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Zul-aer /lnzeiger

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Nr. 123 1934

Fulda, Mittwoch, 30. Mai

11. Jahrgang

Volksverbundenheit zwischen Stadt und Land.

Oer Asichsnährfiand legt Rechenschast ab.

»atré bei der Eröffnung der Erfurter A u s st e l l n n g.

>n Erfurt wurde auf dem am Flughafen gelegenen Gelände die erste R c i ch s n â h r st a n d s a u s st e i - jung feierlich eröffnet. Sie umfasst alles, was der deutsche Nährstand an Spitzenleistungen auf dem Gebiete der rjerzucht, der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und des landwirtschaftlichen Maschinenbaus auszuwciscn hat.

Trugen die früheren Ausstellungen im wesentlichen ünen mehr sachlichen Charakter, so steht die Erfurter Aus­stellung erstmalig im Zeichen der V o l k s v e r b u n d en - h c i t z w i s ch e n S t a d 1 n n d L a n d. Die Schau soll nicht nur dem Fachmann Anregungen und Förderung geben, sondern soll auch Brücken schlagen zwischen dem Nährstand als dem Träger der Polksversorgung und dem Jtädter, der in dieser Ausstellung die hohe Leistungs- sähigkeit. die Mühe, den Fleiß und die Zuversicht des deut­schen Landvolkes erkennen wird.

Die Ehrengäste mit den Ausstellern und den bereits am ersten Tage zahlreich von überallher erschienenen Land- und Stadtbewohnern versammelten sich zu einer schlichten Eröfsnungsfeier im Großen Ring. Nachdem ein SS.-Musikzug die Feier mit dem Badenweiler Marsch eingcleitet hatte,' folgten ein wuchtiger Jprechchor der Landjugend im braunen Ehrenkleid der Hitlerjugend und ein Bauernlied. Die Begrüßungsansprache hielt der Erfurter Oberbürgermeister P i ch i e r. Stabshauptav- teilungslciter Motz- Berlin betonte, daß diese Ausstel­lung die größte Schau des Reichsnährstandes sei. Richt nur alle Fragen, die das Bauerntum mittelbar oder un- ^niftdbav xw seiner Gesamtheit anamgeu, sondern auch die

VcrwWzelunq bäuerlichen Lebens in heimatlicher Eigenart

werde in Mimataussteünngen im Rahmen dieser^Schau gezeigt. Hierbei sei der Reichsnährstand von allen Staats­behörden, der Reichswehr, der SA. und der Hitlerjugend, vor allem aber auch von der Stadt Erfurt weitgehend unterstützt worden.

Sodann ergriff, mit starkem Beifall begrüßt,

Reichsminister R Walcher Darrè,

der Führer des Ehrenausschusses, das Wort zu einer weg­weisenden Ansprache über Bauerntum und Agrarpolitik. Er führte in seiner Rede u. a. folgendes aus:

Wenn der Reichsnährstand heute seine erste Aus­stellung veranstaltet, so will er damit Rechenschaft ab- lègcn vor sich selbst und vor dem ganzen Holk über seine Leistung und sein Können, und zwar nicht im wirtschaft­lichen Sinne nach ErtragsrüÄsichten, sondern in höherem, man kann vielleicht sagen, im politischen und sittlichen Sinne. Der Bauer will liier seine Stellung als unter­ster und

breitester Träger der Gesamtwirtschaft.

als Diener am Holk veranschaulichen. Die Ausstellung soll veranschaulichen, wie sich der n e u e G e m e i n s ch a f t s- geist im deutschen Bauerntum aus den verschiedensten Gebieten auswirkt: sie soll nicht nur die wirtschaftspoli­tische Stellung des Bauern im Rahmen der Gesamtheit veranschaulichen, sondern vor allem auch seine geselüchaft- liche und in tiefem Sinne sittliche Stellung im Holk. _ Wir benutzen das alte Mittel einer Messe, einer Warenschau, um unter entsprechender Umstellung gegen die libera- listische Wirtschaft und liberalistische Weltanschauung Pro­paganda zu treiben.

