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Fuldaer Anzeiger

M@ä» Tageblatt für Rhön und Vogelsberg ^®^^ 5»l-a- und Haunetal.Zulöaer Kreisblatt Haupkschriftleiters: Fr. Ehrenklau, Lauterbach H. Reüaktion unS Gesèhästsftelle: Königstraße 42 * Zernfprech-Nnsthluß Nr. 24S4

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Nr. 118 1934

Fulda, Donnerstag, 24. Mai

11. Jahrgang

Die Rotenarbeiten in Oesterreich.

Keine Spur von bot österreichischen Sifenbabnatteniätem.

Die haltlosen Verdächtigungen gegen die österreichischen Nationalsozialisten.

Lon amtlicher österreichischer Seite verlautet, daß die polizeilichen Nachforschungen nach den Urhebern der zahl­reichen E i s e u b a h n a n s ch l ä g e der letzten Tage bisher ohne jedes Ergebnis geblieben sind. Entgegen den zahlreichen halbamtlichen Verlautbarungen liegen keinerlei stichhaltige Beweise vor, daß die Eisenbahnanschläge von nationalsozialistischer Seite verübt worden sind. Die Prüfung durch Sachverständige hat vielmehr gezeigt, daß die Ejsenbahnauschläge nur von Personen ausgeführt werden konnten, die mit den technischen Ein­richtungen des Eisenbahnwesens gut vertraut waren Da das Betriebspersonal der Eisenbahnen bisher fast aus­schließlich sozialdemokratisch organisiert war und vielfach dem Republikanischen Schutzbund angehörte, neigt man immer mehr Zu der Auffassung, daß es sich bei den Eisenbahnanschlägen um

ein planmäßiges Vorgehen kommunistischer Gruppen handelt.

Entgegen den Verlautbarungen, nach denen 70 Natio­nalsozialisten in den letzten Tagen als Geiseln verhaftet und in das Konzentrationslager Wöllersdorf übergeführt worden sind, wird jetzt bekannt, daß

mindestens 120 Nationalsozialisten verhaftet wurden, ohne daß ihnen auch nur in geringstem Maße eine Beteiligung an den Eisenbahnanschlägen nachgewieien werden konnte.

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Sie Marxisten in Österreich hatten für die Psiugst- feicrtage große Aktionen vorbereitet. So waren, wie jetzt berichtet wird, die Bäume an zahlreichen bekannten Wegen im Aüsflugsgebiet des Wiener Waldes

mit roten Sowjetsternen bemalt, auf vielen Wegen sah manDrei-Pfeil-Abzeichen", und aus der Donau ließen sich Faltboote, die mit sozialdemo- iratischen Zeichen bemalt waren, den Strom hinabtrelben. Ihre Insassen schwenkten rote Fahnen und gaben Schüsse ab, um die Aufmerksamkeit der Vorüber­gehenden aus sich zu lenken. - In Brau n a u am ^nn wurde durch Sprengungen erheblicher Sachschaden am Städtischen Wasserwerk und an einem Transformator der Städtischen Elektrizitätswerke angerichtet. Dre An- schläue waren der Racheakt einiger Komm u -

Streikterror in USA.

Schwere StreikkraValle in Amerika.

5000 Streikende gegen Polizei.

Im Zusammenhang mit Streiks kam es in verschiede­nen Städten Amerikas zu Gewalttätigkeiten. In San Franzisko, wo die Reeder wegen der Fort­dauer des Streikes der Hafenarbeiter eine einmonatige Aussperrung planen sollen, wurden 50 japanische Arbeiter, die die Ladung eines Schiffes löschten, überfallen und ver­trieben. Außer in San Diego ruht jetzt die Schiffahrt an der kalifornischen Küste beinahe völlig. In New Orleans wurden bei einem Zusammenstoß zwischen streikenden Hafenarbeitern und Polizisten Schüsse ab- ltefeuert. In Coal Valley (Alabama) warfen streikende Bergleute eine D y n a m i t b o m b e in den Luftschachi rules Bergwerkes.

