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Stadl und Land

* Fulda, den 21. Juni 1934.

Zum Deutschen Liedertag.

SBK.Das Volkslied soll wieder unter das Volk'" Diese Loung hat die Leitung des Deutschen Sängerbundes der deutichen Sängerschaft ans Herz gelegt, damit diese am glelchenTageallüberall,inder Heimat und in der Fremde, auf dem ganzen Erdenrund das deutsche Lied erklingen läßt. Aus der Not unserer Zeit geboren, wurde nach dem Tage der Mutter, nach dem Tage des Buches der Tag des Liedes geschaffen als ein köst­liches Mittel zur Verinnerlichung im rasendenTempo" der Gegenwart. Dieser Versuch führte zum vollen Erfolg, zum freudigen Geben und Nehmen unentreißbarer Schätze in sinniger Volksgemeinschaft. Auch in diesem Jahre soll der Liedsonntag am 24. Juni seine seelische Wärme aus- strömen über Großstadtmauern und Dörserfrieden, über Sangesfreunde und noch Abseitsstehende, über Schwache und Kranke, durch alle deutschen Lande, bis über die Meere, wo deutscher Mutterkaut erklingt. Der Tag des Liedes ist ein Tag für alle. Denn unser höchstes Volksgut kennt keinen Zwiespalt, keine Absonderung, es will alle Volksgenossen im Liede zusammenführen. Das deutsche Volkslied ist, wie wir alle, dem deutschen Heimatboden ent­wachsen., Wie aus heimatlicher Scholle der frische Wald- quell rieselt, so entquillt ihr auch ein unerschöpflicher Born von Lieder. Und wenn uns in der Fremde das Heimweh überkommt, so finden wir im Liede Trost.Heimat" ist kein bloßer Begriff, sondern eine Kraft, die jeden stärkt, die unserem Volke zu neuem Aufstieg verhelfen wird, die mit ihren gemütsinnigen Liedern dazu berufen ist, uns gegen das Gift fremder und undeutscher Schlagerweisen zu schützen.

Ist Obst gesund?

Das soll natürlich bedeuten: hat frisch genossenes Obst einen Gesundheitswert, ist es wichtig für unsere Ernäh­rung? In der Wertschätzung des Obstes werden sich Roh­köstler und Fleischesser, die sich sonst sicher nicht selten befehden, sicherlich begegnen. Auch die geschworenen Fleischesser werden zugeben müssen, daß Obst eine gute Gabe Gottes sei, wenn sie ihm auch nicht den überhohen Wert beimessen, den ihm die Nur-Rohkostesser zuschreiben. Es ist zunächst zu sagen, daß das frische Obst sehr viel Wasser enthält, Äpfel z. B. 84,8 Prozent, Birnen 83,0 Prozent, Pflaumen 81,2 Prozent usw. Daneben enthält das Obst Zucker, geringe Mengen stickstoffhaltige Nährstoffe (Eiweißkörper >, ferner stickstofffreie Stoffe und andere noch. An richtigen Nâbrstoffen enthält je ein Kilo­gramm frische Äpfel" 148 Werleinheiten, Birnen 140, Pflaumen 159 usw. Gedörrtes Obst enthält natürlich weit weniger Wasser und weit mehr Nährstoffe, vor allem Zucker. Das frische Obst kann wegen des sehr hohen Wassergehaltes und des sehr geringen Stickstoffgebaltes nur als Genußmittel gelten, während das Dörrobst als Nahrungsmittel anzuseben wäre.

Aber man kann das wirklich nicht alles so pedantisch einschätzen. Die F r u ch t s ä u r e n , die das Obst enthält, üben aus den Magen einen günstigen Einslutz aus und regen den Appetit an. Schon deshalb mühte die Frage: Ist Obst gesund? bejabt werden. Was nützt uns das schönste Essen, das man uns vorsetzt, wenn wir keinen Appetit" haben? Der Appetit ist für unsere Ernährung

Wichtiakeit, da er Pie Derdauungstätigkeit fördert. Das Obst enthält außer den Fruchtsäuren aber auch Mineralsalze, die unseren gesamten Organis­mus beeinflussen, die Ernährung und die Körperkräfte. Die Obstsäfte gelten von alters her als ein ausgezeichnetes Blutreinigungsmittel. Die im Obst ausgelösten Nähr­stoffe werden viel leichter und schneller verdaut und ins Blut übergeführt als die Nährstoffe vieler anderer Nah­rungsmittel, die sebr stickstofsreich sind. Daß sich Obst gegen manche Krankheitszustände wegen seines Gehaltes an Vitaminen als ein echtes Heilmittel erweist, ist be­kannt. Alles in allem ist zu sagen, daß das friste Obst, selbst wenn man es theoretisch nicht als eigentliches Nah­rungsmittel ansehen will, praktisch für unsere Ernährung durchaus wichtig undgesund" ist!

