Allgemeine Hans? und Gtraszeusnnunlnng für die Innere Mission in Deutschland.
EPH Durch Verordnung vom 26. 2. haben die ' Herren Reichsarbeitsminister und Reichsminister des Finern für das Reichsgebiet und dementsprechend das bessische Staatsministerium unter dem 14. 3. für das ganze hessische Staatsgebiet die Genehmigung erteilt, vak der hessische Landesverein der Inneren Mission uns alle ihm angeschloffenen heffischen Vereine, Anstal- ten und Einrichtungen zugunsten ihrer Aufgaben eine Haus- und Straßensammlung veranstalten. Die Straßen- sammlungen dürfen am 14. und 15. April und die Laussammlungen in der Zeit vom 14. bis einschließl. 20 April stattfinden.
Der Herr Reichsbischof hat angeordnet, daß die Kirchenbehörden und Gemeinden, insbesondere die kirchlichen Gemeindekörperschaften die Sammlung des Kolkstags der Inneren Mision durch rege Mitarbeit (Stellung freiwilliger Helfer u. a.) unterstützen. Ein Gleiches hat der Herr Landesbischof ver- ^Der Volkstag der Inneren Mission gibt der Kirche die bisher nicht bekannte und noch nicht erprobte Möglichke it, dem ganzen deutschen Volke etwas von ihrem segensreichen Wirken im Dienste des Volksganzen zu zeigen. Alle, die sich für sie mitverantwortlich fühlen, müssen mithelfen, daß sie die Vrobe bestebt.
NSDAP errichtet ein Ehrenmal für einen Pfarrer.
EPH. Zum Gedächtnis an den vor vierzehn Jahren von Kommunisten ermordeten Pfarrer Niehus wurde in Ammendorf bei Merseburg ein Gedenkstein errichtet. Pfarrer Niehus wurde 1920 während der mitteldeutschen Unruhen von einem kommunistischen Standgericht zum Tode verurteilt und in grausamster Weise niedergemacht. An derselben Stelle, wo damals der Pfarrer den Heldentod für ein kommendes Deutschland erlitt, wurde jetzt in Anwesenheit der SA, des Stahlhelms, von Vertretern der NSDAP und zahlreichen Abgesandten der Kirche ein Ehrenmal errichtet. Bischof Peter wies in seiner Gedenkrede darauf hin, daß dieser Gedenkstein der erste fei, durch den die NSDAP einen Geistlichen ehre.
Gottesdienstliche Feiern am ersten Schultage der Schulanfänger.
EPH. Der Landesbischof der evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen hat folgendes verfügt:
Erfreulicher Weise ist in den letzten Jahren in verschiedenen Landeskirchen die alte Sitte wieder aufge- lebt, den ersten Schultag der Schulanfänger durch eine gottesdienstliche Feier zu begehen. Es ist zu wünschen, daß dieser Brauch in der ganzen deutschen evangel. Kirche ausgenommen wird, und eS erscheint der Beginn des Schuljahrs 1934 für Wiederaufnahme oder Neubeginn dieser, Sitte ganz besonders geeignet. Zu Beginn dieses Schuljahres tritt erstmalig ein Jahrgang Kinder in das Schulleben ein, welches neu gestaltet wird durch das Dritte Reich, in dem Staat und Kirche gemeinsam an der Erziehung der deutschen Jugend arbeiten.
Ich ersuche daher die Herren Geistlichen, die Veranstaltung von Schulanfängerandachten nach Möglichkeit durchzuführen, zu denen vornehmlich die Schulneulinge, deren Eltern, Paten und Lehrer, sowie die Mitgliederder kirchengemeinolichen Körperschaften einzuladen sind. Die Einrichtung der Feiern soll im Einvernehmen mit der Schule geschehen.
Dev Fall Hollweg Roman um eine wahre Begebenheit von A. v. Sazenhofen. llrheberrechtsschutz: Drei Quellen-Verlag, Königsbrück i.Sa.
(Nachdruck verboten.)
Der alte Schlüpke, der nur gekibitzt hatte, stand auf. -Ich empfehle mich, meine Herren! Ich fahre nach Hause, es -st schon spät für mich!"
