Verhaftung von Reaktionären in Pommern.
mje der „Völkische Beobachter« meldet, sind auf Anord- „ des Geheimen Staatspolizeiamts einzelne leitende «Üiunlichkeiten des Deutschen Frontkämpferbundes (Stahl- durch die Staatspolizeistelle Stettin wegen des Set« staatsfeindlicher Umtriebe in Schutzhaft genommen
^Es"handelt sich bei den betreffenden Persönlichkeiten „.solche Versuche, die Einfügung der bisherigen Stahl- Ämangehörigen SA.-Reserve I in die große nationalsozia- Ä che Kampffront durch örtliche Maßnahmen bzw. Umer- ânaen zu verhindern oder zum mindesten zu erschweren. Ermittlungen seitens der Staatspolizeistelle Stettin im Gange.
Wie die „Pommersche Zeitung" dazu erfährt, handelt um den Landesführer des Stahlhelms, D e g e l o w , L den Stahlhelmführer Buchholz.
Die post in neuen Farben.
Die Deutsche Retchspost wird künftig für alle in. Post- dienst verwendeten Kraftfahrzeuge, Pferdepostwagen, Hand- ivaqen und Bahnsteigkarten die Farbe der nationalsozialisti- schen Bewegung verwenden. Die Fahrzeuge erhalten daher, «bald die Erneuerung des alten Anstrichs notwendig wird, den neuen roten Anstrich. Außerdem wird bei den Kraftomnibussen, Personenanhängern und Landkraftwagen der bisherige Reichsadler durch das Hoheitsabzeichen der NSDAP, und die Aufschrift „Reichspost" durch „Deutsche Retchspost" ersetzt. Das Dach der Fahrzeuge wird elfenbein- farbig, die Kotflügel. Trittbretter usw. werden schwarz lackiert.
Ähnlich wie die Wagen der Reichspost erhalten auch die Briefkasten und Wertzeichengeber, später auch die Fernsprechhäuschen die rote Farbe Mit der Änderung des Anstrichs wird in Berlin, München und Nürnberg begonnen werden. Die Postscheck- und LuftpostbrieKasten behalten ihre bisherige Farbe.
Hausfrauen, kaust deutsche Heringe!
Es ist das Bestreben der Reichsregierung, den inländischen Bedarf an deutschen Salzheringen, der sich jährlich auf über eine Million Faß beläuft, nach und nach aus -igenen Fängen zu decken Ein erfreulicher Erfolg ist diesen Bestrebungen auch bereits insofern beschieden gewesen, als die deutsche Produktion, die sich noch vor wenigen Fahren auf 200 000 bis 300 000 Raß belief, im letzten Fahre auf über 700 000 Faß gesteigert werden konnte.
Da jedoch die Einfuhr nicht in gleichem Mäße trotz aller Devisenschwierigkeiten eingedämmt werden konnte, hat der nfreuliche Mebrfgna der deutschen Heringsfischereien dazu liesiihrt, daß heute noch
große Bestände der besten deutschen Ware
auf den deutschen Fischercivlätzen in Emden. Leer und Grohn- Vegesack liegen. Diese Ware muß in wenigen Wochen geräumt sein, damit die Schiffe zur neuen Fangperiode auf See ulsgeschickt werden können. Es darf nicht geschehen, daß die Ware im Werte von über anderthalb Millionen Mark un- oerkausi daliegt und ein großer Wirtschaftszweig schwer gefährdet wird der vielen tausenden Seeleuten und Arbeitnehmern ihr Brot gibt.
Der deutsche Kaufniann und die deutsche Hausfrau haben Le unbedingte Ehrenpflicht, diese Ware zu bevorzugen. Es zeh! deshalb an alle Hausfrauen die dringende Bitte, nur neu/sche Salzheringe zu kaufen, und an sämtliche Händler, ‘ Bastwirte usw. die Aufforderung, diese deutsche Ware, die in mzüglicher Qualität zu billigsten Preisen zu haben ist, zu Wen. über den Bezug gibt die Deutsche Heringsgesellschaft ei. b. H., Bremen, Georgstraße 30, Auskunft.
Zeltlager deutsch« fiommuniflen in Belgien.
In den Wäldern zwischen den b e l g i s ch e n O r t e n Weibert und Aalst wurde von der Gendarmerie eine großangelegte Razzia a nf deutsche Kommunisten durchgefülm, die hier ein Zeltlager auf- geschlagen hatten. Es gelang der Gendarmerie, das Zelt aufzuspüren und unbemerkt zu umstellen. Mit vor- gchaltenem Revolver drangen die Beamten in das Zelt- innere ein. Die Kommunisten griffen zu Hieb- und Stichwaffen und versuchten, die Polizeibeamten zu überwältigen. Die Beamten waren gezwungen, von der Schutz- wasse Gebrauch zu machen. Ein gewisser Schauffrach aus München-Gladbach wurde durch einen Armschutz verletzt. Sie Verhafteten wurden nach Aalst transportiert. Sie richteten das Ersuchen an die belgische Behörden, nicht nach Dentschland abgeschoben zu werden.
