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Möaer Anzeiger

M &Ä.Ä Tageblatt für Rhön und Vogelsbergsää m

SäS^ ßulöa- und Haunetal Fuldaer Kreisblatt

Lanaemack, Fulda, Konigstr. 42. Vertreter bes v V auf Nachlaß.DA." 1000. Verantwortl. stir den

a°!wischrlftleiters: Fr. Ehrenklau, Lauterbach H. Reöaktion unö Geschäftsstelle: Königstraße 42 4- §ernfprech--lnfchluß Nr. 2489 Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklcm, Lauberb«ch-H.

105 1934

Fulda, Montag, 7. Mai

11. Jahrgang

Lür uns gibt es nur eins:

unser ewiges Deutschland!"

Die gewaltige Treuekundgebung der Saardentschen in Zweibrücken.

Die gewaltige Kundgebung der Saardeutschen in Zweibrücken in der Pfalz, auf der Reichsminister Goebbels sprach, war von herrlichstem Wetter be- qüiisiigt. Die im Jahre 1926 erbaute Turn- und Festhalle, von deren Balkon Reichsminister Doktor Goebbels seine Ansprache hielt, liegt quer vor dem Ge­lände, auf dem sich die riesigen Mengen Teilnehmer an der Kundgebung versammelt hatten. Über die ganze Breite der Festhalle war ein gewaltiger Adler mit aus- gebreiteten Schwingen angebracht. Darunter standen in meterhohen Buchstaben die Worte:Deutsch i st die Saar!" Links und rechts von der Halle wehten die Fahnen des Dritten Reiches an hohen Masten. Der etwa 300 mal 500 Meter große Platz war von Festteilnehmern wie übersät.

Im Gegensatz zu ähnlichen Kundgebungen im Reich überwog die Zivilkleidung; die von der reichsdeutschen SA. und SS. gestellten Ordner hoben sich durch ihre Uniform von den Teilnehmern ab. Seit Stunden war das deutsche Saarvolk ununterbrochen nach Zweibrücken zur Kundgebung marschiert.

Zu Beginn der Veranstaltungen sang nach dem baye­rischen Avanciermarsch die Menge gemeinsam die fünfte Strophe des S a a r l i c d e s. Nachdem der Badenweiler Marsch verklungen war, begrüßte der Gauleiter der Pfalz, Joseph Bürckel, Reichsminister Dr. Goebbels, der von den Anwesenden mit großem Beifall begrüßt wurde. Bürckel führte in seiner Begrüßungsansprache aus:

Herr Reichsminister! Sie stehen auf einem Boden, bet in einem mehr als tausendjährigen Kampf um das ÄMtum geweiht ist. Heute ringt erst recht ein kern- V! Volksteil gegen völkische Vergewalti- WH Diesem Volk mutet man eine Abstimmung zu, man weiß, daß ein Mensch schon in dem Augen- «abgestimmt hat, da er als Kind einer französischen «deutschen Mutter das Licht der Welt erblickte. Der Wdent der Saarregierung sucht diese gottgewollten ewigen Gesetze durch Zuckerbrot und Peitsche ab- zuandern.

Herr Reichsminister, vor Ihnen stehen Zehntausende deutscher Arbeiter, die in zäher Verbissenheit nichts anderes taeu als ihr Deutschtum. Ihr Appell an Frankreich W immer wieder: Gebt den Weg frei für Verständi-

$ie geloben immer wieder nur eins: Frankreich, «kcrbund - für uns gibt es nur eins: Unser °'°lges Deutschland!"

heraus ergriff Dr. Goebbels das Wort zu seiner wtt Rede an das Saarvolk. Als der Reichsminister

hatte, überreichten ihm junge Mädchen im Namen »saarvolkes eine Schale mit saardeutscher Dann sprach der Landesleiter der Deutschen des Saargebietes, Joseph Pirro. Der Treue- âur Mutter Germania klang in das Deutschland- t 3um Schluß fangen die Hunderttausende be- das Niederländische Dankgebet sowie sämtliche Strophen des Saarliedcs.

