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Stadt und Land

1Vetter ausfiditen für morgen',

Ueberwiegend heiter, warm, östliche Winde.

* Fulda, den 5. Juli 1934.

Keine besonderen Weihnachts- und Neujahrs- glückwunschtetegramme mehr.

Im innerdeutschen Verkehr.

Die Reichspost hatte bisher zu Weihnachten und Neujahr regelmäßig besondere Glückwunsch­telegramme für den deutschen Verkehr zugelassen. Sie konnten bestimmte feste und auch eigene Texte enthalten und wurden gegen eine ermäßigte Gebühr besördert.

Seitdem die Mindestgebühr für innerdeutsche Brief­telegramme auf 50 Pfennig herabgesetzt und andere billige telegraphische Nachrichtenmittel (Brief-Seefunktelegramme für den Verkehr nach Schiffen in See und Schiffsbrief­telegramme für den Verkehr von See) geschaffen worden sind, besteht für sie kein Bedürfnis mehr. Sie werden deshalb im inneren deutschen Verkehr ab- geschafft.

Im Tclegrammverkehr mit dem Ausland ist keine Änderung beabsichtigt.

Im silbernen Myrtenkranz.

Am 6. Juli ist es dem Buchdrucker E. Welle und seiner Ehefrau Josefa geb. Ernst, Leipziger Straße 47a, ver­gönnt, das Fest der silbernen Hochzeit zu feiern.

Die Zahlstelle Fulda des Gesamtverbandes der Deutschen Arbeitsopfer

in der Deutschen Arbeitsfront hielt Mittwochnachmittag im Saale des katholischen Eesellenhauses eine sehr gut besuchte Versammlung ab. Nach herzlichen Vegrllßungsworten des Bezirksobmanns wurde das Andenken eines inzwischen ver­storbenen Kameraden in üblicher Weise geehrt. Für das am_ kommenden Sonntag stattfindende große Reichswehr- masfenkonzert wurden Karten zu ermäßigten Preisen ab­gegeben. Der Bezirksobmann gab einen Rückblick auf das erste Frühlingsfest im Feierabendwerk, das in allen Teilen einen recht guten Verlauf genommen hat. Besonderen Dank zollte er der NS.-Frauenschaft, die sich der großen Mühe unterzogen, die sehr große Anzahl Kuchen für diese Veranstaltung zu backen und die Zutaten für die Kuchen selbst stiftete. Der Eesamtverband der Deutschen Arbeits­opfer will für die schwerhörigen Mitglieder gelbe Armbin­den mit drei Punkten einführen, damit diese Mitglieder beim Ueberschreiten der Straßenkreuzungen seitens der Fuhrwerke die nötige Rücksicht gewährt wird. Nach Be­sprechung einiger kleinen Vereinsangelegenheiten schloß der Bezirksobmann mit einem dreifachen Sieg-Heil auf unseren Führer die Versammlung.

Verkehrsunfall.

Gestern mittag um 12.10 Uhr stieß ein aus der Rich­tung Buttermarkt kommender Radfahrer an der Ecke Ohm- straße mit einem aus der Ohmstraße kommenden Lastkraft­wagen zusammen. Der Radfahrer erlitt Verletzungen an den Beinen und mußte sich sofort in ärztliche Behandlung begeben. Schuld an dem Unfall tragen beide Fahrer, da sie für die dortige unübersichtliche Straßenecke erforderliche Vorsicht außeracht gelassen haben.

Bei der Fahrkartenausgabe Schmalnau

sind Sonntagsrückfahrkarten nach Gersfeld in der 2. Klaffe für 0,80 und in der 3. Klasse für 0,55 Rm. neu eingeführt worden.

Hauswirtschaftliches Jahr für Jungmädcheu".

Berichtigung.

Zu unserem ArtikelDas hauswirtschaftliche Jahr für die Jungmädchen ist da!", den wir in unserer Ausgabe vom letzten Montag brachten, berichtigen wir, daß Mel­dungen für das hauswirtschaftliche Jahr an das A r - beitsamt Fuld zu richten sind, das die Vermitt­lung übernimmt.

Ein Kirchenkommissar für Hessen- Kassel.

