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Stadt und Land

* Fulda, den 4. April 1934.

Nachtquartier".

Bon Zdenko von Kraft.

Gastspiel Otto Gebührs im Stadtsaal.

Dienstagabend stieg das große Ereignis, auf das schon seit Wochen mit größtem Interesse mann 11 ö Gebühr stellte sich mit eignem En- «ss s^ridericus Rex imNachtquartier", einer Ve- aus dem Leben des großen Königs, den Fuldaern ist nicht zuviel gesagt, daß diese Vorstellung zu vor. ' en Erlebnis wurde. Schon beim ersten Auf- w*e,n ' Otto Gebühr auf offener Bühne mit rauschen- treten W, n b ü&t) ^ überwältigend und echt wirkte seine Das war der große Preußenkönig, das war Rex, wie er noch heute im Herzen fernes Volkes N 7-.se scbarfgeschnittenen Züge unter dem Dreispitz, mit ^ '2tenden Augen und dem sarkastischen Zug um den Lippen. Der abgetragene Uniformrock mit dem w® Stern, die gichtgeplagten Beine in den hohen Stie- sE^ . bct unentbehrliche Krückstock vervollständigten das Äs Fritz". Aber Otto Gebühr versteht es sh innere ureigene Wesen des Königs meisterhaft "âwwiegeln. Jede Bewegung seiner Hände, jedes Impfen und Drohen mit dem Krückstock paßt zu dem uns «trauten Bilde. So muß der König gesprochen haben, so ? Ä klangen die Sarkasmen aus seinem Munde, so MtèN seine wundervollen großen Augen.

Das Stück selbst hat Zdenko von Kraft eine Begebenheit Es erhebt also keinen Anspruch auf besondere Z Eiische Gestaltung. Der Dialog ist zwar mit geist- Aussprüchen sorgfältig geschliffen u. auch der Humor 2 nicht zu kurz, aber dieses Stück ist sozusagen nur für M des großen Königs geschrieben worden, es steht " s sollt mit der Person des Königs. Einen besseren Dar- lteller in Maske und Spiel als Otto Gebühr gibt es nicht und wird es kaum wieder geben. Alles übrige verblaßt neben dieser königlichen Gestalt.

Allerdings muß auch die Rolle der Christine von Horo- Mau aebührend hervorgehoben werden, sie steht der Person des Königs am nächsten. Carola Toelle stellte diese Cbristine in ihrem tiefen Glauben an die Tugenden ihres aefallsnen Gatten meisterhaft auf die Bühne. Von ihrer Kestalt ging ferner ein Fluidum bezaubernden Liebreizes au° der durch ihr angenehm klingendes Organ noch erhöht wurde Den Höhepunkt des Stückes bildete das nächtliche Zwiegespräch zwischen dem König und der Christine. Der König will ihr die Wahrheit über den gefallenen Gatten sagen, daß nämlich der Obrist ein Verräter war, aber er kommt nicht dazu. Sie entwickelt solchen Eifer im Lob aller Tugenden ihres Mannes, und braust auf, als der König Andeutungen macht von einemerreur", daß Fried­rich von solchem unerschütterlichen felsenhaften Glauben gerührt wird und sein Vorhaben aufgibt.

Die Rolle des Hauptmanns Pernitz ist dem Verfasser leider total mißlungen. So benimmt sich kein preußischer Offizier seinem König gegenüber! Das ist die Sprache der Insubordination", die mit Festung bestraft wird. Mit demParole d'honneur" ist diese Entgleisung nicht zu ent­schuldigen. In Wirklichkeit wäre der große König mit solchem Offizier ganz anders umgesprungen. Lutz Götz gab sich alle Mühe, aus dieser unglücklichen Rolle heraus- MWen, was möglich war. Und an seinem Spiel lag es wahrhaftig nicht, wenn man mit der Person dieses Haupt- manns nicht zufrieden war. Ein echter Landgeistlicher war der Pfarrer des Josef Dischner, dessen Freude über das Nachtquartier des Königs in seiner ärmlichen Pfarre durch die großzügige Zahlung von 100 Talern be­lohnt wurde. Ein Diplomat vom Scheitel bis zur Sohle, wohl bewandert auf dem glatten Hofparkett war Ernst Pit tschau's Kammerherr. Ländlich, sittlich und naiv Doris Krügers Magd.

Die Inszenierung von Karl-Heinz Klubertanz verzichtete auf alle äußerlichen Effekte und betonte vor allem den historischen Rahmen.

