Vorspruch
„Die liberale Wirtschaftsauffassuna behält nur so lange Geltung, als der belebende Motor jeoes Wirtschaftsunter- nehmens, nämlich der Absatzmarkt, vorhanden ist. Durch die Planlosigkeit des liberalen Wirtschaftsdenkens, die den Schwerpunkt der Volkswirtschaft in den Privatbetrieb legte, ist in einem sinnlosen gegenseitigen Konkurrenzkämpfe, der die überseeischen Absatzmärkte" in industrielle Erzeugerstütten mit eigenem Absatzhunger nm- wandeltc, der Motor aller Rentabilitätsbestrebungen, der Absatzmarkt, weitgehendst zerstört worden."
R. Walther Darr è.
Erdflohbekämpfung
Die Erdflöhe tragen ihren Namen, obwohl sie Käfer sind, daher, daß sie vermöge ihrer stark verdickten Hinterschenkel weite Sprünge ausführen können. Sie gehören zu den gefährlichsten Pflanzenfeinden, die den Kulturpflanzen besonders in ihrem Jugendstadium gefährlich sind. Diese schädlichen Käfer, die verschiedenen Familien angehören, bevorzugen zum Teil bestimmte Pflanzen. So wird die junge Leinsaat von den schwarzen Flachserdflöhen, der R a p s von dem schwarzblauen Erdfloh, der Kohl von einer ganzen Reihe von Flohkäfern befallen. Die Flohkäfer werden nur wenige Millimeter groß. Ihre Larven, die vielfach auch von den unterirdischen Pflanzenteilen leben, erreichen etwa die doppelte Größe. Die meisten Flohkäfer sind ausgesprochen wärmeliebend und leiden bei Nässe. Sie zeigen sich zuerst an sonnigen, warmen Vorfrühlingstagen und verkriechen sich wieder bei Kälterückschlägen. An schönen Tagen im April oder Mai werden sie oft von dem Frühlingswind weit fortgetragen und treten dann unvermittelt in Gegenden massenhaft auf, wo sie bisher nickt beobachtet wurden. Die Kohlerdflöhe befallen neben dem Kohlgemüje mit Vorliebe auch Unkräuter, die zu den Kreuzblütlern gehören, wie Ackersenf und Hederich. Da die Erdflöhe mit Vorliebe die empfindlichen Keimpflanzen befallen und auch durch Boden- risie Zugang zur Saat an dem Stengel zwischen Keimblatt und Wurzel suchen, ist das schlechte A u f l a u f e n der Saaten in trockenen Jahren wesentlich mit eine Folge des unterirdischen Erdslohfraßes. Oft muß die Saat neu bestellt werden.
Da die Pflanzen in der frühesten Jugend am meisten gefährdet sind, erfordern die Keimlinge in erster Linie Schutz. Von besonderer Wichtigkeit sind die vorbeugen- den Maßnahmen. Die Käfer treten in warmen Frühjahren Anfang Mai und in kühleren Jahren Ende Mai in Massen auf. Die junge Brut richtet den Hauptschaden im August und September an. Oertliche Verschiebungen oder Besonderheiten hinsichtlich der Fraßzeiten sind nicht selten. Das Hauptbestreben des Landwirtes muß sein, die bedrohte Saat in der erdtloharmen Zeit zur Entwicklung zu bringen oder die erste Jugendentwicklung so zu kräftigen und zu beschleunigen, daß die Saat dem Schädling entwächst. Die Mittel hierzu sind: reichliche Düngung mit leichtlöslichen und leicht aufnehmbaren Düngemitteln, gute Saatbeetbereitung, bei der Drillsaat die Anwen ° .düng von Druckrollen, reichliche Saat und kräftige H a ck t ä t i g k e i t. Hacken ist, wie Blunck und M e y e r in dem gehaltvollen Flugblatt der Biologischen Reichsanstalt erläutern, bei weitem die wirksamste Kulturmaßnahme zur Minderung von Erdflohschaden. Es befördert Keimung und Wuchs der Saaten; es behindert und schädigt die Käfer. Die Hacktätigkeit soll möglichst schon vor dem Auflaufen der Keimlinge einsetzen (Blindhacke) und unter ein- bis zweimaliger Zugabe von etwas Salpeter in kurzen Zwischenräumen fortgesetzt werden, bis die Pflanzen nicht mehr gefährdet sind. Die Hacke ist in der Erdflohbekämpfung leistungsfähiger als Egge und Walze. Vor dem Auflaufen der Kulturen eingesetzt, stört die Egge die Keimung der Saat und macht sie dem Untergrundfrâß der Käfer zugänglich. Nach dem Auflaufen nehmen die Keimlinge durch Her- ausreißen und Verschütten Schaden, und der Fraß wirkt sich verstärkt auf den Restbestand aus. Das Walzen der jungen Saat zeitigt in bezug auf den Erdflohfroß mehrere, einander zum Teil gegenläufige Wirkungen. Es verletzt und tätet einen Teil der Käfer, erschwert ihnen den Zugang zu den unterirdischen Pflanzenteilen und verschmutzt betaute Keimlinge durch klebenbleibende Erdteilchen, so daß die Tiere die Blätter meiden. Andererseits steigert die Walze das Verdunsten des Bodenwassers, hemmt dadurch bei Trockenheit den Pflanzenwuchs und schafft eine glatte Bodenfläche, auf der die Käfer sich gut bewegen können. So kann der Erdflohschaden nach Gebrauch von Egge und Walze zu- statt abnehmen.