Kassel, 4. Juli. Zum Bevollmächtigten der Deutschen Evangelischen Kirche für die Evangelische Landeskirche Hessen-Kassel ist gemäß Paragraph 1 der Verordnung vom 3. Juli 1934 der Vizepräsident Dr. Richter in Hannover bestellt worden.

Bekanntlich hatte am vergangenen Freitag der Landes­kirchentag die Absetzung der bisherigen Kirchenleitung und die Einsetzung einer neuen Kirchenregierung beschlossen. Die alte Kirchenlcitung bestritt die Rechtswirksamkeit die­ser Neuwahl, da die gesetzlich vorgeschriebene Zweidrittel­mehrheit für die neue Kirchenregierung nicht vorhanden gewesen sei. Daraufhin ließ die Reichskirchenregierung durch Ministerialdirektor Jäger an die Einstweilige Kir­chenleitung ein Ultimatum stellen, in dem sie den Erlaß eines Gesetzes forderte, daß der Landeskirchentag ohne Rück­sicht auf die Zahl seiner anwesenden Mitglieder beschluß­fähig sei und verfassungsändernde Gesetze beschließen könne. Die Einstweilige Kirchenregierung von Hessen-Kassel hat die Forderung der Reichskirchenregierung abgelehnt. Alle Versuche, mit der Einstweiligen Kirchcnrègierüng zu einer gütlichen Regelung der Angelegenheit im Sinne der obigen Forderung zu gelangen, sind gescheitert. Infolgedessen sah sich die Reichskirchenregierung genötigt, die schwebende Frage mit einem Machtspruch zu lösen, indem sie den Vizepräsi­denten des Landeskirchenamts in Hannover Dr. Richter mit sofortiger Wirkung zum Bevollmächtigten der Landeskirche Hessen-Kassel ernannte.

Gersfeld, 4. Juli. (Englischer Besuch in der R h ö n.) Am Dienstag fand eine von der Gauleitung Mninfranken veranstaltete Besichtigungsfahrt in die Rhön statt, an der der englische Journalist und Parlamentarier Sir Wilson, früher Gouverneur von Mesopotamien, teil­nahm. Der Zweck der Fahrt war, das Interesse des Aus-

Mitteilungen der NS.-Dienflstellen.

D.J.

Heute, Donnerstag, 17 Uhr, Führerbesprechung (Fähn­lein- und Jungzugführer). Pünktliches Erscheinen cr- Ätnschi.

Freitag, 20 Uhr, Sanitätskurs bei Dr. Fechter. Treff- «M ^c Mich.

Verpflichtung der Kreishandwerksführer.

Handwerker, schafft einen guten Nachwuchs.

Am 15. Juni ist die erste Verordnung über den vorläu­figen Aufbau des deutschen Handwerks herausgegeben wor­den, nach der in jedem Kreise Kreishandwerkerschaften ge­bildet werden sollen. Die Führung dieser Kreishandwer­kerschaften wird Kreishandwerksführern übertragen, die für Kurhessen Freitag mittag in einer feierlichen' Sitzung im großen Saale des Ständehauses von dem Präsidenten der Handwerkskammer, Bernhardt, ernannt und verpflickp tet wurden.

Nach dem Einmarsch der Jnnungsfahnen wies Präsi­dent Bernhardt darauf hin, daß dieser Tag den

Anfang einer großen geschichtlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Wende des Handwerkerstandes darstelle. Das Handwerk habe für das Volk eine große wirtschaftspolitische und soziale Bedeutung. Millionen Volksgenossen gebe es Arbeit. Es sei damit eine der stärk­sten Stützen des Staates in der Vergangenheit gewesen und werde es auch in Zukunft sein. Wenn man zurück­denke, stelle man mit traurigem Herzen fest, daß die große Zeit des Handwerks, die Zeit der Zünfte, durch den Frei­handel verdrängt wurde, der alles zerschlug, was früher ständische Ordnung war. Aber

der Geist der alten Zünfte hat sich im Kern bis heute erhalten.

