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Mander von Humboldt, der große Naiurforscher.

Zur 75. Wiederkehr seines Todestages.

Man hat A l e x a n d e r von Humboldt, dessen sich am 6. Mai zum 75. Male jährt, den um» Ästen Naturforscher, der je gelebt hat, genannt. KJ sagte von ihm:Er gleicht einem Brunnen mit Röhren, wo man überall nur Gefäße unterzuhalten und wo es uns immer erquicklich und unerschöpf- entgegenströmt/ Die Naturkunde fand in Humboldt neu so vielseitigen Vertreter, daß ihm fast alle ihrer sonderen Zweige besondere Würdigungen widmen Mntcn. Alle dürfen ihn zur sich in Anspruch nehmen. «Zander von Humboldt war eine europäische Autori- Zumeist schrieb er leider französisch und deshalb und seiner allumfassenden Wissenschaft hat man ihn oft mit Leibniz verglichen. Besser kennzeichnet man ihn als inen neuen Wikinger, den es unwiderstehlich in eine Lande trieb, bis er imKosmos" alle seine Schätze, ein Wissen von der ganzen irdischen Welt, aufstapeln onnte. Neben demKosmos" galten lange seineAn- itöten der Natur" als das naturwissenschaftliche Werk, dessen Kenntnis für jeden Gebildeten unerläßlich war ^umbolbt, am 14. September 1769 zu Berlin geboren, marlängere Zeit Oberbergmeister. Damals schrieb er über die Natur der Grubenwetter und konstruierte eine töt verlöschende Lampe für Bergleute. 1796 reifte in ihm der Entschluß zu großen wissenschaftlichen Leisen. Diese Reisen unternahm er mit dem fran­zösischen Botaniker Aime Bonpland. Sie führten ihn nach Amerika, wo er für die damalige Zeit unerhört kühne Entdeckungsfahrten unternahm und zahlreiche naturwissenschaftliche und geographische Entdeckungen machte. 1804 kehrte er nach Europa zurück, reich an Samm­lungen aller Art, besonders aber an Beobachtungen aus Dem weitesten Gebiete der Naturwissenschaften, der Sta­tistik und der Völkerkunde. Während der großen poli­tischen Ereignisse, die sich in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts in Europa abspielten, war Alerander von Humboldt wiederholt in diplomatischen Missionen tätig. Im April 1829 unternahm er mit anderen eine großartig ausgcstattete Expedition nach dem russischen Asien, die in wissenschaftlicher Hinsicht wieder außer­ordentlich fruchtbar war. Nach seiner Rückkehr blieb seine Vaterstadt Berlin sein ständiger Wohnsitz. Im 90 Lebens­jahre starb er hier am 6. Mai 1859; sein Grab befindet sich in Tegel bei Berlin, wo auch sein Bruder Wilhelm begraben liegt

Beseitigung des Geruches der Katzen aus der Wohnung.

Ein Mieter, der jetzt auszieht, hielt schon längere Zehre zwei bis drei Katzen, die einen durchdringenden Ge­ich verbreiteten, so daß jetzt die ganze Wohnung ver­pestet ist. Was kann man dagegen tun? Man wäscht den Zimmerboden mit heißem Wasser auf, dem man vorher einen Schutz Lysoform (auf einen halben Eimer Wasser 4 Eßlöffel) beigefügt hat. Wenn man ein übriges tun will, kann man noch mit einem glühenden Eisen durch die Zimmer gehen und in jedem Raum ein wenig Essig auf das Eisen träufeln; die entstehenden Essigdämpfe besei­tigen den Geruch restlos.

Was bringt der Rundfunk?

Reichssender Frankfurt.

Frankfurt: Sonntag, 6. Mai

< »sfenbung: (Frankfurt): Weckruf von der Saar. 6.15: (Hamburg): Hasenkonzerl. Glocken vom Großen 866oral: (£m feste Burg. 8.15: Seil, Nachrichten. Iâr- 8.2o: Stuttgart: Gymnastik. 8.40: Stutt-- m Saaf- .^'H Dreigespräch. 9.00: Saarbrücken: Evan- Morgenfeier. Aus der Schloßkirche. 9.30: Glockengeläute Archen. (Schallpl.) 9.35: Reichssendung: ?eieritunbe der Schaffenden an der Saar. 10.15: -ÄA^a-Kuche, Saarbrücken: Katholische Morgenferer

ISm-MZEi le 10.50: Reichssendung: Allerlei Musik.