Die Niederhaltung kreuzblütiger Unkräuter ist auch unter dem Gesichtspunkt der Erdflohbekämpfung wichtig. Nckersenf und Hederich laufen im Frühjahr zeitig auf und bieten den Käfern Futter, ehe die Kulturpflanzen erscheinen. Später wird das älter werdende Unkraut zu Gunsten der zarten Keimblätter der Nutzpflanzen verlassen. Ackersenf und Hederich sollen daher möglichst schon beim Auflaufen, keines- alls aber gerade dann vernichtet werden, wenn die Kulturpflanzen keimen. Die Käfer werden sonst zwangsläufig zu den Saaten gedrängt, wenn diese im kritischsten Stadium liehen.
Haben die vorbeugenden Maßnahmen zur Verhinderung »on Erdslohschäden nicht genügend gewirkt, dann greift man
zur unmittelbaren Bekämpfung; man zögert aicht damit, denn meist ist der Schaden schon früher eingetreten, als man es bemerkt. Schreckmittel und Berührungsgifte verdienen vor Magengiften im allgemeinen den Vorzug. Gegen Stauberzeugung jeder Art find die Erdflöhe empfindlich. Schon das Bestreuen der Kulturen mit Asche, Ruß oder feinem Sägemehl kann helfen. Recht befriedigend wirkt V e st r e u e n mit Thomasmehl oder Staub kalk. Sehr bewährt haben sich Tabak- st a u b und gepulverte Derriswurzeln. Empfohlen wird auch eine Reihe chemischer Bestäubungsmittel. Altbekannt sind die Jangapparate mit Klebeflüchen.
Die Staatsprümienstute
Die Preußische Gestütsverwaltung setzt die Reihe der Maßnahmen, welche die Landespferdezucht überall voranbringen soll, in schnellem Tempo fort. Neue Bestimmungen regeln die Prämiierung des zukünftigen Zuchtmaterials. Wenn die Preußische Gestütsverwaltung bisher auch ganz ausgezeichnetes Hengstmaterial den Züchtern zur Verfügung gestellt hat, so hat sich die Tätigkeit dieser Hengste bisher doch nicht in dem wünschenswerten Maße ausgewirkt, wenn der Pferdezüchter durch feine schlechte wirtschaftliche Lage gezwungen war, das beste weibliche Zuchtmaterial zu verkaufen. Auf diese Weise verlor die Zucht immer wieder einen großen '-teil der allerwertvollsten jungen Stuten. Dem wird nunmehr ein Riegel vorgeschoben. Die besten jungen Stuten sollen bei ihren Züchtern bleiben und in der Zuchl verwendet werden. Das preußische Innenministerium setzt für 1934 hohe Geldbeträge aus, mit denen überall im Lande die weiblichen Saugfohlen, die einjährigen, die zweijährigen und die dreijährigen Stuten, die zuchtwürdig sind, prämiiert werden. Die Besitzer dieser Stuten sollen sich verpflichten, ihre Pferde zur Zucht zu behalten und für eine bestimmte Zeit anerkannten Hengsten derselben Rasse zuzuführen.