Und nur so ist es zu erklären, daß das Handwerk in den letzten 120 bis 130 Jahren immer wieder gekämpft hat für die neue Ordnung, die jetzt durch die nationalsozialistische Regierung festgesetzt worden ist. Präsident Bernhardt be­tonte ausdrücklich, daß das Handwerkergesetz nichts mit dem ständischen Ausbau zu tun hat. Es will nur die Reste derzünftigen" Handwerker sammeln und formen, um einen Kern für die geplante Handwerkerordnung zu erhalten. Die nationalsozialistische Regierung hat die Bedeutung des Handwerkerstandes für den Staat erkannt. Er ging des­halb nicht an ihm vorbei, sondern versuchte, ihm so schnell wie möglich einen organischen Aufbau zu ermöglichen. Da­zu dient auch das Gesetz zum vorläufigen Aufbau des deut­schen Handwerks.

Der Redner forderte, daß sich die Kreishandwerksführer nicht hinter die Paragraphen flüchten, sondern daß sie das Gesetz so lebendig gestalten, wie es nur irgend möglich ist, zum Wohle des Handwerks und damit zum Wohle des Volkes.

Nachdem Präsident Bernhardt die Pflichten der Kreis­handwerksführer verlesen hatte, trat er hinter die geöff­nete Lade und verpflichtete die vor der Lade stehenden Kreishandwerksführer mit den Worten:Ich verpflichte

landes für das deutsche Aufbauwerk zu wecken und zu för­dern. Sir Wilson, der sich für die großen Vorhaben des Dr. Hellmuth-Planes lebhaft interessiert zeigte, äußerte sich höchst anerkennend über das deutsche Schaffen im allgemei­nen und den Dr. Hellmuth-Plan im besonderen, den er als großartig bezeichnete. Dem bei der Rhönkultivierung beschäftigten Arbeitsdienst zollte er noch ein Sonderlob mit den Worten:Die Schaffung des Arbeitsdienstes ist die größte Tat des Führers. Ich glaube, daß der Arbeitsdienst nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa ein Heilmittel ist." Die Besichtigungsfahrt, die über Bad Kis- singen, Burghardsroth und Stangenroth ging, endete am Abend in Gersfeld.

Kassel, 4. Juli. (Die Mannschaft des Gaues Nordhessen gegen Bayern.) Ter Gau XII Nord- Hessen im Deutschen Fußballbund hat zu dem am Sonntag, den 8. Juli, in Augsburg stattfindenden Adolf Hitlerpokal- Spiel gegen den Gau xvi Bayern folgende Mannschaft aufgestellt: im Tor: Sonnrein (Hanau 93); Verteidiger: Schröder (Kurhessen Kassel), Engelhardt (Borussia Fulda): Läuferreihe: Engelhardt (03 Kassel), Maintz (Borussia Fulda), Strasser (Borussia Fulda): Stürmerreihe: Läm­merzahl (Hersfeld), Leugers (Borussia Fulda), Wohlge­muth (Wetzlar 05), Kammer! (Borussia Fulda), Kleim (03 Kassel): Ersatz: Roskoni (Friedberg), Pletsch (Borussia Fulda).

Kassel, 4. Juli. (Vorbildliche Opferbereit­schaft.) Zur Unterstützung des HilfswerksMutter und Kind" hat die Beamten- und Angestelltenschaft der Kasse­ler Regierung aus von ihr gesammelten freiwilligen Opfern der Kreisleitung der NSV. eine Summe von rund 3800 Mark zur Verfügung gestellt. Die NSV. kommt hier­durch in die erfreuliche Lage, einer größeren Anzahl ron Müttern und Kindern aus der Stadt Kastel die ihnen sehr notwendige Erholung in einer Sommerfrische kostenlos ge­währen zu können.

Kassel, 1. Juli. (Kreis Pfarrer Maurer f.) Am 29. Juni ist nach kurzer, schwerer Erkrankung Kreis­pfarrer Maurer in einem unerwartet frühen Heimgang von uns geschieden. Der Kirchenkreis Kassel II hat damit einen schmerzlichen Verlust erlitten. Mit seiner herzlichen Liebe zu Kirche und Volk, seinem tiefen Verständnis und regen Eifer für die gegenwärtigen Aufgaben des kirchlichen Gemeindelebens, seinem freundlichen, stets ausgleichenden Wesen war er unserem Kirchenkreise ein Führer im Sinne wahrer Volksgemeinschaft, dessen Leben und Wirken unter der Losung stand:Jesus Christus gestern und heute. und derselbe auch in Ewigkeit".

