Zulöaer Anzeiger
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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg *ääää^ä «
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Zul-a- UN- Haunetal ♦ Iul-aer Krelsblatt Beitreibung d^^Kcm ku^ ^l^h^^r"â^r^ch Re-aktion und Geschäftsstelle: K-nisstraße 42 ♦ Zernfprech-Ralchlatz Nr. 24-4 AnzeigenteN Ferdinand Ehrrnklo^ Lauterbach-H.
jjr. 85 — 1934
Fulda, Donnerstag, 12. April
11. Jahrgang
Heldentum im ewigen Eise.
K „Meljllskm"-Leute gerettet!
gühncRe 1 tungs 1 a 1 der r u s s i s ch e n F l i e g e r.
Den r u s s i s ch c n P o l a r s l i e g e r n , die von Kap M^nlarem aus eingesetzt worden sind, um die immer noch Ä der Eisscholle befindlichen Schiffbrüchigen des am âcbruar d. I. untcrgegangenen Expeditionsschiffes Dleljuskin" zu retten, ist ein großartiger r/f „, n enteil geworden: Innerhalb von zwei Tagen « es ihnen, weitere 62 Angehörige vom „Tschel- ju!kin"-Laaer zu retten!
Es handelt sich um die Flieger Molokow^lama- nin und Slepnew, die mit ihren drei Maschinen dreimal vom K a p W a n k a r e m aus starteten, auf der Eisscholle landeten und mit den Schiffbrüchigen wieder unter den s ch w i c r i g st e n B e d i n g u n g e n aus- »ieaen um schließlich das Kap wohlbehalten zu erreichen. Insgesamt sind setzt also 80 Menschen in Sicherheit nebiacht worden, wenn man die drei vorhergehenden Mtungsslüge mit einbezieht.
Bekanntlich wurden als erste neun grauen und zwei Kinder durch den Flieger L j a p i d e w s k i aus dem Lager aeholl, dann gelang es dem Flieger Babuschkin mit der seinerzeit beim Untergang des Eisbrechers geretteten kleinen Erpeditionsmaschine zusammen mit einem Besatzungsangehörigen ans Festland zu gelangen, und schließlich hatten die Flieger Molokow und Kamanin vor einer halben Woche fünf „Tscheljuskin'-Leute
i Frauen und zwei s k i aus dem Lager
sicher nach Kap Wankarem bringen können.
Jetzt, nach der neuen Nettungstat, befinden fich noch 28 Mann aus der Eisscholle und harren, in ihrer Hoffnung neu gestärkt, aus Rettung.
Helstenhafies Verhalten des Expediièonsführers.
Unter den Geretteten befindet sich auch der Leiter der Urktisexpedittvii Prof. Schmidt, der inzwischen lebeMeführlich erkrankt ist.
Bereits seit einigen Tagen hatte er mit sehr hohem Krim daniedergelegen, so daß man annimmt, daß Schmidt sich eine Lungenentzündung zugezogen hat. Nur seine »«trautesten Kollegen wußten davon; denn der Echeditionsführer hatte seinen Zustand allen anderen gegenüber verheimlicht,
damit hie Schiffbrüchigen nicht in eine panikartige Stimmung geraten könnten.
Sein Befinden verschlechterte sich aber derart, daß chleunigst Hilfe gebracht werden mußte. Der E.rpedi- nvnsleitcr weigerte sich jedoch, sich fortschaffen zu wssen. Er wollte, wie der Kapitän eines sinkenden Schiffes, nur a l s letzter von der Eisscholle gerettet werden. Die S o w j e t r e g i e r u n g hatte daher den Mtungsstationen die Anweisung gegeben, Schmidt so- »»Id als möglich mit einem Flugzeug an Land zu brin- W, um ihn ärztlich behandeln zu lassen. Zum Führer bc.' Lagers wurde sein Stellvertreter, Prof. P o p o f f, ernannt.
Wie es im Tscheljuskinlager hergeht.
Ei" Bericht Uschakows. — Heute glücklicher Abschluß der
Rettungsaktion?
B.^^kit"' 12. April. (Funkmeldung.) Der Leiter der -ßsarbeiten Uschakow hat der Regierungs- ommysion einen Bericht über die Einzelheiten der Rei- Ä; J Tscheljuskinbesatzung übermittelt. In diesem hecht es:
Am Grabe des Kriegers.
