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Zul-aer Anzeiger

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^ 98 - 1934

Fulda, Freitag, 27. April

11. Jahrgang

Schacht: Das deutsche Schuldenproblem mutz endlich entschlossen angepackt werden!

Der Reichsbankpräsident über die Tmnsserkonserenz im Rundfunk.

Reichsbankpräsidcnt Dr. Schacht sprach im Rund- kiuik über das T r a » s f e r p r o b l e m. In seiner Rede .ctonte der Reichsbankpräsidcnt u. a. folgendes:

ftm 27. April d. I. treten in Berlin in der Reichs- bank die Gläubigervertreter der deutschen mittel- und lang- iriktigen Schulden mit Vertretern der Reichsbank zu- Einen zu dem Ziel, für das Problem der deutschen Auslandsschulden eine konstruktive Lösung aus dauerhafter Grundlage zu sinden. Die große zur Debatte stehende Frage ist, wie kann man die über« t~rag u n g der deutschen Schuldenzahlungen i n s r e m d e Währung ermöglichen denn das ist das Problem des sogenannten Transfers und wie kann man die Störungen, die von diesem Transferproblem auf die Welt ausgehen, beseitigen.

Nachdem Schacht darauf hingewiesen hatte, daß für das vorliegende Problem

der Versailler Vertrag der Ursprung allen Übels gewesen sei, aus Grund dessen Deutschland jährlich Milliar­denbeträge an Reparationen zu zahlen gehabt habe, geißelte er scharf dieA n l e i h e p o l i t i k" der früheren inaWischen Regierungen. Tatfache fei, daß infolge dieses P u m p s y st e m s im Laufe der Zeit w e i t über 10 Rilliard en M a rk Anleihen, die wir jetzt vcizinscu und tilgen müssen, nicht der deutschen Volks­wirtschaft zugute gekommen find, sondern in Form von Reparationen direkt an das Ausland geflossen sind.

Wir befinden uns nun dem Problem gegenüber, daß Deutschland dieses bei ausländische» Privatleuten für ReMmiwnsztocekc aufgenommene Geld zurückzahlen muß.

Aivodl angesichts dieser Dachlage nicht geleugnet toben kann, daß das auf der Konferenz zur Debatte Menbc Transfcrproblem feine Entstehung der p o l i t i - scheu U n Vernunft der Vergangenheit verdankt, sind wir aus der anderen Seite als ehrliche Schuldner selbstverständlich verpflichtet, unseren Zahlungen nach - zukommen, zumal unsere Gläubiger Privat­leute sind. Der einzelne deutsche Schuldner zahlt auch die fälligen Beträge in deutschem Geld für Rechnung der ausländischen Privatgläubiger pünktlich bei der Konversion skafsc für brutsche Auslandsschul den ein.

Was wir aber nicht bewirken können und was nicht in unserer Macht liegt, ist, die von dem Schuldner nugezahlten Reichsmarkbeträgc dem ausländischen ^nvntgläubigcr in fremder Wahrung zur Verfügung zu stellen.

ftcse Devisen können wir uns jedoch nur heschaffen, Mem wir Waren im Ausland verkaufe n. Das -»Stand legt aber unseren auf eine Steigerung unserer gerichteten Bemühungen i m m e r größere v ») w Irrigkeiten in den Weg, so daß wir gegen« W Nicht in der Lage sind, so viel Waren auszu- W ^B wir damit unseren S ch u l d e N v e r p f l i ch - können^n an ^ Ausland in fremdem Geld nachkommen

des Kredit- und Baukentrachs von 1931 ist Zweite heimische Quelle, der in normalen Zeiten »»^Whend ausländische Zahlungsmittel entnommen werden können, nämlich

Inflation wird nicht geduldet!

Kebbels spricht vor 60000 Menschen w Düffeldorser Aheivstadion.

Dttsgruppe Derendorf-Nord der NSDAP, ver« 1111 Düsseldorfer Rheinstadi o n eine teilnX, (b an der auch Reichsminister Dr. Goebbels q a s ^achdem zunächst der Führer der Bri- ieariiit k ^ lageter", Oberführer Lohbeck, seine SA.

