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Zulüaer Mzeiger

G-MSM-W «»»»<-« M«r-m>»v»Gl.»«v SBs«aii fetSeSsäSS S»»- un» 6aunetal.$ul6a« M*M ZW-MMLS Mpischristleiters: Fr. Ehrenklau, Lauterbach H. Reüaktion unö Geschäftsstelle: Königstkaße 42 Zernfprech-AtMluß Nr. 2989 Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

^t;. 110 " 1934

Fulda, Montag, 14. Mai

11. Jahrgang

Der Segen deutschen Bauerntums

Sarrè und Göring aus dem schlesischen Landesbauernthing.

Riesenkundgebung der schlesischen Bauern in Breslau.

Aus ganz Schlesien waren die Bauern nach B r e s - stau zum ersten schlesischen Bauerthing ge- kommen, um den Reichsbauernsührer D a r r é und den preußischen Ministerpräsidenten Göring sprechen zu hören. Tosender Beifall erhob sich, als, mit dem Halali begrüßt, Ministerpräsident Göring zusammen mit Reichs­bauernsührer Darrs und dem Landesbauernführer Frei- Herrn von Reibnitz erschien. Unter den Ehrengästen be­merkte man u. a. auch 30 Vertreter polnischer landwirt­schaftlicher Verbände.

Reichsbauernsührer Darrs führte unter anderem aus: Früher haben der Bauer und der Hand­werker nicht im Interesse des eigenen Ichs gearbeitet, sondern immer nur für die Allgemeinheit. Dieser Ideal- zustand ist erst anders geworden, als der Liberalismus in Deutschland von Westen her einkehrte. Hieran ist im wesentlichen der Jude beteiligt gewesen. So kam in Europa kein Mensch dahinter, daß im Grunde genommen für die weiße Rasse Europas in der Scheinblüte ein tödlicher Keim verborgen lag. Der erste, der anderer Ansicht war, war der Bauer, denn er

merkte auf einmal, daß diese gepriesene Entwicklung sich gegen ihn zu richten begann.

Das nationalsozialistische Reich habe als einziges Volk der Erde in kurzer Zeit sich aus der landwirtschaftlichen Not befreit. Es sei heute so weit, daß die deutsche Landwirtschaft wieder gesund sei, während sämtliche übrigen Landwirtschaften ihrerseits heute noch nicht wüßten, wie sie mit ihren Nöten und Sorgen fertig würden. Heute werde von allen Seiten gegen den Reichs­nährstand gearbeitet. Aber

was diese Gegner unternähmen, sei absolut belanglos.

1 'M Hetrefsenden hätten in den letzten Jahren vor der Mchtübernahme das nationalsozialistische Ziel bekämpft md bekämpften den Nationalsozialismus und seine ^MPolitik heute mit anderen Mitteln. Er behaupte,

Gott habe in letzter Minute vor 12 Hitler geschickt.

Schollen- der Landes-

in letzter Minute noch einmal dem Inden die Welt- dmschaft zu entreißen.

Vor seiner Rede hatte der Reichsbauernführer zehn mbhofbauern für über 2 0 0 j ä h r t g e derbu ndenheit Ehrenurkunden Miernschaft Schlesien überreicht.

Goring spricht.

ber daraus Bauernkund-

Ministerpräsident Göring, sagte, es sei symbolhaft, daß diese . gebyug nicht draußen auf freier Fläche, sondern hier in °« Hauptstadt Schlesiens stattfinde.

Der Bauer sei in die Stadt gekommen, tzich! mehr wie früher im gegenseitigen Hader, sondern in der klaren Erkenntnis, daß nur die Geschlossenheit aast verleihe. Göring schilderte dann im einzelnen die Hengen Anstrengungen, das Bauerntum zu entwurzeln ,"'! ^m Ziel der Schaffung des Proletarierstandes. Wenn 'ciite so oft geklagt werde, daß noch nicht das alte Ver- auen zwischen der Bauernschaft und einem Teil der ^"kgrundbesitzer wicdergekehrt sei, dann liege das io betonte der Ministerpräsident unter starkem Bei- jahrhundertelang zwischen beiden kein Perständ- ,Z gewesen sei und daß der mit weniger Grund und Zis minderwertig angesehen worden sei. Jetzt mußten alle erkennen und sich darüber klar werden,

65 "" Dritten Reich nur Bauern gebe, ob mit viel oder wenig Grund und Boden.