Auf dem Markt in Minneapolis lieferten 500(1 Streikende der Polizei einen Kampf, bei dem cs vierzig Schwerverletzte gab.

Die Streikenden fordern die Vierzig-Stunden-Wochc 'md dreißig Dollar Mindestlohn.

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Die Weizensabrit.

Bilder von Kanadas Getreidcindustric.

_ , Der Lebensraum Kanadas, des grenzenlosen Kanada, umfaßt 9 650 000 Quadratkilometer Landes. Das ist mehr als das Zwanzigfache des Deutschen Reiches. Dieses .ttcjengcbiet bewohnen keine zehn Millionen Menschen, m engen Deutschen Reich drängen sich 60 Millionen ^uwgenossen. Dieses unermeßliche Land bereiste Colin

»ui Lebensmöglichkeiten für deutsche Menschen »> suchen. Wie er, fern von Deutschland, für Deutschland veitete, wie er die Dinge mit deutschen Augen sah J zeigt sein neues BuchZ w i s ch e n US A. und * P o l Durch Kanada, Neufundland, Labrador Arktis", das im Verlag Brockhaus, Leip- T' erschienen ist. Wir geben mit Genehme

6 des Verlages nachstehend ein besonders Kapitel aus der völlig industrialisierten Alchen Weizenwirtschaft wieder:

Sorb ' aen' Weizen, so weit das Auge reicht. Von ftpts 5" Horizont nichts als das eine grenzenlose J w 011 Ähre, schwer und gelb, Millionen an Milliarden an Milliarden, unendlich und über waltigend wie. das Mèer.

nisten, die von der Stadtgemeinde vor kurzer Zeit entlassen worden waren.

Drei Angehörige des österreichischen S ch u tz k o r p s, Die Sturmschärler Johann Kaufmann und Karl Gärtner sowie der Heimwehrmann Anton Walch, flüchteten^über die bayerische Grenze. Sie begründeten ihre Flucht damit, daß durch die Entwicklung der letzten Zeit die Angehörigen der Wehrformationen Österreichs an die klerikaleVaterländische Front" verraten worden seien.

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Die österreichischen Sprengstoffattentäter Kommunisten.

In einer österreichischen Mitteilung wird zum ersten Male von amtlicher Seite zugegeben, daß es sich bei dem S p r e n g st o f f a n s ch l a g , durch den in B r a u n a u das Transformatorenhaus und der Reserve­wasserturm der Stadt schwer beschädigt wurden, um einen Anschlag kommunistischer Parteigänger handelt. Hierzu ist zu bemerken, daß es sich hierbei um den schwersten Sprengstoffanschlag der letzten Zeit han­delt, der zu einer schweren Sachbeschädigung führte. Es besteht in politischen Kreisen die weitverbreitete An­nahme, daß die Welle der Sprengstoffanschläge, die jetzt in ganz Österreich festzustellen ist, auf ein von langer Hand vorbereitetes Vorgehen kommunistischer Terror­gruppen zurückgeführt werden muß.

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Das österreichische Sporiwesen Miller Siarhemberg.

Im österreichischen Bundesgesetzblatt wird ein neues Gesetz veröffentlicht, das Die Vorbereitung für die Über­nahme des gesamten Sportwesens durch Vizekanzler Starhemberg bedeutet. Das Bundeskanzleramt über­nimmt danach aus dem Wirkungsbereich des Bundes­ministeriums für Unterricht die Angelegenheiten der körperlichen Ertüchtigung (Turn- und Sport­referat) mit Ausnahme Der Angelegenheiten der körper­lichen Erziehung im Schulbereich.

Wie mitgeteilt wird, wird Bundeskanzler Dollfuß be­reits in Den nächsten Tagen den Vizekanzler S t a r h e m - b e r g mit der Leitung des gesamten Sportwesens in Österreich beauftragen.

Die Autostraße ist wie eine Furche, schnurgerade mit dem Dampspflug gezogen. Wie ein Messerschnitt teilt sie das Wogenfeld. Am Horizont erhebt sich ein dunkler Punkt, eine schwarze Bake im gelben Meer. Wie wir näherkommen, ist es Die Farm.