„ ®a jäten sie wie die drüben auf dem Plüschsofa, sie itecrten die Köpfe noch tiefer zusammen und lachten zynisch über ihre frivolen Reden.
... ,^"a von Dahlen war also Frau von Hartenberg. Sie ^ieb die reservierte kühle Frau und stachelte Hartenbergs r ^»schäft zu hellen Flammen an. Sie ließ Tante Adelheid -uyig weiter für die Ordnung im Hause Hartenberg sorgen ,^°nttzwischen Moltzow und Hartenberg hin und her und
Her--m mit dem stolzen Kopfnicken und einem ge« gemilcht leutseligen Lächeln glänzend. Die Dienerschaft Partenberg wollte es nicht begreifen
• ." sagte die Theres, „wie hat er se nur so rasch --^gessen können?"
tiald darauf kam sie wieder mit dem Entsetzens- ,'â hab' se jesehen! Ganz traurig hat se aussesehen
-letzt passiert bald ein Unglück!"
"-olodsinn!" sagte Johann kurz.
r?'.* Theres fuhr ihn grob an: „Ja, das haben se alt- °â) jesagt ... Blödsinn! Und drei Tage später is die "piu jeftorben jewesen. Ick geb' was auf die Sachen, J m*r Don Ihnen nich nehmen!"
er Johann drehte ihr den Rücken.
uikHet "b. was Anna tat, als sie von der Hochzeitsreise Slolkn t maren' war, daß sie einen neuen Verwalter für
, ^e- Es meldeten sich Unzählige. Sie suchte lange und schrieb die Stelle nochmals aus.
den "5*^ d-ch nicht!" sagte Hartenberg. „Nimm doch obn» poltgreven, der in Zoppenfeld war, der ist jetzt Stellung, das Gut wird verkauft."
SUikte v“ v.aM und Walter ins Gesicht, um ihren Mund ^-ner wollte ^s' mo^ntes Löcheln. Sie suchte weiter, grtimnm^ '^Ö611 von zehn bis zwölf Uhr empfing sie im Mohsen hu" SaIon in Moltzow die, die sie zur Vorstellung un-te. Es waren viele Herren, darunter ehemalige hatte ?in/!^.^'" Herr von Arnim ... er küßte ihre Hand, lehnige, fast übexschlanke Gestalt, ejn Paar dunkle,
Aus dem Gerichtssaal.
Verwegener Ausbruchsversuch im Ziegenhainer Zuchthaus.
Marburg, 28. März. In der Nacht zum 11. Oktober vorigen Jahres konnte von Beamten des Zuchthauses ein verwegener Ausbruchsversuch von Sträflingen im letzten Augenblick vereitelt werden. Von fünf in einer Zelle befindlichen Zuchthäuslern, welche meist noch lange Freiheitsstrafen zu verbüßen hatten, war der Entschluß gefaßt worden, der Strafanstalt zu entfliehen. Drei schwere Jungens stellten in wochenlanger Ueberlegung einen bis in alle Einzelheiten ausgeklügelten Fluchtplan zusammen. Sie verschafften sich Metallgegenstände und versuchten zunächst die Wand ihrer Zelle nach außen zu durchbohren, indem sie den Mörtel zwischen den Mauersteinen herauskratzten. Die Mauer zeigte sich indessen als zu widerstandsfähig, so daß dieser Plan fehlschlug. Auch der Durchbruch des Fußbodens scheiterte an dem Vorhandensein einer starken Betondecke. Nunmehr gingen sie an den Durchbruch der nach dem Korridor zu gelegenen Jnnenmauer. Um von dort aus in Freie zu gelangen, mußten sie aber noch durch mehrere verschlossene Türen. Zu diesem Zweck machten sie sich bei passender Gelegenheit aus Vrotteig Abdrücke von den in Frage kommenden Schlüssellöchern und verfertigten sich passende Schlüssel. Nach Durchbruch ihrer Zellenmauer wollten sie alle Türen öffnen und auch etwa 24 Sträflingen zur Freiheit verhelfen, welche sich in den Nachbarzellen befanden. Auch von den Schlössern dieser Zellentüren hatten sie Schlüssel angefertigt. Die Ueberwindung der rings um das Zuchthaus befindlichen hohen Mauer war so gedacht, daß sie die