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Zulöaer Anzeiger

»ÄST 4 r-M« * W" miS i>o8ctob«y s-£ W- uns hm>mtal.;»l»a-r Kraeblaft schriftleiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42. ReSaktion und Geschäftsstelle: Kènigftraße 42 Jernsprech-^nschluß Nr. 2484

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Nr. 144 1934

Fulda, Samstag, 23. Juni

11. Jahrgang

Devisenzuteilung ab 25. Juni

Wichtige Maßnahmen der Reichs- regiernng.

Die angespannte Devisenlage der Reichsbank macht es notwendig, die täglichen Devisenabgaben bis auf weiteres so c i n z u s ch r ä n k e n, daß sic nicht höher sind als die Eingänge an demselben Tage. Die Reichsbank wird daher von Montag, dem 25. Juni 1934, ab nach Maßgabe der Deviseneingänge eine Repartierung der angeforderten Beträge vornehmen. Die Zuteilung wird nicht für alle Anforderungen und Währungen die gleiche sein. In erster Linie wird darauf Bedacht gc= Hommen werden, daß der Bedarf an Rohstoffen und Lebensmitteln in ausreichender Weise gesichert wird.

Grundlage für die Devisenanforderungen bei der Reichsbank bleiben, wie bisher, die Einzelgeneh­migungen und allgemeinen Genehmigun­gen der Devisenstellen. Die Repartierung macht es er« forderlich, daß auch alle Zahlungen an das Au s- land, die bisher in mittelbarer Form, insbesondere durch Verrechnung cn geleistet wurden, als Devisen- anforderungen an die Reichsbank gelangen. Geneh­migungen im Warenverkehr werden daher künftig nur noch in der Form erteilt, daß sie zu Anforderungen von Devisen bei der Reichsbank berechtigen. Auch Auslandszahlustgen im Po st verkehr sind nicht mehr zulässig. Die allgemeinen Genehmigungen für den Waren­verkehr werden mit Wirkung vom 1. Juli 1934 entspre­chend neu geregelt. Die Einzahlungen auf die Sonderkonten für den Warenverkehr und aus die Konten der Notenbanken, mit denen Verrechnungs- abkommen bestehen, werden durch die Repartierung nicht b erüh r t. Die bisher vorgesehene beschränkte Kompen­sationsbefugnis der Devisenbanken entfällt; ebenso wer­den die den einzelnen Importeuren zngcteilten Betriebs­fonds aufgelöst.

Dr. Schacht vor dsr AuslandMeffe.

Zurückweisung der haltlosen Einwendungen gegen Deutschlands Devisen- und Schuldentilgungspolitik.

Der Reichsminister für Voilsaufkiärung und Propa­ganda, Dr. Goebbels, hatte zu Donnerstag nachmittag Die Auslands presse zu einem Empfang in Die Fest­säle des Propagandaministeriums geladen. Der Ein­ladung waren auch zahlreiche Vertreter des Diplomatischen Korps sowie verschiedene Mitglieder des Reichskabiuetts und andere geladene Gäste in großer Zahl gefolgt, u. a. Vizekanzler von Papen, die Reichsminister Seldte und von Eltz-Rübenach, ferner die Botschafter und Gesandten zahlreicher Länder.

Der Redner aus dem Empfang war Reèchsbank- präsident Dr. Schacht, Der über die mit dem Transfer- morawrium zusammenhängenden Probleme einen mehr als einstündigen Vortrag hielt. Dr. Schacht beschäftigte sich ausführlich mit den zahlreichen Einwendungen, die gegen die deutsche Devisen- und Schuldentilgungspolitik in der Auslandspresse immer wieder erhoben werden, und wies diese Angriffe mit absolut durchschlagenden Argumenten Zurück. Besonders energisch wandte er sich

gegen das einige Gcredc von einer deutschen Inflation ober Devalvation der Mark.

Der Führer war in Neudeck.

Reiäfskanzler Adolf Hitler hatte dem Reichspräsidenten auf seinem Gut Neudeck einen Besuch abgestattet, um ihm über leine Begegnung mit Mussolini in Venedig zu berichten. Unser Bild zeigt den Führer beim Verlassen des Gutshauses in Neudeck.

tiibem er eingehend begründete, daß solche Maßnahmen für Deutschland überhaupt nicht in Frage kommen könnten.

Der Reichsbankpräsideni ging ferner näher auf Die hier und Da im Auslande ausgelaufen Pläne ein, durch ein Clearing-Verfahren für die Gläubiger deutscher Anleihen Die notwendigen Devisen zwangsweise einzubehalten und Der deutschen Regierung die Zahlung an die Erportenre zu überlassen.

Dr. Schacht wies nach, daß

durch die Methode des Clearing der Handel mit Deutschland schließlich völlig lahmgelegt werden müßte und die Störungen im gesamten Welthandel noch weiter verschärft werden würden.

