Kil-aer /lnzeiger
Erscheint jeden Werktag. Wochenbeilage: „Der Sonntag". Bezugspreis: monatlich 1,70 RM. Bei Lieferungsbehinderung durch „Höhere Gewalt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Friedrich Ehrenklau, Fulda, Königstraße 42. Rotationsdruck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach/H. Hauptschriftleiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42.
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Nr. 146 — 1934
Fulda, Dienstag, 26. Juni
11. Jahrgang
Kritik und ihre Grenzen
Grundlegende Ausführungen von Rudolf Hetz.
Der Stellvertreter des Führers hielt im R U n d f u n k am Montagabend die Ansprache, die er ivegen eitles Wolkenbruches auf dem Essener Gauparteilag niht halten konnte. Er führte darin u.a. aus:
Nicht als R e i ch s m i n i st e r spreche ich heute zu Ihnen, sondern als N a t i o n a l s o z i a l i st. Als Parteigenosse, der, wie wenig andere, weiß, was vor allem die alten Parteigenossen bewegt. Ich weiß es um so besser, als ich selbst die Ehre habe, mich zu denälte - sten Parteigenossen aus dem Beginn der Bewegung zu rechnen, der einst im Jahre 1920 zu dem Führer stieß, als ein paar Mann sich um ihn geschart hatten.
Hub so spreche ich aus der Tradition des politischen Führers und des SA.-Führers zugleich heraus.
Ich weiß, daß auch heute die meisten arbeitenden Menschen es noch nicht leicht haben in ihrem Arbeitsringen, daß sie noch immer unter den schwierigsten Umständen sich ihr Brot verdienen müssen. Wenn trotzdem gerade unter den Arbeitern die treuesten Anhänger Adolf Hitlers stehen, so ist dies ein Beweis, daß es dem Führer gelang, das Wort wahr zu machen, welches sagt, daß
Deutschland am reichsten sein wird, wenn Deutschlands ärmster Sohn auch dessen treuester Sohn ist.
Diese Tatsache bildet das Fundament zum Aufbau des neuen Reiches, so wie der arbeitende Mensch an sich das Fundament des Nationalsozialismus ist. Der Arbeiter weiß, daß er im Verzicht aus höheren Lohn sein Opfer bringt zugunsten derjenigen, die an neugeschaffenen Arbeitsplätzen stehen. Ich kann nur wiederholen, was ich vor.kurzem Arbeitslameraden einte Grube an der Grenze Oberschlesiens zurief:
Der Führer, der einst in euren eigenen Reihen arbeitend stand, kennt euere Not am besten. Der Führer ist euer bester Kamerad! Sein (Streben gilt euch! Er allein will und kann gemeinsam mit euch bte Besserung eurer Lebenshaltung erkämpfen! Das ist ein wesentliches Ziel seines Lebens und er wird es erreichen, wie seine anderen Ziele — so wie er bereits die erste Zielsetzung in schwerem und scheinbar hoffnungslosem jahrelangem Kampfe erreichte: die Machtergreifung.
Wir haben dann und wann das Gefühl, daß hier oder dort Saboteure am Werke sind. Gleich, hinter welcher Front sie sich verbergen, wir werden sie eines Tages doch zu finden wissen! Dann sollen sie den Nationalsozialismus kennen lernen. Alles wird verzieh e n, n u r n i ch t d a s V e r g e h e n a m c i g e n e n Volke! Ich gehöre nicht zu denjenigen, die in jeder Kritik gleich ein Verbrechen sehen. Ich weiß auch, daß hier und da Anlaß zu begründeter Kritik besteht: Um so schärfer wende ich mich aber gegen diejenigen, die kaum vermeidbare Mängel, wie sie ein so tiefgehender Umsturz durch eine Millionenbewegung natur- notwendig mit sich bringt, znm Anlaß nehmen, um Mißtrauen zu säen, Unruhe zu stiften und ihre eigenen politischen Geschäfte zu betreiben. Rudolf Heß stellte dann dem früheren das heutige Deutschland gegenüber, um die
ungeheuren Erfolge des neuen Deutschland anzuzeigen. Er führte dabei it. a. aus: Erst als die wenigen ersten Kämpfer des Nationalsozialismus für die deutsche Nation Wege in die Zukunft erkannten, erst da zog wieder Sinn in das deutsche Geschehen. Der Führer hat dem Leben der Deutschen wieder einen Sinn gegeben.