Eisenach, 4. Juli. (W iederaufbau des Wart- b u r g - G a st h o f s.) Auf Veranlassung der Wartburg- Stiftung ist heute der Burgenbauer Professor Bodo von Ebhardt hier eingetroffen, um die Vorarbeiten für den Wiederaufbau des durch Feuer zerstörten Wartburggast- Hofes vorzubereiten. Die Bauarbeiten sollen so schnell wie möglich in Angriff genommen werden. Der Wiederaufbau soll nach Möglichkeit in derselben Weise vollzogen werden, wie der durch Professor Ebhardt in den Jahren 1912 bis 1914 geschaffene Neubau. Der Wirtschaftsbetrieb ist am Dienstag in beschränktem Umfange einstweilen wieder auf- genümmen worden. Gegenwärtig sind die Aufräumungs- arbeiten in vollem Gange.

Gießen, 4. Juli. (Vom Schwurgericht f r c i = gesproche n.) Das Oberhessische Schwurgericht ver­handelte heute eine Anklage gegen die Karoline Fuchs aus Angersbach bei Lauterbach wegen Meineids. Die An­geklagte sollte in einem Prozeß gegen einen Werkmeister, der wegen Notzucht zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wurde, wissentlich fasche Angaben gemacht haben. Das Schwurgericht konnte jedoch in der Beweisaufnahme keine Schuld der Angeklagten feftftcUcn und sprach sie frei.

Gießen, 4. Juli. (Ruf an die Frankfurter Universität angenommen.) Der ordentliche Pro- feffor für englische Philologie an der Universität Gießen,

mich als Kreishandwerksführer, meine Arbeit für das Handwerk im nationalsozialistischen Sinne zum Wohle des Volksganzen zu erfüllen."

Anschließend wurde den Kreishandwerkssührern die Er­nennungsurkunde überreicht.

Der Gauwirtschaztsberater der NSDAP., Präsident der Handelskammer Braun, übermittelte die Grüße der Gau- leitung. Das kurhessische Handwerk habe besonders schwere Zeiten durchgemacht.

Die Krise habe es nur dadurch überwinden können, daß es bodenständig, fleißig, treu und genügsam weitergearbeitet habe.

Aber es dürfe auf keinen Fall auf dem jetzigen Stande stehen bleiben, sondern müsse durch K a m ps zu einer neuen Blüte gelangen, es müsse größere Betriebe schaffen, um den zweiten und dritten Handwerker- und Bauernsöh­nen Gelegenheit zu geben, seßhaft zu bleiben. Die Hand­werksmeister hätten jetzt die Pflicht, Präzisionsarbeit zu leisten, denn nur das Leistungsprinzip werde in Zukunft entscheiden.

Die größte Pflicht aber sei, einen guten Nachwuchs heranzuzlehen, der die alte Handwerkertradition hochhalten und weitergeben müsse.

Regierungspräsident v. M o n b a r t überbrachte die Grüße der Regierung und gab einen kurzen Ueberblick über die Lage des Handwerks in den letzten Jahrzehnten. Durch das neue Gesetz sei das Handwerk aus der Staatsaufsicht entlassen worden. Das sei ein Zeichen des Vertrauens, das die Handwerksmeister mit Leistungen beantworten müßten.

Landesbauführer Seidler betonte, daß der Bau­ernstand und der Handwerkerstand zusam­mengehören. Der Bauer könne nicht ohne den Hand­werker leben und der Handwerker nicht ohn-e- den Bauer. Wie eng die Verknüpfung sei, beweise ganz besonders das kurhessische Genossenschaftswesen, in dem neben dem Bau­ern der Handwerker stehe.

Präsident Bernhardt schloß den feierlichen Akt mit einem Wort des Führers:Nunandie Arbeit".

Die neuen Kreishandwerksführer.

Nach Paragraph 57 Ziffer 2 der Ersten Verordnung über den vorläufigen Aufbau des deutschen Handwerks vom 15. Juni 1934 RGBl. 65 S. 493 werden folgende Kreishandwerksführer auf Widerruf ernannt:

Kreis Kassel, Stadt und Land

Georg Stühler, Malerobermeister, Kassel.

Kreis Fulda, Stadt und Land

Karl Richter, Friseurobermeister, Fulda.