"tcht begreifen könne, der möge sich weiterhin Wundbesitzer oder sonst was nennen. Er bekenne "H .zu uns, und wir brauchen ihn auch nicht. Aus J.1. geistigen Einstellung der Vorkriegszeit heraus sei elipntn® Bürgertum entstanden, das im Bauern nur einen Menschen z w e i t e n '°oeg erblickte. Der Kapitalismus dieses Bürger- ysM* ebenfalls die Grundlagen des Bauerntums vM sind mit dazu beigetragen, daß der Grund und Siim hUeC'net hohlen Ware wurde und wie jedes andere ü verkauft und verschoben werden konnte.

m ° 8 schilderte dann die Feindschaft von 8 a»n 1 m und Marxismus gegen den Üiitirx r und entwarf ein anschauliches Bild von der 15 Zvruckung des Bauernstandes in den letzten Up r -en-. Was sich in den letzten 15 Jahren abgespielt M etne

""â'ge große Sünde gegen die Urewigkeitsgesetze ätto der Natur

^nn ^L âwar manchmal mit sich spaßen lasse, aber im w, ' , Tages sich aufbäumc und den Menschen wieder c111111!^ urewiger Werte zwinge. Ein solches SU, ' sei der Kampf der nationalsozialistischen gewesen.

Erbe schilderte Ministerpräsident Göring, wie die ^brlb nu.?lni und alles Marxistische in ihren Spalt iity UZHwahrend das Volk sich auf der Plattform der 61 eh, schließenden Erde zusammenfand. Nicht -eox,,^^uer gegen Arbeiter und Arbeiter ^iiterb^ ^- Volksgenossen, so erklärte der

einmal in der Weltgeschichte das deutsche Wunder sein und bleiben. Kein Volk der Erde wird eine gleiche Ent­wicklung aufzuweisen haben. Dieses Wunder wurde aber unterstützt von einem ewigen Naturgesetz, das letzten Endes im nordischen und germanischen Menschen liegt. Das Blut zwang uns zueinander. Auch der deutsche Arbeiter muß erkennen und achten, was der deutsche Bauer bedeutet. Es muß uns endlich einmal gelingen, daß jeder deutsche Arbeiter, und wenn auch nur im bescheidensten Matze, ein Stück Bauer wird und irgend­wo ein Stück Land sein eigen nennt. Wenn das gelungen ist, wenn der letzte Arbeiter auf eigener Scholle steht, dann wird Deutschland endgültig gerettet und unüber­windlich sein gegen alle seine Feinde. Wenn die völker­zerfressende Lehre des Marxismus und Kommunismus nicht nun letzten Siege tarn, dann 'ag das daran, datz das Bauerntum das eiserne ollwerk bildete gegen das Bord- -" * parrismus.

Der Boden, auf dem unser Volk lebt, ist etwas Heiliges, er ist ja gedüngt worden mit dem Blut zahlloser Generationen vor uns. Der Boden ist euch zum Erblehen gegeben von Gott und der ganzen Nation und ihr habt ihn heilig zu halten, denn ihr wollt ja auch, daß, wenn dieser Boden bedroht ist, die ganze Nation sich zu seiner Verteidigung erhebt. (Stürmische Zustimmung.)

Alles war nahe daran, unterzugehen. Da bäumte sich die Natur auf gegen dir Versündigung an ihren Gesetzen und gab dem deutschen Volke einen Mann, der den Sozia­lismus den schmierigen Fingern der Sozialdemokratie und den Nationalismus den korrupten Händen der bürgerlichen Feigheit entriß und in den Schmelztiegel warf, so daß aus ihrer Vereinigung sich als strahlende Idee der Nationalsozialismus erhob.

Der Ministerpräsident kennzeichnete dann die un­

geheure Bedeutung des Erbho man einstmals vielleicht als das eherne

esetz e s, das eseh des neuen

Deutschland fcststellen werde. Es macht den Bauern zum Herrn aus seiner eigenen Scholle, befreit ihn von will­kürlichen kapitalistischen Zugriffen und verwurzelt ihn mit seinem Boden, sichert ihn seinen Nachkommen. Nach einer Geaenüberstelluna der Bearifse Bauerntum und

Acht Menschen im Schleppdampfer umgekommen.

