbst konnte man beobachten, daß es die Besitzer nicht an viel Liebe und Sorgfalt fehlen ließen. Eigens für das Sommerfest hatte der Kleingarten- verein Fulda-Nord eine elektrische Lichtleitung durch seine Gärten legen lassen. Den musikalischen Teil' sowie die Tanzmusik führte die NSBO.-Kapelle aus. Im weiteren Verlaufe des Nachmittags wurden an 185 Kinder Würst­chen mit Wecke verteilt. Bei aubrechender Dunkelheit be­wegte sich ein Fackelzug um die Berta'sche Fabrik und die Gartenanlagen des Gartenbauverein Nord zeigten außer dtr elektrischen Beleuchtung auch eine prachtvolle Illu­mination sämtlicher Gärten. Zusammenfassend sei gesagt, daß bei den Nordeudkleingärtnern ein echt kameradschaft­licher Geist und wahre Volksgemeinschaft herrscht, die unser Führer überall verlangt.

IM

Die Jnftandsetzungsarbeiten an der Pumpstation sind beendet. Der Wasserverbrauch unterliegt daher keinen Beschränkungim mehr.

Das Schlitzerländer Trachtenfest.

Kaum eine Woche trennt uns von dem großen V o l k s f e st des Schlitzerlandes am 22. Juli. Eifrig haben die Kommissionen bisher getagt und die Vorarbeiten für ein Gelingen des Festes geleistet.

Ohne Zweifel steht im Brennpunkt des Interesses der große T r a ch t e n z u g, der in seinem ersten Teil einen einheitlichen Gedanken vor Augen stellen wird: das Le­ben der Schlitzerländer Bauern. Erstaunt wird mancher sehen, welch köstliches Kulturgut sich bei uns noch erhalten hat, wozu vor allem die mannigfachen T r a ch - t e n zu rechnen sind, deren Träger auf die Schönheit und Eigenart dieses Gutes aus vergangener Zeit vor aller Welt mit Recht stolz sein können. Wir werden Wiegen sehen, die noch heute mit demselben Sonnenrad geschmückt sind, das als heidnisches Heilszeichen zwar sich auch an der altersgrauen Stadtkirche findet. Schulkinder, Konfirman­den, junge Burschen und Mädchen zeigen das Leben der Jugend im Schlitzerland. Im Mittelpunkt steht ohne Zweifel dann der Brautwagen und der große Hochzeitszug. Daran schließt sich dann eine Darstellung des Ernstes der Arbeit unseres Landvolkes, dessen Ehre als Reichsnähr­stand dank des Einsatzes unseres Führers und des Reichs­bauernführers heute wiederhergestellt ist. Auch die Burg­güterverwaltung wird wieder ihr Bestes zeigen. In dem Zug der Gewerbe und der Industrie werden die Lein­webereien eine besondere Ueberraschung bringen. Wir freuen uns über die eifrige Beteiligung des Handwerks, wobei gerade der Töpfer gedacht werden soll, deren billige und doch so schmucke Erzeugnisse hoffentlich regen Anklang und wieder Eingang in jeds Haus finden.

Die Beteiligung auswärtiger Trachtengrup­pen ist in diesem Jahre größer denn je. Wir nennen die aus der Rhön, der Schwalm, dem Katzenberg, von Breiten­bach, Angersbach, Herbstein und dem Marburger Land. Nach dem Festzug finden die Teilnehmer und Gäste auf dem Festplatz Abwechslung genug, da nicht nur Ge­legenheit zum Tanz gegeben ist, sondern auch die Aufstel­lung zahlreicher Buden bereits vergeben wurde. Vier Musikkapellen stehen zur Verfügung. Durch Ab­machungen mit der Reichsbahnverwaltung sind auch Son­de r z ü g e von Hersfeld, Fulda und Frankfurt gesichert, die die Fremden in die alte Burgenstadt bringen, wo es ihnen hoffentlich so gut gefällt, daß sie bald wieder als Gäste kommen.

Besichtigung der freiwilligen Feuerwehr Fulda.