Dr. Walther Fischer, hat den an ihn ergangenen Ruf auf den englischen Lehrstuhl der Universität Frankfurt a. M. zum 1. Oktober 1934 angenommen.

Gelnhausen, 4. Juli. (25 Jahre im Bankdienst.) Direktor Ernst Krieg blickte am 1. Juli auf eine 25jährige Tätigkeit im Bankgewerbe zurück. Zuerst in Kastel im Dienste der Dresdner Bank tätig, wirkte er später in Fulda. Von hier wurde er nach Gelnhausen und später nach Hanau berufen.

Frankfurt a. M., 4. Juli. (Haftaussetzung i m Fall Oppenheimer.) Dem von der Verteidigung im Fall Oppenheimer gestellten Antrag auf Haftaussetzung ist im Hinblick auf den bedenklichen Zustand des Angeklag­ten stattgegeben worden.

Frankfurt a. M., 4. Juli. (Falsche Gerüchte um den Frankfurter Polizeipräsidenten.) Es sind Gerüchte im Umlauf, daß der Frankfurter Polizeipräsi­dent Beckerle seines Postens als Polizeipräsident enthoben sei. Demgegenüber wird festgestellt, daß sich der Polizei­präsident Beckerle im Amt befindet.

Darmstadt, 4. Juli. (W eltrekord-Segelflug von Hanna Reitsch.) Heute morgen gegen 11 Uhr startete die Segelfliegerin Hanna Reitsch, die besonders durch ihre Segelflüge in Südamerika im Rahmen der deut­schen Segelflug-Expedition bekannt wurde und dort den Höhen-Weltrekord für Frauen im Segelflug aufstellte, mit dem SegelflugzeugFafnir", auf dem Günther Eroenhoff seine bewunderungswürdigen Segelflüge durchführte. Es ist ihr nun in unserer deutschen Heimat gelungen, einen Frauen-Weltrekord im Streckenflug durchzuführen, indem sie vom Flugplatz Griesheim bei Darmstadt nach Reutlin­gen in Wüttemberg flog. Sie legte dabei eine Strecke von 160 km zurück. Diese Leistung ist umso höher einzuschätzen, als Hanna Reitsch auf dem Gebiet des Streckenflugs noch Neuling ist.

Aah und Fern

O Tausendjahrfeier in Holzschuhen. Eine wohl einzig­artige Tausendjahrfeier beging die Einwohnerschaft des im streife Herford gelegenen westfälischen Dorfes Kilver, das bereits 852 urkundlich als Siedlung erwähnt wird. Fast die gesamte Dorfgemeinde war zur Feier in alter Dorftracht erschienen, und es gab saunt einen Menschen, der nicht die dazugehörigen Holzschuhe trug.

O Fuhrwerke durchqueren den Main. In der Würz­burger Gegend konnte man das seltene Schauspiel er­leben, daß der Main mit Fuhrwerken durchquert wurde. Der Wasserstand des Mains ist an dieser Stelle zur Zeit so niedrig, daß einige Fuhrleute ihren Weg abkürzten, indem sie durch den Main fuhren.

O Tabakpfeife als Blitzableiter. Im Memelgebiet stellte sich ein Landwirt während eines heftigen Zwitters unter eine große Eiche. Ruhig zündete er sich ein Pfeif­chen an und gedachte das Ende des Unwetters abzu- warten, das freilich mit jedem Augenblick stärker wurde. Plötzlich fuhr ein Blitz in die Eiche und warf den Land­wirt zu Boden, der betäubt liegenblieb. Erst nach ge­raumer Zeit kam er wieder zu sich, als das Unweiter längst vorüber war. Als er nach seiner Tabakpfeife suchte, entdeckte er, daß der Blitz sie in 1000 Splitter zer­schlagen hatte. Es ist nicht unmöglich, daß der Mann durch die Pfeife überhaupt nur mit dem Leben davon gekommen ist.

O Sechs Opfer des amerikanischen Schmuggler Alko­hols. Im Pittsburgischen Arbeitslosenlager starben sechs Insassen nach dem Genuß von Alkohol, den sie zur Feier des Unavhängigkeitstages von Schmugglern gekauft hatten. Obwohl die Prohibition aufgehoben ist, finden merkwürdigerweise die gefährlichen Getränke der Alkohol- schmuggle! immer noch Absatz.