Diese Methode führe auf keinen Fall Den beabsichtigten Erfolg herbei.

Da man Deutschland nach dem Kriege seinen gesamten Besitz im Auslande fortgenommen habe, hätten die For­derungen des Auslandes aus derartigen Guthaben nicht mehr beglichen werden können.

Deutschland bemühe sich im Gegensatz zu anderen

Staaten, feine Schulden ehrlich zu bezahlen.

Die Voraussetzung hierfür sei allerdings, daß man zu­nächst von den für ein jedes Industrieland völlig uner­träglich hohen Zinssätzen heruntergehe.

Die Ausführungen des Reichsbankpräsideuten wnr- m mit stärkstem Beifall ausgenommen.

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tonten schlägt direkte Verhandlungen vor

Englands Antwort auf die deutsche Transfernote.

Auf die deutsche Transfernote vom 14. Juni 1934 hat die englische Regierung dem deutschen Botschafter in London am 21. Juni eine Antwortnote überreicht, die nunmehr verössenMcht wird.

In der Note heißt es zunächst, die britische Regie­rung würdige die Schwierigkeiten der deutschen Re­gierung in der Devisenfrage, sei aber nicht der Ansicht, daß diese eine vollständige Aufhebung des gesamten

Neuer Sieg in der Arbeitsschlacht

Vestzästigleuzahl im Mai um 236 000 ^genommen.

Insgesamt 18 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die Ergebnisse der von der Reichsanstalt für Arbeits­vermittlung und Arbeitslosenversicherung geführten Krankrukasscnmitgliedcrstatistik für Mai 1934 weisen eine weitere Zunahme der Beschäftigten um rund 236 000 oder 1,5 Prozent aus. Die Gesamtzahl aller am 31. Mai 1934 Beschäftigten betrug rund 15 559 000; das sind rund 2 379 000 oder 1 8 Prozent mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres.

Die Zunahme der Beschäftigten lplus 236 000) war im Monat Mai wiederum erheblich größer als die Ab­nahme der Arbeitslosen (minus 80 000). Die Gründe dafür dürften wie auch im April einmal in der er­folgreichen Unterbringung von Jugendlichen, insbesondere von Ostern aus der Schule Entlassenen zu suchen sein, dann aber auch darin, daß viele Volksgenossen, vorwiegend Familienangehörige, die früher kaum Aussicht auf Ein­stellung hatten, bei der gebesserten Beschäftigungslage wieder in Arbeit gekommen sind.

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Mi Frankreich a^ Aückendecknng.

Rumänien lehnt Revisionsforvcrung schroff ab.

In Bukarest hielt der rumänische Außenminister Titulescu zu Ehren des dort weilenden französischen Außenministers Bartha n eine Rede, in der er gegen­über den verschiedenen Revisionsforderungen u. a. aus­führte:

Gegenüber der Behauptung, daß die Verträge nicht für die Ewigkeit gültig seien, habe Ru­mänien nur die eine Antwort: Wenn man jemals sich einbildete, auch nur einen Quadratmeter des in unserem Besitz befindlichen Gebietes fordern zu können, so würde unsere unveränderliche Erwiderung sein:

Rein, nein, niemals!"

Titulescu gab sodann seiner. Dankbarkeit gegenüber Frankreich Ausdrück, das durch den Mund B a r t h o u s erklärt habe, daß Rumänien i m in e r in seinen gegen­wärtigen Grenzen leben solle.

Mit diesemNein, niemals!" hat sich Titulescu das berüchtigte Wort zu eigen gemacht, das der verstorbene französische Außenminister Briand vor zwei Jahren in Genf im Zusammenhang mit der Frage der deutschen Gleichberechtigung sprach. Rumänien ist bekanntlich der H a u v t n u tz nie ß e r des Diktats von Trianon, durch das Ungarn nicht weniger als zwei Drittel seines Ge­bietes verlor. Der ungarische Ministerpräsident Göin- b ö s Hai vor drei Tagen Ungarns Revisionsforderung energisch wiederholt.

Barthon wurde dann zumEhrenbürger Rumäniens" ernannt

Transfers für die Schulden Deutschlands im Gefolge haben müßten. Die Vertreter der Gläubiger seien bereit gewesen, sich mit zeitweiligen Konzessionen einverstanden zu erklären, die ihrer Ansicht nach angemessen waren, um die gegenwärtigen Transferschwierigkeiten zu überwinden. Sie hätten Gründe für die Annahme ge­funden, daß das augenblickliche scharfe Fallen der Reichs- bankreserven wenigstens zum Teil die Folge von außer­

gewöhnlichen den würden, warten seien, in Rechnung

Belangen sei, die später Berichtigung fin- und daß gewisse Deviseneingänge zu er- die, so behauptet die Note, überhaupt nicht gestellt wären. Die britische Note betont

dann, daß die Gläubiger bereit gewesen wären, die ge­samte N i ch t r e i ch s s ch u l d zu fundieren, vorausgesetzt, daß die Zinsen für die Dawes- und die Noung-Änleihe voll gezahlt würden.

