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Zulöaer /Anzeiger

Erscheint jeden Werktag. Wochenbeilage:Der Sonntag". Bezugspreis: monatlich 1,70 RM. Bei Lieferungsbehinderung durchHöhere Ge­walt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Friedrich Ehrenklau, Fulda, Königstratze 42. Rotations­druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach/H. Haupt­schriftleiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42.

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Kesaktion uns Hefchâstsstelle: KönigstraKe 42 Zernfprech-fln-chluß Nr. 1989 Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Nr. 162 1934

Fulda, Samstag, 14. Juli

11. Jahrgang

Ich Mi bereit vor der Geschichte die ^eriitwortnoo zu übernehmen!"

Ganz Deutschland stand gestern im Zeichen der Reichstagssitzung, auf der in eineinhalbstündiger Rede unser Führer Adolf Hitler die Gefahr aufzeigte, in der sich Staat, Nation und Volk am 30. Juni befanden.

Unübersehbare Menschenmassen hatten sich in Berlin vor der Krolloper eingefunden, aus tausend und abertausenden von Kehlen brauste bei seinem Erscheinen der Jubel empor als Zeugnis der Zu­stimmung, der Bewunderung, der Liebe der Massen. Stundenlang hielten diese Menschenmengen aus, um dann wieder, als Adolf Hitler den Weg zur Reichskanzlei zurück machte, ihn aufs neue in Begeisterung zu grüßen. Der Wagen Adolf Hitlers durchfuhr die ganze Strecke ein Menschenspalier, das oft 4050 Glieder tief war. Die Kundgebungen steigerten sich vor dem Reichskanzlerpalais fast zu einem Lrkan.

Im Reichstag nahm der Führer das Wort zu folgender Darstellung:

Abgeordnete! Männer des Deutschen Reichstages!

Im Auftrage der Reichsregierung hat Sie der Reichs­tagspräsident Hermann Göring heute zusammengerufen, um mir die Möglichkeit zu geben, vor diesem berufensten Forum der Ration das Volk über Vorgänge aufzuklärsn, die als eine ebenso traurige wie warnende Erinnerung in unserer Geschichte für alle Zeiten fortleben mögen.

Aus einer Summe sachlicher Ursachen und persönlicher Schuld, aus menschlicher Unzulänglikeit und menschlichen

M Ws Keis MM, WmMWM MM werden durch Vergleiche mit den Zuständen, welche wir am 30. Januar 1933 vorfanden.

Als mich am 30. Januar Eeneralfeldmarschall und Reichspräsident von Hindenburg mit der Führung der neu gebildeten deutschen Regierung beauftragte, übernahm die nationalsozialistische Partei einen Staat, der politisch und wirtschaftlich im vollen Verfall begriffen war.

Alle politischen Kräfte des überwundenen früheren Zu­standes hatten an diesem Verfall ihren Anteil und damit ihre, Schuld. Angefangen bei den marxistischen Revolu­tionären, über das Zentrum hinweg bis zum bürgerlichen Nationalismus konnten alle Parteien und ihre Führer die Fähigkeit, Deutschland zu regieren, unter Beweis stellen. Endlose Koalitionen gestatteten ihnen sowohl ihre politischen Künste, wie ihr wirtschaftliches Können zu erproben. Sie alle haben schmählich versagt.

Der 30. Januar war daher auch nicht Akt der Ueber­nahme einer Regierung aus den Händen einer anderen Negierung, sondern die von der Nation ersehnte end­gültige Liquidation eines unerträglichen Zustandes. Am 30. Januar 1933 ist nicht zum so und so vielten Male eine neue Regierung gebildet worden, sondern ein neues Regiment hat ein altes und krankes Zeitalter beseitigt.

I Dieser geschichtliche Akt der Li.uidierung des hinter uns liegenden traurigsten Lebensabschnittes unserer Nation wurde vom deutschen Volk selbst legalisiert, denn wir haben nicht als Usurpatoren, so wie die Männer des November 1918, von der Macht Besitz ergriffen, sondern nach Recht und Gesetz die Macht erhalten. Wir haben nicht als wurzel­lose Anarchisten eine Revolution gemacht, sondern als Voll­strecker des Willens der Nation das Regime einer Revolte beseitigt. Und wir haben die Aufgabe nicht darin gesehen, uns die Macht durch die Bajonette zu sichern, sondern sie im Herzen unseres Volkes zu finden und zu verankern.

