Zul-aer Mzeiger
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K"'Lel Fulda, Königstr. 42. Vertreter ...
Nr. 66 — 1034
Fulda, Montag, 19. März
11. Jahrgang
Der Pakt von Rom.
politischer und wirtschaftlicher Dreibund.
Ls italienisch - österreichisch - unga - ^Abkommen ist in R v m von Mussolini, Doll- 'Gömbös unterzeichnet worden.
^ Ls Abkommen besteht aus drei Protokollen, in denen es heißt:
Protokoll Nr. 1.
Der Chef der italienischen Regierung, der öster- Bundeskanzler, der ungarische Ministerpräsi- 2 De« von der Absicht, zur A u f r e ch t e r ü a l t u n g L iedens und zum wirtschaftlichen Wiederauf- in Europa auf der Grundlage der Lichtung der n Abhängigkeit und der Rechte jedes Staates ber- verpflichten sich, folgende Ziele zu ver- ’i. ' Jie wollen sich über alle Probleme, die sie be- H interessieren, und auch über die Fragen allge- mpincr Ordnung besprechen, um im Geiste der bestehenden zivciscitigm Freundschaftsverträge, die sich auf die An- erkevnung zahlreicher gemeinsamer Interessen gründen, eine gemeinsame Politik zu führen, die darauf gerichtet ist, die tatsächliche Zusammenarbeit zwischen den europäischen Staaten, und besonders zwischen Alalien, Ungarn und Österreich zu fördern. 3n diesem Zwecke werden die drei Negierungen jedesmal zu gemeinsamen Beratungen schreiten, wenn wenigstens einer von ihnen das für nötig hält.
Protokoll Nr. 2.
Die drei Regierungen verpflichten sich, die Tragweite der augenblicklich bestehenden Handelsabkommen auszudehnen, indem sie die
gegenseitigen Ausfuhrcrleichterungen verstärke«
und auf diese Weise immer größeren Nutzen ziehen. Zu diesem Zwecke werden zweiseitige Abkommen vor dem 15. Mai 1934 geschlossen werden. — Die drei Regierungen beschließen, die notwendigen Maßnahmen zu treffen, um die Schwierigkeiten zu überwinden, die Ungarn aus dem tiefen Stand feiner G e t r e i d e p r e i s e erwachsen.
— Die drei Regierungen verpflichten sich, den
Durchgangsverkehr in den adriatischen Hâfc« zu erleichtern
und soviel als möglich zu entwickeln. — Die drei Regierungen werden eine dauernde Kommission von drei Sachverständigen bilden, die beauf- tragt sind, den Gang der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den drei Ländern zu beobachten, und konkrete Vorschläge zu formulieren, die geeignet sind, eine größere Entwicklung dieser Beziehungen im Geiste des vorliegenden Protokolls zu gewährleisten.
P r o t o k o l l N r. 3.
Auf der Grundlage der bisherigen Erfahrungen, die gezeigt haben, daß die Wirtschaft ihrer beiden Länder sich weitgehend ergänzt, beschließen Italien und Ost erreich zur weiteren Entwicklung ihrer Wirt- Ich as t s bez i e h u n g e n folgendes: Am 5. April 1934 »erben zwischen den beiden Regierungen Verhandlungen beginnen zwecks
Die Tribute sind schuld!
Dr. Schacht über Ursachen und Behebung der Weltkrise.