Lichtbildabend des Jungvolks.

Am gestrigen Abend hatte sich der JungzugJmmel- mann" und die DJ. Führer vom Stamm III/167 Groen­hoff im Eynmasium zu einem Lichtbilder-Abend zusammen gefunden. Studienrat Weidenbusch hielt einen Vortrag mit Silbern:Polizeiverordnung über den Straßenver­kehr." Ein Thema, das für die heutige Jugend gewisser­maßen ein Aufklärungsfeldzug ist, damit jeder einzelne dazu beitragen kann, Unfälle zu verhüten. Mit dem Geleit­wort:Fahrt vorsichtig" schloß sich der II. Teil des Abends anDas Gesicht der Demokratie". Die frühere gottseidank überlebte Systemzeit rollte noch einmal vor den Augen vorüber. Mil neuer Begeisterung für die Idee unseres Führers Adolf Hitlers fand der Abend seinen Ausklang.

Die DJ. Pressestelle teilt mit.

Mir Wirkung vom 15. 6. 34 tritt iolgende Umbenennung in Kraft. Der Jungbann 2 167 Fulda wird umbenannt in 1 167 Fulda.

Führer des Jungbanns 1 167 Fulda ist Fritz Neumann, Büro: Sleinweg 3 (Handwerksaml) Telefon 2a63. .. g.

D.J Nachrichten.

Die DJ. Führer des Stammes III 167 Eroenhoff treffen sich Donnerstag. 17 Uhr am Jungbann-Büro. Turnklei- dung und Badehose ist mitzubringen. . . g.

Mit der Reichsbahn 8 Tage an die Ostsee!

Die Reichsbahndirektionen Franksurt a. M. und Erfurt veranstalten in der Zeit vom 23. Juni bis 1. Juli _b. J. eine Sonderfahrt nach dem Ostseebad Binz. Die Fahrt wird mit der Reichsbahn bis und ab Stettin und zwischen Stettin und Swinemünde mit dem Dampser zurückgelegt. Auf der Hinfahrt benutzen die Fahrtteilnehmer den fahr­planmäßigen Eilzug E Gl D 187, Frankfurt a. M. Hbf. ab 16.55 Uhr bis Erfurt und ab da den Sonderzug. Hinfahrt am 23. 6. Rückfahrt am 1. 7., Stettin ab 12.55 Uhr. Ueber alle Einzelheiten der Sonderfahrt gibt ein Merkblatt Aus­kunft, das bei den Fahrkartenausgaben kostenlos abgegeben wird. Zur Mitfahrt im Sonderzug genügt die Lösung einer Sonderzugrückfahrkarte. Reisepaß oder Personenausweis ist für die Fahrt nach Kopenhagen nicht erforderlich. Be­stellungen werden bei den Fahrkartenausgaben entgegen­genommen.

Westeraus fichten für morgen:

Zunächst noch vielfach ausheiternd und neue Wärme­zunahme.

An alle Unternehmer und Arbeitgeber der Industrie, des Handels und Gewerbes!

