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Der vorläufige Aufbau des deutschen Handwerks.

Erste Verordnung im Neichsgesetz- blatt verkündet.

Im Rcichsgcsetzblatt wird jetzt die Erste Verordnung über den vorläufigen Aufbau des deutschen Handwerks vom 15. Juni d. J. verkündet, die vom Neichswirtschafts- und vom Reichsarbeitsminister unter­zeichnet ist. Die Verordnung gliedert sich in fünf Teile: Allgemeine Bestimmungen, Handwerkerinnungen, Kreis- handwerkerschaften, Ehrcngcrichtsüarkeit, Schluß- und Übergangsbestimmungen.

Im Ersten Teil wird gesagt, daß der Reichswirt- schaftsminister im Einvernehmen mit dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft ein Verzeichnis aller Gewerbe aufstelll, die handwerksmäßig betrieben werden können. Weiter wird klargestelü, daß den Vorschriften der Verordnung Gewerbetreibende, die in die Handwerks­rolle eingetragen sind, sowie die in ihren Betrieben be­schäftigten Gesellen und Lehrlinge unterliegen.

Nach den Bestimmungen des Zweiten Teils der Verordnung ist die Handwerkerinnung der örtliche Zusammenschluß aller in die Handwerksrolle einge­tragenen Gewerbetreibenden des gleichen Handwerks­zweiges oder verwandter Handwerkszwcige. Für jeden Handwerkszweig darf in demselben Bezirk, der sich in der Regel mit dem Stadt- oder Landkreis decken soll, nur eine Innung errichtet werden. Alle in die Hand­werksrolle eingetragenen Gewerbetreibenden, die das Handwerk ausüben, für die die Innung errichtet ist, gehören der Innung pflichtmäßig an. Die Innung wird von dem Obermeister nach dem Führerprinzip geführt.

Zn Frankreich schwelt der Aufruhr.

Wüste Kämpfe in Lyon.

Schwere kommunistische Ausschreitungen ereigneten sich in Lyon, wo wieder Kommunisten eine nationale Bcr sammlung sprengen wollten.

Der erste Angriff der Kommunisten wurde durck Kolbenschläge der Polizei und Gendarmerie abgewehrt Lastautos schleppten ihre Verwundeten sofort ab, und die Angriffe erneuerten sich mit verdoppelten Kräften. Die Polizei mutzte zurückweichen und wurde von den Kommu­nisten, die auf die Dächer geklettert waren, mit Flaschen Pflastersteinen und alten Stühlen sowie Dachziegeln be­worfen; aus der Menge fielen mehrere Revolverschüsse.

An der Spitze der Kommunisten kämpfte der Bürger­meister des Ortes Vaulx, der durch einen Kolbenschlag schwer verletzt wurde Schließlich demolierten die Kommunisten ein Baugerüst und errichteten aus Brettern und Planken Barrika­den, die später durch eine Attacke der reitenden Gen­darmerie zerstört wurden Bisher zählte man 1 5 ver­letzte Polizisten und drei Kommunisten.

Die in T o n l o u s e durch schwere Unruhen des Vor­tages angerichteten Schäden werden aus mehrere 100 000 Franc geschätzt. 38 Mobilgardisten, zehn Polizisten und zwei Feuerwehrleute sowie 50 Demonstranten sind ver­legt worden.

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Aurvau her französischen Lustarmee.

Debatte im Pariser Senat.

Im Senat in Paris wurde die Organisation der französischen L u f t st r e i t k r ä f t e beraten. Der Bericht­erstatter Marien betonte, daß die Gesetzesvorlage zum Ziel *8&!2tt8B>!W^igg§â§g^ggE^^

17 Nachdruck verboten.

Jörg erwiderte lakonisch:Du scheinst mich ja für ein ganz gewaschenes Subjekt zu halten. Auf einer Stufe mit Heiratsschwindlern und dergleichen. Sehr schmeichel­haft zu wissen, wie du von mir denkst.--Aber des­halb hättest du wahrhaftig nicht Oehmes Dienste in An­spruch zu nehmen brauchen. Es gibt in Konstanz eine Menge Detektivbüros. Ich würde dir Achell und Meich- ler empfehlen. Sie haben die besten Detektive."

Ohne darauf zu achten, daß sie mit einem Aufschluch­zen das Gesicht gegen die Kante des Tisches fallen ließ, ging er nach der Tür, pfiff draußen den Hunden und verließ das Haus.