Es ist eine altmodische Farm. Sie hat zwar alle modernen Maschinen bis aus den unheimlichen Combine, den Mähdrescher, der in einem Tag ein ganzes riesiges Feld a b m ä h t und f i r und fertig drischt. Aber daneben hat der Farmer, ein Schwabe aus dem Banat, noch Pferde und Kühe. Gerade wie wir auf der Farm eintreffen, kommen vier Binder an, vor jedem vier Pferde. Sie marschieren gestaffelt durch das Feld, einen breiten Streifen Ähren umlegend, den die geschickten Maschinen gleich in Garben binden.

Aus der anderen Seite Der Straße arbeitet der Sohn mit Dem Traktor. Die riesigen, zackenbeschlagenen, eisernen Räder der Maschine treten wie Die Pfoten eines Riesen- ticres das Getreide nieder. Der Traktor zieht eine un­geheuer breite Mähmaschine, die den geschnittenen Weizen in schnurgerade ausgerichteten Reihen auf den Acker niederlegt. Ist er trocken, kommt der Mähdrescher, nimmt ihn auf und drischt ihn. Wegen der Heuschrecken muß das Getreide schon früher geschnitten werden. Es ist noch nicht reif genug, um gleich mit dem Combine ge­schnitten und gedroschen zu werden.

Die Farm ist im Grunde das, was man eine Getreidefabrik nennt, eine Weizenmine. Der Farmer baut nur Weizen an. oder vielmehr er baut den Weizen ab wie ein Bergmann das Erz. Jahr für Jahr gibt der reiche Boden, ohne nachznlassen, ohne Düngung zu verlangen.

Aber der Farmer ist nicht umsonst aus Europa ge- kommen. Im Grunde seines Herzens ist er Bauer ge­blieben, wenn er auch mit amerikanischen Maschinen mäht und drischt. Darum arbeitet er noch mit Pferden. Darum hält er sich Kühe, obgleich ihr Ertrag im Gesamtbudget keine Rolle spielt, und obgleich sich ohne Viehhaltung sein Leben wesentlich angenehmer und be.uemcr gestalten würde.

Seine Fran ist erst recht noch Bäuerin geblieben. Sie geht noch in einfachen langen Röcken unb mit einem Kopftuch wie die Frauen im Banat. Sie bestellt den großen Garten mit Tomaten und Kohl und Kürbis und Gurken, ganz wie sie eS von daheim gewöhnt ist. Selbst Melonen fehlen nicht, wenn sie auch nicht jedes Jahr reifen. _.

Die Farm ist größer als die größten Güter Europas, und sie hat trotz der gesunkenen Preise auch heute noch einen Wert von einer halben Million Mark. Aber ihr Besitzer und seine Frau leben trotzdem noch genau so einfach und bescheiden wie die deutschen Bauern im Banat, bei denen ich im Herbst 1915 einquartiert war, als wir durch Südungarn gegen Serbien marschierten

Aber wie wir weiterfahren, kommen wir auf Farm­höfe, die weder Stall noch Scheune haben, auf denen kein Pferd wiehert, keine Kuh muht, kein Huhn gackert, auf denen es keinen Garten gibt, keinen Baum, keine Hecke. Ein Wohnbaus und darum herum ein wirrer Hause n von Maschinen. Ohne Dach und Fach stehen sie da, ungefüge und unheimlich wie vorsintflutliche Tiere. Mit diesen Maschinen bestellt der Weizenfarmer nur mit Hilfe von ein oder zwei Söhnen oder Farmhands eine Fläche, auf der sich in Deutschland hundert fleißige Bauern­familien mit Knechten und Mägden mühen würden.

Im Frühling reißt dieser Maschineniarmer das Land mit dem Scheibenpflug um, 25 Acker den Tag. Dann fährt ein Mann mit der Sämaschine darüber und sät jeden Tag 100 b i s 1 2 0 Acker. Ist Die ~Saat bestellt, so mag der Maschinenfarmer wieder in die. Swdt ziehen und dort warten, bis es Zeit zur Ernte ist. Dann wird der Mähdrescher in Gang gesetzt, und in ein paar Tagen ist alles vorüber.

