Schikanen des Dollfuh-Systems.
Schießfreiheit gegen „Nazis" in Österreich.
Für die „Ortsivchren".
Die Landesführung des Heimatschutzvcrbandes Niederösterreich hat für die Aufstellung und den Aufgabenkreis der Ortswehren einen Befehl erlassen. Darin heißt cs u. a., es sei „n i ch t die Aufgabe des Ortsschutzes, mit Glacehandschuhen die ALtionalsoziaNsten nur zu beobachten, sondern bei der allergeringsten drohenden Gefahr einer staatsfeindlichen Tätigkeit
rücksichtslos von der Waffe Gebrauch zu machen".
In dem Befehl heißt es dann weiter wörtlich:
„Beobachtet besonders bekannte Nazis in öffentlichen Stellungen und entfernt da und dort rücksichtslos einmal einen aus dem Amt. Einige solche Beispiele wirken für den ganzen Kreis dieser Staatsverbrecher.
Der Kampf muß in 14 Tagen beendet sein, damit der einsetzende Fremdenverkehr, welcher der Gesamt- bcvölkerung Brot bringt, nicht behindert wird. J : d c s Mittel ist recht!"
Zu gleicher Zeit werden die seit dem Februaraufstand in Haft befindlichen
Marxisten zu Hunderten freigelaffen.
Von 2400 Häftlingen in Wien sind bereits 2000 wieder in Freiheit.
Forschertod fern von der Heimat.
Wie Alfred Drexel starb.
Von der deutschen Hi >n a l a y a Expedition laufen jetzt ausführliche Nachrichten ein über das schwere U h = glück, das die Gruppe der tapferen Forscher betroffen hat. Den ungewöhnlichen Strapazen bei schwierigen Verhältnissen ist Alfred Drexel, der bekannte Münchener Bergsteiger, ein hervorragender Alpinist, infolge einer L u n g e u c n t z ü n - dang erlegen.
Der Leiter der Erpedilion, Willi Merkl, sandte hierüber folgendes Kabel:
„Die Spitzengruppe mit Drexel hat am 7. Juni den Weg nach Lager 4 — 5800 Meter — erkundet - und hiervon durch Funkspruch das Hauvtlager um 14 Uhr verständigt. Drerel kehrt auf Drängen der Kameraden wegen heftiger Kopfschmerzen mit Träger von Lager 3 nach Lager 2 zu Bechtold und Müllrittcr zurück. Müllrittcr steigt noch am Abend nach Lager 1 hinunter, um den Arzt zu holen. Ain nächsten Tag hat sich der Krankheitszustand Drexels sehr v e r - s ch l i mm e r l. Erpeditionsarzt Dr. Bernard steigt mit Müllritter sofort nach Lager 2 auf.
Inzwischen ist Drexel seit zehn Uhr bewusstlos und verfällt von Stunde zu Stunde.
Sofortige intravenöse Einspritzung von Herzmitteln und Anwendung aller Hilfsmittel. Leichte, kurzanhaltende Besserung. 21 Uhr K plötzlich Auslassen des Herzens,
Fünf Minuten später entschläft' Drexel in den Armen tieferschütterter Kameraden, ohne das Bewußtsein wieder- erlangt zu haben.
Trotz großen Krafteinsätzcs der ganzen Expedition sowie Lunerordentlicher OpferüLrettschast -èr DarjxMngKräger.bei und Nacht im Schneesturm mar Hilfe nicht mehr m o g T i ch
Alle Teilnehmer und Träger treffen am Abend zur Vorbereitung der Bestattung im Hauptlager ein. Konsul Kapp imb die beiden englischen Begleitoffiziere Captain Trier und Sangster haben der Expedition ihr tiefstes Beileid ausgesprochen."
Die Beisetzung Alfred Drercls fand am 11. Juni um 17 Uhr statt, aus einem grünen Moräncnhügel nahe dem Hauptlager.
Sechs Kameraden truacn die Bahre, die mit der Hakenkreuzfahne bedeckt war. Alle anderen brachten Blumen und Kränze. Ein langer Trauerzug der Träger folgte.
Am Grabe sprachen Willi Merkl und Konsul Kapp, der
URHEBER-RECHTSSCOUT^V ERLAG OSKAR MEISTER .WERDAU
16 Nachdruck verboten,
Hans-Jörg warf nur ab und zn ein Wort dazwischen, aber es war gut und freundlich gesprochen, was er sagte. Den alten Baron dünkte cs ein unsagbar schöner Abend, er sonnte sich an dem Strahlen der Schwiegertochter und dem ruhig-gütigen Ernst des Sohnes. Sie paßten doch zusammen, die beiden, und Jörg hatte seine junge Frau ohne allen Zweifel herzlich lieb, denn als sie spät nach Mitternacht zusammen die Treppe hinaufstiegen, lag sein Arm um Stephanie geschlungen, und ehe sie in ihr Zimmer trat, küßte er sie auf Mund und Wange.