Der alte Merlin saß eine Weile reglos, dann, als sie aufschnellte, um ebenfalls das Zimmer zu verlassen, sagte er gütig:Bleib, Stephanie! Wenn sein Blut ab­gekühlt ist, kommt er wieder. Morgen ist alles anders, Aber du mußt keine Sorae haben. Er betrüat dich nicht. Geh, schlaf dich froh, Kind! Es ist schade um W Stunde, die man sich überflüssige Sorgen macht. Es kommen andere noch genug, die tiefer greifen."

Stephanie aber dachte, cs könne keine schwerer sein, als die sie jetzt hatte. Erst gegen drei Uhr früh hörte sie den Schritt des Gatten draußen auf dem knirschenden Schnee. Einer der Hunde bellte und wurde mit titriern Pfiff zurechtgewiesen. Die schwere Eichentür schlug scharf ins Schloß.

Langsam, als trage er eine ungeheure Müdigkeit in den Füßen, kam er die Treppe herauf, machte an ihrem Zimmer halt und ging daun weiter. Leise schnappte die Tür auf der anderen Seite des Korridors ein.

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*

Am Morgen horchte sie an seiner Tür, und als sich nichts regte, trat sie ein. Das Zimmer war leer. Die Unordnung, die ihr sofort in die Augen fiel, war durch einen Wust von Zeitungen, Zeitschriften und Heften, die auf Stühlen, Bett und Diwan ausgebreitet lagen, her­vorgerufen. Hans-Jörg mochte wohl den Rest der Nacht belesen haben.

Eie lauschte nach dem Flur und nahm dann einige Blätter zur Hand. Es waren lauter Fachzeitschriften. Auch von Hans-Jörg waren Artikel und Aufsätze dabei. Ws begehe sie etwas Verwerfliches, raffte sie ein halbes

Dem Obermeister und einem Gesellcnwart, der die Belange der Gesellen wahrzunehmen bat r' '- -,i Beiräte zur Seite. Die Innung, deren Jnnungsvcrsammluna von den Mit­gliedern gebildet wird, ist eine Körperschaft des öffent­lichen Rechts. Die W»'*-' der Innung werden 'n ter Verordnung im einzelnen scstqelcgt; an ihrer Spitze steht die Pflege öcv Gemeinschaftsgeistes und die Wahrung der S t a n d e s e h r e.

Die Handwerkerinnungen, die innerhalb eines von der Handwerkskammer bestimmten Bezirks ihren Sitz haben, werden, so bestimmt der Dritte Teil, durch die Handwerkskammer zu einer Kreishandwerker­schaf t zusammengeschlossen deren Mitgliederversamm­lung aus den Obermeistern der angeschlossenen Innungen besteht, und deren Vorsitzender ebenso wie die Obermeister, von der Handwerkskammer bestellt wird. Die Kreishaud- Werkerschaft hat die Aufgabe, die gemeinschaftlichen Be­lange der ihr angeschlossenen Innungen wahrzunehmen.

Auf Grund der Bestimmungen über die Ebren- g e r i ch t s b a r k e i t ist bei jeder Handwerkskammer ein Ehrengericht zu bilden. Der Vorsitzende und sein Stell­vertreter müssen Richter sein. Vor die Ehrengerichte kommen Verletzungen der Standesehre, Verstöße gegen den Gcmeingeist, sowie unlauteres Verhalten, unlauterer Wettbewerb und Übervorteilung der Kunden. Als Strafen kommen Warnung, Verweis, Ordnungsstrafen vis 101)0 Mark und, in besonders schweren Fällen u. a. Ab­erkennung des Meistertitels in Frage.

In den Schluß- und Übergangsbestim - m unge n wird u. a. verfügt, daß das Vermögen der bisherigen Innungen aus die neuen Handwerkerinnun­gen und Kreishandwerkerschaften übergeht.

habe, die Lustarmec als gleichwertige Streckt- m a ch t innerhalb Heer und Flotte zu stellen.

Der Vorsitzende des Luftausschusses, Genera! Bour­geois, wies daraus hin, daß die Hauptaufgabe der Luftstrcitkröftc nicht der Kampf zwischen Flugzeugen, sondern der Angriff auf Erdziele sei. Man brauche daher eine von Jagdfliegern geschützte starke Bomben- fliegerei.

Ministerpräsident Doumergue sprach sich für den gemeinsamen Oberbefehl für Land, See und Luft aus.

Gtaaisbegrabnis für ermordeten Gchulungsleiter.

Vom Führer angeordnet.

In G o l l m ü tz , Kreis Schwerin a. d. Warthe, war der landwirtschaftliche Inspektor und Schulungsleiter der NSDAP., Kurt Elsholz, überfallen und mit einem Fleischermesser mit sieben Stichen getötet worden. Der Führer hat nunmehr ein Staatsbegräbnis a n- ge o r d n c l, das auf dem Alten Friedhof in Potsdam stattfindet. Die Leiche des Ermordeten wird vorher in der Nikolaikirche aufgebahrt werden.

