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Zulöaer MZeiger

Erscheint jeden Werktag. Wochenbeilage:Der Sonntag. Bezugspreis: monatlich 1,70 RM. Bei Lieferungsbehinderung durchHöhere Ge­walt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Friedrich Ehrenklau, Fulda, Königstratze 42. Rotations­druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach/H. Haupt­schristleiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42.

Nr. 152 1934

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg

Zul-a- und Haunetal >Zul-aer Kreisblatt

Reüaktion und Geschäftsstelle: Königstraße 42 Zernfprech-^nschluß Nr. 2989

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Fulda, Dienstag, 3. Juli

11. Jahrgang

SSSSSS

Hindenburg an Hitler:

Sie haben das deutsche Bott gerettet".

Hindenburgs Dank an Hitler und Göring.

Amtlich wird mitgeteilt: Reichspräsident von H i n - d e n b u r g hat aus Neudeck folgendes Telegramm an den Reichskanzler Adolf Hitler gesandt:

Aus den mir erstattete» Berichten ersehe ich, daß Sic durch Ihr entschlossenes Zugreisen und die tapfere Ein­setzung Ihrer eigenen Person alle hochverräterischen Um­triebe im Keime erstickt haben. Sie haben das deutsche Volk aus einer schweren Gefahr gerettet. Hierfür spreche ich Ihnen meinen tiefempfundenen Dank und meine auf­richtige Anerkennung aus.

Mit beste» Grützen gez. von Hindenburg."

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Ferner hat der Herr Reichspräsident aus Neudeck an den preußischen Ministerpräsidenten General der Infan­terie Hermann Göring folgendes Telegramm gerichtet:

Für Ihr energisches und erfolgreiches Vorgehen bei der Niederschlagung des Hochverratsversuches spreche ich Ihnen meinen Dank und meine Anerkennung aus.

Mit kameradschaftlichen Grützen gez. von Hindenburg."

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Wieder zahlreiche Treuekundgebungen

Auch am Montag gingen in der Reichskanzlei noch zahlreiche Treuekundgebungen ein. Sie kamen sowohl von Organisationen wie von privaten Persönlichkeiten. Allen war es ein Herzensbedürfnis, dem Kanzler, der ein so imponierendes Beispiel mannhaften Führertums gegeben hatte, zu danken und ihm auch bei dieser Gelegenheit wieder zu sagen, wie fest er sich auf sein Volk verlassen kann.

Der Zustrom zum Berliner Regierungs­viertel, der schon am Sonntag sehr stark gewesen war, hielt auch am Montag noch an. Tausende hatten den Weg zur Wilhelmstraße eingeschlagen, um vielleicht für einen Augenblick den Kanzler zu sehen. Außer einer losen Ab­sperrung durch Polizei und SS. waren nirgends mehr besondere Sicherungsmaßnahmen bemerkbar. Auch in München waren die Absperrungen längst aufgehoben und die Posten zurückgezogen. Es kennzeichnet die kaum glaubliche Schnelligkeit und Nachdrücklichkeit der Arbeit Adolf Hitlers und Hermann Görings, daß nirgends mehr in Deutschland etwas von den verhängnisschweren Vor­gängen des 30. Juni zu merken ist.

Das Ausland zu den Ereignissen in Deutschland.

Die Ereignisse in Deutschland haben überall in der Welt stärkste Beachtung gefunden. Wenn die Polks- verräter, die jetzt die gerechte Strafe ereilt hat, durch ihre dunklen Pläne geglaubt hatten, dem deutschen Ansehen in der Welt zu schaden, so haben sie gerade das Gegenteil erreicht. Sie haben dem Führer Gelegenheit gegeben, der Welt zu zeigen, wie fest verwurzelt und unantastbar d c r N atio na l so z ia l is mus im deutschen Volk steht. Wo noch die Meinung im Ausland etwa bestand, daß zwischen Führer und Gefolgschaft in Deutschland ein Ritz klaffte, da haben es die letzten Tage deutlich gezeigt, datz eine solche Spekulation auf Zwiespalt und Uneinig­keit völlig abwegig ist. Fast durchweg sprechen es denn auch die Zeitungen des Auslandes ans, daß das mutige und feste Zngreifen des Führers und die restlose Zustimmung, die es in ganz Deutschland gesunden hat, er­wiesen haben, daß Adolf Hitlers Staat gefestigt dasteht, ein starker Baum, den keineWühlmäuse" mehr beschädigen könucn.

