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S?gBW Tageblatt für Rhön unö Vogelsberg»
FS«^^ uns Haunetal-Zul-aer Kreisblatt
Nr. 100 — 1934
Fnlda, Montag, 30. April
11. Jahrgang
Feierstunde eines Volkes.
Nun sind wir für den 1. Mai gerüstet. Wie die Ve- bördcn und Verbände im großen, so haben wir im kleinen unsere Vorbereitungen getroffen. Und dieseVorbereitungen waren nicht damit erschöpft, daß wir die Fahnen heraus- holten und unsere Häuser schmückten. Wir haben u'>s für diesen Tag innerlich darauf eingestellt, ihn als bett Tag her Volksgemeinschaft, der werkenden Kameradschaft zu erleben.
Auf diese werkende Kameradschaft deutet der Nationalfeiertag des deutschen Volkes ausdrücklich dadurch hin, daß mit 'ihm das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit in Kraft tritt. Stuf eine bisher nicht gekannte Weise bindet das Gesetz Unternehmer und Angestellte aneinander zu gemeinsamem Schaffen. Versuche, eine Werksgemeinschaft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu bilden, gab es seit Jahren. Sie vermochten nicht zu verhindern, duß Lohnkämpfe und Streiks an der Tagesordnung waren, die Schlichter alle Hände voll zu tun hatten und stets einen wahren Eiertanz zwischen den Anforderungen der verschiedensten Interessen auszuführen hatten. Erst die Regierung Hitler hat auch da Wandel geschaffen. Das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit ist die Grundlage für die neue Pertrauensgemeinschaft zwischen Bc- triebsführer und Gefolgschaft, und es stellt diese Ver- iraucnsgemeinschaft nicht mehr nur iu den Dienst des einzelnen Betriebes, sondern in den Dienst der Allgemeinheit. In einem Staat, der in einem so ernsten Kampf um die Wiedergewinnung seiner Weltgeltung steht, müssen alle Kräfte am gleichen Strang ziehen. So kann cs nicht Ausbleiben, daß jenes neue Vertrauensverhältnis zwischen den arbeitenden Menschen, ganz gleich, auf welchem Posten sie stehen, die segensreichsten Wirkungen auf unser ganzes öffentliches und privates Leben haben wird.
Mit dieser Erkenntnis ist die Basis für eine wahrhafte Volksgemeinschaft gewonnen, wie sie vor einem Jahr noch nichi vorhanden war. Damals wußten wir mitten Wer uns noch die Vertreter des Marxismus und ihre Gewerkschaften als die Träger des Klasscnkampfcs, des ftmmäßig unterhaltenen Mißtrauens. Äußerlich hatte das am 2. Mai vergangenen Jahres ein Ende — inner- lich ging der große Umschmelzungsprozeß damals erst richtig an. Der äußeren Gleichschaltung folgte die innere Umformung, ja man kann es geradezu eine politische Beehrung nennen. In dieser Hinsicht wird der Zeitraum vom Mai 1933 bis zum Nationalfeiertag des deutschen Zolles 1934 in der sozialpolitischen Entwicklungsgeschichte Deutschlands stets eines der wichtigsten und inhaltreichsten Kapitel bilden.
Es ist nicht die Art nationalsozialistischer Siaats- anschauung den Blick rückwärts gerichtet zu halten. Das ânswerk Adolf Hitlers, des Marschalls Vorwärts des A Jahrhunderts, weist in Anlage und Durchführung in jenem einzelnen Zuge in die Zukunft. Wer unter uns, oer das vergangene Jahr mit offenen Augen und offenem Mzen miterlebt und mitgekämpft hat, wollte nicht mit jungem, festem Vertrauen der Entwicklung entgegensehen, M mit den Daten des 1. Mai 1935, 1936 und 1937 qe- «netjein wird? 1937 ist das erste Jahrviert vorbei, Führer für seine grundlegende Ansbauarbei, ° hat. Und jedes Mal, wenn sich das deutsche Volk . seiner Regierung zu gemeinsamer Stunde
s Bekenntnisses und frohen Dankes versammeln wird es voller Genugtuung auf die weitere zurückblicken, die cs seinem alten, ihm ge- acluacht b ^^ unter den Völkern der Erde nähcr-
Das amtliche Programm
to BerünffattuMn am 1. Mai.
P ^^ Reichsministcrium für Vviksaufklürung und an ^M" veröffentlicht das folgende amtliche Pro- d" Veranstaltungen am nationalen Feiertag des R üschen Volkes.
' Aaihöhenfeuer auf dem Brocken, Beginn 30. April, Uhr.
Moisingen der Hitlerjugend.
2 q des Reichsjugendführcrs Baldur von Schirach. (Hm- Jugendkundgebung im Lustgarten.
aus den Meistersingern „Wach auf", Leitung: Dr. Fritz Stein.