Am Smstagnachmittag war die freiwillige Feuerwehr Fulda in ihrem neuen Gewände und den Geräten, sowie die Musikkapelle im Stadtschulhof angetreten. Um 6 Uhr erschienen die Herren Oberbürgermeister Dr. Danzebrink, Bürgermeister Ehser und Polizeikommissar Berend gefolgt von dem Kreisfeuerwehrführer des Stadtkreises Fulda und dessen Adjutanten. Nachdem die Herren die Front abge­schritten hatten, stellte Kreisfeuerwehrführer Gauler die freiwillige Feuerwehr vor, in die in letzter Zeit viele junge Leute eingetreten sind. Auch sind inzwischen die neuen Bekleidungsstücke und Abzeichen beschafft worden. Der Kreisfeuerwehrführer gelobte, daß die Wehr auch weiter­hin bestrebt sein werde, ihre volle Pflicht und Schuldig­keit zu tun, wenn es gelte dem Nächsten im Ernstfalle Hilfe zu leisten. Herr Oberbürgermeister ermahnte die Mannschaften ihr neues Gewand stets in Ehren zu tragen, denn der Dienst in der Feuerwehr sei nicht nur ein Ehren­dienst, sondern ein Dienst am deutschen Volk. Redner wieß darauf hin, daß in den letzten Jahren stets ein guter Geist und stramme Disziplin in der Feuerwehr geherrscht habe und hofft, daß von diesem Geist auch die neuen Kameraden beseelt werden mögen. So weit es dem Herrn Oberbürger­meister und dem Bürgermeister möglich sei, wird die Stadt auch fernerhin für weitere Ausrüstung der Wehr Sorge tragen. Mit einem dreifachen Sieg Heil auf den Eeneral- feldmarschall Reichspräsident von Hindenburg und den Führer Reichskanzler Adolf Hitler schloß der Oberbürger­meister seine Ansprache. Nachdem von den Mannschaften einige Marsch- und Freiübungen vorgeführt waren, rückte die Wehr wieder ab.

Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldungen.

Gemäß § 19 des Umsatzsteuergesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 30. Januar 1932 haben Steuer­pflichtige die nach Steuerabschnitten veranlagt werden, bin­nen 10 Tagen nach Ablauf jedes Kalendervierteljahres eine Voranmeldung abzugeben und gleichzeitig eine den Entgel­ten des Vierteljahres entsprechende Vorauszahlung zu lei­sten. Die Voranmeldungen für die Monate April bis Juni 1934 waren bis 10. Juli abzugeben. Es wird be­merkt, daß die Abgabe der Voranmeldungen gemäß § 202 der Reichsabgabenordnung durch Festsetzung von Geldstra­fen erzwungen werden kann.

Alsfeld, 14. Juli. (E i n Hetzer verhaftet.) Wie von derOberh. Ztg." berichtet wird, wurde auf Veran­lassung des Kreisleilers ein Mann verhaftet, der im Auf­trag von obskuren Elementen in Alsfeld und Zell die NSDAP, in Mißkredit bringen wollte. Der Mann, als ausgesprochener Wichtigtuer bekannt, hatte sich verschie­dentlich als Beauftragter der (Sauleitung bzw. der Reichs­leitung ausgegeben. Nach seiner Verhaftung wurde er nach Frankfurt a. M. verbracht.

Kassel, 13. Juli. (Kampf mit einer Lebens­müde n.) Gestern wurde von Waldarbeitern beobachtet, wie in Wilhelmshöhe sich eine ältere Frau in den Asch stürzte. Eie reichten der Frau eine lange Stange zu, um sie daran herauszuziehen, doch wurde von der Lebensmüden diese Hilfe verschmäht. Da die Frau fast dem Ertrinken nahe war, sprangen mehrere Arbeiter entschlossen ins Wasser und konnten die sich heftig wehrende Frau nach vielen Mühen ans feste Ufer bringen. Sie wurde dem Karlshospital zugeführt.

Kassel, 13. Juli. (Dcr Reichsjugendführer w e i l t e i n Kasse I.) Wie jetzl erst bekannt wird, weilte Reichsjugendführer Baldur von Schirach mit seinem Stabe auf der Durchreise nach Köln in der Nacht zum Donnerstag in Kassel. Der Reichsjugendführer stieg mit seinem Ge­folge im HausFernblick" in Wilhelmshöhe ab und fuhr am Donnerstag weiter nach Köln, um am Empfang der ungarischen Lewente teilzunehmen.

Kassel, 13. Juli. (Schweinekrankheiten sind anzeigepflichtig.) Die Besitzer von Schweinen wer­den auf die in Nr. 11 des Negierungsamtsblattes von 1907 veröffentlichte gemeinverständliche Anweisung zur Be­kämpfung des Rotlaufs auf die Anzeigepflicht von Schwei­nekrankheiten sowie auf die Folgen einer Unterlassung der Anzeigepflicht hingewiesen.