SeuWand ehrt den toten Heerführer. ^Staatsbegräbnis für Generaloberst
v. E i n e m.
ungeheurer Anteilnahme der Bevölkerung getragen v o n E i n e m in Münster zu Grabe
einp M^ Schloß, wo die Trauerfeier stattfand, hatte ftehim«« a$c mit dem Kranz der Reichsregierung Auf- genommen. Im großen Saal war der Sarg bedeckt 1 alten Kriegsflagge und dem
auf Helm und Pallasch des Generalobersten
her neu™* ,!?°rden. Hinter dem Sarg grüßten die Fahnen schwär-.,,' - ^ae, flankiert von der Hakenkreuz- und der ^warzweißroten Flagge.
u. a ho»1 zahlreichen Trauergästen bemerkte man »on r8er Heeresleitung, General der Artillerie SteWrtJ»; c als Vertreter des Reichspräsidenten, den tieter hos Führers, Reichsminister Heß als Ver- llüni n . ch^kanzlers, Oberpräsideni Freiherr von ®enetflifMh„aVertreter des Ministerpräsidenten Göring, Qètar ^"riâM von Mackensen, den Prinzen ^usez k!-» rüsten als Vertreter des ehemaligen Kaiser- 'Wniiniri,™010^ Fleck als Vertreter des Reichster >l ^'. Obergruppenführer von Dette« als Verzerr <»>V, '^Ministers und Stabschef Röhm, viele "etien D^,â^"be Persönlichkeiten des alten und des De» ands und Vertreter zahlreicher Verbände. anz des Führers legte Reichsminister Hetz am
Am 7. April starteten drei Flugzeuge von Wankarem nach dem Lager Professor Schmidts, das in 45 Minuten erreicht returbe. Bei der Landung wurde das Flugzeug Slepnews beschädigt. Slepnew begann sofort an Ort und Stelle mit den Reparaturarbeiten. Die beiden anderen Flieger Kamanin und Molokow traten alsbald den Rückflug mit 5 Tscheljnfkinleuten an Bord an. Uschakow selbst hielt sich drei Tage lang im Lager aus. Das Lager Professor Schmidts ist von großen Eisblöcken ein« geschlossen.
Die Leute sind in einer Baracke urch in 10 Zelten untergebracht.
In allen Räumen sind Kamine errichtet, die Zimmertemperaturen aufrecht erhalten. Die Zelte werden von Benzinlampen erleuchtet, die von den Tscheljuskin- leuten erfunden worden sind. Lebensmittel, H e i z st o f f e, warme Kleidung sowie eine Küche und Bäckerei sind vorhanden. Das im ersten Augenblick scheinbar ruhige und wohlgestaltete Leben erweist sich bei näherem Zusehen als ein
Leben auf dem Vulkan.
Das Lager lebt in ununterbrochener Spannung und in Erwartung des E i s g a n g e s. Am 8. April zerstörte der Eisgang die Küche. Am 9. April erlebte das Lager seit dem Untergang der Tscheljuskin den allerstärksten Eis - druck, der die Baracke eindrückte, ein Motorboot zerstörte und einen Teil der Holzmaterialien vergrub. Der Flugplatz, auf dem die Maschine Slepnews stand, wurde völlig vernichtet. Ein zweiter Eisdruck veränderte den Lagerbezirk vollkommen. Im Tscheljuskinlager herrscht eine Mobilisierungsordnung, die mustergültig funktioniert. Wenige Augenblicke nach Eintreten des Eisdruckes nehmen die einzelnen Leute ihre vorgeschriebenen Plätze ein. Die Autorität Profefior Schmidts und seines Stellvertreters Bobrowsk ist erschüttert. Der
Abtransport der Leute nach dem Festland erfolgt in' strenger Reihenfolge
nach einer auf Grund des physischen Zustandes und der Widerstandskraft der einzelnen zusammengestellten Liste. Am 9. April hat die Besatzung des Lagers nach Abwehr des Eisdruckes das Flugzeug Slepnews zu einem 2. 1^ Kilometer entfernten Flugplatz geschleppt. Am folgenden Tage beendete Slepnew seine Reparaturarbeiten und brachte sechs Personen nach dem Festland, während Kamanin in einem Fluge drei und Moloko in drei Flügen 13 Personen in Sicherheit brachte. Am 11. April unternahm Kamanin drei Flüge und brachte 15 Personen nach Wankarem. Am gleichen Tage gelang es Molokow, in vier Flügen 20 Personen, darunter Profefior Schmidt, in Sicherheit zu bringen. Im Lager verblieben unter der Leitung Bobrowsks 28 Personen, die von ihrer Rettung überzeugt sind. Am 7. April war in das Schmidt- Lager ein Hundegespann gebracht worden, wodurch den Zurückgebliebenen die Bergung der wertvollsten Instrumente und Materialien erleichtert wird. Von Wankarem aus werden die geretteten Tscheljuskinleute nach Kap Vellen gebracht und von dort weiter nach der Vorsehungsbucht.
Uschakow gibt in seinem Bericht der Hoffnung Ausdruck, daß am 12. April bei günstiger Witterung die Rettungsaktion abgeschlossen werden kann. Am gleichen Tage soll Prof. Schmidt, falls sich sein Gesundheitszustand nicht bessert, in ein Krankenhaus nach Alaska gebracht werden.
Sarge nieder. Der Kranz des Reichspräsidenten trug die Inschrift „Meinem treuen Kameraden'
Rach der Tranerfeier wurde der Sarg von Reichswehr aus dem Schloß getragen und aus die tannengeschmückte Lafette gehoben. Der endlose Trauerzug setzte sich unter Vorantritt der
militärischen Trauerparade
in Bewegung. Vor dem Sarg trugen sechs Offiziere die Ordenskisscm Hinter dem Sarge folgten die Angehörigen und das übrige Trauergefvlge. ,
Die Lafette brachte den Sarg bis aut wenige Meter an das Grab heran. Dann wurde er von sechs Reichswehrsoldaten zur Gruft getragen. Dumpfe Trommelwirbel leiteten zu einer kurzen liturgischen Feier über, die von Pastor Dicke gehalten wurde.
