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Jugend
Wenn Jugend schon die Köpfe senkt,
Wenn Jugend nicht mehr vorwärts drängt, Wenn Jugend nicht mehr Fesseln sprengt, Wenn Jugend nur noch Tugend hat, Dann wird das Leben schal und leer, Dann wird es feig und satt und matt, Hat Jugend keine Tugend mehr!
Bogislav von Selchow.
H.Z. muß kämpfen!
Ein Hitlerjunge aus dem Bann Havelland schreibt:
Das erste Jahr im neuen Deutschen Reich ist vorüber. Die Hitlerjugend hat oft zeigen müssen, daß sie sich bewährt, und daß sie sich behaupten kann. Vieles ist über uns hinweggegangen, viel haben wir erlebt, und immer wieder mußten wir zeigen, daß wir die einzige deutsche Jugend find, die heute noch Existenzberechtigung hat. Unser Reichsjugendführer, Baldur von Schirach, hat es durchgesetzt, daß es nun wirklich nur noch eine deutsche Jugendorganisation gibt, und diese eine find wir, die Hitlerjugend.
Es gibt aber auch bei uns noch viel zu bemängeln, und das muß ausgemerzt werden. Es wird so viel davon gesprochen, daß die Kampfzeit schöner war, als die jetzige ruhige Zeit. Alle, die das sagen, mö-
gen dem ersten Anscheine nach recht haben, aber doch muß ich sagen: Es ist noch immer ein Kampf, und zwar der schwerste
Kampf, den wir überhaupt zu kämpfen haben, der Kampf mit uns selbst, damit wir das Vertrauen, das uns der Führer, dessen Namen wir tragen, entgegengebracht hat, auch wirklich verdienen. Wir find noch immer nicht zur Ruhe gekommen, und das dürfen wir auch nicht, denn Stillstand ist Rückgang, und
Rückgang ist
Reattion. Wir aber dürfen und wollen nicht reaktionär sein, denn dann gehören wir nicht auf den Platz, aus den wir gestellt sind.
Ein gutes und gesundes Jungentum ist immer Kämpfertum; denn ohne Kampf kein Sieg, und ohne Kampf gegen uns selbst können wir uns auch nicht besiegen. Wenn wir auch äußerlich den Sieg davon getragen haben, so haben wir uns selbst noch lange nicht bezwungen, und das ist das Ziel, welchem wir zustreben sollen.
Wie sollen wir dieses Ziel zu erringen juchen? Ein einziger Weg führt uns da
hin, und das ist die Ausschaltung des Ichs zugunsten der Allgemeinheit; denn Gemeinnutz geht vor Eigennutz, sagt der Führer. Wie können wir als Hitlerjugend diesen Worten die Tat folgen lassen? Vor allen Dingen müssen wir die uns gestellten Aufgaben nicht als „Muß", sondern als „Will" auffassen, denn ein altes Wort sagt:
Schmerzt dich das harte Wort
„Du mußt",
So macht es eins nur still, Das stolze Wort „Ich will."
Wenn wir das erst begriffen haben und auch danach handeln, werden wir manches
Der große König hatte seine Generäle und Offiziere in seinem Quartier, einer armseligen Bauernstube zu Parchwitz, zusammengerufen. Voll banger Erwartung standen seine Getreuen da. Wollte er eine Schlacht wagen? Aber das wäre ja Wahnsinn! 30 000 Preußen gegen 65 000 Oesterreicher. Man wußte, was ein preußischer Soldat zu leisten vermochte; man wußte auch, daß man dem Könige in der Schlacht voll vertrauen konnte; aber jetzt die Oesterreicher anzugreifen, hieße blindlings ins Verderben zu rennen.
Da begann Friedrich zu reden. Ernst sah er von einem zum anderen. Mächtig, wie Sterne strahlend, unablässig zwingend schlugen die großen Fritzenaugen die Zuhörer in ihren Vann, flößten ihnen Mut und Vertrauen ein und machten sie stark.
„Ich muß diesen Schritt wagen, oder es ist alles verloren; wir müssen den Feind schlagen oder uns alle von seinen Batterien begraben lassen. So denke ich — so werde ich handeln... Wenn Sie übrigens bedenken, daß Sie Preußen sind, so werden Sie sich dieses Vorzuges gewiß nicht unwürdig machen; ist aber einer unter Ihnen, der sich fürchtet, alle Gefahren mit mir zu teilen, der kann noch heute seinen Abschied erhalten, ohne von mir den ge
ringsten Vorwurf zu erleiden.'
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brach ein junger Major los, „das müßte ein infamer Hundsfott sein!"
Eine tiefe Stille — entschlossene Mienen, leuchtende Augen!
„Schon im voraus war ich überzeugt", fuhr der König mit huldvollem Lächeln fort, „daß mich keiner von Ihnen verlassen mürbe. In kurzem haben wir den Feind geschlagen, oder — wir sehen uns nie wieder."