Das Publikum war mit Recht von diesm Erlebnis be­geistert und stürmischer, herzlicher Beifall dankte dem be­rühmten Cast und seinen Mitspielern für ihre heroor- ragende Leistung.

Die nächste Veranstaltung der Deutschen Bühne, Orts- giuppe Fulda findet am 21. April statt. Die Deutsche -Musikbühne Berlin kommt nach Fulda und wird den Freischütz" aufführen.

Sandmanns! Arbeiiskaèsndsr im April.

Der März heißt in der Sprache unserer slawischen östlichen Nachbarn der trockene Monat und hat diesen Ruf in diesem Jahre auch für weite Gebiete Deutschlands a bestätigt, daß es nun vielfach doppelte Zeit wird, alle Kräfte an die notwendigen Aussaaten zu setzen, oallc sind Gerste, Hafer, Sommerweizen, Mengkoru, usw. In der zweiten Hälfte des Monats werden die ^sten Zucker- und Futterrüben eingedrillt, die über- winterten Samenrüben ausgcpflanzi. der Runkel- und sreckrübensamen in die Pflanzbeete gebracht. Ferner wwmeu Lupinen, Bohnen und Wicken ins Land, der Klee vird in das Wintergetreide untergebracht unb vielfach auai test erst die Serradella unter den Roggen.

rte frühen und mittelfrühen Kartoffeln müssen n die Erde, der Weizen wird abgeeggl, ebenso, wo es m Dergangenen Monat nicht möglich war, die Klee- und - zerneschläge. überhaupt haben Egge, Pflug, Grubber, âutcr und Walze in diesem Monat keine Ruhe, und m Wiesen und Weiden werden die Maulwurfs- lsen ausgebreitet, eingeebnet und festgewalzi.

?. f bem Hofe ist eine richtige Einteilung nötig, da- ^ithh^ttiucbten Saatgutmengen unb der Dünger ohne

T Sur Verfügung stehen, das Saatgut trocken nah gebeizt. Das Meisseln der Ställe beginnt, die Viehs werden nachgesehen und den älteren K « Huse ausgewirtt. Auch die Ziegen benötigen r Klaucitpflege. Die Brut der Puten beginnt, da- werden nach der Mitte des Monats keine Gänse '""^gesetzt.

eten ist Hauptsaatzeit, nur die empfindlichen bleiben bis nach den Eisheiligen zurück. Kohl-

andere härtere Pflanzen konimen aus den Mist- etnhMA Freie. Gurken, Kürbisse, Tomaten unb frost- bornÄ < e Zierblumen werden in Töpfen unb Kästen "w später nusgepflanzt zu werden. Die geht weiter, und ältere Bäume veredelt.

den Teichen ist Hauptlaichzeit. Die Bienen unter Durst Dem trägt man durch Trank die Das Brntnest wird erlveitert, unb ^"Mtterung beginnt.

Der April im Sprichwort.

Der April spielt in den Sprichwörtern der Völker eine wichtigere Rolle als irgendein anderer Monat des Jahres: man sagt ihm wegen der Unbeständigkeit der Witterung, die ihn kennzeichnet, allerlei Böse s nach aber auch mancherlei Gutes. Das launische Aprilwetter gilt nämlich durchaus nicht unter allen Umständen als verderbenbringend es hat vielmehr auch manches, wo­durch es sich empfiehlt.Es ist kein Aprilmonai so schön, daß er nicht einen Sack voll Stätte mitbrächte", sagen die Flamländer. Aber andererseits heißt es:Ohne April­plage keine Maitage" unbWenn bet April bläst in sein Horn, so steht es gut um Heu und Korn". Die Sudeten­deutschen verkünden:Aprilflöckchen bringen Maiglöckchen" undOhne Aprilregen kein Roggensegen". Nachhaltiger Regen im April ist auch anderwärts willkommen:Dürrer April ist nicht des Landmanns Will', Aprilregen ist ihm gelegen". Unter den vierter Wettern, die so ein April bringen kann, befindet sich selbstverständlich auch das Frühlin gsgewitter, und ein Aprilgewitter gilt als besonders förderlich und fruchtbringend:Wenn's im April donnert, dann friert's nicht mehr in diesem Jahre" wobei man allerdings nicht weiß, ob damit das ganze Jahr bis über Weihnachten gemeint ist.