Wenn Stutsaugfohlen mit Geldpreisen ausgezeichnet werden, so müssen sie auch als Jährlinge, Zwei- und Dreijährige der Prämiierungskommission vorgestellt werden. Die jedesmalige Auszeichnung mit Geldpreisen verpflichtet die jungen Pferde für die Zucht. Es wird in allererster Linie das junge Stutenmaterial im Besitze von Erbhofbauern prämiiert. Andere Besitzer werden nur ausnahmsweise mit ihren Stuten zu den Prämiierungen zugelassen. Aeltere als dreijährige Stuten erhalten keine Geldprämien mehr, da sich die älteren Stuten durch die Arbeit; die sie in der Landwirtschaft verrichten und durch die Fohlen, die sie bringen, bezahlt machen. Es wird in Zukunft auch kein Geld mehr für die Prämiierung von Zuchthengsten ausgeworfen, da diese sich durch die Deckgelder für ihre Besitzer schon bezahlt machen. Das mit Prämien ausgezeichnete weibliche Zuchtmaterial erhält die Bezeichnung „Staatsprümienstute" und bildet eine Elitegruppe innerhalb der Zucht. Die Preußische Gestütsverwaltung ist also bemüht, eine höhere Qualität, eine besondere Vollkommenheit unserer Pferderassen zu schaffen. Für Leistungsprüfungen von Zucht- und Gsbrauchs- pferden werden vom Ministerium des Innern gleichfalls hohe Geldbeträge ausgesetzt.
Die PflaumensügeWSspe
Bald nach dem Fruchtansatz macht der Obstliebhaber in seinem Garten die trübe Beobachtung, daß die Baumscheiben mehr und mehr mit abgefallenen Früchten wie besät sind. Es _ kann sich um den „physiologischen Frucht- a b f a l l " handeln. Die in der Sorge um die Erhaltung der Art verschwenderische Natur entledigt sich eines Fruchtansatzes, den die Bäume auch bei bester Wasser- und Nährstoffversorgung nicht zur Reife zu bringen vermögen. Diese Früchtchen sitzen noch am Stiel und sind unversehrt. Findet man jedoch unter den kaum fünf Millimeter langen Früchten solche, die angebohrt sind, denen beim Oeffnen der Kern und ein Teil des Fruchtfleisches fehlen und durch eine dunkle, jauchige Masse ersetzt sind, dann sieht man sich dem Zerstörungswerk eines Schädlings gegenüber. Es handelt sich gewöhnlich um die Larve der Pflaumensägewefpe. Die schwarze oder gelbe S ä g e w e s p e hat im April oder Mai mittels eines sägeartigen Lègestachels die Blüten am Kelch angebohrt und ihr Ei in den Spalt gelegt. Die bald ausschlüpfende Larve benagt Kelch und Fruchtknoten und
wandert bald auf benachbarte Blüten über. Dort bohrt sie sich in die werdende Frucht ein, frißt den Kern auf und wandert dann auf eine andere Frucht über. Dieser Vorgang wiederholt sich mehrmals. Diese Wanderungen sind für die Bekämpfung von ausschlaggebender Wichtigkeit. Denn während der U e b e r w a n d e r u n g kann man die Larven vergiften. Das erfolgt durch die Spritzung mit einer Mischung von Schwefelkalkbrüh 'e mit Arsenpräparaten. Mit solchen Mischbrühen werden außer den Larven der Sägewespen a u ch d i e rote Spinne, schädliche Raupen (Frostspanner, Knospenwickler), die Schrotschußkrankheit und der Schorf erfaßt. Die Spritzung muß nach acht Tagen wiederholt werden, da bei den rasch wachsenden Früchten der Giftbelag zerreißt und dadurch unsicher in der Wirkung wird. Dr. Sprengel empfiehlt also eine Frühlingsspritzung kurz nach der Blüte mit Blei- irsen 1- bis 2prozentig und 2prozentiger Schwefelkalkbrühe oder Kalkarsen ttAprozentig und ebenfalls 2prozentiger schwefelkalkbrühe. Acht bis zehn Tage später folgt die Frühsommerspritzung mit einer Mischung von ),4prozentigem Kalkarsen und 2prozentiger Schwefelkalk- brühe; Bleiarsen darf dann nicht mehr verwendet werden! Nötigenfalls kann eine Woche später eine dritte Spritzung eriolaen.
WeihenDüngung
Eine der wichtigsten Grundregeln für die Dünaun. üe gleichmäßige Verteilung und Unte?