Was aber wäre geworden, hätte der Nationalsozialismus den Kampf um die Macht nicht siegreich beenden können?
Wirklichkeit geworden wäre, was in den Plänen des Karl-Liebknecht-Hauses vorgesehen war. Die Besten des Volkes hätten an irgendeiner Gefängnis- mauer ihr Leben beendet!
In der' Vielzahl der seit der Machtergreifung errungenen Erfolge zeigt sich die Kraft des dentschen Volkes, an die wir immer geglaubt haben und glauben werden.
Wie lächerlich hebt sich all diesem gegenüber der Nörgler ab! Der Nörgler, meine Parteigenossen, muß ja da sein, denn wo sollen alle diejenigen geblieben sein, von deren Nörgeln einst 30 Parteien gelebt haben? Wenn damals 30 Deutsche — jeder in seiner eigenen Partei organisiert — vom Nörgeln lebte, welches Wunder wäre schon geschehen, wenn wir beute nur aus 30 Deutsche einen Nörgler hätten!
Die ewigen Besserwisser können ja einfach nicht Schritt halten mit uns.
Wie jämmerlich wirft die Bierbankpolitik des Phi listers und des Reaktionärs, die der Ärger zerfrißt, daß sie die Zeit nicht hat zum Zuge kommen lassen.
Mit ihnen zu rechten, hat keinen Sinn, denn bevor wir damit fertig wären, sind sie tot.
Lehnen wir eine Auseinandersetzung mit diesen Kritikern ab, so sind wir andererseits
jeder Art sachlicher Kritik, die dem Wesen national sozialistischen Denkens entspricht, zugänglich, sofern
sie auf geeignetem Wege vorgebracht wird.
Der Weg führt über die Nerven st r ä n g e d c r P a r t e i, dem lebendigen Bindeglied zwischen Führer
und Volk. Niemals darf aber diese Kritik auf Straßen und Märkten allen Unberufenen in die Ohren geschrien werden zur Freude aller Feinde des neuen Deutschlands. Um so mehr aber müssen wirkliche nationalsozialistische Rührer dafür Sorge tragen, daß berechtigte Kritik dorthin durchdringt, wo die Möglichkeit besteht, Besserung zu schassen. Ich erwarte von den Führern des Nationalsozialismus, daß sie mit offenen Augen und offenen Ohren durch den ihnen anvertrauten Befehlsbereich geben und alles, was der Kritik wert ist und durch Kritik geändert werden kann, nach oben melden, wobei sie auch die nüchterne S e l b st k r i t i k nicht vergessen mögen.
Eine Millionenorganisation mit nur vollkommenen Führern ist undenkbar auf dieser Welt. Daraus ergibt sich natürlich auch, daß an den
Maßnahmen ntaitdjcr Unterführer Kritik notwendig sein kann.
Mit Stolz sehen wir: Einer bleibt von aller Kritik stets ausgeschlossen — das ist der Führer. Das kommt daher, daß jeder fühlt und weiß: Er hatte immer recht und er wird immer recht haben. In der kritiklosen Treue, in der Hingabe an den Führer, die nach dem Warum im Einzelsalle nicht fragt, in der stillschweigenden Ausführung seiner Befehle liegt unser aller Nationalsozialismus verankert.
Wir glauben daran, daß ber Führer einer höheren Berufung zur Gestaltung Deutschen Schicksals folgt!
An diesem Glauben gibt es keine Kritik.