So sehen Sie zunächst aus wirtschaftlichem Gebiet, wie dem heillosen Wirrwarr durch den rücksichtslosen Geschäftsgeist und Wettl^ewerv einzelner heute eine O r d- nung gefolgt ist, die sich zwar erst im allmählichen Auf­bau befindet, aber für die zehn Monate, die wir wirklich nationalsozialistische Agrarpolitik treiben können, schon einige Leistungen gerade zu dieser Ausstellung aufweisen saun. So werden wir vor allem nach der Verordnung über Saatgut in kürzester Frist zu klaren und übersicht- l>chen Verhältnissen aus den«

Saatgutmarkt

gelangt sein. Das äußere Zeichen dieser Bereinigung ist bas Haus der Pflanzenzucht, in dem zum ersten Male eine Gemeinschaftsausstellung der deutschen Pflanzenzucht wisgeführt ist. Auch die Tierzucht mußte in diesen Ketten Grundgedanken eingebaut werden, gerade im Hin Wiek ans die Abgrenzung zwischen Landestierzucht und Hochzucht. Der Reichsnährstand wird auf dem Gebiete Schauen und des Preiswettbewerbes alterpröhie -brege zwarich, verlassen, wohl aber wird er im Gegen W Zu früher Tiere die n i ch l s m e b i g e in e i n boben mit der Schöl I e, ans der sie leben . Wh aller aufgelegten Formenschönheit von der Preis suerkennnng zurück,veisen

sehen auf dieser Ausstellung aber nicht nur den ^snâhrstand als Erzeuger, als Lieseranten, sondern

als Kunden der übrigen Wirtschaft.

der Industrie. Es war von Anfang an unsere - wju^t, nicht mehr, wie im Liberalismus, die harte M?sarbeit der Bauern zum SpielbaU wüster Börsen

werden zu lassen. Schon die zehn Monate eualsozialistiscber AararvolitU haben gezeigt, daß

innerhalb des Reichsnährstandes durch eine vernünftige und zielbewußte Marktregelung Wandel geschossen werden kann.

Bei einer sinnvollen Marktordnung darf kein Zweifel bestehen, das; Anbau und Erzeugung der Landwirtschaft so geleitet werden, wie cs die Lebensbedürfnisse des ge samten Volkes verlangen. Diese Marktregelung, deren Aufbau und Auswirkungen wir auf dieser Ausstellung zeigen, mag gewiß als eine umwälzende Maßnahme an gesehen und auch angegriffen werden, setzt sie doch den Hebel an die empfindlichste Stelle des Liberalismus. Aber im Grunde genommen stellt sie nichts anderes dar als die folgerichtige Durchführung des Gedankens von Max Epth vom Wissen und Können.

Hier in Erfurt kommt es nun darauk an, dem Bauern für seine Bedürfnisse ein eindringliches Bild seiner Ge­schichte. seines Brauchtums, seiner Sitte und Gesittung ni zeigen. Vor allen Dingen wollen wir ein einwand- sreies Bild von der stolzen Höhe unserer germanisch- kulturpolitischen Bauernkultur vorführen. Diesen welt­anschaulich-kulturpolitischen Teil enthält das Reichsnähr­standshaus. Man wird hier erkennen, wie unsere ganze nationalsozialistische Agrargesetzgebung bewußt auf der

Freibauernverfassung unserer germanischen Vorfahren aufgebaut ist. Das Reichserbhosgesetz und das Reichsnährstandsgesetz be­ruhen auf der alten germanischen Einstellung zu Grund und Boden.

Wir sehen immer wieder den Kampf um das alte Recht und die alt Ordnung, das den Freibauern von römischem Recht, römischer Kirche, landsremden Fürsten und jüdischem Geschäftsgeist mit Feuer, Schwert und Paragraphen streitig gemacht wird: und nach all den Kämpfen und blutigen Unterdrückungen der Bauern, nach den Zersetzungserscheinungen der liberalistischen Zwischen­zeit erblicken wir in der Ausrichtung des Dritten Reiches der Deutschen durch unseren Führer Adolf Hitler die endgültige Wiederbefreiung des deutschen Bauern und damit die Erlösung des Volkes zu sich selbst.