Der Mörder, Gregor Meitzner, ist fcstgenommen worden.

Samburgs Alte Garde aus dem Marsch nach Berlin.

Die Kämpfer der Alten Garde Hamburgs ins­gesamt etwa 170 Mann, die sich auf dem Marsch nach Berlin befinden, kamen in Lauenburg n. d. Elbe au

Dutzend Zeitungen rasch zusammen und trug sie auf ihr Zimmer. Sie wollte eine Stunde abwarten, wo sie mit Ruhe darin lesen konnte.

Als sie nach dem Speisezimmer.hinunterging, um zu frühstücken, traf sie auf dem ersten Treppenabschnitt mit ihrem Mann zusammen. Es schien, als sei die ver­gangene Nacht vollständig aus seinem Gedächtnis aus­gelöscht. Er küßte sie, erkundigte sich nach ihrem Be­finden und schlug vor, am Nachmittag nach der Stadt zu fahren.

Sie hätte selig sein können und war es nicht. Das Wissen um jenen Brief ertötete alle Freude im Keim. Vielleicht wäre es besser gewesen, ihm bei der gestrigen Auseinandersetzung das Schriftstück einfach auf den Tisch zu legen und zu sagen:Hier, sieh selbst deine geheimsten Gedanken!" Aber sie hatte sich der Schande der Spionage und des Diebstahls nicht zeihen wollen. Und er hatte das Fehlen des Schreibens wohl noch gar nicht bemerkt.

Als sie geineinsam das Speisezimmer betreten,'er­wartete sie schon der alte Baron mit tiefen, sorgenvollen Augen. Das Frühstück verlief ohne jeden Zwischenfall.

Bei den Harrachs, zu denen man um elf geladen war, herrschte wie gewöhnlich fröhliches Leben und Treiben. Ein Viertel der Verwandtschaft war stets auf Jetten­bach zu Besuch. Man wußte, daß man dort niemand im Wege war.

Hans-Jörg zeigte sich von seiner besten Seite, balgte sich mit den kleinen Basen und stand den jungen Vet­tern Rede und Antwort über seine neuesten Er­findungen.

Apropos," sagte Harrach zu Stephanie, die eben in den Musiksalon treten wollte,ich hätte ein Wort mit dir zu sprechen." Sie folgte ihm nach dem weitaus­ladenden Erker, der eine wundervolle Sicht über die Ebene gewährte mist blickte ihn fragend an. Er schien noch zn überlegen: ,Möchtest du ein gutes Werk tun?"

Gern, wenn es sich machen läßt."

Es läßt sich machen. Steffie. Ich habe da nämlich einen Reitknecht, der sich ins Verhör genommen als ehemaliger Offizier entpuppte. Tadellose Kinder­stube! Familie einwandfrei, aber arm. Er patzt mir nicht recht ins Terrain, wenn ich so sagen darf."

Sie stutzte.Warum nicht, Onkel?"

Hm--Schließlich hast du ja ein Recht, das zu fragen. Aber wenn du mir die Antwort erläßt, bin ich dir sehr verbunden."

Ein Lächeln stand um ihren Mund. Sie begriff ohne weiteres. Seine beiden Enkeltöchter waren erst vierzehn und sechzehn Jahre.Den soll ich also nach Ichen­hausen nehmen?" sagte sie und ließ den Blick über die verschneite Landschaft draußen gleiten.

Ja, Steffiel Wenigstens vorläufig."

Sie ließ in angestrengtem Suchen die Augen durch das große Gesellschaftszimmer wandern, wo Lachen iti^ Stimmengewirr aus allen Ecken scholl. Aber sie ver­mochte nicht zu entdecken, den sie wollte.Möchtest du mir Pava für einen Auaenblick herhitten, HnkèÜ"

Diese Etappe gestaltete sich sehr strapaziös. Trotzdem wurde sie in musterhafter Marschdisziplin zurückgelegt. Mit klingendem Spiel rückte die Alte Garde in Lauenburg ein. Die ganze Stadt prangte im Schmuck der Fahnen und man hatte alles Erdenkliche aufgeboten, um den ahen Kämpfern einen festlichen Empfang zu bereiten. Die nächste Etappe auf dem Marsch nach Berlin ist Pritzier.

GMHrankraud mit einem Motran.

Mißglückter Streich amerikanischer Banditen.