Es bestehe auchkeinerlei Begründung" für die Be­hauptung, so heißt es in der Note weiter, daß eine völlige Aussetzung des Transfers auf sechs Monate unbedingt notwendig wäre, ganz gleich, was in der Zukunft geschehe. Die Tevisenzahlungen für die Zinsen der Dawes- und der Doung-Anleihe in den nächsten sechs Monaten müßten, so meint die Note, laufend aus der zusätzlichen Ausfuhr gedeckt werden können, die

vom Oktober 1933 bis März 1934 erfolgt sei

Die Darlegungen der deutschen Note ö a n d e l bindernde Maßnahmen, Gläubigerländer gegen deutsche Waren hätten, träfen aus Großbritannien nicht zu.

über den die gewisse nigewendct Großoritun-

nien wolle keineswegs die deutsche A u s f u b r unter­binden und wolle ebensowenig irgendwelche ungerecht­fertigten Forderungen britischer Anleihe- besitzer vertreten.

Zum Schluß erwähnt dann die Note die Tatsache, daß die Regierung sich Vollmachten für die Einführung sines Clearing-Abkommens habe geben lassen, um die britischen Interessen zu schützen. Die britiscke Regierung sei jedock bereit, Erörterungen über die Möglichkeit aufzunehmen, um eine Einigung über die Behandlung der britischen Gläubiger zu erzielen, damit Die Notwendigkeit eines Devisenclearings überhaupt fort« fiele; oder auch darüber zu verhandeln, auf welche Weise ein derartiges Clearing mit einem Mindestmaß von Störung für den Handel beider Länder gehandhabt werden könnte. Sie schlägt daher vor, bevollmâck- tigte Vertreter zu solchen Verhandlungen nach London zu entsenden

DAF.-SyerreMZlMndliche aufgehoben

Mitgliedschaft bei HI. und BDM. Vorbedingung.

Das Jugendamt der Deutschen Arbeitsfront erläßt in Ver­bindung mit dem Organisationsamt der DAF. eine Anordnung.

Die A u s n a h m c s p e r r e Der DAF. für männliche Jugendliche bis zu 18 Jahren und für weibliche Jugend- Uche bis zu 21 Jahren wird hiermit ausgehoben Por- bcDngung für die Erwerbung der Miiqliedschasl in der DAF. ist jedoch Die Zugehörigkeit zur HZ. bzw. zum BDM.

Hitler empfängt Sbervräßdent Kube.

Zur Berichterstattung über die Lage in den Provinzen Brandenburg und Grenzmark.

Reichskanzler Adolf Hitler empfing den Gau­leiter der Kurmark, Oberpräsident und Staatsrat Wil­helm Kube, zu einem ausführlichen Bericht über die wirtschaftliche und politische Lage in den beiden ihm an- vertrauten Provinzen Brandenburg und Grenz- m a r L Der Gauleiter schilderte dem Führer insbesondere die Maßnahmen, die zur Behebung der Arbeits­losigkeit in den Gebieten getroffen wurden und er­wähnte weiter die außerordentlich schlechte Lage, in der sich ein Teil der Landwirtschaft durch den fehlen­den Reaen befindet

Kurze politische Nachrichten.

In Berlin fand unter dem Vorsitz des Staatssekre­tärs des Preußischen Ministeriums des Jnuern, Staats­rat Grauert, die konstituierende Sitzung des bei der Akademie für Deutsches Reckt gebildeten Polizei rechtsausschnsses statt, an die sick sogleich die erste Arbeitstagung anschloß. Der Ausschuß hat die Aufgabe, die Fortbildung und Erneuerung des Polizeireckts vor zuberciten und so die Grundlage für ein einheitliches deutsches Polizeirecht zu schaffen.

Das Düsseldorfer Sondergericht verurteilte sieben Mitglieder einer kommunistischen Terror­gruppe wegen vier Sprengstoffanschlägen zu Zucht - hausstrafen von siebeubis zu zwci Iah - reu und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte aus die Dauer von zehn bis zu fünf Jahren. Zwei der An­geklagten, darunter der Führer der Gruppe, der frühere kommunistische Reichstagsabgeordnete Flohr, wurden trotz dringenden Verdachts freigesprochen, da das Bc weismatcrial nicht ausreichte.

Ehrenhain und Gedenkstein für einen ermordeten Vorkämpfer deS Dritten Reiches.

Bremen. In Hnckclriede bei Bremen wurde ein Ebren- bam für den ersten Blutzeugen der nationalsozialistisches! Reecünwn in Bremen Den am 14. Juni 1931 von Kommunisten nier- -eschenen Johann ©offcl. der Öffentlichkeit übergeben und ein Gedenkstein zu seinen Ehren enthüllt