,Unauslöschlicher Eindruck der Stärke."

Die führenden englischen Blätter bemühen sieb, die letzten Ereignisse in Deutschland sachlich und würdig ;n beurteilen.Tiiiies",Daily Telegraph" undDaily Mail sprechen ihre Anerkennung für das Vorgehen des Reichs­kanzlers gegen aufwieglerische und unsaubere Elemente in der NSDAP, aus. . . ,

In einem Leitartikel derTimes" heißt eS, die national­sozialistische Bewegung sei tatsächlichgereinigt worden. Der 30. Juni werde ein Wegstein in der stürmischen Geschichte des Nationalsozialismus sein.

Times" niic auch andere Zeitungen stellen fest, daß ba» Vorgehen Hitlers in ganz Deutschland mit allgemeiner Besen biiimtn ausgenommen worden ist und daß Hitler dadurch eine große Zahl neuer hundertprozentiger Anhänger gewonnen

mt Euters Aktion, so erklärt derDaily Telegraph", habe einen unauslöschlichen Eindruck der Stärke hinierlassen, und Hitler selbst habe die oberste Führung fester in der Hand als jemals zuvor. . . ....

man die Ereignisse auch beurteilen mag bei Kanz­ler zeigte ben Mm eines geborenen Führers von Männern

^ailv Mail" berichtet aus Berlin:Adoü Hitler, der deutsche Kanzler, bat sein Land gerettet. Rasch und,mit uner­bittlicher Strenge bat er Deutschland von Mannern befreit, d e eine Gefahr für die Einigkeit des deutschen Volkes und w. die Staatsordnung geworden innren, ^ctzt berrtebt gro v^ Freude in Deutschland. Ein irischer Wind weht durch bas. Land. ... . .

In einem Telegramm des Stabsleiters der PO., Dr. Leh, an den Führer heißt es:Die Treue der poli­tischen Führer Ihnen gegenüber nochmals zu betonen, erachte ich für überflüssig, da wir uns nicht allein durch .den Ihnen gegebenen Eid, sondern auch durch den jahr­zehntelangen Kampf unlöslich mit Ihnen verbunden fühlen."

Hierl beglückwünscht Luhe.

Telegramm deS Reichsarbeitsführers an den Chef des Stabes.

Reichsarbeitsführer Hierl hat an den Chef des Stabes, Lutze, ein Telegramm gesandt, in dem es heißt'

Ich beglückwünsche Sie zu dem Vertrauen des Führers und wünsche Ihnen vollen Erfolg bei der Durch­führung der Ihnen übertragenen Aufgaben. Frei von Selbstzucht, Eifersucht und Überheblichkeit, lediglich wetteifernd in den Leistungen, jeder in seinem Amtsbereich, wollen wir Führer der NS.-Gliede- rung unverbrüchlich treu zusammenstehen als Diener unserer nationalsozialistischen Bewegung und damit unseres deutschen Polkes und als gehorsame und treue Gefolgsleute unseres großen Führers."

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Der Chef des Stabes , L u tz e, richtete an den Reichs­jugendführer, Baldur von Schirach, ein Tele­gramm, in dem es heißt:Das Band, das uns persön­lich immer umschloß, wird nun auch HI. und SA. ver­binden."

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Daluege mit der Neuorganisation von

GA-Gruppen beauftragt.

Durch Verfügung Görings.

Ministerpräsident Göring hat folgende Verfügung erlassen:

SS.-Gruppenführer General der Landespolizci, Daluege, ist bevollmächtigt, für die Neuorganisation der SA.-Gruppen Berlin-Brandenburg, Pommern, Ost­mark, Schlesien, Mitte die entsprechenden Maßnahmen im Einvernehmen mit den zuständigen Dienststellen der Partei und SS. zu treffen.