Miüiar gegen Streikende.
Verschärfung des amerikanischen Streiks.
Der Streik der La st kraftwagen-Chaus - seure in Minneapolis (Minnesota) hat sich verschärft.
Gouverneur hat die Mobilisierung von d r e i R e g i - Untern Nationalgarde angeordnet. Wie aus ^oledo (Ohio) gemeldet wird, hat sich zwischen 3000 Streikenden und Polizei ein Zusammenstoß ereignet, bei ^enr vier Personen, darunter zwei Polizisten, schwer ber« W wurden. Die Leitung der Nationalgarde hat die Mobilisierung der Nationalgarde an- geordnet.
Ferner mußten acht Kompagnien Infanterie und drei Maschinengcwehrkompagnien mobilisiert werden, nachdem die streikenden Arbeiter dazu ^gegangen waren eine Fabrik regelrecht zu belagern, y mm zu weiteren heftigen Zusammenstößen, wobei viele Personen schwer verletzt wurden.
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Der National Industrial Conference Board schätzt m Zahl der Arbeitslosen in den Per einig- " Staaten für den Monat April auf 7 907 000. Dies eoeutet einen Rückgang von 114 000 gegenüber dem wrnwitat und eine Abnahme um 5 296 000 oder 40,1 Pro- .gegenüber dem März des vorigen Jahres, wo die veitslosikheit ihre höchste Ziffer erreicht hatte.
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Streiklagc in USA. immer bedrohlicher.
den „LN.ork. Nach Meldungen aus Toledo (Ohio) sind bei DorhÄ, ^cn Streikunruhcn etwa 100 Personen verletzt mit ~le Streikenden bombardierten die Apparatefabrik in, Die belagerten Arbeitswilligen verteidigten sich
Mäsbomben. Wiederholt kam es zu Schießereien- IMi- r™, , en beträgt etwa 375 000 Mark. Die National.
M mit Maschinengewehren die Fabrik, die im Wecien ™i§ abgesperrt ist. Aus Arbeiterkreisen wird ^robt r Anbietung von Militär mit dem ÄLueralstreik
Glücksrad und Würfelbude unter Kontrolle.
„EPH. Bekanntlich ist es noch nicht lange her, daß Glücksspielautomaten jeder Art von der Polizei verboten wurden. Inzwischen ist man nun im preußischen Innenministerium dazu übergegangen, auch Glücksräder und Würfelbuden etwas schärfer zu kontrollieren, als das bisher üblich war. So dürfen z. B. nur noch geringwertige Gegenstände, deren Einkaufswert nicht mehr als 5 Mark beträgt, ausgespielt werden. Der Spieleinsatz darf 30 Pfennig nicht überschreiten. Die Ausspielung durch Würfelspiel ist nur mit 3 Würfeln zulässig; im übrigen sollen Ausspielungen grundsätzlich nur durch Glücksrad erfolgen. Serienausspielungen, bei denen bei Abnahme von. mehreren Losen eine Preisminderung eintritt, sind unzulässig. Serienausspielungen mittels Glücksrad, bei denen ein Spiel erst stattfindet, wenn eine bestimmte Anzahl von Karten verkauft sind, dürfen nur genehmigt werden, wenn auf je 50 Lose mindestens 3 Gewinne entfallen. Der Wert der Gesamtgewinne muß 60 v. H. des Gesamt- preiseS der für eine Ausspielung ausgegebenen Lose betragen. Jugendlichen unter 18 Jahren darf die Beteiligung an einer Ausspielung nur in Begleitung der Erziehungsberechtigten oder deren Vertreter gestattet werden.