-'icde des Reichsministers Dr. Goebbels. Horst-Wessel-Lied.
Ansprache des Führers.
^cutfdtlannitcü'
^rbeijieben des Festzuges.
U i,L“ ?iU0> der Darstellungen anS dem alten Brauch- ,. dem gewerblichen und handwerklichen Leben Üba'',,' dUchcn wird, nimm' Aufstellung am Knie in Auburg und zieht danach über die Charlotten- bilden ^""ussec, Brandenburger Tor, Straße Unter den finmt«?”0 er dei Beendigung der Jngcndkundgebung wird.
wÄ: Empfang der Arheiterabordnungen aus dem ln der Reichskanzlei. RcichSniiuister Dr. Goeb- und der Führer der Deutschen Arbeitsfront, ^ravslerter der PO., Dr. Robert Lev, stellen die Ar Führer vor. Die Arbeiter sammeln sich bis auf dem Pariser Platz und fahren von da ^'Mosten zur Reichskanzlei.
^ Niemand, am allerwenigsten die Männer unserer Führung, verkennt die Hindernisse und Schwierigkeiten, die auf diesem Wege noch zu überwinden sind. Aber diese Männer zeigen schon seit mehr als einem Jahr, daß sie nicht für das Experiment, sondern für die tatsächliche Leistung und den greifbaren Erfolg arbeiten; sic haben ihren vor der Machtübernahme immer wieder aus- gesprochenen Anspruch auf die alleinige Führung seit dem Januar 1933 ieden Tag erneut zu begründen verstanden.
Das wird auch in der Rede anklingen, in der Adolf Hitler an diesem 1. Mai vom Tempelhofer Feld aus
Tie Aufrichtung des Maibaumes.
Die schönen alten deutschen Kolkssitten kommen jetzt immer mehr wieder zu Ehren. In Süddeutschland wird in diesen Tagen wieder überall der M a i b a u in errichtet — Symbol des endgültigen Sieges des Frühlings. Tiefes Bild hier berichtet von der Aufrichtung des Bkaibaumes in Ä nger bei Bad Reichenhall.
Rechenschaft über die Arbeit der Regierung oblegen würd, wie es der Aufruf Dr. Goebbels ankündigte. ES wird die Stunde sein, in der die ganze Welt in einer einzigartigen Demonstration wieder sehen und hören wirb, daß der Begriff Deutschland nicht mehr wie früher von Partcigezän'k und Kleinstaaterei erfüllt ist, sondern wieder den stolzen Inhalt der N a 1 i o n hat.
Dieser Nation erprobter Führer ist Adolf Hitler. Wohlan denn: „Die Reihen fest geschlossen!" Laßt uns am Nationalfeiertag des deutschen Volkes geloben, in dieser Geschlossenheit hinter ihm zu stehen, „jetzund und imwerdar'"
4. i , Uhr: Festsitzung der Reichsknlturkammer in der
Staatsoper Unter den Linden.
Festliches Präludium von Strauß. ,
Rede des Präsidenten der Reichskulturkanrnler
Reichsminister Dr. Goebbels und
Verkündung des Film- und Buchpreises 1933.
Festmusik aus „Lobeugrin" von Wagner.
Es spielt die Staatskapcllc Berlin unter Leitung von
Professor Hegel
5. 16 Uhr: Staatsakt auf dem Tempelhofer Feld
Ankunft des Führers.
Chor: „Wo gen Himmel Eichen ragen".
Eröffnung: Reichsminister Dr. Goebbels.
Rede des Führers. Horst-Weffel-Lied.
Großer Zapfenstreich. Deutschlandlied.
Schlußwort: Stabsleiter der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Walter Schubmann.
Es spielen fünf Musikkorps der Reichswehr unter Leitung des Hecresmustkinspizienten Professor Schmidt.
Es singen 2000 Sänger des Berliner Sängerbundes unter Leitung des Bundeschormeisters, Studicnrat Miesner.
6 1WI5 Uhr: Schlußkundgebung im Lustgarten.
Rede des preußischen Ministerpräsidenten, General Hermann Göring.
Es spielen fünf vereinigte Musikkorps der Reichswehr unter Leitung des Heeresmusikinspizienten, Professor Schmidt
,/Es gibt nur noch einen Adel: den der Arbeit."
Dr. Ley zum 1. Mai.