> rinqung des Düngers. Sie gilt für Wirtsckob- länger in derselben Weise wie für Handelsdüngemittel « zleichmüßige Verteilung schadet, well an den Stellen ^ Nangels die Pflanzen hungern, wahrend an den Sten les Ueberflusses geiles Wachstum auftritt, das zum Leiin-, jurd) Lagergefahr oder Ueberhandnehmen der veaetaick» Pflanzenteile auf Kosten der fruchttragenden zu Ertrag chüdigungen führt. An manchen Stellen jedoch kann L ungleichmäßige Düngerverteilung nützlich sein. Ein 5all liegt zum Beispiel dann vor, wenn man die Jugend Entwicklung der Pflanzen fördern will & ist bekannt, daß im Rübenbau die Jugendentwicklum oon großer Bedeutung ist. Denn die jungen Rüben jin nerischen Schädlingen in besonderem Maße ausgesetzt zweckmäßige Jugendernährung bringt die jungen Ps'lan»,, rasch außer Gefahr. Nach den Beobachtungen von Geheiß rat Remy äußert sich unzureichende Kalioersorgunq du Zuckerrüben bereits eine Woche nach dem Auslaufen in fint
ier Entwicklungsrückständigkeit. Sie tritt immer ausge= sprochener in Erscheinung und erreicht Anfang Juli dm Höhepunkt. Aehnliches gilt für die Versorgung mit leicht löslicher Phosphorsäure und mit Stickstoff. Während M und Phosphorsäure ebenso wie der schwerer lösliche Stich stoff in der Ammoniakform rechtzeitig vor der Bestellung in den Boden gebracht werden sollen, kann man den leicht löslichen Stickstoff in der Salpeterform recht gut als Koph d ü n g u n g verabfolgen. Es hat sich dabei als vorteilhaft erwiesen, die Salpeter-Kopfdüngung nicht etwa breitwürsig । auf die jungen Pflanzen zu geben, sondern die Salpetergabe | neben die Rübenpflänzchen in den BodenJ bringen. Man bezeichnet dieses Verfahren als Reihend» gung. Mit manchen Düngerstreuern läßt sich der Salpete mit Leichtigkeit neben die Rüben streuen, auch wenn w e i n Bedienungsmann für den Düngerstreuer zur Verfügst steht. Im Rübenbau ist die Reihendüngung allgemein « wendbar, weil Rüben immer in Reihen gesät oder ausx pflanzt werden, um sie hacken zu können. Die Salpeter reihendüngung erfolgt am besten sofort nach dem Verziehe».
Steckenbleibende Neupflanzungen
Bei Neupflanzungen von Obstbäumen wird man im Mai leicht einzelne Bäume finden, die nicht willig austreiben sondern noch vollkommen ruhen. Es kann Wasser- um Nährstoffmangel die Ursache sein. Dann wird man mit W- dem, und zwar möglichst auch mit flüssigem Dünger nag)- helfen. Es kann aber auch versauerter Boden m Ursache sein. In diesem Falle nimmt man die Bäume nag) einmal heraus und schneidet die Wurzeln frisch an. Ä Schnittflächen sollen immer nach unten zeigen. In m Pflanzgrube kommt um die Wurzeln reichlich gute sompor erde, die mit Kalk versetzt sein muh, und Torfmui , der nur gut angefeuchtet verwendet werden darf. Za Bodenversauerung meist auf überschüssige Nässe zuruaz, führen ist, gießt man nicht sogleich an sondern wartet da einige Tage. Dagegen muß die Erde gut an die ä gedrückt und in Zwischenräume zwischen den W"rzem stopft werden. Um ältere Bäume, die frisch verpflanz, den sind, zum Austreiben zu bringen, wird der via in feuchtes Moos eingepackt. Um dm MM herum muß der Boden gut gelockert werden. Pflanzen von hochstämmigen Rosen mache man M . Moospackung zur Regel, denn der Rosenstock ist mar g hat dünnes Holz. Da die Rinde an der Wafserverdimstung beteiligt ist, können die durch das Verpflanzen nu jl & bis zur Hälfte verlorengegangenen Wurzeln nicht ge u - Wasser nach oben 'schaffen Die Moospackung veryu v ihre Schattenwirkung die Verdunstung und führt oer » beim Regnen oder Ueberbrausen sogar Feuchugr"• „cn ser Nötverband darf nicht über den August hmau g i werden, damit die Rinde sich bis zum Eintritt oe^ noch genügend abhärten kann.
Merkworte
Walzen stärkt den Roggen im Halm. rM-
K r n st e n b kl d u n g entsteht auf körnigen Böden nach starken Regengüssen m ^ der Trockenheit diircy Zusammenbacken der Bode_ / Mr Nührsalzen. Die Krusten müssen durch Eggen, Hacken gebrochen werden, damit Luft und dert eindringen können. . Hst
Gänse lieben z u r B r u t ein verstecktes P^„ Schilf Brutnester werden daher hinter aufgerichtetem oder Stroh versteckt. ,f ^gen,
Die ersten Wespen, die sich im F' »^ sind die Königinnen; mit jeder jetzt getötete nähtet man also eine ganze Brut. . ,M fick
Comfrey (Beinwell) ist ein beliebtes Grun Schweine und Hühner. Diese frohwüchsige I Mfbodr bei reichlicher Bewässerung auch auf Sand- u und kann mehrfach im Jahre geschnitten we Mach (inge werden von April bis Juni in 40 Zcmnu und 4 Zentimetern Tiefe gepflanzt. WMMD