Weltkirchenkonferenz 1937 ?
jDer Vollzugsausschuß der Lausanner Weltkirchenkonferenz in Düsseldorfs
EPH. Der Vollzugsausschuß der Lausanner Weltkirchenkonferenz trat in Düsseldorf zum ersten Mal auf deutschem Boden zusammen. An den Beratungen, die unter dem Vorsitz des anglikanischen Erzbischofs von Uork, William Temple, stattfanden, nahmenu. a. der Bischof von Gloucester und Dr. Garvie-London, ein Führer der englischen Freikirchen, teil. Der deutsche Protestantismus war durch Generalsuperintendent a.D. O. Zö lln e r-Düsseldorf, die UniversttätSprofesforen O. Dr. Deißm ann-Berlin und O. Sasse-Erlangen und durch Dr. Krummacher vom Kirchlichen Außenamt vertreten. Die Beratungen, die vertraulichen Charakter trugen, beschäftigten sich u. a. mit der Vorbereitung der Weltkirchenkonferenz, die voraussichtlich im Jahre 1937 in England stattsinden soll. Eingehend wurde die Zusammenarbeit mit den übrigen christlichen Einigungsbewegungen besprochen, vor allem die Verbindung zu der von der Stockholmer Weltkonferenz ausgehenden Einigungsarbeit, die bekanntlich in dem verstorbenen schwedischen Erzbischof Dr. Söd erblom ihren Vorkämpfer hatte.
Vom Ausgang dcv Christentums in deutschen Landen.
EPH.5)ie ersten christlichen Missionare, die Deutschland besuchten, kamen aus Irland, nicht aus Rom. In Irland verkündete schon um 432 der heilige Patrik das Evangelium. Die große Culdeer-Kirche, die Kirche „der Männer Gottes" erstand. Sie nahm den Misfions- befehl Christi auf und trug aus einem Land, das „romfrei" war, das Evangelium durch Nordeuropa, lange bevor die Missionare Roms in Erscheinung traten. Um 500 landete Fridolt in der Bretagne. Unter Willebord missionierten die Jroschotten in der Talebene der Lahn und Ohm, dem Unterlahngau und darüber hinaus nach Süden und Osten, und aus einem Brief des Papstes Gregor II. an die Herzöge Deutschlands geht hervor, daß dort ein geordnetes Kirchenwesen mit Kirchen, Klöstern und Schulen bestand. Thüringen war in Rom als christliches Land bekannt.
Wesen und Eigenart der iroschottischen deutschen Urkirche war johanneisch und paulinisch. Das Johanneische dieser Kirche gibt Anlaß zu der Vermutung, daß die iroschottische Kirche selber auf einer Mission beruht, die von den johanneischen Gemeinden Kleinasiens ausging. DaS Paulinische ihres Wesens erhellt aus einem Brief Columbans an Papst Gregor, wo es heißt: „Uns gilt nicht die Person, sondern die Sache. Wer anders lehrt als die Heilige Schrift, verdient nicht, zu uns zu gehören, sein Rang sei welcher er wolle". Leben und Wirken der Jroschotten war Nachfolge Christi. „Eine solche Kraft der Bruderliebe und Geduld, ein solches Streben nach mildfreundlichem Wesen herrschte unter ihnen, daß man nicht zweifeln konnte, der gütige Gott selbst wohne unter ihnen." (Hauck). Christus war, wie Columban einmal schreibt, allein ihr Brot und ihre Quelle.
Gegen Ende des 6. Jahrhunderts stießen die iroschottischen Missionare auf „Rom". Im Jahr 596 begab sich der Benediktiner Augustin mit 40 Mönchen nach England. Der Kampf entbrannte. In Bonifatius erreichte er seinen Höhepunkt. Sein Lebenswerk war die Vernichtung der Culdeer-Kirche in Deutschland. Und es gelang. Die iroschottische Kirche und mit ihr die deutsche Urkirche gingen unter. Wir aber haben heute die Aufgabe, ihrer vergessenen und verschollenen Gestalt und Verkündigung wieder nachzuspüren. Denn sie war echte Volkskirche, weil Christus ibr Alles war.
Vermischtes
•= Hätte er den Wert gekannt ... In der spanischen Stadt Geruna erstand ein Arbeiter auf dem Wochenmarkt eine metallene Schale, die ihm gut gefallen hatte. Sie war spottbillig und kostete, in deutsches Geld um- gerechnet, etwa zwei Mark. Einige Wochen später brauchte er dringend Bargeld und bot deshalb das Stück einem bekannten Händler an. Freudig erstaunt zog er mit 20 Mark ab. Seine Freude hätte sich wohl in Ärger verwandelt, wenn er von dem Geschäft erfahren hatte, das öc’- Händler einige Stunden später machte. Für 180 Mark wechselte die Schule wieder ihren Besitzer. Aber auch der Händler war nur ein betrogener Betrüger, denn schließlich stellte es sich heraus, daß das Gefäß ganz unb gar aus echtem Platin bestand. Jetzt bat sie ein Madrider Antiquar für3S000 Mark erstanden. „ ^
Gereimte Zeitbilder.
Von Gotthilf.
Wir hatten wahrlich nicht zu klagen An den verfloss'nen Pfingstentagen - Ward auch der .Himmel manchmal trüber Die Wolken zogen rafch vorüber.