Schweres Bootsunglück auf der Weser,

Auf Der Weser geriet der S ch i e p p d a m v s c r M c r c u r" beim Abschlcppcn des DampfersAlbert Ballin" lHapagl vor v e n B u g d c s 2 ch i f f e S, nach­dem der Schlepper bereits die Leinen wSgewvrfen und zum Absctzen des Lotsen längsseits gehen wollte. Infolge der Kollision kenterte der Schlepper und sank sofort. Fünf Mann der Besatzung, darunter der Kavitän, konnten gerettet werden. Weitere sieben Mann der Besatzung und die Frau des Kochs, die sich zufällig an Bord des Schiffes besand, blieben in dem gesunkenen Schiff cingcschloffcn. Sie gaben zuerst noch Glockenzeichen. Bergungsdampser und Taucher waren sofort zur Stelle, um die Verunglückten zu retten. Die Bergungsarbeiten an dem kieloben treibenden und von Leichtern gehaltenen Schlepper mußten aber auf gegeben werden, dakeincrlci Aussicht mehr bestand, die in dem Wrack eingeschlossencn zwei Maschinisten, zwei Heizer, zwei Matrosen, einen Koch und seine Frau noch lebend zu bergen.

*

Die Arbeiten zur H e b u n g des an der Weser­mündung vor der Kolumbus-Kaje gesunkenen See- schleppersM c r k u r" wurden mit allen erdenklichen Mitteln und unter größten Anstrengungen fortgesetzt. Das gesunkene Schiss liegt kieloben mitten in der Fahrrinne. Bei auflaufenbem Strom ist es völlig unter Wasser, während bei Ebbe nur der Steven und ein Teil deS Kiels aus dem Wasier herausragen.

Die N a in c n der im Schisssrumpf eingeschlosscnen und ums Leben g e k o m m c » e n P e r fönen sind: Erster Maschinist Otto Kauth aus WescrmÜNde-Lehe, verheiratet; zweiter Maschinist Alfred H e e r e n aus Bremerhaven, verheiratet; Heizer Johann M e v e r aus Bremerhaven, verheiratet und Vater von einem Kind: Koch Walter Henke, Bremerhaven; die Ehefrau Henkes, die sich zufällig mit an Bord befand: Matrose Eßmann aus Oberhammelwarden (Oldenburg), unverheiratet: Matrose Richard Krickhahn aus Bremerhaven, unver­heiratet und Heizer Heinrich Seedorf aus Wesermünde, verheiratet und Vater von zwei noch nicht schulpflichtigen Kindern.

Drei Stunden nach dem Unglücf vor st u in in t e n plötzlich die zunächst sehr deutlichen unb dann immer schwächer werdenden Klopfzeichen der Einge­schlosscnen.

Der gesunkene Schlepper assistierte dem aus der Nord schleuse fahrenden DampferAlbert Ballin", der von New Dork kam, in Bremerhaven Station machte und nach Hamburg weiterfahren wollte.Albert Ballin" hatte auch schon die Leinen des SchleppersMerkur" los- gcworfen, während sichMerkur" langsseits legen wollte, um den Lotsen zu übernehmen. Dabei geriet ..Merkur" vor den Bug des ausfahrendenAlbert Dallin", wurde

landwirtschaftliche Industrie" fuhr Göring fort: Es würde den Tod des Bauerntums bedeuten, würde man zulassen, daß Landbesitz ein Lurusgegenstand ist, den man sich leisten kann, weil man genügend Dividenden aus industriellen Unternehmungen verdient.

Früher sprach man von Rentabilität und vergaß dabei die Nation und das Bauerntum.

Blut und Boden ist die Kraftquelle des Bauerntums und das Bauerntum soll und muß die Kraftquelle des Deutschtums, des deutschen Volkes sein und werden. Daraus erwächst dann die Forderung nach Gleichberechtigung unter den Völkern und nach der Ehre der Nation. Freiheit und Ehre sind immer und bei allen Völkern die Fundamente eines starken Volkes und eines starken Reiches gewesen. Wir haben ein neues Kapitel begonnen und es überschrieben:

Die Freiheit und die Ehre sind das Fundament des Dritten Reiches!"