*

Nmf der Deutschen Front zum Saartag

Ank^? Deutsche Front im Saargebiet hat einen ^ffen, der auf der großen Saarkundgebung in a cidrucken veröffentlicht wurde und in dem cs heißt: Uni 1. März dieses Jahres hat sich die Deutsche bildet und damit alle bisherigen Parteien über- ® i r sind entschlossen, alle Versuche, "Marland zu einem politischen Haudelsobjekt zu ""d die eindeutige Zugehörigkeit des Landes und Deutschland anzuzweifeln, zunichte zu machen. rsarller Diktat stellt an uns die unerhörte jL: !l n 0, über die Frage abzustimmen, zu welcher E» s rmr Saarländer uns bekennen wollen. Wir wissen denn ? ^ Frage überflüssig und heute mehr

cil,cm einstimmigenJa" für Deutschland

W- Wir bedauern, daß der uns aufgezwungene 1 die Rückgliederung nicht zugunsten einer fiüffin o Verständigung von Land zu Land über- ist und nach den Worten des Führers einer wahrhaften Verständigung

i 4531 <4 Abstimmungsberechtigte stehen fest organisiert ^et Fiof 111 öe Reihen der Deutschen Front.

f mit daß die Mitglieder der Deutschen Front "Nischen Maßnahmen in unsere Reihen ge» 5er Win- ^" wären, der sagt wissentlich e i n e L ü g e. beseelt ah ^w angestammten Vaterland zurückzukehren, Siefen mm deutschen Menschen a n d er Sa ar. Hern kann man nicht durch Terror erzwingen, w wird durch

Het ?. dlutsntäßig und völkische Verbundenheit deren Vorfahren seit Jahrhunderten Ottern bestimmt. Das Saarvolk gehört seit über

i ^iq,uf,r . zur deutschen Nation, und so soll es o ben! Vor aller Welt bekennen wir: ^and bleibt deutsch!"

Saarpreffe soll mundtot gemacht werden.

Wieder drei Zeitungen verboten

Die landfremde Regierungskommèssion des Saar- geblets hat dieSaarbrücker Zeitung", dieSaarbrücker Landeszeitung" und dieNeunkirchener Volkszeitung" aus drei Tage verboten.

Die Zeitungen hatten eine Meldung gebracht, in der gezagt wurde, daß die Regierungskommission die aus An- Zweibrücker Saartagung geplanten kirchlichen Morgenfeiern verboten habe. Die Regierungs- komnnssion erklärt, daß es sich umeine offensichtlich un­richtige und entstellte Nachricht" handele, denn die Re­gierungskommission habeüberhaupt keine Morgenfeier verboten" (?) und diese könnteunbehindert stattfinden".

Diese Behauptung der Saarregierung, daß sie keine der anläßlich der Zweibrücker Saartagung geplanten kirchlichen Morgenfeiern verboten habe, steht bekanntlich in offenem Widerspruch zu der unlängst von der gesamten reichsdeutschen Presse gebrachten Nachricht aus Trier, die einen völlig gegenteiligen Inhalt hatte.

Das Verbot der drei größten Zeitungen des Saar­gebiets vor der großen Saarkundgebung in Zweibrücken erhält eine ganz besondere Note durch die Tatsache, daß an dem gleichen Tage das offenbar auf autonomistische Ziele gerichtete BlattNeue Saarfront" in einer beson­ders großen Auflage herausgekommen ist.

Das Blatt erscheint, da die eigene Druckerei noch nicht betriebsfähig ist, zunächst in dem Verlage der s e p e-

Ein Dorfschulhaus eingestürzt

Schulhaus während des Unterrichts emgefilirzt.

Lehrer und Kinder unter Trümmern begraben.

In Winterbach (Württemberg, Oberamt Schorn­dorf) stürzte während desUnterrichts unter donnerähnlichem Krachen der Mittelteil des alten S ch u l h a u s c s z u s a m m c n. In den Schulzimmern befanden sich die Lehrer und Kinder, die nicht mehr alle den Ausgang gewinnen konnten.

