Möaer /lnzeiger
M ^ÄÄStiÄ Tageblatt Mr Rhön und Vogelsberg hisste äi es èsâ^ Kulöa- unö Haunetal »Zul-aer Kre»sblatt ÄSawis^s «â«M>""«" g"' wSiig«. tomtak fr «-»aMon and SEftâll-r Wvj-ftroS- 42*z«i>fpr-<I>-N»Nl»e Nr. MW Ä-8Ä ^;»»»^â^D-^»'»'«u^â^
Jit 83 — 1934
Fulda, Dienstag, 10. April
11. Jahrgang
Mr Grotzersolg der 2. ârbeitsschlacht.
520000 Arbeitslose weniger!
Das Resriltai eines einzigen Monals.
Pi einer Berliner Pressekonferenz machte Präsident Dr Svrup hochersreuliche Mitteilungen über das Er- aebnis Der neuesten Arbeitslosenzählung der Reichsanstall für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung. Er führte dabei aus:
Wr haben im Monat März einen großen Erfolg zu verzeichnen, nämlich einen Rückgang an Arbeitslosen um mehr a 1 § eine halbe Million, genau um 570 000. Der Stand der bei den Arbeitsämtern gezählten Arbeitslosen ist damit am 1. April 1034 auf rund 2,8 Milanen gesunken. Was diese Zahl bedeutet, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahre. Am 1 April 1933 verzeichneten mir 5,6 Millionen Arbeitslose. Im Laufe eines Jahres, vom 1. April 1933 bis zum 1. April 1934, ist somit dir Zahl Der Arbeitslosen genau um die Hälfte vermindert worden.
In diesem Zusammenhang rief Präsident Svrup die große zahlenmäßige Entwicklung der Arbeitslosigkeit in ote Erinnerung zurück: Anfang 1933 rund 6 Millionen Arbeitslose: stündiger Rückgang dieser Zahl bis Ende November 59.33 aus 3’/« Millionen: An schwellen der Ar- veilSIosen im strengen Wintermonat Dezember 1933 aus 4 Millionen, fortgesetzter, gesteigerter Rückgang bis zum 1 April 1934 auf 2,8 Millionen
Diese wenigen Zahlen sprechen für sich. Der unbeirrbare feste Wille der Reichsregierung hat rin großes Ergebnis gezeitigt. Höher jedoch als die materiellen Maßnahmen der Regierung im Kampfe gegen die Arbeitslosi-- keit wertet Präsident Dr Svrup die erzielte
leelische Umstellung des ganzen Volkes
zur Frage der Arbeitslosigkeit. Im Gegensatz zu der stumpsen Resignation der langen Krisenjahre ist es jetzt die Überzeugung aller Volksgenossen geworden, daß jeder Kislenseinsatz, jede Anstrengung und jedes Opfer des ein- Pnen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit selbstverständliche Pflicht ist. Diese Einstellung wird". so sühne Präsident Svrup aus, „bei der kritischen Betrach- !>mg der Entwicklung der deutschen Arbeitslosigkeit im Auslande nur selten gewürdigt Sie ist im Grunde auch mir aus dem Miterleben verständlich. Wer z. B. die Er
Raubbau an der Saar.
Kas Frankreich aus dem Saargebiet herausholt.
Jährlich Kohlen im Gewicht v»«
3 6 3 Kriegsschiffen.
Frankreich hat oft mit der Behauptung operiert, e® w ein Pfandrecht an der Kohle des Saargebiets, weil die nordfranzösischen Bergwerke während des Krieges schwere Verluste gehabt hätten. Untersuchungen über den «aubbau, den die französische Grubenverwaltung an der -aar getrieben hat und immer noch treibt, zeigen, daß Frankreich mit den — sage und schreibe — 154 Millionen Tonnen, die in den letzten 14 Jahren im Saargebiet ge° wurden, den Kriegsverlust schon lange bei weitem ^Mcge» hat, zumal Rvrdfrankrcichs Gruben seit 1925 webet voll arbeiten.