augenblicklich mag ich diesi Jawohl, «bei

Wenn ich heute in einer bestimmten ausländischen Zei­tung lese, daß ich zur Zeit von schweren Sorgen, und zwar augenblicklich von wirtschaftlichen Sorgen erfüllt sei, so ver­mag ich diesem Skribenten nur eine Antwort zu geben! Jawohl, aber Sorge quält mich nicht etwa heute, sondern seit jener. Wenn es früher die Sorge um unser Volk war, die uns in dem ihm schuldlos aufgezwungenen Krieg es verteidigen ließ, dann war es nach dem Zusammenbruch die noch viel größere Sorge um die Zukunft, die uns zu Revolutionären machte. Und als wir nach löjährigem Ringen endlich die Führung der Ration erhielten, da ließ uns diese quälende Sorge nicht nur nicht los, sondern im Gegenteil, sie nahm uns bloß noch stärker in ihre Arme. Denn wir haben am 30. Januar nicht einen politisch in Ordnung befindlichen und wirtschaftlich sanierten Staat übernommen, sondern ein politisches und ein wirtschaftliches Chaos, das damals gerade von meinen heutigen Kritikern überhaupt als unreparabel angesehen und bezeichnet wurde.

Wir aber haben es gewagt, den Kampf gegen diese Erscheinungen des Verfalls auf allen Gebieten auszu­nehmen. Aus sorgenschweren Tagen und Nackten fan­den wir immer wieder die Kraft zu neuen Entschlüssen.

Denn was auch immer unsere Gegner im einzelnen her­umnörgeln mögen, selbst sie können nicht bestreiten, daß wir vor den Problemen nicht kapituliert haben, sondern, daß wir sie stets mutig zu lösen versuchten und in zahllosen Fällen gelöst haben. Das Ergebnis der anderthalb Jahre nationalsozialistischer Regierung liegt eindeutig und klar vor uns. Es kann in seiner DÄeutung gar nicht gemessen

Defekten entstand für unser junges Reich eine Krise, die nur zu leicht vou wahrhaft vernichtenden Folgen für eine unabsehbare Zukunft hätte werden können.

Ihre Entstehung und Ueberwindung vor Ihnen und damit vor der Nation klarzulegen, ist der Zweck meiner Aus­führungen. Ihr Inhalt wird ein rückhaltslos offener sein. Nur im Umfange muß ich mir Beschränkungen auferlegen, die bedingt sind einerseits durch die Rücksicht auf Interessen des Reiches andererseits durch die Grenzen, die durch das Gefühl der Schande gezogen werden.

Nein, wer gerecht sein will, muß unseren Erfolg be­urteilen nach dem, was gekommen wäre, wenn wir nicht gesiegt hätten.

Nur, wer dis Entwicklungslinie, die zum 30. Januar des vergangenen Jahres führte, sich gedanklich weiter fortsetzt, kann die Größe der nationalsozialistischen Leistung ermessen, denn wir haben den Lauf des Schicksals damals nicht nur aufgehalten, sondern auf allen Gebieten zum Glück ge­wendet.

Als ich als Kanzler des Reiches in die Wilhelmstraße einzog, war die Reichsgewalt zum wertlosen Phantom ge­worden. Der Geist des Aufruhrs und der Widersetzlichkeit beherrschte die Länder und Kommunen. Partikularismus und Separatismus proklamierten sich frech als neue deutsche Staatsidee. Der Ohnmacht des Reiches im Innern aber entsprang die unwürdige Stellung nach außen.

Den Geist der llubotmäßigkeit und des innerstaatlichen Aufruhrs haben wir in wenigen Monaten ausgerottet und beseitigt.

Unter voller Respektierung des Wesens unserer deut­schen Stämme haben wir die Gewalt des Reiches als den Ausdruck unseres gemeinsamen Lebenswillens ge­stärkt und über alles erhoben.

Sie positive Welt des

Der beste Beweis für die Richtigkeit dieser Behauptung ist die Einstellung des deutschen Volkes selbst. In all fernen Lebensschichten hat es sich zum neuen Regiment besannt. Die Erscheinungen unseres früheren politischen Durchein­anders sind nicht beseitigt, weil wir sie vernichteten, sondern weil das deutsche Volk sie aus feinem Herzen entfernte.

Es sind die 41 ^ Millionen Männer und Frauen aller Lebenslagen, die sich uns nicht nur äußerlich, sondern uch innerlich dem neuen Regiment verschrieben.

An ihnen liegt die hauptsächlichste Ursache unseres Er­folges. Ohne ihr gläubiges Zutrauen, ohne ,hre geduldige Nachsicht, ohne ihre opferbereite Hingabe wäre das Werk der deutschen Wicderqestindung nie gelungen sie sind damit als die Träger der Wiedergeburt unseres Volkes auch degen beste Repräsentanten. Sie sind in Wahrheit das deutjche Volk.

Angefangen bei ben alten, treuen und unerschütterlichen Kämpfern unserer Bewegung bis zu den neu gewonnenen Millionenmassen unserer Arbeiter stellen sie das gesunde Element unseres Volkes dar. Millionen von ihnen kämpfen auch heute in Deutschland bitter und schwer um ihr kärgliches tägliches Brot. Hunderttausende von Bergarbeitern verdie­nen kaum das Notwendigste zum Leben. Hunderttausende andere waren bereit, ihren Arbeitsplatz mit noch ärmeren Volksgenossen zu teilen. Und sie alle leben dennoch in der Zuversicht und im Glauben an ben neuen Staat.