Ueber Stände, Klassen, Konfessionen und Interessen hinweg hat sich ein Volk zusammengefunden und steht ge­eint hinter seinem Führer, und diesem Volk voran mar­schiert eine Jugend, die bereit ist, auch das Letzte für den Bestand und die Erhaltung des Reiches zu opfern. Im Reichsberufswettkampf hat diese Jugend gezeigt, wie fest uns das Band des Blutes und der Ehre zu einer Schicksals­gemeinschaft verbunden hat. Am 23. Juni d. J. wird die deutsche Jugend erneut unter Beweis stellen, daß sie sich fester und enger zusammengeschlossen hat und in dieser (Ge­schlossenheit bereit ist, allen Gefahren der Zukunft zu trotzen. Am 23. Juni d. J. werden anläßlich des zweiten Deutschen Jugendfestes" die Reichswettkämpfe unter der deutschen Jugend ausgetragen, zu denen der Reichsjugend­führer Baldur v. Schirach und der Reichssportführer Hans v. Tschammer und Osten aufgerufen haben. Die deutsche Jugend wird in einer einzigen großen Front marschieren und ein Bild wuchtiger Geschlossenheit bieten. Aber nicht nur um der Außenwelt unsere Verbundenheit zum Ausdruck zu bringen, sondern den körperlichen Wert der deutschen Jugend Herausstellen und auch die sportlichen Leistungen als Dienst am Volke zu erkennen, wurden auch in diesem Jahr die Reichswettkämpfe zu einer Aktion des ganzen Vol­kes und der ganzen deutschen Jugend erhoben. Im An­schluß an die sportlichen Wettkämpfe wird abends die Son­nenwendfeier stattfinden, deren Durchführung für das ganze Reich einheitlich vom Reichsjugendführer angeordnet wird. Im Einvernehmen mit dem Reichsunterrichtsminister Pg. Rust, wurde im ganzen Reiche an diesem Tage schulfrei an­geordnet. Jedoch nicht nur der Schüler, sondern auch der Jungarbeiter soll Teil haben an dem Fest der deutschen Jugend u. Gelegenheit finden, sich den Reichswettkämpfen zu beteiligen. Wir rufen das gesamte Unternehmertum und die gesamte Arbeitgeberschaft auf, den Jungarbeitern und Jungarbeiterinnen, die der Hitlerjugend, dem deutschen Jungvolk oder dem Bund deutscher Mädel angehören, an diesem Tage ohne Ausfall des Lohnes frei zugeben. Wir erwarten, daß Unternehmer und Arbeit­geber sich restlos in den Dienst der guten Sache stellen, den Wert dieser Aktion anerkennen, und auch in dieser Hinsicht Sozialismus der Tat üben.

Der Führer des Gebietes 14 Kurhesseu. gez.: Walter Fuhst.

Gaupropagandaleiter der NSDAP., Gau Kurhessen.

gez.: Gerland.

Der Gauwirtschaftsberater Mcki.N.

gez.: Dr. R. Braun. Präsident der Industrie- und Handelskammer, gez.: Gustav Bernhardt.

Präsident der Handwerkskammer und Eauamtsleiter der NS.-Hago.

Arbeiten auf den Fernverkehrs- strahen.

3 680 000 RM. für Hessen-Kassel genehmigt.

Durch das Gesetz über die einstweilige Neuregelung des Straßenwesens und der Straßenverwaltung hat das Reich als Uebergangsregelung für das Jahr 1934 die Fernver­kehrsstraßen in seine, Kostenlrägerschaft übernommen,. Tie Fernverkehrsstraßen werden in der Hauptsache das zukünf­tige Reichsstraßennetz bilden. Auf diesen Straßen kommen im Jahre 1934 in erheblichem Umfange Straßenbauarbei- ten zur Ausführung. Tas Reich hat für die Unterhaltung, Instandsetzung und für den Umbau und Ausbau seines Straßennetzes bereits für das gegenwärtige Uebergangs- stadium namhafte Beträge genehmigt und frei gemacht.

In dem Gebiet Hessen-Kassel ist für die Unterhaltung und Instandsetzung der Fernverkehrsstraßen eine Summe von 540 000 RM. genehmigt, für Umbau und Ausbau be­trägt die Summe 3 140 000 RM.

Weitere Feldberg-Fest-Sieger.

In Ergänzung unserer gestrigen Siegerliste ist mitzu­teilen. daß in der Oberstufe W. Pontow Tgmd. Fulda den 18. Sieg mit 76 Punkten erkämpft hat (nicht den 37. S.) Ferner errang in der Altersklasse (über 45 Jahre) Lesch Tgmd. Fulda einen 24. Sieg mit 50 Punkten.

Wichtig für Weiterversicherte in der Invalidenversicherung.

Wir machen darauf aufmerksam, daß nach einer kürzlich ergangenen Verordnung des Reichsarbeitsministeriums freiwilffgee Beiträge zur Invaliden- und Angestellten­versicherung, deren Entrichtung für einen zurückliegenden Zeitraum am 31. 12. 32 gesetzlich zulässig gewesen wäre, noch vom 1. 1. 32 ab nachentrichtet werden können. Vor­aussetzung ist, daß der Versicherungsfall noch nicht einge­treten ist. Ab 30. 6. 34 erlischt diese Vergünstigung.