Dann trat der Ebes der Heeresleitung General von Fritsch in Vertretung des Reichspräsidenten an die Gruft und sprach ehrende Worte des Dankes. R u d o l s H e ß , der Stellvertreter des Führers, widmete dem Verstorbenen folgenden Nachruf:
„Im Auftrage des Führers und des Reichskanzlers, zugleich im Namen der NSDAP. überbringe ich die letzten Grüße dem großen deutschen Heerführer des Weltkrieges. Das junge Deutschland wird die überlieferten Mannes- tuaenden des alten Heeres stets hochhalten, so wie cs dem Begriff der Ehre im deutschen Volk neue Geltung verschafft hat. Der Name von Einem wird in der Geschichte des größten Krieges der Welt stets an führender Stelle genannt werden."
Als Vertreter des NcichSwebrmtniüers sprach der
Kommandeur des Wehrkreises VI, Generalleutnant von Fleck. Im Namen des alten Gardekorps überbrachte Generalabjutant von Plettenberg dem Führer der
3. Armee die letzten Grüße.
In Vertretung des Stabschefs Röhm und der ganzen SA.
grüßte in Dankbarkeit und Ehrfurcht Gruppenführer von Letten den alten Heerführer zum letzten Male: Jedes Grab wäre sinnlos, wenn es nicht Mahnmal wäre und Werkzeug zum Lebensborn. Von dieser Stelle grüßt der SA.-Führer die deutsche Jugend und ermahnt sie, daß die deutsche Jugend sich nicht zu sehr durch Gegenwartsaufgaben den Sinn für die Vergangenheit nehmen läßt und daß sie mehr gedenkt
der 2 Millionen Toten des Weltkrieges
und derer, die sie in den Krieg geführt haben für ein großes ewiges Ziel. Möge sie sich diese als Vorbilder nehmen und ihnen nachabmen. Ein solcher war auch von Einem Die SA. ist sich der großen Dankesschuld an dem Manne, der vor uns liegt, bewußt und wird ihn in dankbarer Verehrung nicht vergessen.
Der Oberpräsident der Provinz Westfalen, Freiherr von Lüningck, sprach im Auftrage des preußischen Ministerpräsidenten, der Staatsregierung und des Landes Preußen.
Hindenburgs Dank an Göring.
Reichspräsident von Hindenburg hat an Ministerpräsident General der Infanterie Göring folgendes Telegramm gerichtet:
„Am heutigen Tage gedenke ich in dankbarer Anerkennung der wertvollen Aufbauarbeit, die Sie im vergangenen Jahre in Preußen geleistet haben, und wünsche Ihnen von Herzen weitere Erfolge.
Mit freundlichen Grüßen
von Hindenburg, Reichspräsident.'
Säuerliche Siedlung bleibt beim Reichs- ernährungsministerillm.
Nach dem Erlaß des Reichspräsidenten und Reichskanzlers vom 29. März 1934 wird für die Förderung des Siedlungswerkes ein Rcichskommisfar für das Siedlungswesen bestellt, der vom Reichskanzler ernannt wird. Sein Geschäftsbereich umfaßt alle Aufgaben der Siedlung mit Ausnahme der Aufgaben die dem Reichsminister, für Ernährung und Landwirtschaft hinsichtlich der Neubildung des deutschen Bauerntums zustchen. Der Reichskommiffar für das Siedlungswesen untersteht dem Rcichswirtschafts- minister. Er trifft seine Maßnahmen in Zusammenarbeit und im Einvernehmen mit dem Reichsarbeitsminister.
Demnach wird die bäuerliche Siedlung auch in Zukunft unverändert wie bisher vom Rcichscrnährungs- minister betreut. .
Sie wird im Auftrage von Minister Darrs in der Siedlungsabteilung (Neubildung deutschen Bauerntums) des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft unter der Leitung von Dr. Kummer bearbeitet. Diese Abteilung arbeitet auf das engste mit dem von Minister 9ärré bestellten Sonderbeauftragten für die bäuerliche Siedlung, Ministerpräsident a. D. Granzow, zusammen, der gleichzeitig Vorsitzender der Deutschen Siedlungsbank Md der Deutschen Rentenbank- Strebitauftalt ist. m „
In Verfolg des Erlaffes über den Relchskommiflar für das Siedlungswese« hat der Reichskanzler den Staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium, Gottfried Feder, zum Reichskommiffar für das Siedlungswesen bestellt.
Die Uniform-Neuerungen beim Reichsheer.
Von linkS: der neue AuSgehanzufl mit dem Hoheitszeichen auf Brun und Müye. — Die Felduniform mit der wiedercingefuhrten Feldnwtze und geschlossener Feldbluse. — Die Felduniform mit Stahlhelm und geöffneter Feldbluse.