Gefürchtet ist der Gedenktag des h e i l r g e n Georgs, der auf den 23. April fällt:Sankt Georg kommt nach alter Sitten zumeist auf einem Schimmel geritten." Der Schimmel, das weiße Pferd, ist eine Ver­sinnbildlichung des Schnees. Trotz des für Sankt Georg in Aussicht gestellten Schnees soll sich gerade an diesem Tage die Schwalbe, der zuverlässigste Frühlingsbote, zum ersten Male bei uns zeigen. Allerdings verschwindet sie sofort wieder, wenn ihr das Wetter noch ein bißchen zu kalt vor­kommt:Auf Sankt Georg zeigt sich die Schwalbe einen Blick und zieht sich bald wieder zurück." Im übrigen braucht man nicht zu fürchten, daß schlechtes Aprilwetter allzu lange anhatten könnte:Kindergeschrei, Aprilwetter und alter Weiber Tänze dauern nicht allzu lange", sagte man früher in Thüringen, und im sächsischen Erz­gebirge hieß es vom April:Heute schneit es, daß es pufft, morgen haben wir klare Luft" oder auchApril weint bald, bald lacht er".

Tretet ein in den Reichslusèschutzbnnd !

Das deutsche Volk hat unter dem Druck des Versailler Diktats abgerüftet! Die Deutschland benachbarten Staaten sind aufs schwerste gerüstet! Als verheerende und gefähr­lichste Waffe gilt die Luftwaffe! Mehr als 10 000 Kriegs­flugzeuge stehen jederzeit angriffsbereit an unseren Gren­zen! In einer einzigen Stunde kann jede deutsche Stadt, jedes deutsche Dorf von den Grenzen her durch Bomben­flugzeuge angegriffen werden. Uns hat man Bomben­flugzeuge und Jagdflugzeuge verboten; eine Abwehr gegen sie von der Erde aus ist uns untersagt. Jeder Deutsche, ganz gleich, ob Mann, Frau oder Kind, ist in seinem Leben bedroht! Der Luftschutz unserer Behörden kann nie und nimmer ausreichen. Es muß jeder mithelfen! Tretet deshalb alle sofort dem Reichsluftschutzbund bei! Ermahnt eure Freunde, Verwandten und Bekannten, das gleiche zu tun.

Der Jahresmindestbeitrag ist mit einer einzigen Reichs­mark so niedrig bemessen, daß jeder, auch der letzte Volks­genosse, teilnehmen kann an der Arbeit des Reichsluftschutz­bundes. Der Erwerbslose erhält auf besonderen Antrag evtl. Ermäßigung. Wir erwarten im besonderen von unse­rer gesamten Parteigenossenschaft, die in vorderster Linie im Kampf für unser Vaterland zu stehen hat, den sofortigen geschlossenen Beitritt, sofern dieser nicht bereits erfolgte!

Anmeldungen sind in der Geschäftsstelle des RLB., Heinrichstr. 8 abzugeben.

NSDAP. Kreisleitung:

E h f e r ,

Kreisleiter Stadt-Kreis Fulda.

Wege im Norden der Stadt.

Gerade die Ostertage mit ihrem starken Ausflugsver­kehr zeigten, daß die Stadt Fulda noch manche dankbare Aufgabe findet, die Arbeitskräfte beschäftigen kann. Der Rauschenberg, der mit seiner aussichtsreichen Waldkuppe einen jeden Besucher Fulda's anlocken muß, ist leider noch lange nicht so erreichbar, wie es wünschenswert wäre. Folgt man der Straße am unvollendeten Schlageterplatz, der hoffentlich bald fertiggestellt wird, entlang aufwärts, so endet am alten Steinbruch der Weg, und über einen erst seit einem Jahre von der Domäne Ziehers gern gepflüg­tem Acker führt nur ein Pfad zum ©algengraben hinab. Und doch war dies ein alter, in jeder Karte verzeichneter Weg, der der mittelalterlichen Leipziger Straße folgt. Die neue Leipziger Straße wird dann Hinte" der Kurve durch einen Hohlweg erreicht. Der sehr lebhafte Kraftwagen­verkehr' auf dieser einzigen Zugangsstraße nach Lehnerz ist für den starken Fußgängerverkehr alles andere als ange­nehm. Da fei hier auf eine glänzende Gelegenheit hinge­wiesen, die Straße zu entlasten. 50 m neben der Straße führt der Galgengraben. In ihm müßte ein Promenaden­weg angelegt werden, der in der Verlängerung der Zep- pel'instrâße bis Lehnerz hinfllhrt. Pfade gehen in der windgeschützten Mulde schon fast durchgehend, der Boden wird' nur als Wiese oder Weide kümmerlich genulltunb dürfte zum großen Teile schon der Stadt Fulda gehören, die hier einst eine Wasserbohrung ansetzte. , Ein befestigter Fußgängerweg (ohne Stufen, damit er mit Kinderwagen benutzbar ist) wäre also hier unschwer zu schaffen, er könnte der Anfang eines planmäßigen Retzes von Promenaden­wegen fein', die die Landstraßen entlastend aus der Stadl herausführen. Für Fulda wären weiterhin Wege (am Fuldaufer) nach Maberzell und Johannisberg zu erstre­ben, vielleicht gibt die Entwässerung der Talaue bald Ge­legenheit zu ihrer Anlage.