Auf politischem Gebiet muß von Kritikern großer Probleme verlangt werden, daß sie in der Lage sind, tatsächlich etwas Besseres v o r z u s ch l a g e n. Wer das nicht kann, soll lieber schweigen. Jeder, der ehrlich mithelfen will am Wiederaufbau, ist uns willkommen. Wir verbitten uns aber die Kritik derjenigen, welche einst an Stellen standen, an denen sie hätten beweisen können, daß sie die Probleme besser zu lösen verstehen als wir und die versagten.
Mögen sich die fremden Staaten, die unsere Gegner sind, keiner Täuschung hingeben: Ihre Hoffnung, der Nationalsozialismus könnte doch noch erledigt werden, ist ein gefährliches Hoffen, und die Verwirklichung ihres Hoffens würde tödlich für sie selbst sein.
Sieg des Gemeinschaftsgeistes
Der Deuischlandflug
als Leistung und Erfolg.
Göring überreicht den siegreichen Hannoveranern den W a n d e r p r e i s.
Der große D c u t s ch l a n d f l u g 1934 ist beendet. Vier Tage lang dröhnten über deutschen Landen die Motore der Sportmaschinen. Vier Tage lang kämpften über zweihundert junge Piloten und erfahrene Kricgs- fliegcr kameradschaftlich aber erbittert um den Ehrenpreis
Die Sieger deS Drulfchlandslugcs 1934.
Den Deutschlandsing 1 934 konnte — wie auch im Vorjahre — wieder Me F liegcrgr u p p c H a n n o v e r für sich buchen vier die glückstrahlenden Sieger: die Führer Esche, Weigand und Bode mit ihren Ortern Waift. West erkamp und Kreuz träger.
Ihres Ministers Hermann Göring. Große Strapazen haben sie erdulden müssen, Tapferkeit, Mannesmut unb Disziplin hatten sie unter Beweis zu stellen. Sic haben es geschafft.
Es ist erstaunlich, wie viel gerade Sic jungen Flieger in einem Jahre hinzugelernt haben. . * n Teil hatten sie mit sehr schwierigen Witterungsverhätlnissen zu kämpfen, dazu kamen zum Teil kleine Plätze, auf denen nur unter Aufbietung aller Flugknnst gelandet und gestartet werden konnte. Wer z. B. Gelegenheit hatte, den äußerst kleinen und hügeligen Platz bei Bahrcutb am letzten Tage aus eigener Anschauung kennenzulernen, der wunderte sich nicht, das einige Maschinen ihre Landungen im angrenzenden Kornfeld beendeten. Aber auch diese Zwischenfälle
Ein Abtreten des Nationalsozialismus von der politischen Bühne des deutschen Volkes würde nicht etwa Deutschland in erneute Abhängigkeit von allen Wünschen der betreffenden Regierung bringen, sondern am Ende dieser Entwicklung stände ein europäisches Chaos.
Angesichts dieser Gefahr, die einer Naturkatastrophe gleich Deutschland drohen würde, wenn der Nationalsozialismus gefährdet wäre, kann man nur die ewig Vorgestrigen belächeln, die glauben, der Nationalsozialismus könne durch eine Monarchie oder durch die Führung „bewährter konservativer Kräfte" abgelöst werden. Daß weder „bewährte Konservative", noch „hoffnungsfrohe Monarchisten", noch auf die Erfolge der Wühlmäuse bauende Kommunisten Bedeutung gewinnen, davor soll uns unsere derzeitige Aktion sichern!
Die wahrhaften Führer der Bewegung werden nicht dulden, daß Mißbrauch mit jenen getrieben wird, die mit leidenschaftlicher Hingabe am Gedanken der Revolution hängen, und denen aus ihrer revolutionären Begeisterung heraus die Fortschritte zur revolutionären Zielsetzung nicht schnell genug zu gehen scheinen. Verantwortungsvolle wirkliche Nationalsozialisten müssen verhindern, daß unser Volk samt den wirklichen Revolutionären schwersten Schaden leidet.
Der Führer hat uns, seine alten Gefolgsmänner, reif gemacht für die konstruktive Arbeit, zur gegebenen Zeit unser revolutionäres Wollen in die tägliche Aufbauarbeit zu übersetzen — reif gemacht für die stille Formung am Staat.