Hitlerjugend-Fiihrer
Am 5. Dezember, lange vor Tagesanbruch, marschieren die Preußen von Neumarkl aus dem entgegen, was da kommen mag. Die Luft ist feucht; die Morgendämmerung ringt mit dem nebligen Dunst.
Ich weiß nicht, an welchem Punkte ihres Marsches oder wann es war; aber es war von der ersten, dem König nächsten Kolonne, daß der König mitten in dem ihm vom Wind getragenen Schall der Feldmufik geistlichen Gesang vernahm. Die Töne eines ihm wohlbekannten Kirchenliedes, begleitet von der Musik, drangen an sein Ohr,
schon als viel leichter empfinden und werden mit viel mehr Freude an all die Arbeit gehen, die uns in diesem Jahre bevorsteht. Das Jahr 1934 soll nach dem Willen des Reichsjugendführers ein Schulungsjahr sein, und ein jeder soll mithelfen, denn wir alle sollen, wenn wir vor eine Aufgabe gestellt werden, dieselbe nach bestem Wissen und Gewissen ausfüllen.
In diesem Sinne rufe ich allen Kameraden zu:
„Allzeit bereit" zu jeder Stunde und zu jeder Arbeit!
Gerhard Grammersdorf.
Gib, daß ich tu' mit Fleiß, was mir zu tun gebühret,
wozu mich Dein Befehl in meinem Stande führet,
gib daß ich's tue bald, zu der Zeit ich's soll,
und wenn ichs tu', so gib, daß es gerate wohl."
da
Man hat der Stimme brausender Wasser zugehört, man hat in der Schlacht dem ehernen Mund der Geschütze gelauscht; aber eine Stimme wie diese, die kalte Morgenluft durchdringend, hat man noch nicht gehört.
„Soll es verboten werden, Majestät?"
„Nein", sagte der König, der sichtlich gerührt ist.
„Meint er nicht auch, Zielen, daß ich mit diesen Kerls heute siegen werde?"
Von einem Hügel aus besichtigt Friedrich mit seinem Stab die österreichische Stellung. Die ganze österreichische Armee erblickt er in Schlachtordnung aufgestellt. Friedrichs Echlachtplan ist ihm bald klar. Der rechte Flügel des Feindes ist durch Sümpfe geschützt, also wenig Aussicht! Besseres Gelände ist dort links bei Leu- then, sogar noch weiter südlich, wohin sich das Heer ausdehnt. Greifen wir ihren linken Flügel an, versuchen wir es mit unserer „schiefen Schlachtordnung", vielleicht gelingt es uns. Das ist des Königs Angriffsplan, und mit ganzer Stärke, so
Zelt im Wald. Nacht. Stille. Ebs hat Wache. Er sieht auf die Uhr. 5 vor ein Uhr. Also ist seine Zeit gleich um, und et muß die Ablösung tn Gestalt von Karl wecken. Karl ist der vorletzte Mann vom Zelteingang aus. Ebs legt Uhr und Lampe _ _ _ unter eine Buche und kriecht ins Zelt,
schnell preußisches Manövrieren es ver- Jungen find sehr unsanft, besonders im ....,„ ^— Bm 'M" " * Schlaf. Ungefähr von jedem zweiten, über
den Karl wegkriecht, erhält er einen Fußtritt. Endlich glaubt er hinten zu sein. Da, der Mann sieht aus wie Karl. Also hurtig ihn geweckt. Nach einigen Rrppen- stößen fährt der hoch und brüllt: „Donnerwetter, hier kriegt wohl einer einen Anfall?" — Es ist Heinz. „Ach. verzeche, Heinz, ich dachte, es wäre Karl, die'n paar Gläser das nächste Mal. ünd schon liegt er wieder da. Also wird der nächste Mann geweckt. Er , erkennt, da? es auch tatsächlich Karl lst. Aber der Knabe hat einen gesunden Schlaf. Schütteln und Rütteln hat keinen ZweL Schließlich hält ihm Ebs die Nase zu. einem Jauchzer fährt Karl aus dem „Du hast Wache. Steh auf, du M Wache." „Ja", sagt Karl und legt sich aus die andere Seite. Neue Rippenstöße. „Steh auf, du hast Wache." „Aber i noch nicht", beharrt Karl. „Karl, Mensch, wer denn sonst?" Karl rührt sich „Raus, du hast Wache." „Ach es lst W schon um 1 Uhr?" „Ja, nun steig doch endlich raus!" „Gleich" Pause Dann fängt Ebs an, ihm den Schlafsack h"un zuziehen. Das wirkt, „2ch stehe ^n am. Geh raus, ich komme gleich, Ader zieht ihm die Pelle herunter undW keine Miene hinauszugehen. J ich habe sonst keinen Platz zum AnzleY , knurrt Karl. Ebs blickt ihn m Dunkel, durchbohrend an und denkt dabei ung l „Ich kenne dich schon, willst mich bloß; haben, dann drehst du dich auf.die { Seite!" Aber Ebs ist auch müde uns sagt zu Karl: Ich bleibe gleich dnn " lege mich hin, Uhr und.Lampellèg^ der Buche, die so ungefähr fünf Me Zelteingang steht. Du kannst das gar nicht verfehlen." „Schon gut . m Karl, froh, endlich den Aufdr'Ngl ng w zu sein. Der aber hört er wälzt sich über etliche SchlA y ^ an seinen Platz. Er schläft Icha. Qni dagegen, kaum zu sagen, kriech ^ ^t gezogen zum Zelterngang.