Niemals in ver Geschichte Europas hat ein Herrscher mit solch dramatischer Geschwindigkeit gehandelt. H'"ers Stellung ist jetit viel stärker, als sic jemals fett feinem Machtantritt gewesen ist. Das Volk ist allgemein erleichtert.

Aufrichtiges Intereise Italiens.

^ic Ereignisse in Deutschland haben nicht nur in der italienischen Presse stärkste Beacktuna gesunde», sondern und vor allem auch in weiten VolkSkreisen mit un geb eurer Au teil nab ine ausgenommen worden. Das Interesse der italienischen Öffentlichkeit ist keineswegs auf Lematlon cin- ncfteat. Man verfolgt mit ernstem und anir'St gem Interesse die Vorgänge in Deutschland. Deshalb wurde auch die nach den ersten alarmierenden Gerüchten aus -.oiiDon und Paris cingetroffene Nachricht, daß in Deut,»land voll ständige Rube herrsche, mit Befriedigung ausgenommen.

»Abrechnung mit der Reaktion von rechts und links."

Die Ereignisse in Deutschland finden in der holländischen Presse ein starkes Echo. Das liberaleMgemeen Handelsblad schreibt, Hitler hatte offensichtlich gleichzeitig mit der Reaktion von rechts und links Abrechnung. Dies sei eme Kraftprobe, die wahrscheinlich nur ein Fübrer durchkälten könne dessen persönliche Integrität und Uuerschrockeukeit bet der blitz schnellen Aktion in auffallender Wone erneut unter Beweis gestellt worden sei. - Der katbolnchc Maasbode ipr cht von einem moralischen Säubcrungsprozcß. bet dem ftlcr zweifelhaft alle Deutschen, die "Ute» Willens feien, hinter sich habe. Die ausbauenden Strafte des Natiot ia lsozla h8mu würden über die gegnerischen Elemente die Oberhand behalten.

»Mit einem einzigen Faufthieb "

^ic Budapester Presse bekandcli die deutschen Ereignisse in breitester Ausfükrlickkeii. Soweit sich vereinzelte Blatter > nicht ausschließlich auf Sachberichte beschränken komm auch in den dem Dritten Reich nicht immer freundlich mnmwn Blättern zum Teil große Befriedigung darüber mm Ausdruck, daß Reichskanzler Hitler das Komplott Robm/LchlerKer reckn zeitig zur Kenntnis erhielt, und daß es dem fvubrer aetunat ist mit kraftvoller Hand und eine in einzig c n a u n hieb die Widersacher unschädlich zu machen.

Gegen wUve Sensarionsmelvungen.

Die gesamte österreichische Presse befahl sich ausschließlich mit den Ereignissen in Deutschland Die iudi,ch bcemftußN Presse bringt die unglaublichsten -DensatronZ ine ldit n gen die wicderzugcben sich erübrigt. - Angenehm stechen davon dieWiener Neuesten NochriÄten ab, dm in einem Berliner Bericht gegenüber den ivtlben ^enigtrou--

Meldungen ausdrücklich feststellen, daß im ganzen Deutschen Reich völlige Ruhe und Ordnung herrsche. Die große Masse der SA. habe keinen Augenblick die Sache Hitlers und des Nationalsozialismus verlassen. Nirgends sei auch nur der geringste Zwischenfall zu verzeichnen. Die Autorität Hitlers als Parteiführer habe eine außerordentliche Probe bestanden und gehe gestärkt aus dieser trüben Affäre hervor.

Das reinigende Gewitter.

Die Ereignisse in Deutschland werden von Der gesamten schweizerische Presse in größter Ausführlichkeit gemeldet und kommentiert. Je mehr Einzelheiten über die Vorgänge am 30. Juni bekanntwerden, um so deutlicher spiegelt sich in der Presse der Eindruck wider, daß die Maßnahmen des Reichs­kanzlers und des preußischen Ministerpräsidenten wie ein reinigendes Gewitter die innere Lage Deutschlands geklärt und gesestigt haben.

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Starke Wirkung d r s H i n d e n b u r g - T e l e - gramms in England.