^"^ kurz darauf Dr. Goebbels, begleitet von Stabinn - ^""keiter Florian, jubelnd begrüßt, im 60 00 0 Me ns cheN versammelt waren, bchtziè İ^'an betonte in einer Ansprache, das voll die Nolk-'â 01011 sei der beste Beweis dafür, welchen Dank den alten Kämpfern der Bewegung am Meacnhv;1' ocrcn erster einer der Minister gewesen sei, "^e. Hierauf nahm Dr. Goebbels das iu °"'or längeren Ansprache

*

Avllslneg gegen die Set Dr. Goebbels Rede in Düffeldorf.

Dr. Goebbels führte in feinet u. a. aus:

^tschx Äc 1111 ersten Jahre unseres Ausbaues duL hb !ict.j. " dreimal au die Wahlurne gerufen, und mit S«U, -^ Volk jede» Tag wieder aufs neue an du

4u rufen, denn wir brauchen das Volk nicht zv

dic Gold- und Devisenreserve der Reichsbank, völlig zum Versiegen gebracht worden.

Zwei unserer größten Gläubigerländer, England und die Vereinigten Staaten von Amerika, haben durch eine Entwertung ihrer Währung unsere Ausfuhr auf das empfindlichste erschwert, indem sie uns auf dem eigenen und an fremden Märkten unter­bieten.

Trotz aller Hemmnisse hat Deutschland bis zum Juni 1933 seine fälligen Verpflichtungen an das Ausland in fremden Zahlungsmitteln voll erfüllt. Von diesem Zeit­punkt ab mutzten die Zahlungen herabgesetzt werden.

Heute ist unsere Lage so, daß auch eine Fortsetzung der gegenwärtigen teilweisen Erfüllung in fremder Wäh­rung nicht inehr möglich ist.

Abhilfe kann nur von zwei Seiten kommen: die eine Möglichkeit ist eine Steigerung der deut­sche n N usfu h r durch Belebung des Welthandels, die andere ein E n t g e g e n k o m m e n der Gläubiger in der Höhe der Zinsen, der Hinausschiebung der Tilgung nnd ähnliche Matznahmen.

Da die Wiederbelebung des Welthandels abhängig ist von einer vernünftigen Regelung der Schuldenfrage, ist es notwendig, das Schuldenproblem entschlossen in Angriff zu nehmen.

Während sich in den einzelnen Ländern binnen- wirtschaftliche Bele bnngserschein ungen geltend machen, verharrt die Weltwirtschaft auf ihrem tiefen Stand, weil die Kreditbe Ziehungen von Land zu Land infolge der notleidend gewordenen alten Schulden ins Stocken geraten sind.

Es ergibt sich daher der jeder Vernunft bare Zustand, daß diejenigen Länder, die Rohstoffe verbrauchen und in­dustrielle gcriigprobuUc Herstellen können, aus Mangel an fremden Zahlungs- mitteln daran gehindert werden, Rohstoffe zu kaufen, und daß diejenigen Länder, die Rohstoffe produ­zieren, auf den Konsum industrieller Fertigwaren ver­zichten müssen.

Dieser den eigenen Interessen des Auslandes zuwider- laufende Tatbestand zwingt Deutschland, seine Roh stoffeinfuhr aus ein Mindestmaß zu beschränken. Hier stehen wir unter einem Zwang, den nur eine ver­nünftige Handelspolitik des Auslandes selbst ändern kann.

Angesichts dieser Sachlage erscheint es nur vernünf­tig, das Problem auch von der zweiten Seite anzupacken, nämlich den Störungen, die von den notlei­denden alten Schulden auf die Weltwirtschaft ausgehen, dadurch entgegenzuarbeiten,

daß man die Last der Auslandsschulden durch eine

Senkung der Zinssätze vermindert.