(Stürmischer Beifall). Das Ausland aber möge wissen, daß Freiheit und Ehre nichts zu tun haben mit Erobe­rungslust, sondern daß beide Hinweisen auf den Frieden, aber den Frieden, der ehrlich ist, der auch Deutschland zugute kommt. Diesen Frieden zu erhalten sind wir be­strebt. Trotz aller Anfeindung und Verleumdung er­klären wir,

wir aber brauchen den Frieden.

Gerade das deutsche Bauerntum braucht den Frieden, weil es aufbauen will für die Zukunft und dazu Frieden, aber auch Ehre notwendig hat. Ihr arbeitet jetzt als freie deutsche Bauern, nicht als Sklaven des Kapitalismus. Diese Arbeit wird Gott segnen, denn die Arbeit ist der Segen, niemals aber der Fluch der Menschheit. Wenn wir heute so stolz das Bauerntum feiern, stolzer wieder den Kopf tragen, dann soll uns doch eines in die Knie zwingen: die Demut vor dem Allerhöchsten, der das Werl segnet, und der

Dank gegenüber dem Manne, den uns der Allerhöchste geschenkt hat

zum Netter des deutschen Volkes, den Führer, der Banner einer neuen Zeit zum Siege führte. Ihm danken wir nicht nur ein neues Bauerntum, nicht ein neues Volk und neues Reich; ihm verdanken daß er unserem Leben wieder Sinn und Inhalt geben hat

das ver- nm wir, ge­

gerammt und sank innerhalb weniger Minuten.Albert Ballin" kehrte sofort nach dem Unglück an die Columbus-Koje zurück. Er erlitt am Bug einen Plattenschaden, wodurch der vordere Laderaum bis zum E-Deck voll Wasser lief.

*

Rennwagen saust in dieZuslbauermenge.

Sechs Tote.

Bei dem Autorennen, das der Automobilklub Ile de France in Fontainebleau veranstaltete, fuhr der Bugatti-Wagen, der von Eric Lora gesteuert wurde, 300 Meter vor dem Ziel aus unbekannten Gründen in die dicht gedrängt stehende

M e n s ch e n m c n g c.

Bisher sind sechs Tote gemeldet worden, dar­unter zwei Soldaten. Viele Personen wurden verletzt. Einer Frau wurde der Kopf abgefahren. Lora liegt im Sterben.

Das Unglück bei dem Autorennen von Fontainebleau hat das siebente Todesopfer gefordert. Der Fahrer des Unglückswagens Lora, ist seinen schweren Verletzungen e r l e g en. Wie sich nun herausstellt, war der Name Lora lediglich ein

Pseudonym, das sich der Militärflieger Cochin zugclcgt hatte, da er sich unter seinem eigenen Namen während seiner Dienstzeit sonst nicht hätte an Automobilrennen beteiligen dürfen. Cochin war 28 Jahre alt. Unter den Toten aus der Menge der Zuschauer befinden sich zwei Frauen, ein 23jähriger Drucker aus Fontainebleau, ein Zuschauer aus Paris und zwei Artilleristen aus der Garnison Fontainebleau. Nach den ersten Ermittlungen soll kurz vor dem Herankommen des Bugatti-Wagens ein Hund die abgestecktc Rennstrecke überquert haben. Die Zu­schauer versuchten nun durch Zurufe und Arinbewegungen den Fahrer auf den Hund aufmerksam zu machen, um ihn rechtzeitig zum Abstoppen des Wagens zu veranlassen. Durch diese Zeichen wurde aber anscheinend der Fahrer, der sich ganz auf die Steuerung des Wagens konzentriert hatte, plötzlich ab gelenkt, so daß er die Gewalt über den im l 8 0 - S t u n d c n k i l o m e t c r - T c m p o babinrafenbeu Wagen verlor, in die Zuschauermenge hm einfnhr, und schließlich gegen einen Baum prallte

20 Schwerverletzte bei Gisenbatznungliiä

Ein folgenschweres Eisenbahnunglück ereignete sich im Bahnhof von La Rochelle (Wcstfrankrcich). Ein Rangierzug fuhr mit etwa 5V-Kilomctcr-Gcschwindigkcit auf einen haltenden Perfonenzug aus. Zwanzig Per- fönen wurden schwer verletzt. Bei einigen von ihnen besteht Lebensgefahr. Die Schuld an dem Unglück trägt der Lokomotivführer deS Rangierzuoes, der die Signale nicht beachtet hat.