II cm ^ "ergangenen Jahr wurden im Saargebiet rund nen $onnen Kohlen gefördert. Man kann einen ungefähren Begriff gewinnen, um welche riesigen Gc- » vCnmn ?$ üuh hier handelt, wenn man sich beispiels- le Die Wasserverdrängung, also das Gewicht, größter
Seeschiffe zum Vergleich
‘ hält. Moderne Linienschiffe, wie wir solche om^11» ani3 "'Hi besitzen, haben eine Wasserverdran- Wn™ °«1' rund 30 000 Tonnen. Auf eine Million Kriegsschiff E" bas Gewicht von rund 33 größten acbif^" ,?'" iehtjährigc Kohlenförderung des Saur- ""° bcm Frücht von 363 modernen
ben Nordsrankreich seinerzeit durch die litt lwli^^s dortigen Kohlengruben im Weltkriege er- nta'ii „,. ^ höchstens auf 100 Millionen Tonnen. Nimmt Der üü^,^^âMmttsförderung im Saargebiet während 1 14 ^vhrc 11 Millionen Tonnen an. so bat
^as Osterfest in Moskau.
Die Kirchen überfüllt.
dfkenntnin^ ^irchcnkaicnder des griechisch-orthodoxen Wochv Ur® wurde Ostern dieses Jahr in Russland eine öer wöfhJ, ë ln Westeuropa gestiert. Das Verhalten Lüders nid x^ geigte, daß sowohl in der Stadt wie bc- ai” dem Lande Die
noch fc?t Männlichkeit an die kirchliche Sitte
^en Stättn,"^0111 bat Freilich verschwinden Die kirch- 6er Den Gem°« > " mehr In Moskau z. B. ist Die Zahl Erchen tch "'n ""st für Den Gottesdienst überlassenen Wenige, ij.fi« âbolution aus den fünften Teil oder noch b ta[ c dnfwengeschmolzen. Die E r I ö s c i - K a t h e. trübere Wahrzeichen Moskaus, wurde 1931
öffnung der Frühjahrsschlacht durch den Führer miterledt dar, der weiß, daß sich kein Volksgenosse, der guten Willens und verantwortuirgsbewußt ist, dem Ruse versagen kann.
Tray aller Erfolge wollen wir uns aber". damit schloß Präsident Dr. Syrup seine Ausführungen, „bewußt bleiben, daß der Kampf in diesem Sommer mit gleichem Nachdruck wcitergcführt werden muß. Er wird sich in erster Linie gegen die verbliebenen Hochburgen der Arbeitslosigkeit, die Großstädte und Jndustriebezirke richten; dabei wird die Verminderung der Arbeitslosigkeit in der Reichshauptstadl Berlin eine besondere Rolle spielen. Der Frühjahrserfolg gibt uns das Recht zu der bestimmten Erwartung, daß auch die neuen Ziele im Kampfe gegen die Arbeitslosigkeit bei gleicher Anspannung aller Kräfte erreicht werden."
Dass Festabzeichen zum Feiertag der nationalen Arbeit. Dieses Festabzeichen zum Feiertag der nationalen Arbeit wird am 1 Mai in 25 Millionen Stück von allen arbeitenden Volksgenossen getragen werden. Der stilisierte Kopf Goethes ist das Svmbol der geistig schaffenden Arbeit — Hammer und Sichel deuten aus das Schaffen der Ju- sustrie- und Landarbeiter hin. Am Fuß befindet sich das Hoheitsabzeichen und die Jahreszahl 1334.
Frankreich in der Nachkriegszeit etwa 154 Millionen Tonnen aus dem Saargebiet herausgeholt, also bereits um die Hälfte mehr, als der Kriegsverlust in Nordfrankreich betrug.
Wie die Saarabfiimmmig statifinden soll.
Die Beschlüsse des juristischen Unterausschusses.
Der „Berner Bund" verössentlicht Einzelheiten über den bisher geheimgehaltenen Inhalt der Beschlüsse des juristischen Unierausschusses, der zur Klärung bestimmter mit der S a a r a b st i m m u n g zusammenhängender Fragen verhandelt hatte.