Dem Nordviertel der Stadt fehlt auch eine brauchbare Verbindung zur Riesiger Straße hinüber. Der Weg durch die Bahnbrücke nördlich der Kaserne ist von der Artillerie so zerfahren (sie kann ja nicht mehr nach Ober­ziehers hinausfahren, da hier alle Wege umgepflügt sind), daß er bei ungünstigem Wetter nicht mehr passierbar ist. Ein baldiger Bau der Brücke im Zuge der Wittichstraße würde also sehr wünschenswert sein, zumal das Gelände jetzt bebaut ist bzw. wird.

Wollen Sie weiterhin zu den Miesmachern gehören? Alle Mängel sind zu beseitigen. Auch die, die Sie bei Ihren täglichen Einkäufen feststellen. Tagen Sie das Ihrem Kaufmann, Ihrem Handwerker. Füllen Sic die bei ihm ausliegenden Fragebogen aus.

Die Mohe ML-HaMârL«Srira vsm 1. Ns 15. AprÄ.

Die Deutsche Angestelltenschaft beteilitg sich.

RSH. In den beiden kommenden Wochen wird von der politischen Organisation für das ganze Reichsgebiet eine Propagandaaktion durchgeführt, die die L ei st u n g s - steigerung in Handwerk, Handel und Ge­werbe zum Ziel hat. Die Deutsche Angestelltenschaft rechnet es sich als ihre ehrenvolle Pflicht an, die NS.- Hago, die die Durchführung übernommen hat, bei dieser Aktion weitgehendft zu unterstützen. Hängt doch der Er­folg in entscheidendem Maße davon ab, wie weit die Ange­stellten der gewerblichen Betriebe durch die Tat und ihr Verhalten das Ergebnis dieser der zweiten Arbeitsschlacht dienenden Aktion zu einem eindrucksvollen Erfolg gestalten.

Die Organisation der Deutschen Angestellten- schaft wird in der Zeit v o m 1. b i s 1 5. A p r i l in allen Gliederungen Kurzvorträge halten lassen, in denen auf die Bedeutung des Mittelstandes und die Bedeutung des Verbrauches deutscher Waren hingewiefen werden wird.

Richt einem Stand oder einer Klaffe gilt dieser Kampf, sondern wir erstreben im Geist des deutschen Sozialismus eine große besitzende Volks­schicht, zu der wir auch den deutschen Handarbeiter zählen, und wir wollen erreichen, daß in einer freien Wirt­schaft auch jeder schaffende Mensch frei sei und ihm bei Fleiß und Können eine selbständige Existenz in Zukunft gesichert sein möge, damit einst das Hitler-Wort Wahrheit werde, daß jeder schaffende Volksgenosse An­teil an dem Vermögen und dem Besitz des Volkes habe.

Die Polizei teilt mit:

In den letzten Tagen wurden zwei gebrauchte Herren­fahrräder als gefunden abgeliefert. Die Markenfchilder sind bei beiden Fahrrädern entfernt. Bei einem Fahrrad, welches am Schweinemarkt herrenlos aufgefunden wurde, befindet sich am Rahmen in Lackfarbe die Markenbezeich­nungHefra". Das zweite Fahrrad, welches in der Frank­furterstraße stehengeblieben ist, hat gelbe Felgen. Die Eigentümer wollen sich möglichst unter Angabe der ent­sprechenden Fabriknummer und näheren Beschreibung der Fahrräder bei der hiesigen Kriminalpolizei melben.____

Zwangsversteigerung Knips Fulda.

In dem Zwangsversteigerungsverfahren der auf den Ramen der Witwe des Fabrikanten Heinrich Knips, Dorothea geb. Kircher in Fulda eingetragenen Grund­stücke wurde heute dem Geldinstitut, das am 14. März die­ses Jahres mit 10 000 Mark Höchstbietender war, der Zu­schlag erteilt.