Zuerst gab's freilich ein ge Sorgen: Wie wird es mit dem Wetter morgen? Tenn leicht kann s einen schon begegnen, Daß es grad' morgen könnte regnen. Man hatte sich viel vorgenommen, Und dacht' nun traurig und beklommen, Es könnt', wie's oft geschieht aus Erden, Die Freude ganz zu Wasser werden.
Die Wetterleule — lauter Lichter —. Die machten düstere Gesichter, Und stellten dunkele Prognosen, D'rob zitterten wir Ahnungslosen. Doch was blieb von dem Prophezeien? Es würd' ein prächtig Fest der Maien. Und über griesgrämliche Graue Siegt' schließlich doch die Himmelsbläue. Die Herzen wurden hell und Heiler, Wir wanderten weithin und weiter Und freuten uns an Sung und Klängen Im Hag, im Hain, an Hügelhängen. Und mitten unter Frühlingsdüften Zog silbern oben in den Lüften, Flog über Stadt und Saab unb Auen Der Zeppelin in Deutschlands Gauen.
Voll Staunen sahen ihn die vielen Und träumten von entfernten Zielen Und mochten, sahen sie ihn schwenken, Voll Stolz „Denn er ist unser!" denken. Und stolz sahn in des Reiches Westen Wir viele von des Reiches Besten, Die ernst bekannten stets aufs neue Ein hebr' Gelöbnis deutscher Treue. Dcu Brüdern Hand unb Herz zu geben, Die an der schönen Saar »ns leben. Wir brechen dies Versprechen nimmer, Denn sie sind unser, heul' und immer!
Fuldaer Filmschau.
Union-Theater Friedrichstraße.
„Stoßtrupp 191 7“.
Dieser Film wurde unter der Schirmherrschaft der NS.- Kriegsopfer-Vereinigung nach dem preisgekrönten Kriegsbuch: „Der Glaube an Deutschland" von Hans Z ö b e r l e i n gedreht, der auch die Eesamtleitung und Regie hatte.
Die Schöpfer des „Stoßtrupp 1917“ sind weder film- wirtschaftlichen Lockungen, noch flacher, selbstgefälliger Routine, nach leichtfertigen Illusionen über die Schwere ihrer Aufgabe erlegen. Sie wußten, daß sie einen neuen Weg zu beschreiten hatten, wenn sie den Frontfilm schaffen wollten, an dem sich alle künftigen zu orientieren haben. Sie wußten, die Frontleistung war so titanisch, daß der darstellende Bericht über sie verpflichtet. Nämlich zu unbestechlicher Wahrheitstreue, zu bewußtem Verzicht auf die geringste Konzession an den bürgerlichen Geschmack und zu äußerster Anspannung aller Mittel und Kräfte. Noch nie zuvor ist ein solcher Kriegsfilm gedreht worden. Noch nie wurde das wahre Gesicht des Krieges so ungeschminkt gezeigt. Noch nie ist das Heldentum so untheatralisch, so selbstverständlich aufgestanden, um von ihm zu zeugen, von ihm, dem einfachen Mann, dem Arbeiter und dem Bauersmann im feldgrauen Rock. Der erste Film vom Frontsoldaten ist da! Weil Frontsoldaten dieses Werk schufen, so sei keiner von ihnen mit Namen genannt. Der Geist des unbekannten deutschen Soldaten schwebt über diesem Film, der niemals übertroffen werden wird.
Hier ist das Problem des Trommelfeuers, soweit es für den Film notwendig ist, in vorbildlicher Weise gelöst, unb der Photograph erhascht mit seiner Kamera Nacht- und Tagaufnahmen, die ganz außerordentlich sind. Man kann von diesem Film nicht einzelne Teile herausgreifen, denn das Eanze^isi eine Einheit, ohne Schwächen. Gefällt mit einer an Sprengkraft erinnernden Dramatik.
Und aus all diesem Hell und Dunkel, Stillen und Lauten erstand so ein heiliges Vermächtnis der Front . . . Den Frontsoldaten wird dieser Film helfen, ihr großes Fronterlebnis wachzuhalten, den anderen aber zeigen und unauslöschlich einprägen, was Opfer heißt und wie man selbst Uebernienschliches mit heißem Herzen bezwingen kann, um der deutschen Ehre willen. . . . Ein kurzes, knappes Nachwort fand ein starkes Echo in den Herzen der tief ergriffenen Zuschauer. . . . Ein wohlverdienter, nachhaltiger Erfolg wird diesem Filmerlebnis treu bleiben
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Ziehung: 21.-2a.JULi 1934 X^WxxBw