dort befindlichen Schildwachhäuschen erkletterten und dann entsprangen. Eventuell herbeispringende Beamte wollte man mit Gewalt unschädlich machen. Die vorbereitenden Arbeiten, wie Durchbruch der Mauer usw. blieben unentdeckt, weil die Sträslinge nur tagsüber arbeiteten, wo die entstehenden Geräusche im Zuchthaus nicht weiter auffielen. Die im Entstehen begriffenen Mauerlöcher wurden geschickt verdeckt und auch der herausgekratzte Mörtel beiseite geschafft. Die Strafanstaltsbeamten erhielten aber von dem großangelegten Fluchtversuch im letzen Augenblick durch einen andern Sträfling Kenntnis und standen in der Nacht, in welcher der „große Schlag" kommen sollte, in Alarmbereitschaft. Nach Entfernung der letzten Mauersteine gelangten zunächst drei Sträslinge auf den Korridor. Sie schlossen ihre Nachbarzellen auf und forderten die dort befindlichen Sträflinge zum Ausbruch auf. Diese blieben aber ruhig in ihren Betten. In diesem Augenblick traten die Strafanstaltsbeamten den mit Schemelbeinen bewaffneten Ausbrechern entgegen und konnten sie nach Abgabe eines Schreckschußes leicht überwältigen. Die übrigen beiden Insassen der Ausbruchszelle wurden in ihren Betten liegend vorgefunden; einer davon war allerdings angekleidet. Das Schöffengericht, das sich einige Wochen später mit dem Ausbruchsversuch besagte, mußte sie mangels genügenden Beweises freisprechen. Die anderen drei Ausbrecher wurden wegen Fluchtversuchs, Meuterei und versuchter Gefangenenbesreiung zu je 2% Jahren Gefängnis verurteilt. Zwei von ihnen legten gegen dieses Urteil Berufung ein. Der Sträfling Wirt zog seine Berufung in der gestrigen Strafkammersitzung zurück; die Berufung seines Genossen wurde verworfen.
Gerechte Strafe.
Marburg, 28. März. Der Marburger Schnellrichter verurteilte einen jüdischen Kaufmann aus Allendorf wegen Körperverletzung, begangen an einem 13jährigen Hitlerjungen, zu einem Monat Gefängnis. Im Februar d. J. gingen einige Hitlerjungen und BDM.-Mädels durch die Dorfstraße Allendorfs. Unterwegs begegnete ihnen der jüdische Kaufmann, der eine Kuh mit sich führte. Als der Kaufmann einige Schritte weitergegangen war, rief ihm einer der Hitlerjungen nach: „No, was kosts Kiche?" Dar
heiße Augen in einem blassen Gesicht und stach vorteilhaft ab von allen ... auch von ...
Sie entschied sich für Arnim.
Walter bekam einen roten Kopf. „Was fällt dir ein? Der Mann hat ja gar keine Zeugnisse, er hat gar keine Praxis ... daß er Offizier war ... schön ... aber wir müssen darauf sehen, daß einer Erfahrung hat... ein Alter, der ..."
Sie hatte wieder das mokante Lächeln und sagte: „Ich habe Arnim engagiert, und dabei bleibt es."
Er bebte innerlich, aber als sie ihm ihre kühle Hand reichte, schoß ihm das Blut durch die Adern und er riß sie wild an sich.
Sie entzog sich ihm. „Es fehlt dir an Kultur, mein Lieber!" lächelte sie, aber Unwille lagerte auf ihrer Stirn.
Herr von Arnim war also in Moltzow. Er kam um neun Uhr aus seinen Zimmern auf den Hof, war immer im Dreß, war nie erhitzt oder unordentlich, gab mit lästiger Bewegung der schmalen Hand ein paar Befehle und hielt diese selbe schmale, gepflegte Hand unter Annas Fuß, wenn sie in den Sattel stieg.
Sie kam fast jeden Morgen herüber. Sie nahm selbst den Bericht entgegen und ließ sich und Arnim im selben grün-goldenen Salon danach ein Frühstück servieren.