Keine staatlichen Beihilfen für Hagelschaden.

Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß staatliche Beihilfen für Hagelschäden grundsätzlich nicht bewilligt werden, da den Landwirten die Mög­lichkeit der Versicherung gegeben ist. Es kann jedem Land­wirt nur dringend geraten werden, sich gegen Hagelschaden zu versichern, um sich vor etwa tragbaren Verlusten zu schützen.

Fuldaer Buttermartt.

Auf dem heutigen Buttermarkt kostete das Pfund Landbutter 1,30 RM., Eier 7 Rps. das Stück.

Große Bauernkundgebung in Kaffel.

Am Sonntag, den 8. April, mittags 2 Uhr, findet in Kassel in den Bürgersälen, Obere Karlstraße, eine große Bauernkundgebung statt, in der der Kreisbauern­führer Dr. Müller und der Hauptabteilungsleiter I der Landesbauernschaft, Erbhofbauer Karl Friedrich Sin­nt n g - Dörnhagen, sprechen werden. Der Landesbauern­führer Seidler hat sein Erscheinen zugesagt.

Mcfferausßchfen für morgen:

Heiter bis wolkig und nicht mehr ganz so warm, öst­liche Winde.

Rotenburg (Fulda), 31. März. Die diesjährige Reife­prüfung an der Jakob Grimm-Schule fand hier unter dem Vorsitz des Oberschulrates Dr. Grau- Kaffel statt. Alle Abiturienten des Jahrganges 1933/1934 bestanden.

Hofgeismar, 3. April. (E i n b ö f e r S l r e i ch.) Wäh­rend die Bcvölkerung der Stadt bei dem Osterfeuer weilte, wurde bei den Kelzer Teichen das Schilf in Brand gesteckt. Die Täter scheinen sich aber ihrer Handlung nicht bewußt gewesen zu sein, denn mit diesem Feuer ist die vor nicht allzu langer Zeit ausgesetzte Fasanenbrut, abgesehen von den vorhandenen Wildenten und Bekassinen, die in dem Schilf nisteten, vernichtet worden. Hoffentlich gelingt es, die Täter der verdienten Strafe zuzuführen.

Kassel, 3. April. (Eroßfeuer in Riederkau- fangen.) Aus dem am Ostermontag eingedämmten Brande eines Strohlagers auf dem Grundstück der Papier­fabrik Niederkaufungen entwickelte sich heute mittag ein Eroßfener. dem die Häckselfabrik und der gesamte in einem etwa 50 Merer langen und 15 Meter breiten Schuppen auf­gestapelte Strohvorrat der Papierfabrik zum Opfer fielen. Durch die Zerstörung der Häckselfabrik ist die Papierfabrik zu einer vorübergehenden Stillegung des übrigen Fabri­kationsganges gezwungen. Der Schaden ist beträchtlich.

Sondheim v. d. Rhön, 30. März. (Naturdenkmal aus Irrtum zerstört.) Ein Naturdenkmal, ein Buchenstamm von einer in der Rhön feiten vorkommenden Stärke, ist im Gemeindewald von Sondheim v. d. Rhön einem Irrtum zum Opfer gefallen. An den Gemeindewald grenzen Privatwaldungsn einer Nachbargemeinde an. Ein Angrerizer war der Meinung, daß der Stamm noch zu feinem Besitz gehöre und ließ den Stamm fällen. Durch den Waldaufseher wurde der Schaden entdeckt. Erst nach­dem zwei Rechtsanwälte sich mit der Angelegenheit befaßt hatten, konnte der Nachbar von feinem Irrtum überzeugt werden. Der Stamm hat eine Nutzlänge von acht Metern und einen Durchmesser von etwa einem Meter. Das Alter des Baumes wurde auf 300 Jahre geschätzt. Dieser Fall zeigt wieder einmal die Notwendigkeit eines klaren und festen Naturschutzgesetzes.

Achtung! Eierbewirtschaftung!

Die Anschrift des Beauftragten für die Eierbewirt­schaftungsstelle Hessen-Nassau lautet:

Stellvertretender Bezirksbeauftragier für die Eier­bewirtschaftung Hessen-Nassau in Frankfurt a. M., Hermann Göring-Ufer 31, Fernsprechnummer 33 424;

für den Bezirk Kurhessen: Kassel, Weißenburg­straße 12, Fernsprechnummer 31 059.

Alle Anfragen, die die neue Eicrbewirtfchaftung be­treffen, sind von jetzt ab an diese Anschriften zu richten.