Nichtsdestoweniger brachte der nächste Abend eine Katastrophe.
Stephanies Tante, eine Schwester ihrer verstohlen Mutter, hatte einen Riesenkorb auserlesener Blüten aus Italien geschickt, und während die junge Frau sie nun in Vasen und Schalen ordnete, sagte sie über ie Schulter hinweg zu ihrem Schwiegervater: „Wenn es im Januar hier recht stürmt und schneit, fahren wir nach Rom, Papa!" Sie reichte ihm das Billett hinüber, das der Sendung beigelegen hatte.
„Ich bin nicht eingeladen, Kind," wehrte er dankend ab.
„Du gehörst zu mir! Wer dich nicht anfnimmt, braucht auch mich nicht zu haben. — Willst du--?" Hansjörg sah mit zusammengeschobenen Brauen, wie sie die Arme um den Hals des Vaters legte und ihre Wa.»ge an die feine drückte. Sie schien überhaupt vergessen zu haben, daß auch er noch im Zimmer war, denn sie sprach mir für den alten Herrn. „Fahren wir über den Gotthard? — Oder willst du lieber über den Brenner, Papa?"
„Wenn, dann über den Brenner, Kind!"
.„Oh, sein! Die Mama hat mir nämlich Geld für kinen Pelzmantel ausgehändigt. Ich habe aber schon drei. Was brauche ich da noch einen vierten? Wir neh- natürlich Schlafwagen. — Frenst du dich, Papa?" Ihre Augen strahlten ihn an. Mit einem herzhaften gab sie ihn frei, fuhr ihm über das Haar und ver- gutgelaunt das Zimmer.
Merlin blickte zn dem Sohn hinüber und hatte eine Ege in den Augen. Etwas zögernd sprach er sie ans: »Du gönnst es ihr doch?"
«WaS--?"
»$ie Fahrt nach Italien!"
Eo (am nicht sogleich eine Antwort. Hans-Jöra steckte
In Wien wurden durch Explosion einer Bombe a w c i Telephonautomaten zerstört. Ein Polizeibeamter und zwei Zivilpersonen wurden leicht verletzt. In der Lcopoldstadt wurde durch die Explosion eines Böllers erheblicher Sachschaden anaericktet.
NationalsoziaUstijchen Studenten soll ön8 Studium uwcrimuven werden.
Wie aus Wien gemeldet wird, beabsichtigt das Unterrichtsministerium eine durchgreifende Umbildung des gesamten H ochschulwcscns in Österreich durchMführ«!. Die Neuregelung soll schon zum nächsten Semester in Kraft treten. Es wird allgemein angenommen, daß in Zukunft die Berechtigung zum Studium au die Zugehörigkeit zur „Vaterländischen Front" oder den Nachweis „vaterländischer Gesinnung" geknüpft werden soll!
Sämtlichen Studierenden, die im Verdacht stehen, der Regierung ablehnend gcgcnübcrzustehcn, sollen also Schwierigkeiten in der Durchführung des Studiums bereitet werden.
Ferner wird aus Innsbruck gemeldet: Nachdem der Sicherheitsdirèktor zunächst die übliche Sonnenwendfeier in Tirol genehmigt und nur wegen des Namenstages Adolf Hitlers die Verlegung auf einen späteren Sonntag angeordnet hatte, teilte er nunmehr mit, daß auf Weisung des Bundeskanzleramtes sämtliche Sonne n w e n d h ö h e n f c u e r in diesem Jahre überhaupt verboten seien.
Vertreter des Deutschen Reiches in Bombay, Die g.rauerfcicr in 3600 Meter Höhe im Angesicht der höchsten Berge der Erde war w ü r d i g und tief ergreifend.
Die Darjeeling-Leute zeigten große Teilnahme. Sie gaben dem toten Sahib Gebets schlcier ihrer Frauen mit ins Grab. Das Grab wurde mit Steinen beschwert und mit einem Holzkreuz, Kränzen und Blumen geschmückt. Von der Grabstätte geht der Blick frei hinaus zum Nanga-Barbat, hinaus ins Tal des Indus und hinüber zu den Bergen des Karakorums.
sich erst eine Zigarre in Brand und sagte dann ritBtg: «Auf dem Rückweg könnt ihr über die Schweiz zu mir nach Konstanz kommen. Der Bodensee ist auch im Winter schön."
„Das ist eine Idee, Jung'! Wirklich! Das heißt, vorausgesetzt, daß Stesfie will."