Fuldaer Piehmarkt.

Auf dem heute hier abgehaltenen Viehmarkt waren 238 Stück Vieh aufgetrieben. Es wurden bezahlt für das Stück Milch- und hochtragende Kühe 1. Dualität 225275 Mark, 2. Qualität 150200 Mark, 3. Qualität 80120 Mark, für % bis 1jährige Rinder 60100 Mark, für 1 bis 2jährige Rinder 120160 Mark, hochtragende Rinder 175220 Mark. Ochsen 200250 Mark, Fahrstiere 160200 Mark, Jungstiere 60100 Mark. Kälber das Pfund Lebendge­wicht 2428 Pfg. Ter nächste Viehmarkt findet am 22. Juli dieses Jahres statt.

Lauteuhaujen (Kr. Hersfeld), 20. Juni. (Sägewerk niedeigebrannt.) Infolge der großen Hitze entstaub in dem hiesigen Sägewerk ein Brand, der in den trockenen Holzbeständen und dem Teerdach reiche Nahrung fand. Trotz der angestrengtesten Arbeit der Feuerwehr fiel der größte Teil des Werkes den Flammen zum Opfer. Ter entstandene Schaden ist außerordentlich groß.

Biermünden, 19. Juni. (TieEdertrocknetaus.) Infolge des Fehlens von Regenfällen ist die Eder hier an manchen Stellen so ausgetrocknet, daß man von einem Ufer zum anderen gehen kann, ohne naß zu werden. Tas an der noch wasserreicheren Flußstrecke vorgenommene Fischen ge­staltete sich äußerst ertragreich. Bei einem Fischereipächter belief sich allein die Hechtausbeute auf 1 Zentner.

Kassel, 19. Juni. (Ein Meckerer verurteilt.) Tas Sondergericht in Kassel verurteilte den 58jährigen Anatole Eobiet aus Rotenburg a. d. Fulda wegen Ver­gehens gegen das Gesetz zur Abwehr heimtückischer Angriffe zu fünf Monaten Gefängnis. Ter Angeklagte hatte sich im Juli und August v. J. wiederholt in herabsetzender Weise über die Wirtschaftsmaßnahmen der Reichsregierung ge­äußert und außerdem Gauleiter Staatsrat Weinrich verächt­lich gemacht. Trotz seines Bestreitens wurde der Angeklagte

durch die Aussagen einiger Zeugen überführt. T:e -traft fiel so milde aus, da Eobiet sich früher in nennenswerter Weise für die Partei eingesetzt hat.

Kassel, 19. Juni. (Ehrenvolle Berufung.) Der Gauobmann im NSLB., Mittelschullehrer Otto Brinkmann,- ist mit dem heutigen Tage zum kommissarischen Regierungs­und Schulrat bei der Regierung in Kassel ernannt worden.

Kassel, 19. Juni. (E in Schwätzer vor dem Son­dergericht.) Das Sondergericht in Kassel verhängte gegen den 37jährigen Heinrich Reinhardt aus Marburg wegen Vergehens gegen die Abwehr heimtückischer Angriffe eine Gefängnisstrafe von drei Monaten. Ter Angeklagte hatte Anfang April 1934 einem SA -Mann Geschwätze er­zählt, die er von verschiedenen Leuten gehört hatte. U. a. hatte er behauptet, Göring und Goebbels hätten sich nach einer Meinungsverschiedenheit über das Urteil im Reichs­tagsbrandstifterprozeß entzweit. Tas Gericht rechnete dem Angeklagten seine gute Führung als Soldat und im Grenz­schutz in Oberschlesien mildernd an.

Biedenkopf, 20. Juni. (Der Rehmörder soll u n - schädlich gemacht werden.) Der Allgemeine Deutsche Jagdschutzverein sichert demjenigen Jagdberechtigten einen Betrag von 50 Mk. zu, der den Nachweis erbringt, daß er den unbekannten Rehmörder, der noch immer im Kreise Biedenkopf sein Unwesen treibt, unschädlich gemacht hat.