Walter wußte davon nichts. Er hatte in Hartenberg Arbeit genug, und wenn er nicht arbeitete, galoppierte er über die Schneeheide und ließ den Wind um seine Schläfen pfeifen. Irgend etwas machte ihn unruhig. Es hatte ihn wohl gekränkt, daß sie ihm die Leitung in Moltzow nicht anvertraute, aber gut, wenn sie glaubte, es sei so besser ... Nur, daß sie nicht die herzliche, anschmiegsame Frau war, so, wie ... ach, Herrgott, warum daran denken, wie die arme Maria als Braut ... daß sie immer so kühl war und so von oben herab, daß sie seine stürmischen Zärtlichkeiten nur duldete, nicht erwiderte ... vielleicht war das eben ihre Wesensart, warum hatte er es anders erwartet?
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Die Tage gingen ... die Wochen. Auf der Heide schmolz der Schnee. Vorfrühling ... es roch nach Erde.
In Rubow war noch immer das stille, verschwiegene Zusammensein. Sie sahen niemand ... sie sprachen niemand, sie wußten von niemand, sie harrten nur des Tages der Volljährigkeit Claires mit Sehnsucht.
Claire war schöner, hinreißender, rührender denn je.
Da schlug einmal der Klopfer an der Haustür hart nieder. Der alte Herr von Schlüpke stand auf der Schwelle. „Herr von Hollweg, ich habe unter vier Augen mit Ihnen zu reden!" Gunter führte den Gast in ein Zimmer. „Man erzählt sich, Claire von Brackhausen wohne bei Ihnen."
Uta."
über geriet der Kaufmann in Wut und er forderte einen der Jungen auf, zu sagen, wer diese Worte gesagt habe. Als der Junge erklärte, daß er nicht wisse, wer dies gerufen hätte, versetzte ihm der Jude eine Ohrfeige, daß er eine schwere Verletzung der Nasenwände davontrug. Dann sprang er auf ein Mädel zu und drohte mit einem Stock zu schlagen, besann sich aber in letzter Minute eines anderen. Er wurde daraufhin sofort in Schutzhaft genommen. In der Verhandlung versuchte er ntürlich den Unschuldigen zu spielen, seine Schuld konnte jedoch durch die Zeugenaussagen einwandfrei festgestellt werden.
Skandalöse Zustände in einer kleinen Konditorei.
Mainz, 28. März. In der Konditorei von Stork in Mainz wurden von der Gewerbe- und Gesundheitspolizei geradezu skandalöse Zustände festgestellt. Tie Backstube wurde als Aufbewahrungsort für schmutzige Wäsche und als Ankleide- und Waschraum der Gehilfen benutzt. Einer der Gehilfen wurde dabei betroffen, wie er mit ekelhaft schmutzigen Händen den Teich knetete. Der Einzelrichter verurteilte den Konditoreibesitzer und den einen Gehilfen wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz zu je einem Monat Gefängnis.
Zwölf Bauernhöfe verschüttet.
Gewaltiger Bergrutsch in Oberösterreich.
Aus Linz (Donau) wird gemeldet: Durch das Ein- neien der warmen Witterung ist es in Wienen am Grundlsee zu einem Bergrutsch gekommen. Die in Bewegung geratenen gewaltigen Erdmassen gleiten mit großer Geschwindigkeit talabwärts. Die Ortschaft Wienen sonnte noch rechtzeitig geräumt werden. Zwölf Bauernhöfe wurden ver» ' c' ii t t e l.
Erdrutsch bringt Zug zur Entgleisung. Schweres Unglück in Frankreich. Mehrere
Tote und Schwerverletzte.
In der Nähe des französischen Ortes L e m p d e s (Arr. Brioude) ereignete sich ein Eisenbahnunglück, bei dem nach den bisherigen Angaben drei Menschen getötet und 13 schwer verlebt wurden. Ungefähr 25 Reisende wurden leicht verletzt.