Eine solche Zinshcrabsetzung würde nicht nur die Kapi- talsorderungcn des ausländischen Privatgläubigers innerlich b e s s e r machen, sondern sie würde ange­sichts des niedrigen Wcltzinsniveaus auch m o r a l i s ch gerechtfertigt sein.

Deut s ch l and ist nach wie vor bereit, zu einer Wiederbelebung des Welthandels und da­mit zu einer Steigerung seiner TransferfShigkcit bcizu tragen, und ich gebe der Hoffnung Ausdruck, Latz auch die G l ä u b i g e r das deutsche Schuldenproblem unter diesem größeren Gesichtspunkt anpacken ib^ben.

fürchten, wir waren beim Volk und sind beim Volk gr

blieben. . .

Seit den Wahlen vom 5. März 1933 ist ein Jahr ver­gangen. Die Arbeitslosigkeit ist um die Hälfte gesunken die Wirtschaft beginnt wieder anzulaufen, die inner politischen Verhältnisse haben sich stabilisiert. Wir haben das Volk aufgerufen zum großen Kampf gegen die Not Manches fehlt noch, die soziale Lage weiter Schichten ip noch alles andere als erfreulich: aber jedermann hat das felsenfeste Vertrauen, daß es aufwärtsgedt.

Wenn mir nahezu 3 Millionen in die Arbeit zürnn führten, bedurften wir der Rohst.ofie. Wir haben Rohstoffe einzuführen. Da die Welt aber keine Ausfuhr ,ans Deutschland annehmen null, so hatte die Regierung die Pflicht, hier ein Gleichgewicht herzustellcu.

Tic Regierung wird nie mehr eine Inflation in Deutschland dulden, sic wird die Währung stabil halten und mürbe eher das Volk zum gemeinsamen Kampf für die Sicherheit der Währung aufrufen, alS die Währung zum Spielball internationaler Börsen- manöver werden zu lassen.

Die Negierung lehnt es ab, Schulde n z u machen, und duldet eS nicht, daß das Volk mehr ver- zehrt als es verdient. Aber wenn der Arbeiter Opfer bringt, so hat auch der Unternehmer die Psltcht, Opfer zu bringen. Ein großer deutscher V o l r s k r i e g g e g e n d i e Mi o t ist entbrannt, und auch dieser Krieg hat seine eigenen Gesetze. Im Krieg gegen di Not darf nicht jeder tun und lassen, was er will, und wir werden nicht zu­

lassen, daß, wie im Weltkriege, eine neue Kategorie von Kriegsgewinnlern herangezüchtet wird.

Wenn heute wieder das Zentrum den neuen Staat zu sabotieren versucht, so sollen die hohen Herren doch nicht glauben, daß sie unserem Scharfsinn entgehen, luentt sie sich heute die trügerische Maske einer heuchlerischen Frömmigkeit umbinden; sie sind erkannt. Tas Volk hat ferner für die Kämpfe, die sich innerhalb der protestanti­schen Kirche abspielcu, in dieser ernsten Notzeit kein Ver­ständnis. Das Volk würde viel eher verstehen, wenn die Kirche sich mit dem wahren Christentum beschäftigt, und wenn die Kirche von tiefer Dankbarkeit dafür erfüllt wäre, daß der Nationalsozialismus sie vor dem Ansturm der Gottlosen und des Bolschewismus bewahrt hat. Der Nationalsozialismus steht auf dem Boden positiven Christentums: aber er duldet keinen Gesin­nungszwang, sondern er handelt nach alten preußi­schen Traditionen, daß jeder nach seiner Faffvu selig werden soll.

Das Volk ist des Streites müde, es will sich christlich betätigen, aber nicht gegen den Staat, sondern für den Staat. Eine Negierung, die 320 Millionen Mark in einem Winter für die Ärmsten des Volkes ausgegeben hat, h a 1 e s nicht nötig, ihre christliche Gesinnung unter Beweis zu stellen. Diese Regierung darf es nicht zu­lassen, nachdem der Klassenkampf überwunden ist, daß das deutsche Volk in einen Konfessionskrieg geführt wird. Wir lassen die Kirche in Ruhe, aber die Kirche soll uns auch in Ruhe lassen.