. der Dölklinger Bergwerks-Kapelle. 13.00: 15s) n^mes Kapitel der Zeit. Das Märchen von den 13-15: Schallplatten-Automat. 1. 14.15: Stuttgart: Kinderstunde: Kasperl W. her Saar. 14.45: Reichssendung: Weckruf, für Orchester, op. 9. (Uraufführung.) 3®ei6rsiden^S en^Un91 Übertragung der großen Kundgebung aus ^Ä3^ (Frankfurt): Sm-

J Jrf-Vu ^^tl (Unvollendete) von Franz Schubert. tlll8[t! Dolksmuiik. Köln: Soldatenlieder. 18.00: Aus.

Mutter Gaffens Blumen.

Eine niedersächsische Bauerngeschichte von Otto Brinkmann-Herford,

n ; âr zur Blühenszeit nach Braunörde kommt, diesem Dorschen an der Mittelweser, ist überrascht von der j dunkelroter Geranien, die von den Fensterbänken, von l ls^drbank an derNiggen Dür" und von den Treppen- kJ n9fn leuchten. Wie gekniffen sind die Braunörderinnen 8lâ Äen Blumen hinterher; in alten Holzkisten, in jeder ionft i" der vorher Maschinenfett oder wer weiß was zweien ist, ziehen sic diese dunkelroten Blumen, die ??) Erde riechen und in deren Duft sich eine herbe ^wischt. Wenn man über die Blumen staunt und ^ ''dbe für die roten Geranien fragt, heißt es nur:

^andtuii tter Essens Blumen aber hat es folgende während des Krieges mittags der Bauer mit dem iJ J Zur Hofeinfahrt hereinkam, kam die alte Gassensche sie m §ur Hälfte des Hofes entgegen. Der Heimkehrer sah JnLte etwas zu bedeuten, wenn die Bäuerin den âm ließ. Sie sagte:Wilm es vowundt!" Der

M vj .â°g die weißgrauen buschigen Augenbrauen hoch |e den Brief aus der Hand. Währenddessen sagte feste "Et iS oaber nich säo leige!" Obwohl davon Schreiben stand.

feiiic crn Dag kam wieder ein Brief; er hatte die und war von derselben Hand geschrieben. Er ^ Lt J°n einer schweren Verwundung und teilte mit, daß i^t m AMer Wilhelm Gassen in das Kriegslazarett der Sten worden sei. Am frühen Morgen des Nthdfp,, V, folgte ein Telegramm: Wenn jemand den Ver- An J.5, zöchte, so sollte er kommen. Aber bald... > toeikn ml AoWil lief die Bäuerin wie ein Wiesel aus 3Wr fsot, ollstrümpfen umher. Sie stieg in die Rauch­te Jette auf die Böden, lief viele Male in den Keller, fetter Mel in einen Karton, ein Stück rosigen Schinken, $ har steckte ein Wolltuch, einen bieten Schal und Risten re F ,*.eit Howden hinzu. Dann zog sie hastig dem H rot "wn.gcu den guten Souniagsanzug an, den Niers Jcn Knöpfen, wie ihn sonst im Dorf nur noch , der trugen. Es wurde höchste Zeit. Draube»

Ander sprechen über die Saar. 18.20: Fröbl. Zwifchenspiel. 1 und froh. (Schallplakten.)

Sport. 19.30: Stuttgart: Festliches Konzert. 20.45: Reichssendung: (Köln): Jakob Johannes. Ein Schicksal an der Sapr^ Hörspiel. 22.00: Zeit, Nachr. 22.15: Nachr., Wetter §non. -- 22.40; Achtzig bunte Minuten. 24.00: Stuttgart: Nachtmupk.