Marburg, 20. Juni. (Wertvolle Ergebnisse der Vogelzugforschung.) Die von der Zweigbe­ringungsstelle Marburg der Vogelwarte Helgoland bereits seit Jahren durchgeführte Kennzeichnung von Rauchschwal­ben hat die Feststellung ergeben, daß diese Vogelarl jahr­aus jahraus zum selben Nistort zurückkehrt. Weiter konn­ten durch Wiedersund von beringten Schwalben deren Wanderwege und Ueberwinterungsorte erkannt werden. Bisher lagen Nachrichten vom Wiederfund oberhessischer Schwalben in Südfrankreich, Italien, Spanien, Kamerun und dem Kongogebiet vor. Jetzt hat die Vogelwarte Helgo­land Meldung erhalten, daß eine am 28. Juni 1933 in Elnshausen bei Marburg beringte Schwalbe am 12. März 1934 bei Mechtras bei Tizzi Ouzou in Algier gefangen wurde. Bisher war nicht bekannt, daß der Zug unserer hessischen Schwalben in Afrika so weit östlich verläuft.

Frankfurt a. M., 20. Juni. (Von der Frankfur­ter Universität.) Dr. Walter Sebening, Privat­dozent für Chirurgie an der medizinischen Fakultät der Wolfgang Goethe-Universität ist zum nidjtbeamteten außer­ordentlichen Professor ernannt worden. Dr. Sebening ist gleichzeitig vom Magistrat der Stadt Berlin zum Tirektor der chirurgischen Klinik des Rudolf Virchow-Krankenhauies gewählt worden.

Frankfurt a. M., 20. Juni. (Eaupresfeamts- leiter Woweries M. d. RJ Als Mandatsnach-olger für den kürzlich verstorbenen Reichstagsabgeordneten Lam:- rat-Fritz Lengemann ist jetzt der Leiter des Gaupre-eamles Heüen-Nauau, Schriftleiter Franz Hermann Mowerlss, be­stimmt worden. Eaupresseamtsleiter Woweries, der heute im 27. Lebensjahr steht, gehört seit 1924 der nationalsozia­listischen Bewegung an. Er war zunächst Hitlerjugenviüh- rer, dann Gauredner des Gaues Thüringen uns später Reichsredner. Seit langen Jahren schon ist er im Gau Hessen-Nassau tätig. Nach der Neuordnung im Reichsver- band der Deutschen Presse wurde er mit der Leitung des Landesverbandes Rhein-Main im RDP. beauftragt.

Frankfurt a. M., 20. Juni. (Tagung der Kreis- propagandalriter.) Am Sonntag fand in Frank­furt a. M. auf Veranlagung des Gaupropagandaleiters Müller-Scheld eine Besprechung aller Kreispropagandalei­ter, Kreis-Film- und Funkwarte und Kreiskulturwarle des Gaues statt. Die Tagung gewann besondere Bedeutung durch die Anwesenheit des Vertreters des Reichspropa­gandaleiters Dr. Goebbels, des Pg. Fischer-München, und des Reichsleiters der Abteilung aktive Propaganda, Pg. Schulze. Bei der Tagung wurden wichtige neue Richtlinien bekannt und außerdem fand eine sich über alle Gebiete er­streckende Aussprache statt. Anschließend fuhren die Partei­genossen zur Eröffnung des Langener Stadions, das vor allen Dingen den Vertretern der Reichsleitung ausneh­mend gut gefiel. Sie kehrten erst nach einigen Stunden nach Frankfurt zurück.

Wiesbaden, 20. Juni. (D i e liebe Eifersucht.) In Eörsrod gab es vor einiger Zeit große Aufregung. Der 62jährige Landwirt Karl Sprenger, der auf seine 6Hährige Ehehälfte eifersüchtig (!) war, während diese ihrerseits ihm nicht über den Weg traute, hatte in einem Lokal eine Aus­einandersetzung mit ihr und gab ihr eineMaulschelle". Außerdem stieß er die Drohung aus, er werde ihr den Hals umdrehen und das Häuschen anstecken. Auf Grund dieser Drohung wurde der Ort alarmiert und vor dem Häuschen des Sprenger wurde eine SA.-Wache aufgestellt. Das paßte dem Landwirt nicht und er tat öffentlich die Aeußerung, daß er von Verbrechern und Vagabunden bewacht würde. Ter Stützpunktleiter erstattete Anzeige und nun stand Sprenger vor dem Schöffengericht wegen Beleidigung. Dor Gericht erklärte er:Ich habe ihr nicht getraut, sie hat mir nicht getraut, trotzdem wir zusammen 122 Jahre alt sind. Das Gericht verurteilte Sprenger wegen Beleidigung zu 40 Mk. Geldstrafe.

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