Wir sind bereit, bis zum letzten Gewehr abzurüsten, w c n n die anderen das gleiche tun. Die braunen Batail­lone sind nicht für den Krieg, sondern

für den Frieden organisiert

Worben. Sie sind die Armee, die für alle Zeiten in Deutschland jeden Versuch eines Umsturzes zu verhindern Weiß. Wir wollen aus lange Sich', eine neue Politik und eine neue Wirtschaftsgestaltung durchführen; darum ist alles mit Erziehungsarbeit verbunden. Darum marschiert hinter der SA. die deutsche Jugend: sie soll in unseren Staat hineinwachsen.

Am 1. Mai wird unser Volk vor die Welt treten, eine ucue gxâWâ desèiM«.« $^^

Deutschland hinwegbraüsen. In altem Schwung und revolutionärem Elan werden wir die Masten mit uns reißen, und wehe denen, die glauben, sich am national­sozialistischen Staat vergreifen zu können. Wir stehen auf der Wacht. Die Revolution ist für das Volk gemacht und wird für das Volk durchgeführt. Die braune Armee ist die Garde unserer Revolution und steht in unverbrüch­licher Treue zum Staat und zum Führer.

Der Führer dankt der Seamtenschast. Übergabe der Geburtslagsspende der Beamten durch StabS- lciter Reusch an den Kanzler.

Der Reichsbund der Deutschen Beamte« E. V. hatte durch den Leiter des Aintes für Beamte der Obersten Leitung der PO., Pg. Hermann Nees, dem Führer an seinem Geburtstage den Betrag von 50 000 Mark für die Linderung der allgemeinen Not zur Ver­fügung gestellt. Die Übergabe dieses Betrages er-- solgte am 25. April, durch den Stellvertreter Neess, Srabs- leiter Joses Reusch, in der Reichskanzlei im Beisein des Staatssekretärs Lammers an den Führer per­sönlich.

Der Führer gab seiner Freude über den Willen der im Reichsbund der Deutschen Beamten , zusammen- geschlosienen Beamtenschaft, nach besten Kräften an den sozialen Aufgaben des Staates tätig mitzu- arbeiten, lebhaften Ausdruck.

Wichtige personawerän-erungen im preußischen Kuttusminisierium.

Ministerialrat Dr. Haupt ist aus Vorschlag des preußischen Kultusministers Rust vom preußischen Mini­sterpräsidenten Göring zum Inspekteur der Landesver- waltung der N a r i o n a l p o l i t i s ch e n Erzie­hungsanstalten Preußens ernannt worden. Ministerialrat Dr. Haupt behält ein weltanschauliches Referat im preußischen Kultusministerium bei.

Die kommissarische Leitung der H ochschul- a b t e i l u n g des preußischen Kultusministeriums hat Staatsminister Rust Prof. Dr. Vahlen übertragen.

Der preußische Ministerpräsident Göring hat auf Vorschlag des preußischen Kultusministers den Leiter der Kunstadteilung des preußischen Kultusministeriums, Ministerialrat v. Staa. zum Ministerialdirigenten er- nannt.

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Mit Prof. Dr. Vahl e n ist c i n e r h e r ä l t e st e u Parteigenossen der nationalsozialistischen Bewe­gung in die wichtige Stelle Der, Hochschuladteilung der preußischen KultuSverwaltung gesetzt worden. Zahlen Nt der nationalsozialistischen Bewegung bereits im Herbst 1923 als Rektor der Universität Greifswald beigetreten. 1924 wurde er vom alten System unter offenem Rechts- bruch a u s A tu tund Würden verjagt. Nach lan­gen Zeiten schwerer Entbehrungen und Kämpfe erhielt Vahlen erneut eine ordentliche Professur an der Univer­sität Wien, wo er weiter in aktivster Form für den Nationalsozialismus wirkte und kämpfte. Es war eine bei ersten Amtshandlungen des preußischen Kultusmini­sters Rust, Vahlen nach der nationalen Revslution nach Deutschland zurückzuholen.