Frankfurt: Montag. 7. Mal

Sluttgart: Choral, Zeit, Wetter. 6.05 u. 6.30: Gymnackik. 6.55: Seu, Me, düngen. 7.05: Wetter. 7 10 Stuttgart: «riUjfonjert auf Schällplatten. 8.15: Waiierstand, Wetter. 8.25: Stuttgart: Gymnastik. 10.00: Nachr. 10.30: Nur Trier: Eigene Sendung. 11.00: Werbekonzert. 11.40: Pro- ^M^stbnniage, Wlrtschastsmeldungen, Wetter. 11.50: Wetter. 12-00: Stuttgart: Der Mai ist gekommen! (Schallplatten.) 13.00 Zèit Nachr. 13.10: Nachr. aus dem Senderbezirk. 13.20: Stuttgart: Kapelle Otto Kermbach. Dazw. 03.50): Zett, Nachr 14.30; Nur Kastel: Nachr. 14.40: Deutsche Mäd-- ^ubeder.. 15.30: Wetter. 15.40: Zeit, Wirtschaftsmeldg. , ^lb SO: Wirtschaslsberichl.

Stuttgart: Philharm. Orchester. Ltg.: Fritz Holzwart. 17.30: Dr. Meister: Das Drama des Dritten Reiches. 18.00: Stunde der Jugend: Neue Jugendbücher. 18.25: Stuttgart: Franzosilch. 18.45: Wetter, Wirtschaftsmeldungen, Programm- Zunderungen, Seit. 18.50: Griff ins Heute.

19.00: Stuttgart: Mandoline und Ziehharmonika. 19.20: Frei­burg: Frühjahr im Schwarzwaldtaj. Hörfolge. 20.00: Zeit, Nachr. 20.10: Der Barbier von Bagdad. Komische Oper in 2 Akten von Peter Cornelius. 22.00: Zeit, Nachr. 22.15: Stuttgart: Du mutzt wissen. 22.25: Nachr. 22.30: Vom Deutlchlandsènder: Danzig ruft! 23.00: Stuttgart: Allerlei Tanzmusik. Kapelle Otto Kermbach. 24.00: Nachtkonzert. Claude-Debussy-Stunde.

Deutschlandsender.

Deutschlandsender: Sonntag, 6. Mai

6.00:.Relchssendung: Weckmf von der Saar. 6.15: Hamburger Hafenkonzert. Unsern deutschen Brüdem an der Saar zum Grun. 1. Die Glocken vom Gratzen Michel; 2. Choral: Ein feste Burg.

8.15: 40. Reichsschau der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft 1934. Eine Vorschau. 8.30: Funkstille. 9.30: Aus der Schloßkirche, Saarbrücken: Evangelische Morgenfeier. 9.35: Relchssendung: Feierstunde der Schaffmden. 10.15: Sperrzeit. 11.00: Reichssendung: Allerlei Musik. Dazwischen (11.15): Seewetterbericht.

12.00: Glückwünsche. 12.10: Frankfurt: Blasmusik einer Berg­werkskapelle aus dem Saarland. 12.55: Zeitzeichen. 13.00: Königsberg: Orchester des Kbg. Opernhauses. Ltg.: W. Brückner. 14.00: Aus der Geschichte des Saargebietes. kAufn.). 14.45: Reichssendung:Weckruf/ Sinfonisches Vor­spiel für Orchester op. 9 (Uraufführung). 15.00: Reichs­sendung: Uebertraaung der großen Kundgebung aus Ziveibrücken. 16.30: Musikalische Ringsendung. 18.00: Frankfurt: Ausländer sprechen über die Saarfrage. 18.20: Stuttgart: Hockey-Länder- sviel DeutschlandSchweiz. (Die letzten 20 Minuten.) (Ausn.) 18.40: Plautermann meint...

19.10: Kleines Schallplattenkonzert. 19.30: Stuttgart: Festliche Mustt. 20.35: Sport des Sonntags. 20.45: Köln: Ja­kob Johannes! Ein Schicksal an der Saar. Hörspiel. 22.00: Wetter-, Tages- und Sportnachr. 22.25: Kleines Schall­plattenkonzert. 22.45: Seewetterbericht. 23.00: 80 bunte Minuten. Gemelnschaftsabend FrankfurtStuttgart.