Die Glückwunschtelegramme des Reichspräsidenten an Hitler und Göring haben in London ungeheuren Ein­druck gemacht.Hindenburg backs Hitler" (Hindenburg hinter Hitler") stand im Fettdruck aus den Plakaten der Zeitungskraftwagen, die durch die Straßen Londons sausten.

Die Blätter veröffentlichen in großer Aufmachung die Worte des Reichspräsidenten:Sie haben das deutsche Volk gerettet." Allgemein wird auch die Erklärung des preußischen Ministerpräsidenten hervorgehoben, daß die Säuberungsaktion ihr Ende erreich, habe In einem Leitartikel schreibtEvening News": Hitler bat rücksichts­los, aber mit riesigem Mut im besten Interesse des deutschen Volkes gehandelt.

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Zunehmende Einsicht in Amerika.

Newqork, 3. Juli. (Funkmeldung.) Die Blätter brin­gen weiterhin ausführliche Berichte über die Vorgänge in Deutschland. Trotz sensationeller Aufmachung der einzel­nen Meldungenbeginnt sich langsam die Einsicht Bahn zu brechen, daß das energische Durchgreifen des Führers ein größeres Blutvergießen mit der Gefahr eines Chaos ver­hindert hat. Namentlich in Finanzkreisen wird die Wei­terentwicklung in Deutschland mit zuversichtlicher Ruhe ver­folgt.

Der Reichskriegertag abgesagt

Der Kvffhäuser-Bundesführer, Oberst a. D. Rein­hard, teilt mit: Der Teutsche Rcichskricgerbund Kvff- Häuser steht treu zur Regierung Hitler. Der 5. Deutsche Reichskriegertag, der vom 7. bis 9 Juli in Kassel stattfinden sollte, ist abgesagt und wird aus spätere Zeit vertagt.

Das siamesische KönigSpaar in Berlin.

Der Reichskanzler begrüßt die Gäste.

Der König und die Königin von Siam trafen, von Hamburg kommend, auf demLehrtcr Babuhos inBcrlin ein. Auf dem Bahnsteig hatten sich zur Begrüßung u. a. Reichs- Minister des Auswärtigen Freikerr und Freifrau v. N e u rath, der Chef des Protokolls, Graf Bassewitz, die Staatssekretäre Meißner, von Bülow, Lammers und Oberbürgermeister Dr. Sahm cingefunben. Auf dem Vor­platz des Bahnhofs hatte eine Ehrenkompagnie her LandespolizeigruppeGeneral Göring" Aufstellung ge­nommen, die unter den Klängen des Präsentier­marsches die Ehrenbezeugungen erwies. Das Königs­paar und sein Gefolge begab sich unmittelbar vom Babn- Hof zum Hotel Adlon, wo es Wohnung genommen bat.

Der Reichskanzler stattete dann später dem König und der Königin von Siam seinen Besuch ab: er war vom Reichsminister des Äußeren, Freiberrn v. Neu- rath, begleitet. Kurz darauf begrüßte auch der preu,;i,chc Ministerpräsident Göring die ausländischen Gäste im Hotel Adlon.

Kurze politische Nachrichten.

Das amerikanische Schatzamt gab bekannt, daß das Haushaltsjahr am 1. Juli mit einem Fehlbetrag Don 3989 Millio n e n geendet bat. Die Bundes schulden sind um 4'2 Milliarden aus über 27 Milliarden gestiegen, das bedeutet eine halbe Milliarde mehr als der Höckstbctrag der Kriegsschulden im August 1919.

Die Pressestelle des Reichsverkehrsministeriums teilt mit: Die Benutzung der Straße zur Unterbringung von Kraftfah r z c u g c n (sogenannteswildes" Gäragieren) ist vielfach auch dann verboten oder ein geschränkt worden, wenn der Verkehr dadurch nicht beetn trächtigt wurde. Die Behörden sind angewiesen worden, in 3 it f it it f t n u r noch cinzuschreitc it, wenn in b «sonderen Einzelfällen die Aufstellung andere mehr als nach den Uniständen unvermeidbar bebinbert oder belästigt.