Die Frage der Abstimmungsberechtigten ist, wie tn dem Artikel ausgeführt wird, vom Juristenausschuß dahin geklärt worden, daß jeder, der am 28. 6. 1 9 19 an Der Saar gewohnt hat, das Stimmrecht besitzt, und zwar ohne Unterschied der Nationalität. Der Wohn- siybegriss sei definiert worden, und zwar als „ständige ernsthafte Niederlassung mit Der Absicht, Dort zu bleiben". Änderungen des Wohnsitzes oder auch Der Nationalität, Die nach dem 28. 6. 1919 eingetreten seien, hätten daher keinen Einfluß auf die Abstimmungsberechtigung. Der Unterausschuß habe sich gegen Die Auffassung gewandt, daß auch die sogenannten Saargänger abstimmungsberechtigt seien und" ebenso die damaligen französischen Be- satzungstruppen. _
Der Ausschuß habe in seinem Bericht Die g e- meindeweise Abstimmung verworfen, und zwar ans politischen Erwägungen. Deshalb spreche sich Der Juristenausschutz für Die bezirksweise Abstimmung aus, wobei das Ergebnis her einzelnen Bezirke als solche ausschlaggebend sein soll. Damit glaube Der Ausschuß Frankreich und Deutschland Genüge geleistet zu haben.
Dem Verfasser und her Zeitung muß Die Verantwortlichkeit für Die Richtigkeit ihrer Angaben überlassen bleiben.
gesprengt und niedergerissen Auch gegenwärtig arbeitet die Spitzhacke an vielen Gotteshäusern. Sonntage und Kirchcnfeiettagc gelten nicht mehr. Der 7. und 8. April mußten
offiziell als Arbeitstage eingehakten werden; dennoch waren am Tage vor Ostern und in der Oftcrnadü Die Kirchen überfüllt, und zwar keineswegs nur von alten Leuten: man fab auch viel Jugend. Die wie üblich um die Zeit der Kirchenstste
verstärkte G o t t j o s e n p r ost n g a n d a
Der Jungkommunisten und anderer Organisationen fiel diesmal weniger aus und schien lauer betrieben zu werden Das Stadtbild war infolge des Rückschlages des Wetters noch winterlich. Ani Ostersonntag lag Moskau in Schnee.
Wahrheit über die Saar.
Offene Bekenntnisse französischer Frontkämpfer.
Die Franzosen sind ein viel zu gescheites Volk, als daß ihnen die Bedeutung einer Zeiterscheinung wie Adolf Hitler auf die Dauer entgehen könnte. Wir erleben es in diesen Tagen, daß Die bei uns längst erwiesene Suggestion, die vom Führer ausgeht, nun auch jenseits der Vogesen ihre siegreiche Wirkung zu zeigen beginnt
Rachsucht und Raffsucht haben den kurzsichtigen Leuten von Versailles mehr als in anderen Fragen die Feder geführt, als sie - höchst überflüssig, die Saar, frage schufen; wir Heutigen müssen damit fertig werden, und es steht schon jetzt fest, datz zwar viele darum herumgeredet haben, datz aber die einzige praktisch brauchbare Lösung vom deutschen Volkskanzler stammt. „Direkte Verständigung" heißt sie; dann steht nichts mehr zwischen Deutschland und Frankreich.
In Paris ist gerade zu Ostern die Sondernummer einer Zeitschrift erschienen und geht überall von Hand zu Hand. „Erapouillot" heißt sie, und die Herausgeber wollen darin den Franzosen die „Wahrheit über die Saar" zeigen! Ganz nüchtern sagen sie, wie die Dinge Dort liegen, was kommen muß und warum das in Frankreich bisher nicht bekannt war.
„Wir haben“, heißt es in der Einleitung des reich und gut illustrierten Heftes, „im Saargebiet selbst kein Kapital und keine Interessen zu schützen; wir können also der öffentlichen Meinung ganz objektiv und unparteiisch Die Wahrheit sagen, auf die sie Anspruch hat; denn es handelt sich um diegrundlrgendeFragefürdie deutsch-französischen Beziehungen. Gewisse Persönlichkeiten, die mehr oder weniger eng mit der Schwerindustrie zu tun haben, mögen vielleicht anders denken; ihnen ist hier eine freie Meinung peinlich. Morgen werden sie ihre spitzen Federn mobil machen, um abzustreiten, was wir hier sagen. Mögen sie es tun; das ist für uns die beste Reklame, und wir danken ihnen dafür schon heute
Nur eine Kritik lehnen wir schon jetzt ab; wenn gewisse Wortführer der Kanonenhändler die patriotische Maske aufsetzen und behaupten werden, wir lieferten dem Feinde Waffen! Unsere Zeitschrift hat eine Schwäche: sie ist ganz furchtbar, geradezu unnormal, unabhängig!