D«>tschlandsender: Montag, 7. Mal

5.45: Hamburg: Wetter für die Landwirtschaft. 5.50: Nachr. 6.00: Tagesspruch. 6.05: Berlin: Gymnastik. 6.20: Ham­burg: Frühkonzert. In einer Pause (gegen 7.00): Nachr. 8.00: Sperrzeit. 8.45: Leibesübung für die Frau. 9.00: Berufs- und Fachschulfunk: Hörbericht aus der Ausstellung Deutsches Dost Deutschs Arbeit. (Aufn.). 9.40: Herbert Reinhold: Geschichten aus dem Eismeer. 10.00: Nachr. 10.10: Mar Glaeser: Anfertigung von naturkundlichen Modellen. 10.50: Turnen der Grundschule. 11.15: Seewetterbericht. 11.30: Ernste und heitere Volksweisen.

12.00: Wetter; anschl.: Glückwünsche. 12.10: Mittagskonzert (Schallpl.). Anschi.: Wetter für die Landwirtschaft. 12.55: Zeitzeichen. 13.00: Sperrzeit. 13.45: Nachr. 14.00: Fortsetzung des Mittagskonzeries auf Schallpl. lo.OO: Wetter, Börse. 15.15: Für dis Frau: Entwürfe für Handwebereien. 15.40: H. Bettin: Zusatzgeräts für Dergrößerungsapparate.

16.00: Köln: 1. Alte Lothringer Volksweisen; 2. Neue Musik auf Vostsinstrumenten. 17.00: Bücherstunde; Ein Paddelboot ent­deckt bte Welt. . 17.15: Alerander von Humbold. 3u. seinem 75. Todestage am 6. Mai. 17.35: Romantische Klaviermusik. 18.05: Unsere Rätselecke. 18.25: Streichauartstt E-Moll (Smetana). (Schallpl.). 18.55: Das Gedicht. Anschl.: Wetter.

19.00: Deutschsr Kalender: Mai, Monatsbstd vom Königswullsr- häuser Landboten. 20.00: Kernspruch. Anschl.: Nachr. 20.10; Köln: Orchesterkonzert. - 21.15; Humoristische Landkarte. 22.00; Wetter-, Tages- und Sportnachr. 22.30: K. Ste­ding: Danzig ruft!- 22.45: Seewetterbericht. 23.00: Stuttgart: Allerlei Tanzmusik. Kapelle Otto Kermbach.

Heiteres.

Höflichkeit auf der Straßenbahn.Eine Unhöflichkeit herrscht heutzutage unter der Jugend, das ist kaum mehr zu glauben.Aber erlauben Sie, mein Herr, eben noch hat Ihnen doch ein junger Mann seinen Platz ange­boten".Na und . . ., steht meine Frau nicht vielleicht noch auf der zugigen Plattform?"

Kunstgeschichte. Besucher (zum Diener, der ihn durch die Gemäldegalerie des Schlosses führt):Das hier ist ein sehr schönes Porträt. Ist es ein alter Meister?" Diener: Nein, es ist die alte Gräfin".

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erwartete die beiden schon der Bauer mit dem grünen Kasten­wagen und wippte mit der Peitsche:Mudder, et weierd Hauge Tuid!" Der Braune trabte die Straße hinab ins Tal zur Kleinbahnstation. Niemand sprach ein Wort. Der Bauer sah mit ernstem Gesicht über die Felder zu beiden Seiten des Wegs; die Bäuerin spielte mit den Fransen ihrer schwarz- seidenen Kirchgangsschürze. Von Zeit zu Zeit roch sie an dem Strauß dunkelroter Geranien, den sie tm Vorbeigehen abgebrochen hatte und der nun grell vor dem dunklen Grund der Schürze leuchtete...

In dem langen Lazarettbau mit seinen vielen Gängen und weißen Türen lag die eigentümliche süßliche Schwere, die einem das Atmen und Gehen hart macht. Gleich den ersten Soldaten, der ihnen am Portal im weißen Kranken­hausanzug humpelnd entgegenkam, fragte die alte Bäuerin nach ihrem Jungen. Aber" der Angercoete kannte ihn nicht und wies sie zur Oberschwester. Die gütige Frau nahm ihr das Paket ab und führte sie in ihr Zimmer. Sie sprach mit der Gassenschen, lange und eindringlich. Die alte Bäuerin begann leise zu weinen. Die dicken Tränen rannen über ihre Backen, während sie ungeschickt aus ihrem Unterrock ein Taschentuch hervornestelte. Ueber dem Zimmer gingen Schritte hin und her. Irgendwo pfiff jemand ein lustiges Soldatculied.