Die vielfach von lebhafter Zustimmung unterbrochenen Ausführungen des Ministers klangen aus in das Deutsch­land- und das Horst-Wessel-Lied. Ein GanL durch, die riesige Ausstellung schloß sich an.

*

Die Eröffnung der Reichsernâhrungs- ausffellung in Erfurt.

Bericht unseres nach Erfurt entsandten W.=S.=Scnbcr= berrchterstatters.

Die Queste vom Questenberg und die himmelhohe Fichte von der Rhön, die als Thüringer Maibaum aus­gestellt ist, sind die beiden weithin leuchtenden Wahrzeichen der e r st e n R c i ch s c r n ä h r u n g s s ch a u in @ r f u r t und dienen dem benachbarten Flugfeld als Symbol für den aus allen Teilen Deutschlands hier ankommenden

Die Abrüstungsvorschläge der Nationen.

Die grohe Aussprache in Genf hat begonnen.

Die neue Tagung des Haup 1 au s s ch u f f c é der A b r ü st u ngskonfere n z wurde unter starkem Andrang des Publikums vom Präsidenten H e n d e r f o n eröffnet. Henderson begann seine Erklärung mit der Feststellung, die allgemeine politische Atmosphäre, die schon seit Zusammentritt der Konferenz nicht sehr günstig gewesen sei, habe sich bestimmt nicht gebessert. Henderson betonte die Notwendigkeit einer raschen Lösung einiger der Konferenz übertragenen Aufgaben.

Es müsse 1. eine Lösung des Problems der nativ naleii Sicherheit jesunden werden, das bic Grundlage der gesamten Abrüstungsfragen bilde: 2. es müsse beut Wettrüsten auf dem Gebiete der Luftflottrn Einhalt ge^ boten und 3. eine internationale Kontrolle der Herstellung und des Handels von Waffen geschaffen werden.

Es komme jetzt darauf an. allgemeines Vertrauen auf eine effektive internationale Aktion gegen den Angreifer herzustellen. Nur dann könne man von den Ländern erwarten, daß sie in eine Herabsetzung ihrer Rüstungen eiuwittigen.

USA: Verteidigungskräfte stärken, Angriffskraft schwächen.

Unter großer Spannung eröffnete R orina n Davis als Bevollmächtigter der Vereinigten Staaten den Reigen der Redner. Er stellte zunächst fest, daß die großen Hoffnungen, mit denen die Ab rüstungskonferenz einst begrüßt worden sei, heute tief berabgeftimmt worden seien. Trotzdem sei er der Mei nung, daß das Abrüstungsproblem nicht unlösbar sei, wenn alle Rationen im richtigen Geist diese Lösung er strebten.

Es gibt, so führte der Vertreter Amerikas aus, nur zwei Wege, um Sicherheit zu schaffen: Entweder eine

Verkehr. Hunderttausende von Bauern sind seit den frühen Morgenstunden auf allen Straßen und mit Ge­fährten aller Art zu dem Ausstelluugsplatz gezogen. Schon jetzt steht fest, daß

keine der landwirtschaftlichen Jahrcsausstellungcn der letzten fünf Jahrzehnte eine derartige Zugkraft entwickelt

hat, wie die erste Reichsernährungsschau. Nicht zum wenigsten verdankt sie diesen Ersolg der zielbewußten Art, wie diesmal Sitte und Brauchtum in den Vordergrund gestellt worden sind, sowie den den neuen Richtlinien der nationalsozialistischen Agrarpolitik angepaßten Umstellungen in der Marktgestaltung, der Pflanzen- und Tierzucht.

Um 12 Uhr mittags riefen durch die Lautsprecher weitergegebene Klänge des Badenweiler-Marsches die Hunderttausende und aber Hunderttausende in den großen Ring zur Eröffnungsfeier zusammen. Nach dem gemein­samen Gesang des deutschen Banernliedes begrüßte Ober­bürgermeister P i ch i e r - Erfurt die Gäste, insbesondere den Reichsbauernführcr und die übrigen Vertreter der Re­gierung. Er betonte, daß diese im Zeichen des Dritten Reiches errichtete