Der unheimliche Combine umkreist den Acker wie ein Raubtier sein Opfer, umrundet das Feld in immer kleineren Zirkeln. Bei jeder Rundung sind Tausende von Pfunden Weizen geschnitten, gedroschen, gereinigt. In ununterbrochenem Strom rinnen sie in den Tank der Combine-Maschine, aus dem sie in die nebenherfahrenden Lastwagen abgefüllt werden. Die eilen sofort zu den Elevatoren. Das Getreide ist abgeladen, fix und fertig eingelagert zu Verkauf und Versand.

In früheren Jahren ergoß sich zur Zeit der Ernte ein Menschenstrom über die Prärieprovinzen. Eine wahre Völkerwanderung brach dorthin auf. Aus Ost und West, von Den Britischen Inseln und ganz Europa fuhren Arbeiter zur Ernte in die kanadische Prärie.

Heute ist es still. Es kommen keine Arbeiter mehr. Die Farmer brauchen ihre Hilfe nicht. Nicht einmal Die Zehntausende von Arbeitslosen in Kanada können Arbeit finden. Die Maschine, der Mähdrescher, frißt alle Arbeit allein.

Das Problem ist gelöst. Der moderne Combine hat die Arbeiternot für den Präriefarmer beendet in den Städten aber demonstrieren hungernde Arbeitslose.

Spende der Landesgruppe China der ASSBp.

185 000 Silbcrdollar zur Arbeitsbeschaffung.

Wie die Auslandsorganisation der NSDAP, Ham­burg meldet, hat die von derLandesgruppeChina der NSDAP, ins Leben gerufene Sammlung zur Ar­beitsbeschaffungsspende den stattlichen Betrag von 185 000 Silberdollar ergeben. Zu den bedeutenden Beträgen, die von den Partei- und Volksgenoffen in China für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes geopfert wurden, gesellt sich nun als weiteres markantes Zeichen der praktischen Volksgemeinschaft diele zur Unterstützung der Bemühungen der Reichsregierung um Arbeits­beschaffung gedachte Spende von 185 000 Silber­dollar.

Es verdient, besonders hervorgehoben zu werden, daß die Parteigenossen draußen nicht mühe werden, den Kampf der Heimat um den Neubau Deutschlands nach jeder Rich­tung' hin tatkräftig zu unterstützen, wofür derartige Er­gebnisse weithin sichtbare Beweise sind.

Ehrung für ©rubeniothrmänner.

Erinnerungszeichen gestiftet.

Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, bat der preußische Minister für Wirtschaft und Arbeit die Ein­führung eines Erinnerungszeichens für Ver­dienste um das Grubenwehrwesen beschlossen.

Das in Feinsilber geprägte Erinnerungszeichen zeigt ein Johanniterkreuz mit darüber gekreuztem Schlägel und Eisen. Auf dem unteren Balken des Kreuzes ist Der preu­ßische Adler angebracht.

An erster Stelle sollen durch das Erinnerungszeichen G r u b c n w e h r m ä n n e r im D i e n st ausgezeichnet werden, ferner solche Personen, Die sich um Die Organi­sation oder Den Ausbau des Grubenwehrwesens besonders verdient gemacht haben. Das Erinnerungszeichen wird auf der linken Brustseite getragen. Nach dem Tode deS Inhabers verbleibt es seinen Erben zum ehrenvollen An­denken.

Der neue Staat wird dann ein Phantasie- produkt fein, wenn er nicht eilen neuen Menschen schafft. Seit zwcieinhalbtauscnd Jahren sind mit ganz wenig Ausnahmen nahezu sämtliche Revolutionen gescheitert, weil ihre Führer nicht erkannt hatten, daß das Wesentliche einer Revolution nicht die Machtübernahme ist, son­dern die Erziehung der Menschen.

Ä d o l s Hitler.