Hans-Jörg reckte die Schultern. Bei Tisch wiederholte er sein Angebot in Anwesenheit seiner Frau. Stephanie wußte hernach selbst nicht mehr zu sagen, was sie auf einmal so widerspenstig gemacht hatte, als sie jetzt gleichgültig erwiderte: „Wollen wir, Papa? 88 paßt mir eigentlich nicht recht in die Reisepläne. Ich wäre lieber über den Lido gefahren und von dort über Tarvis nach Wien. Aber wenn hu nach Konstanz willst — komme ich natürlich auch nach Konstanz mit."
Hans-Jörgs Weinglas fiel um.
Sie streckte zwar noch rasch die Hand danach an8, aber es war zn spät. Eine rote Flut ergoß sich über den weißen Damast And tropfte schwer auf deu Boden.
Stephanies Hand zitterte, als sie auf die Klingel drückte. Das Mädchen kam, eine frische Decke anstn- legen und sah verschüchtert in das Gesicht des hingen Herrn, das furchtbar entstellt war. Er konnte sich kaum solange beherrschen, bis das Mädchen sich entfernt hatte. Die eine Hand auf der Tischplatte geballt, snchtc er seinen Zorn niederzuringen. Es war umsonst. Stephanie fuhr zusammen, als er sie nun anschrie: „Ich möchte dich ein für allemal warnen, solch ein gewagtes Spiel zu treiben!"
„Ein Spiel--?"
„Schweig!--Wenn ich sage: Du kommst zu mir nach Konstanz--dann kommst du! Wenn du dir auch in Wien mehr Amüsements versprichst. Ich renne auch nicht hinter lauter Vergnügen her!"
Der alte Merlin suchte cinzuleukcn: „Selbstverständlich kommt die Stcssie, nicht wahr, Kind--?"
Sie hielt, wie von Sinnen, die Lippen aufeinarber» gepreßt.
„Sie kann es jetzt natürlich noch nicht mit Gewißheit versprechen," entschuldigte der Schwiegervater. „Wir wissen ja noch gar nicht ob wir reisen. Jörg."
yans-Jörgs Lungen atmeten hörbar. Er mutzte über Stephanie hinwegsehen, sonst vergaß er sich zum zweiten Male. Und gereizt durch ihr hartnäckiges Schweigen, grollte er von neuem los: „Außerdem möchte -ch dir sagen, daß ich solche nächtliche Ausflüge, wie du sie diesmal in Wien inszeniert hast, nicht wiederholt wissen möchte!"
Ihr Gesicht verblaßte vollkommen, dann stand es blutüberschüttet. „Wie gemein von Oehine, eine Frau preiszugeben!"
„Oehme ---?" Der Ruck, mit dem es ihn herumritz, sowie das grenzenlose Erstaunen in seinen Augen waren so echt, daß sie. ein lähmender Schrecken erfaßte.
Kurze politische Nachrichten.
Der Reichsminister für Ernährung und Landwirt- fchaft, R. Walther Darre, hat den Landstallmeister Seiffert vom preußischen Landwirtschaftsministerium zum Reichskommissar des Reichsernährungs- miniftcriumë für Pferdezucht und Pferde- f p o r 1 bestellt.
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Der Führer der Wirtschaft fordert in einem Aufruf zur Wtedercinstellung älterer und kinderreicher Arbeitsloser auf. Dabei soll aber keine Überalterung der Belegschaft eintreten und der unentbehrliche Nachwuchs der Facharbeiter gesichert bleiben.
Der Geschäftsführer des aufgelösten Reichsverbandes oer Deutschen Fischhändler Paul Winkler, ist auf Antrag des Reichsobmannes des Reichsnährstandes i n Schutzhaft genommen worden. Winkler hatte sich der angeorbneten Auflösung des Reichsverbandes widersetzt und versucht, Unruhe in der Fischwirtschaft zu stiften.
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Der in den Tagen vom 7. bis 9. Juli in Kassel stattfindende 5. Deutsche Reichskriegertag des Kyffhäuserbundes versp icht eine machtvoll? Kundgebung des alten deutschen Soldatentums im Dritten Reich zu werden. Heute liegen bereits rund 200 000 Anmeldungen von Bundesangehöriaen vor. Unter den vielen Ehrengästen werden sich Vertreter der Reichsregierung und der Länderregierungen, der obersten SA.-Führung, der Reichswehr und zahlreicher anderer Organisationen befinden.
Wer terrorisiert im Saargebiet?
Separatistischer Gewaltakt gegen deutsche Zollbeamte.