Das Wort deutsche Volksgemeinschaft hat gerade in den ärmsten Söhnen unseres Volkes seine erhabenste Ver­klärung gefunden.

Millionen an Frauen, sie lieben diesen neuen Staat, unserm arbeiten und beten für ihn Sie empfinden 'n ihrem natürlichen Instinkt seine Mission bet Erhaltung unseres

Das Deutsche Reich ist heute kein geographischer Begriff mehr, sondern eine politische Einheit.

Es genügte uns aber nicht, die staatspolitische Zerrei­ßung des deutschen Volkes zu überwinden, sondern wichtiger fast noch erschien es uns, der drohenden oolkspolitischen Auf­lösung vorzubeugen. Kaum sechs Monate nationalsozialisti­scher Regierung waren vergangen, und der Fluch unseres früheren politischen Lebens, unserer Parteizerrissenheit, war überwunden. Ich brauche dies hier nicht auszusprechen, denn jeder Deutsche fühlt es und weiß es:

Schon der bloße Gedanke an die Wiederkehr dieses Parteigemengfels ist lächerlich und absurd.

Dem großen politischen Reinigungsprozeß her Nation folgte ein nicht minder großer wirtschaftlicher.

Was in den nunmehr hinter uns liegenden achtzehn Monaten auf diesem Gebiete geleistet wurde, erhält sein Zeugnis durch die nicht fortzudiskutierende Tat­sache der 4% Millionen Erwerbslosen, die wir in knapp anderthalb Jahre« einer nützlichen Produktion zu- führten.

So einfach diese Tatsache ist, so groß waren und sind die Sorgen, die im Kampf gegen die Erwerbslosigkeit ihre Wur­zel haben. Es ist ein erbitterter Krieg, den wir seit über anderthalb Jahren führen. Seine Beurteilung kann nicht ausgehen von dem, was nicht richtig gemacht wurde, sondern sie muß ausgehen von der Feststellung des gerade von unse­ren Kritikern für unmöglich gehaltenen, schon heute erreich­ten Resultats. Wie ich denn überhaupt eines hier fest­stellen muß: Wir sind vor Fragen gestellt worden, die man vor uns nicht beantwortet hat. Wir mußten so oft unsere eigenen Wege suchen, daß es natürlich leicht ist, nachträglich diesen oder jenen Fehlgriff anzuprangern.

Allein ich halte cs für ein höheres Verdienst, den Mut zu haben, auf jeden Fall einen Weg aus dem Eleud zu suchen, als aus Angst, etwa einen falschen zu gehen, im Elend zu bleiben.

Es gibt kaum ein Gebiet unseres nationalen, politischen, wirtschaftlichen und sonstigen Lebens, auf dem wir nicht Bahnbrechendes geleistet haben.

Volkes, dem sie selbst in ihren Kindern das lebende Unter­pfand gegeben haben. Hundcrttausendc an Mitgliedern unserer früheren bürgerlichen Gesellschaft, sie bemühen sich im neuen Staat, den Weg zum deutschen Volk zu suchen und zu finden. Unzähligen erscheint ein neues Leben erschlossen, der Arbeit und dem ewigen Streben und Ringen ein schöne­res Ziel gesteckt.

. . . und die Kehrseite: Die Ver­neinung !

Dieser positiven Welt des Deutschtums, der Verkörpe­rung der wirklichen Werte unseres Volkes, steht freilich auch eine kleine negative gegenüber.

Am Werk der deutschen Genesung und Erhebung nehmen keinen inneren Anteil: Erstens die kleine Schicht jener in­ternationalen Volkszersetzer, die als Apostel des Kommunis­mus planmäßig die Völker verhetzen, die Ordnung auflosen und sich bemühen, das Chaos herbeizuführen. Wir sehen die Zeugnisse des Wirkens dieser internationaler Ver­schwörer um uns. Landauf, landab laufen die Flammen des Aufruhrs über die Völker.

Straßentumulte und Barrikadenkämpfe, Massenterror und individualistische Zersetzungspropaganda beunruhigen heute fast alle Länder der Welt. Auch in Deutschland ver­suchen noch einzelne dieier Narren und Verbrecher, immer wieder ihre destruktive Tätigkeit auszuüben.

Seit der Ueberwindung der Kommunistischen Partei erleben wir, wenn auch immer schwächer werdend, den­noch einen Versuch nach dem andern, kommunistische Or- gssisationsN von mehr âr minder anarchistischem Charakter zu begründen und arbeiten zu lasse».