Kassel, 13. Juli. (W a r n u n g v o r e i n e m W a r e n- schwindle r.) Mitteldeutschland wird seit einiger Zeit von einem Manne mit Fahrrad bereist, der in den größeren Städten Einkäufe in Geschäften tätigt. Er mietet sich ein Zimmer und läßt die gekaufte Ware dorthin besorgen. Die

Boten, die mit der Ware und der quittierten Rechnung er­scheinen, läßt er einen Augenblick warten, nimmt die Ware an sich und verschwindet auf Nimmerwiedersehen. Daß sie einem Schwindler zum Opfer gefallen waren, bemerkten die Leute erst, wenn der Mann schon einen genügenden Vor­sprung hatte. Sollte er auch im hiesigen Bezirk auftreten, so muß scheinbar auf sein Verlangen eingegangen, aber so­fort die Kriminalpolizei oder der nächsterreichbare Polizei­beamte benachrichtigt werden.

Marburg, 14. Juli. (Reichsbahn- Güterkraft- verkehrslinie Marburg Treysa eröffnet.) In Anwesenheit der Vertreter sämtlicher im Bereiche der Reichsbahndirektion Kastel erscheinenden Zeitungen wurde die Ellterkraft-Verkehrslinie MarburgTreysa, die zu­nächst eines ganze Reihe von abseits der Bahn liegenden Orten berührt und dann von Kirchhain aus längs der Main-Weser-Bahn verläuft, durch Reichsbahndirektions­präsident Martin ihrer Bestimmung übergeben. Wie Reichsbahnrat Klöbe u. a. in einem Vortrag ausführte, sind jetzt bei der Reichsbahndirektion Kastel insgesamt 31 Güterkraftwagenlinien mit 1950 km Streckenlänge im Be­trieb, und 78 Orte mit etwa 40 000 Einwohnern durch den Einsatz des Kraftwagens an die Schiene angeschlossen wor­den. Im Laufe des nächsten Jahres werden voraussicht­lich noch weitere 20 bis 25 Güterkraftwagenlinien in Be­trieb genommen werden können.

Marburg, 15. Juli. (Einführung des neuen Landrates von Marburg.) In Gegenwart der Vertreter der Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden, des Gauleiters Weinrich, der Parteigliedsrungen, Berufs­gruppen usw. wird Regierungspräsident v. Mombart am Montag den kommistarischen Landrat des Kreises Mar­burg, Pg. Kreisleiter Krawielizki, in fein Amt einführen. Der neue Landrat stammt aus einem alten Bauernge­schlecht und wurde am 26. November 1900 in Vandsburg (Westpreußen) geboren. Er kam in seinem 8. Lebensjahr nach Marburg, besuchte hier das Realgymnasium und wurde 1918 zum Ersatzbataillon der 11. Jäger eingezogen. Bei Waffenstillstand befand er sich in einem Rekruten­depot an der französisch-belgischen Grenze, meldete sich nach dem Rückmarsch zum Freikorps Hindenburg und ge­hörte in diesem Verband zur Wachtruppe des Großen Hauptquartiers in Kolber. Nach seiner Entlassung gehörte er bis zum Jahre 1922 dem Jungdo an, studierte in Mar­burg und Berlin Rechtswissenschaft, beteiligte sich 1920 als Zeitfreiwilliger an der Niederschlagung des roten Auf­standes in Thüringen und trat im Jahre 1925 der NSDAP, bei. Bald nach Uebernahme der Ortsgruppenleitung in Marburg wurde er mit der Leitung des gesamten Bezirkes betraut, der damals die Kreise Marburg, Kirchhain, Fran­kenberg, Biedenkopf und Ziegenhain umfaßt. Daß Hans Krawielizki in dieser Tätigkeit große Arbeit für die Aus­breitung der nationalsozialistischen Idee geleistet hat, be­weisen am besten die in seinem Bezirk während der Kampf­jahre weit über dem Durchschnitt liegenden Wahlergebnisse der NSDAP. Seine organisatorischen Fähigkeiten wurden von der (Sauleitung dadurch anerkannt, daß sie ihn am 1. Februar 1933 zum Eauschatzmeistei berief. Bei der März­wahl vorigen Jahres wurde er in den preußischen Land­tag gewählt, dem er bis zur Auflösung der Ländervarla­mente angehörte. Seit der Novemberwahl 1933 gehört er dem Reichstag als Mitglied an. Außerdem bekleidet er seit März 1933 das Amt des Gauinspekteurs der Kreise Frankenberg und Waldeck, sowie das eines Stadtrates der Stadt Marburg.