In dem saarländischen Ort Sülzbach wurden die beiden deutschen Zollbeamten Pinne und N e n in a n n von einem Mann, der sich als Nationalsozialist ausgab, in einen Hausflur gelockt. Dort sahen sich die Beamten plötzlich von zivanzig Separatisten ii .- ringt. Sie wurden in ein Zimmer eingeschlossen und
gezwungen eine Erklärung zu unterteilt a, die behauptet, sie seien als deutsche Zollbeamte in Teil- uniform ins Saargebiet gekommen, „um dort Nachforschungen anzustellen". Im Fall der Weigerung hätten sie, wie ihnen angedroht wurde, den Raum nicht mehr hebend verlassen. Ein an der französischen Schule^ angestellter Lehrer Müller erklärte, er brauche das Schreiben, „um in Deutschland anständig behandelt zu werden", wenn er einmal dorthin käme.
Die „Saarbrücker Zeitung" fügt diesem Bericht hinzu, es fei höchste Zeit, daß die Abstimmungskom- ni i f f i o it sich endlich einmal an Ort und Stelle davon überzeuge, auf welcher Seite der wirkliche Terror zu finden sei.
Deuie vor einem Jahr. . .
wählte Danzigs neuer Pulkstag eine nationalsozialistische Regierung unter Dr Rauschning.
Schulkinder sammeln
für die Saarbefreiung.
Eiiic Freiburger Klasse überreichte Dr. Goebbels 400 Mark.
Ein erfreuliches Beispiel nationalsozialistischer Opferbereitschaft gab die Klaffe VIII C der Hilda-Schule in Freiburg im Breisgau. Sie überreichte dem Rcichs- «tinister für Volksaufklärung und Propaganda, Doktor Goebbels, bei feinem Aufenthalt in Freiburg einen Betrag von 4 0 0 Mark, der durch Sammlung in der Klasse aufgebracht worden war, als Beitrag deutscher Mädels für die Befreiung der Saar.
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„Was ist mit Oehme? — Du willst doch nicht etwa sagen, daß du in jener Nacht bei ihm gewesen bist?"
„Jörg--," schrie Merlin auf. „Du weißt nicht mehr, was du sprichst!"
„Erlaube, Papa, nachdem du nun schon Zeuge unserer Auseinandersetzung bist, wirst dir mir doch das Recht zngestehen müssen, daß ich meine Frau frage, wo sie >es Nachts gewesen ist."
„Hans-Jörg," bat der alte Baron, als er sah, daß Stephanie völlig in sich zusammengesunken war, „Es ist ja unmöglich, nicht wahr, Kind--?"
Sie schwieg und hielt, die Lider halb geschlossen den Kopf gegen die Lehne des Stuhles zurückgedrückt. Nichts als ihre Haltung ließ die Schuld ahnen, deren sie sich zeihen mußte. „Ich kann auch Oehme selbst fragen, wenn du das vorziehst," meinte Jörg.
Ihr Rücken richtete sich langsam auf: „Ich--war bei ihm!"
Sie wagte nicht, nach dem Schwiegervater hinüberzn- sehen und blickte starr nach dem Muster des Teppichs.
„Wo?" fragte Hans-Jörg.
„Im Wintergarten des Hotels Bristol."
„Hat er dich dorthin bestellt?"
Der alte Merlin saß hilflos dabei. „Steffic!" flehte er. Und noch einmal: „Steffic!"
Ihr Blick irrte an ihm vorüber, als sie Antwort gab: ^Jch habe ihn dort anfgesucht."
„Zu welchem Zweck?"
Sie Hemmte die Hände ineinander. „Ich war so verzweifelt," stieß sie heraus. „Ich hatte niemand, als ihn--" Das letztere war kaum mehr vernehmbar.
„Du hattest niemand, als ihn?" Haus-Jörg sah nach deu Fenstern, hinter deren hellbeleuchteten Scheiben der Schnee weiß und lautlos zu Boden fiel. „Das sagt eigentlich alles! Ich schlief in deinem Zimmer. Deine Mutter eine Etage unterhalb.-- Oehme war eine Stunde weit von dir weg!--Und zuihm gingst du! — Er wird mir Rechenschaft geben müssen, was zwischen euch gewesen ist. Eine Frau läuft nicht nächtlicherweile zu einem Mann, mit dem sie nichts verbindet."
Stephanies Gesicht erstarrte. „Ich nehme alle Schuld nuf mich!"
„Das ist sehr löblich," beschied er sarkastisch. „ES macht aber die seine nicht wett, denn sie wiegt doppelt, weil er mein Freund ist.--Schließlich ist das eine Sache, die zwischen Männern ansgetragen wird. Du brauchst dich also nicht weiter zu erregen."
Sie war am Ende aller Kraft und jeglicher Ueber- legung: ,^ch habe ihn nur um Auskunft gebeten-- mit wem du in Konskonr lebst!"
(Fortsetzung folgt.)