In der Nacht waren 350 Kubikmeter Felsgeröll nnd Erdmassen an den Schluchtabhang, an dem die Eisenbahnstrecke vorbeiführt, niedcrgcgangen. Der Zug fuhr in voller Fahrt be i diesigem W c t t e r auf diese Stein- und Erdmassen auf Die Maschine bohrte sich in den Geröllhaufen hinein und sämtliche Wagen s p r a n - genausdenSchienen.
Achtung, Achtung!
Die Arbeitsschlacht schasst weiteren Millionen Volksgenossen Arbeit und Brot. Die seit langem ungewohnte Arbeit kann Anlaß zu zahlreichen Unglücksfällen werden!"
Die meisten Unfälle können vermieden werden, da sie durch leichtsinniges oder unzweckmäßiges Verhalten des Menschen hervorgerufen werden. Das gilt besonders von zahlreichen Unfällen durch Herabfallen von Leitern, Treppen, aus Luken usw. Sie könnten vermieden werden, wenn jeder sich die Leiter ansähe, bevor er sie besteigt und nicht überstürzt die Treppe hinuterjagte. Ein falscher Tritt kann Dir das Genick brechen. Darum sei achtsam!
„Herr von Hollweg!" brauste der Alte auf, „wie können Sie ...?"
„Sie ist meine Braut. Wir heiraten in einigen Wochen!"
Der Alte besänftigte sich etwas, er ließ sich sagen, wie alles gekommen war. „Aber ... dann müssen Sie vor allem die Ehre Ihrer Braut verteidigen. In Schwerin und überall wetzen sich die Leute das Maul, der Herr von Merkens, der Merkwitz ... Statuieren Sie ein Exempel. Ziehen Sie die Herren zur Rechenschaft."
Hollweg war langsam das Blut in den Kopf gestiegen. Er nickte nur.
Schlüpke fuhr wieder fort. Er wollte Claire ersparen, ihn sehen zu müssen. Wenn er sich Claire vorstellte ... er begriff es nicht... die Sache ging ihm nicht aus dem Kopf
Gunter fuhr nach Schwerin. Er sagte auch zu Hermann nicht, warum; er wollte das allein ausfechten. Er suchte zuerst Hans Merkwitz auf.
Der wurde verlegen, als er Hollweg in fein Zimmer treten sah.
„Ich wollte eben ausgehen, Herr von Hollweg, entschuldigen Sie ..."
„Das wird wohl zwei Minuten Zeit haben!" sagte Gunter kurz. „Sie haben über meine Braut, Fräulein Claire von Brackhausen, Bemerkungen gemacht, die ihre Ehre antasten. Ich kann Ihnen nicht lange auseinandersetzen, warum die Dinge so liegen, wie sie liegen. Es ist nicht meine und nicht Claires Schuld. Wenn ich aber noch einmal das Geringste in dieser Hinsicht zu hören bekomme, so werde ich von Ihnen und jedem Genugtuung fordern. Ich habe leider zu lange gegen all die heimlichen Hetzereien geschwiegen, soweit sie meine Person angingen ... aber auch das hat jetzt ein Ende; die Ehre meiner Braut aber ..."
Merkwitz unterbrach ihn: „Sie müssen verzeihen! Die eigentümlichen Umstände geben natürlich allerlei Vermutungen Anlaß und Nahrung. Ich selbst bin mir aber nicht bewußt, Ihrer Braut, die ich persönlich sehr hoch schätze, zu nahe getreten zu sein."
Gunter verabschiedete sich kurz und ging zu Merkens und zu Hallern. Sie duckten sich zwar und schwiegen eine Weile, dann aber zischte es wieder auf, und stärker wie vorher.
Was will der eigentlich, der Hollweg? Soll froh sein, wenn man ihm nicht den Rücken wendet, dem . - Eingesponnenen! Was diese Leute noch für einen Hochmut haben, und sie auch ... sich so benehmen und dann noch Ansprüche auf allerhand Hochachtung machen.
Und jetzt erst begann ein richtiges Kesseltreiben: Nicht mehr grüßen oder danken! hieß die Parole. Einen oder zwei konnte er ja wohl stellen, aber der Verachtung aller gegenüber war er machtlos. Boykott über Hollweg!
_ .(Fortsetzung folgt.)