Eine a m e r i k a n i s ch e V e r b r e ch e r b a n d c ver­übte nachts einen Überfall auf die Kleinstadt Crescent (Oklahoma! um einen großen Geld schrank zu rauben. Zu diesem Zweck hatte sich die Bande auf einem Lastauto­mobil einen Kran mitgebracht. Sie durchschnitten alle Fernsprechdrähte und nahmen sämtliche sich aus der Straße aufhaltenden Leute fest. .

Sodann fuhren sie zur Bant des Ortes und verdach­ten mit Hilfe des Kranes den Geldschrank, der mehrere Tonnen schwer ist und über 2000 Dollar enthielt, durch das Fenster auf den Lastkraftwagen zu verladen. Etwa 100 Personen, die inzwischen zusammcngestrvmt waren, wurden mit Maschinenpistolen in Schach gehalten.

Schließlich mussten aber die Räuber nach halbstündiger Arbeit" den Geldschrank, der anscheinend do ch zu schwer war, auf der Straße liegen lassen. Um sich gegen alle Möglichkeiten, besonders gegen eine Beschießung durch die Polizei zu sichern, nahmen sie sechs Per - sonenalsGeisein mit, die sie jedoch etwa eine Meile vor der Stadt wieder freiließen.

Heiteres.

Angeklagter, haben Sie denn gar nicht an Fhre Zu­kunft gedacht, als Sie das Geld unterschlugen?"' -Doch, ich habe es ja gleich auf die Bank getragen."

Sie:Was sagte denn dein Freund, als 1 ihm mein Bild zeigtest?" Er:Nichts. Er drückte mir nur schwei­gend die Hand!"

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Ter alte Merlin saß nebenan im Musiksalon und kam sofort mit ihm. Stephanie nahm ein blondes Haar, das von einer Umarmung der Harrachstöchter stammen mochte, von seinem Aermel und sagte zögernd:Onkel möchte gerne einen abgebantcn Offizier bei uns unter- bringen. Haben wir Platz und Bedarf, Papa?"

Der Baron erschrak und vermochte zu spät, es zu. ver­bergen.Eigentlich nicht." Er dachte an Stephanie and daß es möglicherweise ein Wagestück war, einen Offizier in Dienst zu nehmen.

AIs Reitknecht vielleicht?" meinte Harrach.Er ist bescheiden; brauchst dich nicht sorgen, Felix, er macht sicher keine Ansprüche."

Ist er bei der Kavallerie gewesen?"

Nein, bei den Fliegern. Weißt du, auch einer von denen, die zuviel geworden sind."

Nehmen wir ihn, Steffie?" Merlin sah die Schwie­gertochter forschend an und las das Mitgefühl in ihren Augen.Also ja! Schick ihn zu uns, Rocher. Macht er eine gute Figur?"

Harrach wies auf einen Reiter, der eben den Schloß­hof passierte.

Der--?" Merlin trat einen Schritt zurück, daß die Vorhänge ihn deckten.

Bist du enttäuscht?" fragte Harrach ein wenig kleinlaut.

Ha. Man kann ihn unmöglich in einer Gesindestube schlafen lassen. Und wo soll er essen? Mit den Dienst- leuten? Weißt du, Rocher " sein Gesicht bekam einen verlegenen Ausdruck,derartige Zwitterdinge hasse ich."

Stephanie hatte bis jetzt kein Wort in das Gespräch geworfen. Ihr Blick folgte der schlanken Gestalt, die eben in den überschneiten Laubengängen verschwand. Man könnte ihm ja das Giebelzimmer geben, Papa," schlug sie vor.Und schließlich könnte er auch dort essen. Meinst du nicht?"

Merlin nickte nachdenklich. Er schien noch immer un­entschlossen zu sein. Aber ein Ausweg war es. was Steffie da vorgeschlagen hatte. Und er wollte Harrach die Gefälligkeit machen.

So wurde beschlossen, daß Joe Brandt, der ehemalige Flicgeroffizier, zum nächsten Ersten als Reitknecht auf Ichenhausen antrat. Jörg etwas davon zu sagen, unter­ließ der alte Baron. Es war ja möglich, daß der ehe­malige Oberleutnant die Erwartungen, die man in ihn setzte, nicht erfüllte. Wozu da also vorher viel Wesens darum macken?

(Fortsetzung folgt.)

Niemand zu alt zum Schwimmunterricht!

"Niemand ist zu jung oder zu alt zum Schwimmunter­richt jeder kann schwimmen lernen, wenn'er die richtige Anleitung hat. Die AufklärungsschriftSchwimme rich ttg! zeigt den Weg zur schnellsten Beherrschung de- Wassers.