Von allen Seiten rannte die bestürzte Einwohner­schaft herbei, um die erste Hilfe zu leisten. Der Schorn­dorfer Autolöschzug sowie die Sanitätskolonne vom Roten Kreuz waren schnell zur Stelle, ebenso die Ärzte.

Unter größter Lebensgefahr mußte an die Bergung der Verschütteten gegangen werden.

Lehrer Kohnle, der mit seinem Körper noch zwei Kinder deckte, wurde tot aus den Trümmern gezogen. Außer ihm wurden zunächst

sieben Schulkinder tot geborgen.

Wie viele Verletzte das Unglück gekostet hat, ließ sich nicht sofort ermitteln, da die Kinder in ihrem furchtbaren Schrecken nach allen Richtungen hin davongelanfen sind.

Der Anblick der Unglücksstätte ist entsetzlich. Das längst baufällige Gebäude ist völlig durchgcbrochen, nur die beiderseitigen Wände und das Dach stehen noch.

Von den Getöteten konnten bisher der 40 Jahre alte Hauptlehrer Kohnle und die Schüler Hermann Renz (12 Jahre alt), Walter Beutelspacher (10 Jahre), Walter Schlierer (9 Jahre), Hermann Günther (9 Jahre), Maria Ucy (10 Jahre) und Lore Käfer (10 Jahre) geborgen

Das Recht der nationalsozialiftisHen Revolution.

Grundlegende Erklärungen des Reichsjustizkommiffars.

Die Akademie für Deutsches Recht veranstaltete im Festsaal des Preußenhauses in Berlin einen Empfang für die in- und ausländische Presse.

Rcichsjustizkommissar Dr. Frank erklärte u. a.: Früher hatte das Rechtsleben des deutschen Volkes an einer deut­lich spürbaren Entfremdung zwischen Volk und Rechts- wcsen gelitten. Wir wollen, betonte Dr. Frank, das Recht nicht als eine fachliche Angelegenheit eines vom Volk ab­geschlossenen Standes betrachten, sondern wollen den Geist der nationalsozialistischen Revolution dadurch im Volk verwirklichen, daß

alle Berufenen an der Rechtsgestaltung Anteil nehmen. Der Rcichsjustizkommissar teilte dann mit, daß der Führer von der Arbeit der Akademie sehr befriedigt sei und an ihrem Jahrestag am 26. Juni in München teilnehmen werde.

Der Redner beschäftigte sich mit der rechtlichen Be­deutung der deutschen Forderung nach außenpolitischer G l c i ch b e r c ch tzi g u n g. Er appellierte an die Juristen aller Länder und Völker, einmütig dagegen aufzustehen, daß Rechtsformen dazu mißbraucht würden, Gewaltakte niederzulegen und zu sanktionieren. Dr. Frank wandte sich dann der R a s s e n g e s e tz g e b u n g zu, die wie kein anderes Rechtsgebiet von der Welt angegriffen worden sei.

das

r a t i st i s ch e nVolksstimme". Eine Unterstützung von dieser Seite ist also unverkennbar, und auch das Verbot der drei führenden Saarblätter durch die Regie­rungskommission dürste zu diesem Zwecke erfolgt sein.

Im Verlaus des Saariages des Deutschen Rundfunks sollte auch ein katholischer Gottesdienst aus dem Saar­gebiet mit Ansprache des bekannten Geistlichen Prälat Schlich über alle deutschen Sender übertragen werden. Die Regierungskommission hat jedoch die Radioübertragung verboten.

*

Wie Engländer über die Saar urteilen.

Raffenmäßig wie dem Gefühl nach deutsch".

Die beiden bekannten englischen Historiker Sir Ray­mond Beazely und William Harbutt Dawson äußern sich in einer Zuschrift an denDaily Telegraph" über die Lage im Saargebiet. An Hand sorgfältiger, an Ort und Stelle angestellter Untersuchungen sind sie in der Lage,die viel­fach in der englischen Presse aufgestellten Behauptungen, daß die Saarländer in ihrer Ansicht über die Rück­gliederung an Deutschland geteilter Meinung feien, oder daß irgendeine Vorliebe für ein Verbleiben der Saar unter dem Völkerbundsregime bestehe, richtigzustellen". Nach unseren eigenen Beobachtungen ist, so sagen die beiden Historiker, die Saarbevölkerung sowohl rassenmäßig wie dem Gefühl nach über­wältigend deutsch.