Dann wurden die beiden durch lange Korridore geführt. Lautlos glitten Schwestern und ein verdeckter Wagen an ihnen vorbei. Die beiden standen in einem kleinen Saal mit ge­dämpftem Licht. Vorhänge hielten die helle Nachmittags- sonne ab. Schneeweiße Gesichter leuchteten aus den Kissen. Im letzten Bett war jemand vollkommen mit einem weißen Tuch zugedeckt.

Die Bäuerin schritt mit der Schwester zu einem der Betten. Es lag ein Mensch drin, von dem man nur die Nasenspitze sehen konnte. Die Schwester hatte sich bei der Bäuerin eingehakt, als sie näher an das Bett herantrat, be­hutsam: Das war ihr Junge da, Wilm Gassen, Erbe des schönsten und reichsten Hofes von Braunördc. Die Mutter rief mit heißer Liebe den Sohn an:Wilm, loibe Wilm, Junge, Wilm!" Aber er hörte den Klang nicht. Er war taub und blind: Berstendes Eisen und der Donner des Krie ges hatten ihm das Gehör und das Gesicht zerstört.

Größtes Opfer, das je ein Bauer brachte: Nicht mechr sehen können, keine bunte Blumen und keinen blauen Himmel. Nicht hören dürfen, wenn bei uns in der Heimat die hohen

Letzte Nachrichten.

Die Gewaltherrschaft an der Saar.

Trier. Die Regierungskommission des Saargebiets har die für den 6. Mai vorgesehene Morgenfeier der Evangeli­schen und Katholischen Kirche in Saarbrücken verboten.

Papierfabrik niedergebrannt.

Karlsruhe, 5. Mai. Am Freitag um 21 Uhr brach in der Papierfabrik Metzger in Bruchsal Feuer aus, das sich mit rasender Geschwindigkeit auf den dreistöckigen, langge­streckten Bau ausdehnte und ihn in kurzer Zeit vernichtete. Die Feuerwehr bekämpfte den Brand mit 12 Schlauchlei­tungen, mutzte sich aber hauptsächlich auf den Schutz der Nachbargebäude beschränken. Das Fabrikgebäude brannte langsam aus. Die Maschinen in den unteren Räumen sind vernichtet. Ueber die Ursache des Brandes ist bisher noch nichts bekannt.

^Kampf der Gefahr!"

Schadenoerhütung ist Pflicht!

Auch dich geht es an!