Adolf Hitler ist der große Stratege der Revolution. Wehe dem, der plump zwischen die feinen Fäden seiner strategischen Pläne hineintrampelt im Wahne es schneller machen zu können. Er ist ein Feind der Revolution — auch wenn er im besten Glauben handelt. Nutznießer wären die Feinde der Revolution, sei es im Zeichen der Reaktion, sei es im Zeichen des Kommunismus
Revolutionär im Herzen bleiben und nach den Grundsätzen, der. nationalsozialistischen Revolution leben, daraus kommt es an! Es wird sich die nationalsozialistische Revolution vollenden durch die Treue des Führers zum deutschen Arbeiter und in der Treue des deutschen Arbeiters zu Adolf Hitler. Ich grüße den Führer als den Führer der Frontgenera- l i o n , den ersten Soldaten der deutschen Revolution, den ersten Arbeiter der dentschen Revolution, den Betreuer beß Reiches!
wurden mit Humor ertragen, wie überhaupt der Gei st der Männer während der ganzen Zeit vorzüglich war.
Bedauerlicherweise mußten auch drei Flieger in diesem Wettbewerb ihr Leben lassen. Der Flugzeugführer V o (I* bracht und die Orter K o ch und H a a r i s fielen für die große Idee der Fliegerei. Ihren Kameraden werden and) sie mit all denen, die vor ihnen abgerufen wurden, ein Vorbild sein für treueste Pflichterfüllung und Aufopferung.
Der Dcutschlandflug 1934 war ein Erfolg. Er hat bewiesen, daß die deutsche Sportsliegerei im Auf- streben begriffen ist. Erstmalig in diesem Jahre wurde auch der Gemcinschaftsgedanke in den Vordergrund gestellt und bat die schönsten Erfolge gezeitigt. Denn c i n Mann ist nichts, auf alle kommt es an,_ wenn sic an einem Strange ziehen. Und das babcn_ sie gezeigt, die jungen und alten Piloten in diesem großen Wettbewerb und das ist es, was viele deutsche Volksgenossen von ihnen lernen können.
Das endgültige Ergebnis.
Sieger wurden auch in diesem Jahre wieder die Flieger der Gruppe Hannover, die in einem Dreier- Verband flogen. Daran schließen sich auf den ersten zehn Plätzen folgende Verbände an:
2. Gruppe Württemberg; 3. Gruppe Oberschlesien 4; 4. Gruppe M annhei m ; 5. Gruppe K> e s s e n - D a r m st a d t; 6. Gruppe Oberbavern; 7. Berliner Gruppe Geber: 8. Berliner Gruppe C h r i st i a n s e n ; 9. Gruppe B rcmcn ; 10. Berliner Lufthansa-Gruppe.
Minister Göring beim Abschiedsabend.
Am Abend des letzten Tages vereinigten sich noch einmal alle Beteiligten zu einem Abschiedsessen im Marmorsaal des Berliner Zoo. Zu Beginn nahm der Präsident des dentschen Lnftsportverbandcs, Bruno L o c rj e r, das Wort zu einer kurzen Ansprache, in der er auf den Geist hinwies, der diesen ganzen Wettbewerb beseelt habe und ohne den die großen Leistungen nicht möglich gewesen wären. Er gedachte dann in ehrenden Worten der drei tödlich abgestürzten Kameraden.
In später Nachtstunde erschien dann noch, stürmisch begrüßt, RcichSluftfahrtmiuiftcr Hermann Göring, der beit jungen Hannoveranern den Wanderpreis überreichte. Er nahm dann noch baß Wort zu einer Ansprache an die Versammelten und führte u. a. aus:
Der Schneid tiib der hohe K a m e r a d s ch a f t S sinn, die die Teilnehmer des Deutschlandfluges beseelt haben, ließen erkennen, daß der alte deutsche fliegerische Geist lebendig geblieben ist. Die vollbrachten Leistungen erfüllten ihn mit stolzer Freude. Der j u n g e n G c n e r a t i o n, die sich begeistert dem Flugsport widmet, möge