er sich draußen an. So, wo war l v uhr und Lampe? Karl überleg 6^ Meter vom Zelteingang unter ein r { hatte Ebs gesagt. „Wehe wenn ^ « stimmt. Ich hole den Kerl gleich w' g(1 Dabei wäre er fast auf die trampelt. Er stimmte also.
mag, greift er den österreichischen linken
Flügel an. Wie eine Feuerflut kommen plötzlich Reiterei, Fußvolk und Artillerie über die ahnungslosen Oesterreicher, die hier einen Angriff am wenigsten erwarteten.
Die linke Flanke wird überrannt. Leu- then wird in erbittertem Kampf genommen. Die österreichische Reiterei, die noch helfen soll, erliegt dem Ungestüm der preußischen. Der Sieg ist errungen.
Scharfsinn, Gewandtheit und Tapferkeit
hatten in kurzer Zeit gegen die ungeheure Uebermacht den herrlichen Sieg des gan
zen Jahrhunderts erfochten. Friedrichs Verfahren war im vollsten Sinne künstlerisch. Wie der Orgelspieler mit leisem Fingerdruck die rauschende Flut der Töne erklingen läßt und sich alles harmonisch zum Ganzen gestaltet, so hatte er alle Bewegungen des Heeres mit glänzender Uebereinstimmung geleitet. Sein Geist war es, der in den Truppenbewegungen sichtbar wurde, der in den Herzen seiner Soldaten wohnte und ihnen Mut gab.
Tiefes Dunkel hatte sich über das Schlachtfeld gelagert. Friedrich aber ge» dachte auch jetzt noch nicht zu rasten, son, dern mit rascher Entschlossenheit den Erfolg des glückreichen Tages festzuhalten. Mit geringer Bedeckung machte er sich auf den Weg nach Schloß Lissa; ein Gastwirt leuchtete mit seiner Laterne.
Kaum war er vor dem Schloßportale angekommen, gls einige österreichische Offiziere mit Lichtern in den Händen aus den Zimmern und die Treppe heruntergestürzt kamen. Erstarrt blieben sie stehen, als Friedrich mit seinem Adjutanten vom Pferde stieg und sie mit den Worten »Bon soir, messieurs!« begrüßte. Bitte, lassen Sie sich nicht stören!" In ihrer Ueberzahl hätten sie sich leicht des Königs bemächtigen können; aber in der Verwirrung dachten sie gar nicht daran. Man servierte dem König ein Abendessen, indessen sich Friedrich mit mehreren Offizieren in ein freundliches Gespräch einließ.
Unterdessen hatte sich die ganze Armee nach Lissa aufgemacht und war dem König gefolgt. Dichte Finsternis! Eintönig klingt das „trapp, trapp" der wuchtigen Schritte durch die Nacht. Da fängt ein preußischer Grenadier wieder einen Eha-
ral an; die anderen fallen ein, uns umfingt das ganze Heer.
„Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen der große Dinge tut — an uns und allen Enden."
Und so marschieren sie, weithin bunt die leere Nacht tönend. Ein frommes» von echt deutschem Schrot und Körn' wahr, die Welt ruhet nicht sicherer aus den Schultern des Atlas als Macht auf dieser Armee!
Aus dem Weisheitsschatz
Friedrichs des Groben.
I. Freund! Du hast recht, wenn Du glaubst, daß ich viel arbeite. Ich tue es nur, um zu leben, denn nichts hat mehr Aehnlichkeit mit dem Tode als der Müßig, gang.
II. Was ist leichter, als die Großen zu lästern? Man braucht nur ihre Fehler zu vergröbern, ihre Schwächen zu über, treiben, die üble Nachrede ihrer Feinde breitzutreten.
III. Die Menschen sündigen am meisten darin, daß sie sich mit ungefähren Vegris- fen begnügen. Sie bemühen sich nicht genug, klare Vorstellungen von den Dingen zu erwerben, die ihres Amtes sind.
Randbemerkung des „Alten Fritz" auf der Bittschrift des Vorstandes bet Katharinenkirche zu Potsdam, der König möge von dem beabsichtigten Bau von Bogengängen um die Kirche Abstand neh- men, da diese dadurch zuviel Licht verlieren würde:
Selig sind, die da nicht sehen und doch glauben.
Die Wache wechselt!