Wir stellten keinerlei irgendwie bedeutende oder über­haupt erwähnenswerte Stimmung zugunsten einer Ver­längerung des Völkerbundsregimes an der Saar fest. Wir bezweifeln sogar sehr, ob 5 oder gar nur 4 Prozent der Saarländer die Fortdauer dieses Regimes wünschen!

werden. Vermißt wird der Schüler Alfred Eisemann, von dem angenommen wird, daß er noch unter den Trümmern liegt. Außerdem sind fünf Kinder, von denen eins im Sterben liegt, schwer verletzt worden. Zwölf leichtverletzte Kinder befinden sich in ärztlicher Be- bandlung. Von dem alten Schulhaus, das in der Mitte durchgebrochen scheint, stehen noch die beiden Giebel. Die

Ursache des Einsturzes

scheint nicht in der vorgeschrittenen Baufälligkeit des Ge­bäudes begründet zu sein, sondern, wie vermutet wird, in K a n a l i s a t i o n s a r b e i t e n , die in der Nähe des Hauses vorgenommen werden, und durch die eine Sen­kung des Untergrundes eingetreten zu sein scheint. Ins­gesamt waren in dem Schulhaus 1 2 0 Schulkinder und drei Lehrer untergebrachr.

Zu dem Einsturzunglück gab ein Augenzeuge, ein junger Mechaniker, der sich an den Bergungsarbeiten beteiligt hatte, weitere Einzelheiten. Als die Mauern unter großem Getöse und riesiger Staubentwicklung durchbrachen und der mittlere Teil des Hauses einstürzte, suchten sich die

Kinder dadurch zu retten, daß sic aus den Fenstern sprangen.

Während dies den Schülern, die im Erdgeschoß waren, noch gelang, wurden diejenigen, die aus den Fenster­öffnungen des oberen Stockwerks heraussprangcn, von den untenstehenden Erwachsenen in den Armen aufgefangen. Auf diese Weise konnten sich noch zahlreiche Kinder vor dem sichern Tode retten. Vor der Unglücksstätte batten fick herzzerreißende Szenen abgespielt. Schreiende und weinende Mütter suchten nach ihren Kindern, die zum Teil in ihrer Verwirrung den Platz »erlassen und sich irgendwo versteckt hatten. Die Kinder waren durch den Schreck so erschüttert, daß sic am Anfang weder sprechen noch weinen, noch irgendeine Auskunft über den Hergang des Unglücks geben konnten.

Das Fundament unserer Gesetzgebung, erklärte er u. a., ist die Erhaltung der rassischen Wert­substanz unseres Volkes. Kaum eine große Verfassungs­änderung in irgendeiner Epoche der Menschheit ist mit so­viel Menschlichkeit durchgcsührt worden, wie die Raffen­gesetzgebung des deutschen Volkes.

Der Reichsjustizkommissar kam abschließend auf die Aufgaben der Akademie für deutsches Recht zu sprechen. Die Akademie für deutsches Recht ist ein Instrument der V c r e w i g u n g der Weltanschauung des Nationalsozialismus. Sie wird sich ^or allem wenden gegen den Mißbrauch, der im letzten Jahre mit dem Begriff des Nationalsozialismus getrieben worden ist, denn Nationalsozialismus heißt zunächst und ur­sprünglich n u r d a s, was unser Führer gewollt hat und was er als Nationalsozialismus aufgestellt hat.

Heue Verhaftungen von National­sozialisten im Salzkammergut.

In Gmunden im Salzkammergut, wo sich während bei letzten zwei Wochen fast täglich politische Demonstratlonci ereigneten, wurden aus Befehl des Sicherheitsdircktor« von Oberösterreich vier Nationalsozialisten überfall artig verhaftet und unter starker Polizeibedcckunc -um Teil in das Kreisgcricht und zum Teil in das Kon- zenlrationslager Wölkersdorf gebracht.