Das Interesse Frankreichs ist nicht das sehr persönliche Interesse von ein paar Hültenbesitzcrn und ein paar Posteninhabern; wenn sie durch die käufliche Presse Heucheleien und Lügen verbreiten, so werden sie morgen durch die Ereignisse dementiert werden. Vom Saar- problem hängen nicht nur die deutsch-französischen Beziehungen ab, sondern Krieg und Friede Europas, und so kann man dem Vaterland heute nicht besser dienen, als indem man diesen Leuten die Maske herunterreißt und die Wahrheit sagt!"
Und diese beiden mutigen Frontsoldaten, die bereits eine „Geschichte des Weltkrieges" und eine Schrift „Die Kanonenhündler gegen die Ration" veröffentlicht haben, sagen die Wahrheit über die deutsche Saar, die dem französischen Volk sonst geflissentlich verheimlicht wird. Wie der anständige Franzose über das traurige Emigranten« gesindel vom Schlage der Braun und Waltz denkt, erkennen wir, wenn im „Erapouillot" (Seite 28) geschrieben wird: „Der Präsident der „Saarländischen sozialistischen Pattei, Max Waltz", ist ein Individuum vom übelsten R u f, aber er hatte die Ehre dem französischen Außenminister Paul-Boncour vorgestellt zu werden! Wenn man weiß, wie schwer es der „Saarminister" Morize guten Franzosen macht, an das Pariser Außenministerium beranzukommen, dann versteht man Die Empörung der Franzosen, die im Saargebiet leben, wenn sie diesen Empfang in der Zeitung lesen. Der größte Witz dabei war, daß sechs Tage darauf — es war am 21. Oktober 1933 — die „Saarländische sozialistische Partei" in einem Rundschreiben allen Mitgliedern mitteilte, daß ihr Präsident Waltz wegen übler Schiebungen mit Patteigeldern a b - gesetzt und ausgeschlossen sei!" Ähnliche Wahrheiten sagt „Erapouillot" solchen Kreaturen wie dem Doktor Fetzen, der mit französischer Subvention in Saarlouis zwei „autonomistische" Blättchen herausgibt, und seinem Gehilfen, dem Friseur Zell.
Aber dabei bleibt er nicht stehen; er wagt sich an die höchsten „Spitzen" der Regierungskommission und der französischen Grubenverwaltung mit Wahrheiten, für die jeder saardeutsche Redakteur alsbald ins Gefängnis käme. Er zeigt wie Herr Morize, derzeitiges französisches Mitglied der Regierungskommission (wohin er als Schwiegersohn deS früheren Präsidenten Rauli kamh in Wahrheit nichts ist als eine Puppe t n den Händen Der französischen Schwerindustrie, von der wieder über allerlei Zwischenstationen geheime, aber sehr enge Fäden zu — Poincar è und Tardieu führen!
Nichts ist pikanter, als wenn der „Erapouillot" mit der ganzen Empörung des ehemaligen Frontkämpfers fest- nagelt, wie der genannte „Saarminister" Morize einen .Herrn Octave Raspail, obwohl er weder Techniker noch Jurist, noch Wirtschaftler war, auf Den hochbezahlten Posten eines Generaldirektors der französischen Saar-Grubenverwaltuna geschoben hat, weil Dcnclbe Herr Raspail nämlich im Kriege als aktiver Hauprmann in — der Schweiz saß und Herrn Morize bet l einer Flucht aus dem deutschen Kriegsgefangenenlager behilflrch war' Wenn Raspail Die Saar eines Tages verlaßt, kann er sich mit einem „pécule" (der berühmten Schlußzahlung, die alle Saarbeamlen des Völkerbundes - mit Ausnahme der deutschen! — bekommen» von 800 OOO Franc trösten „Erapouillot" scheut sich nicht, zu verraren, daß zur Zeit mehr als 1 0 0 Geh älter über 1 00 000 Franc (natürlich ungerechnet freie Wohnung. Weid-