Hermeskeil (Hochwald), 14. Juli. (Der Mann tödlich verunglückt. Die Frau geistesge- st ö r t.) Auf der abschüssigen Bahnhofstraße stürzte ein Mann aus dem benachbarten Orte Reinsfeld mit seinem Fahrrad so schwer, daß er einen Schädelbruch erlitt und am anderen Morgen im Krankenhaus starb, ohne das Bewußt­sein wieder erlangt zu haben. Als die Ehefrau des Ver­unglückten am anderen Morgen vom Tod ihres Mannes in Kenntnis gesetzt wurde, erlitt sie einen Anfall von Gei­stesgestörtheit und mußte schließlich, da sich Zeichen be­ginnenden Wahnsinns einstellten, in eine Nervenheil­anstalt in Trier überführt werden. Die sechs Kinder der Familie, deren Eltern ein so tragisches Geschick getroffen hatte, stehen im Alter von 2 bis 11 Jahren; sie wurden von Verwandten im Dorfe in vorläufige Pflege genommen.

Gattenmord im Vogelsberg.

Schotten, 14. Juli. Einen furchtbaren Gattenmord beging in dem Kreisort Kaulstoß die 35 Jahre alte Ehefrau des 55 Jahre alten Einwohners Otto Ortwein. Zwischen der Frau und ihrem Vater einerseits und dem Ehemann Ortwein andererseits bestanden schon seit längerer Zeit tief­gehende Zerwürfnisse, die zur offenen Feindschaft wurden. Daher faßte die Frau den Entschluß, ihren Mann zu besei­tigen. Vor einigen Tagen gab sie ihm zu diesem Zwecke Salzsäure in' den Morgenkaffee. Der Mann trank auch davon, die Frau hatte aber nicht den erhofften Erfolg. Des­halb begab sie sich, wie heute erst bekannt wird, am Diens­tagnachmittag an das Bett ihres Mannes, der mit einer Verbrennungswunde daniederlag, und schlug mit einem Hammer dreimal mit großer Wucht dem Manne auf den Kopf. Außerdem würgte sie ihn schwer am Halse, bis der Tod des Mannes eintrât. Die Mörderin und ihr 62 Jahre alter Vater Friedrich Hainz wurden verhaftet und nach Schotten ins Gefängnis eingeliefert. Dort hat die Frau ein volles Geständnis abgelegt. Der verhaftete Vater streitet aber jede Mitschuld an der furchtbaren Tat ab. Der Ermordete war Vater von acht Kindern.

Börse und Handel

Frankfurt a. M. (Schlachtvieh mark: v o m 16. Juli; Nichtamtl. Vorbericht.) Ochsen: al) 3334. b) 3132, c) 2830, d) 2327. Bullen: a) 2829, b) 2627, c) 2425, b) 2123. Kühe: a) 2829, b) 2427, c) 1823, d) 1117. Färsen: a) 3337, b) 3182, c) 2730, d) 2226. Kälber: a) 3942, b) 3238, c) 2631, d) 1825. Lämmer. Hämmel und Schafe: b2) 3234. Schweine: al) 50, a2) 45, b) 4548, c) 4447, d) 40-46, e) 3844, gl) 3640, g2) 3135. Auf­trieb: Rinder 1390 (darunter Ochsen 362, Bullen 129, Kühe 380, Färsen 519), Kälber 632, Schafe 51 (darunter 33 Hämmel). Schweine 4251. Marktverkauf: Rinder ruhig: Kälber, Hämmel und Schafe schleppend; Schweine mittelmäßig, später abflauend.

Mitteilungen der NS.-Dienststellen.

Zu der am 18. Juli 1934 vormittags 9 Uhr in Weyhers stattfindenden Besichtigung der PO. durch den Stabsleiter der PO. Dr Len, ersuchen wir alle Arbeitgeber die in ihren Betrieben beschäftigten Politischen Leiter für diesen Vormittag mit Weiterzahlung des Lohnes zu beurlauben.

Heil Hitler!

F. d. R. Stürz, Kreisgefchäftsfübrer. gez. A dam, Kreisleiter.

Heute Abend 8 Uhr Antreten aller politischen Leiter am Heinrich von Bibraplatz, nicht im Irrgarten Ta* unbedingte Erscheinen aller ist Pflicht. (Bluse)