PPD. Die Deutsche Arbeitsfront hat die zerstörende Zersplitterung des deutschen Volkes überwunden. Sie durchbrach Selbstsucht, Eigennutz, Standesdünkel und Klassenkampf. Sie hat die Beziehung zwischen Mensch und Arbeit im Geiste des Nationalsozialismus neugeordnet. Sie vertritt den Grundsatz des sozialen Rechts, der sozialen Ehre, der Schicksalsgem e^i n s ch a f t aller, in deren Adern deutsches Blut rollt. Sie kennt nicht mehr „Unternehmer" und „Arbeitnehmer", sie kennt nur noch ein d e u t s ch e s A r b e i t e r- t u m, das begrifflich beide gemeinsam umfaßt. Sie hat dem deutschen Arbeitertum ein neues Gesicht, der Arbeit ein neues Ethos gegeben:
Arbeit ist nicht mehr ein Handelsobjekt, Arbeit ist Dien st am Volk, und in der Bewertung des einzelnen gibt es nur noch einen Maßstab, nämlich den, ob man feine Pflicht tut oder pflichtvergessen handelt! Es gibt nur noch einen Adel: den der Arbeit!
Wie sich die Wehrmachi beieiligt.
Entsprechend einer allgemeinen Anweisung des Reichswchrministcrs wird sich die Wehrmacht lHeer und Marine) am Tag der Nationalen Arbeit in den einzelnen Standorten mit allen verfügbaren Kräften in den Dienst der großen Sache stellen.
Bereits die große Jugendkundgebung auf dem Brocken in der Nacht zum 1. Mai leitet eine Batterie des Reichsheeres mit einem Salut von 21 Schuß feierlich ein.
Bei dem Staatsakt auf dem Tempelhofer Feld nimmt ein Bataillon der aus Soldaten aller dcutichcn Gaue zusamNeugeseYten. Ma-chlruppc^qegLitüber der Rednertribüne Ausstellung. Fünf Musikko^ps unter Leitung des Heeresmufikinspizrenten, Professor Schmidt, beteiligen sich an den musikalischen Darbietungen. Der Reichswehr- minister, die Chefs der Heeres- und Marineleitung sowie zahlreiche höhere Offiziere werden anwesend sein. Auch bei der Abendkundgebung im Lustgarten wird die Wachtruppe teiluchmen.
Ähnlich wie in der Reichshauptstadt wird sich die Beteiligung der Truppe an den Feierlichkeiten auch in den anderen Standorten abspiclen.
Vereidigung der Mitglieder des Vertrauensrates am ' 1. Mai.
Meine Verfügung vom 28. 4. 1934 bctr. Vereidigung der Mitglieder des Vertraucnsrates wird dahingehend abge- ändert, daß dort, wo technische oder sonstige Schwierigkeiten für die Vereidigung am 1. Mai nicht bestehen, die Vereidigung am 1. Mai in feierlicher Form stattfinden kann. Für die Betriebe, wo das nicht möglich ist, wird generelle Genehmigung für die Vereidigung am 2. Mai erteilt.
gcz. Dr. L L e r, Treuhänder der Arbeit.
Keine Postzustellung am 1. Mai.
Wie die Reichspost mitteilt, fällt am 1. Mai die gesamte Postzustcllung aus. damit das Zustcllpersonal Gelegenheit erhält, an den Feiern des nationalen Feiertages des deutschen Volkes tcilzunehmcn.
Entscheidung zur Frage der Doppel- Mitgliedschaft.
Für Arbeitsfront und konfcffioncüc Bcrufsvcrbäiidc.
Das Presseamt der Deutschen Arbeitsfront gibt fol- uenbe Anordnung des Führers der Deutschen Arbeitsfront bekannt:
„Es besteht Vcranlaffung darauf hinzuweisc,«. daß Mitglieder anderweitiger Berufs und Standcsorgani sationen, insbesondere auch von konfessionellen Arbeiter und Gcscllcnvcrcinen, nicht Mitglied der Deutschen Arbeitsfront sein können. Wo Doppclmitglicdschaft bei der Deutschen Arbeitsfront und einem der oben genannten Vereine besteht, ist die Mitgliedschaft zur Deutschen Ar bcitsfront sofort zu l ö s ch c n.
Begründung: Das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit will die Bctriebsgcmeiuschaft gestalten. Diese wird nicht erreicht, wenn durch anderweitige Standes- und Berufsorganisationen, insbesondere konfessionelle Arbeiter- und Gcsellcnvereinc, bte, wie beobachtet wurde, schon wieber das Sammelbecken für ehemalige Gctverkschaftssekrctäre bilden, die Betriebs gcmciuschaft aufgespaltet wirb. Gerade auch die Aufspaltung nach Konfessioucn ist
für eine Bctricbsgemcinschaft widersinnig.
Eine derartige Aufspaltung muß auf die Dauer zu Zwietracht in den Betrieben führen und steht damit dem Sinne des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit entgegen. Zugehörigkeit jedoch zu anderen konfessionellen kirchlichen Organisationen und Verbänden, bi aus- schließlick religiösen, kulturellen und karitativen Zwecken dienen, ist selbstverständlich auch für Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront gestattet und gilt nicht als Doppclmitglicdschaft im vorstehenden Sinne.