Ausstellung ein Markstein der nationalsozialistischen Agrarpolitik

sein solle. Richt nur der Bauer ist heute wieder in den Blickpunkt des Volkes gerückt, sondern auch der Städter hat dafür volles Verständnis gewonnen, denn in uns allen fließt dasselbe B a n e r n b l u t. Stabshaupt- abtcilnngsleiter Motz vom Reichspropagandaministerium führte aus, daß die erste Reicksnäbrsiandsschau die nationalsozialistische Weiterbildung der früheren Wander­ausstellungen der Deutschen Landwirtschaftlichen Gesell­schaft barftcöc. Sie soll jetzt und in Zukunft die Möglich­keit bieten, die

heimatliche Eigenart einzelner Lrammgebielc aufzuzeigen. Es entspricht der nationalsozialistischen Er­kenntnis, daß die V o l k s a u f k l ä r n n g einer der wesentlichen Faktoren zum weiteren Aufbau des Dritten Reiches ist.

Reichsbauernführer und Reichsernährungsminister Darrs gab in kurzen Worten Richtlinien für die weitere Ausgestaltung der Ausstellungen, von denen die Reichsnährstandsschau ein erstes Beispiel dar­stellt. Mit den zersetzenden Erscheinungen des libera­listischen Zeitalters, in dem der Erfolg einer Ausstellung nur nach den Einnahmen berechnet und bewertet wurde, mußte gebrochen werden. Es mußte dem ganzen Volke gezeigt werden, daß der

Bauer heute als der lebensgcsctzliche Urstand,

als das Fundament der Nation anzusehen ist Der Beifall, mit dem die Ausführungen von Darrö ausgenom­men wurden, steigerte sich nochmals zu einer starken Kund­gebung, als am Schluß bei Reichsbauernführer und Reichsernäbrungsminister das Reichserbbofgcsctz und die nationalsozialistische Agrarpolitik als die Grundlagen zur Wiedererneuerung der gesamten Ration im Sinne Adolf Hitlers bezeichnete.

überwältigende Nüstungsüberlegeiiheit. vielleicht zusammen mit einer Rückversicherung durch Bündnisse. Aber dieses System hat einst zu einem Wctt rüsten und dann tum Weltkriege geführt.

Der andere Weg ist folgender: Es gilt, die Ver t e i d i g u n g s k r â s t e z n stärken und die B n = griff Straft zu schwächen, mit anderen Worten die Aussichten eines erfolgreichen Angriffskrieges zu ver mindern durch eine allmählich sich steigernde A b - schafsung derjenigen Waffen, dir sich besonders für einen Einfall eignen, b. h. ver schweren bcweglichcn Ar­tillerie, der Tanks, ber Gaswaffen und der Bombenflugzeuge. Diese Abrüstungsmcthodc würde eine wirkliche Hilfe für die Aufrechterhaltung des Friedens sein, vor allem auch dadurch, daß man damit die Instrumente aüschafscn würde, die für einen erfolg reichen Angriff unerläßlich sind, und moburdi man auch den Festungen und anderen Bcrtcidignngsmittcln eine Überlegenheit sichern mürbe.

Die amerikanische Regierung ist überzeugt, daß n u r dieser zweite Wcg ber b"r Abrüstung Friede und Fortschritt in der Welt und die nationale Sicherheit jedes Landes verbürgen kann. Seiber ist bic entgegengesetzte Strömung in Europa gegenwärtig vor­herrschend. Ein Fortschreiten auf diesem Wege würde wieder Bedingungen schaffen, wie sie dem Weltkrieg vor angingen.

Norman Davis fuhr dann fort:Präsident Roose velt hat mich beauftragt, die Haltung und Politik der Vereinigten Staaten folgendermaßen msainmcnzusasscn:

Wir sind bereit, jeden praktischen Wcg zu bcschrcitcn mit dem Ziel, ein allgemeines AvrüstungSabkvmmcn zu erreichen. Wir sind weiter bereit, in Verbindung mit einer allgemeinen Abrüstungskonvention ebenfalls über einen allgemeinen Nichtangriffspakt zu ver handeln und mit anderen Nationen über alle Probleme zu sprechen, bic aus Verträgen erwachsen können, an denen wir tcilnchmen. Die Politik bot Vereinigten Staaten hat das Ziel, sich außerhalb jedes