60 Todesopfer täglich, 24 000 jährlich verschulden allein die Un=' fälle aller Art. Wann wird es dich packen? 1,37 Milliarden kapi­talisierte Rentenlast erfordern durchschnittlich die jährlich in den Be­trieben vorkommenden Unfälle, auf 2,5 Milliarden Unkosten werden die Folgen allein der Derkehrsunfälle eines Jahres geschätzt. Wer trägt diese Lasten? Letzten Endes die gesamte Volkswirtschaft also auch du! In Hunderttausende, in Millionen deutscher Familien kommt durch Krankheit und Siechtum, durch Unfälle und Feuersnot, durch Sachschäden und Wertevernichkung auch durch Betrug und Torheit Not und Sorge, Kummer, Elend und Verzweiflung. Im neuen Deutschland trösten wir uns nicht damit, daß Versicherung und Sozialgesetzgebung, Staat und Kommune, Wohlsahrt und Für­sorge die Opfer der Arbeit und des Lebens mitleidig mit Almosen betreuen. Verhüten ist bester als vergüten! Vorbeugen ist leichter als heilen! Aber alle müssen mitarbeiten, mithelfen Schäden zu verhüten, die unserer Volksgesundheit und unserer Volkswirtschaft schwerste Wunden schlagen alle müssen sich willig einörbnen in diesen Abwehrkampf, auch du! 75% aller Unfälle sind vermeidbar, die 1400 Todesfälle bei Feuersbrünsten, die 3000 Ertrunkenen all­jährlich sind sinnlose Opfer, die 400 Millionen Verluste durch Schäd­linge sind leichtfertige Vergeudung. Zielbewußte und organisierte Schadenverhütung kann, ja muß Erfolge zeitigen. Denn durch Er­ziehungsarbeit ist menschlichen Schwächen wie Leichtsinn, Rück­sichtslosigkeit, Unachtsamkeit, Unterschätzung oder Unkenntnis der Gefahren und Schadenguellen erfolgreich entgegenzuarbeiten. Aber jeder muß Disziplin halten, auch du! Sparen wir nur den vierten Teil der Unkosten für Schäden aller Art, so verdienen wir der deut­schen Volkswirtschaft direkt und indirekt viele Hunderle von Millio­nen. Das kommt uns allen zugute auch d i r_! Darum unter­richte dich über all die vielfältigen Fragen der ^chadenverhütung, es ist interessant und vielseitig genug: Unfall- und Brandverhütung, Krankheits- und Seuchenbekämpfung, Erste Hilfe und Lebensrettung, Gewerbehygiene und Volk-ernährung, Berufswahl und Ehebera­tung, seelische Hygiene und Pfuschereibeèämpfung, auch Kriminal­aufklärung und Schädlingsbekämpfung, alles das istSchaden- verhütung". Dein Arbeitgeber ist daran interessiert, daß du in allen diesen Fragen geschult wirst. Wende dich an ihn, er beschafft Nr, kostenlos für dich, das nötige Lehrmaterial.

Lichen rauschen und die Nachtigallen schlagen und im Tal die Dorfmädel und Jungen in der Mainacht siingcn. Und höchste Qual: niemals mehr einen Menschen an den Händen halten können und niemals mehr einen Pflug.

Die Bäuerin stand zwischen den sterbenden Soldaten, stand hier am Bett ihres Jungen, und der wußte nicht ein­mal, daß seinMudding" da war, er, der ein Märtyrer ge­worden war für Deutschland, für seinen eichennmrauschlcn Hos in Brannoerde, dieser Bauer, deu Eisen und Gas und Gist so zerstört hatten, daß nur wie durch ein Wunder das Leben noch in ihm wohnte. Ein Mensch, der niemand mehr nah sein konnte, dessen Leib ein Wrack war, nicht mehr reich und stark genug, mitzuteilen, daß in ihm ein heißes Herz pochte, Sehnsucht und Hunger nach Leben und Liebe.

Mit einem Ruck drehte die Bäuerin sich um, lief durch Üc Gänge zurück zum Wartezimmer. Dort lag der Strauß mit den dunklen Geranien. Verwundert schauten die Wärter and Genesenden in den Korridoren auf die alte Fran. Sie rber trat zum Bett ihres Jungen heran und hielt die nach §rde duftenden Geranien aus dem Garten vorn an der Niggen Dür" unter die Nasenspitze, die einzig und allein Don ihm aus dem weißen Verbandszeug hervoruigte.

Da ging durch das Bett ein Schüttern und Beben. Der Kopf schnellte hoch, und über die Lippen bc3 Soldaten drängte sich der heiße Laut wie der eines glücklichen Kindes, drängte sich durch deu Verband, der den Mund des tödlich Verwun­deten bedeckte. Der Stumpf des einen ?<#.ne§ schnellte hoch and wurde hin und her geschlvungeu, wie man eine Fahne schwingt. Die Mutter setzte sich an den Rand deS Bettes, und in ihrem Gesicht lag ein heller Schein und fast eine -jubi­lierende Freude. Sie streichelte immer wieder ganz behutsam die Nasenspitze des Sohnes. Und dann fuhr sie ihm ganz behutsam und weich mit der Hand über den Verband an Stirn und Kopf. Aus den anderen Betten schauten große Soldatenaugen zn dieser Mutter hinüber...

Seit diesem Tag heißen die dunkelroten Geranien in BraunoerdeMutter Gaffens Blumen". Sie leuchten zur Blühenszeit in einer verschwenderischen Fülle.

Der deutsche Staat braucht erbgesunde Kinder. Schützt die deutsche Mutter und dankt ihr.