» Reichsbankpräsident Dr. Schacht sprach auf dem ^ayresbankeu der Amerikanischen Handelskammer in âhchland im Hotel Adlon über das Auslands- IWbenproblem.
in«? In rundes Dutzend internationaler Wirtschafts- "Menzen, so führte er aus, hat sich bemüht, die Krise â möglichen Vorschläge aus der Welt hinweg- v"reren. Und dennoch, sie b e st e h t mit wenig derster Schärfe weiter. Wenn auch ein- L e Volkswirtschaften eine gewisse interne Belebung Lei«« , sollen wir doch nicht verkennen, daß inter- "Nonal gesehen, das
[■ schäft nach wie vor außerordentlich schlecht
die ^âben keine freie Wirtschaftsentwicklung, weil ganit ständig die Wirtschaft unter Druck hält. Das Druck '?nglomerat von politischen und aus dem politischen lastet Ehrenden Schuldenverpflichtungen ®ittfchnft dauernder A l p auf der internationalen klar ai LL ^?1 Sehn Jahren hat der Dawesplan es âarcn ^en' daß internationale Schulden nur mit Ez M, i Dienstleistungen abgegolten werden können.
Theoretiker, die glauben, daß die ^bci^vn, Mulden aus dem Versailler Diktat und seinen Sieje F^„5^wgen einmal voll bezahlt werden könnten. ^ l ä u i n n /dnnen nur voll bezahlt werden, wenn der Äahlii„„ r bereit ist, Waren des Schuldners in Qeftclti >.,? öu nehme n. Bis jetzt hat sich herans- Der 1 Obiger hierzu nicht bereit ist.
""dlgcr macht dciniiach die Bezahlung seiner 'Sie flan.. , Forderung unmöglich.
^tigmm ^reit förmlich nach einer Wirtschafts- wird doch durch den Schuldenklotz üstgehalten. Ich glaube, daß der Versuch ge
Abschlusses eines neuen Abkommens.
Für das Abkommen wird solgendes festgesetzt: Ein- raumung eines Präferenzshstems zugunsten einer möglichst großen Zahl von Originalprodukten, die aus Österreich kommen und nach Italien importiert werden. Zu diesem Zweck werden die beiden Vertragschließenden aus die Notwendigkeit Rücksicht nehmen, die Konzessionen in vernünftigen Grenzen zu halten. Man wird zur Redaktion zweier Listen schreiten, von denen die eine die Produkte angibt, für die die Einräumung von Vorzugszöllen durch den vorhergehenden Abschluß von Übereinkommen zwischen den interessierten Produzenten der beiden Länder erleichtert werden kann. Was die Produkte betrifft, die in der ersten Liste enthalten sind, so verpflichten sich die beiden Regierungen, die nötigen Maßnahmen zu treffen, um den Abschluß solcher Jndustrieabkommen zu beschleunigen und zu erleichtern.
*
„Vorherrschaft Italiens in der Welt."
Eine aufschlußreiche Rede Muflolinis.
ZN der zweiten Fünfjahresversammlung des f a s ch i - stischen Regimes hielt Mussolini eine Rede, in der er einen kurzen Rückblick auf die letzten fünf Jahre gab. Außenpolitisch betonte er die herzlichen Beziehungen zur Schweiz, die Freundschaft zu Ungarn «nd zum selbständigen Österreich.
„Österreich weiß, daß es aus uns rechnen kann." Zwischen Italien und Frankreich habe sich die Lage im allgemeinen sehr gebessert. Auf Deutschland kam Mussolini aus dem Umwege über Völkerbund und Abrüstung zu sprechen. Er betonte die Notwendigkeit derGleichberechtigung für die im Weltkrieg unterlegenen Staaten.
„Zu glauben, daß ein großes und starkes Volk wie das deutsche in einer bewaffneten Welt auf die Dauer entwaffnet gehalten werden kann, ist eine Illusion — die, fügte er mit einem Lächeln hinzu, vielleicht durch die Tatsachen bereits überholt ist."
Nach längeren innenpolitischen Ausführungen zeichnete der Duce die großen Linien für die zukünftige weltpolitische Entwicklung des italienischen Volkes. Italien sei mehr eine Insel als eine Halbinsel. Es liege vollkommen geschlossen da in völkischer, sprachlicher, religiöser Hinsicht und mit sicheren Grenzen an den Alpen. Im Norden sei für Italien nichts zu holen, im Westen auch nichts.
„Die große Aufgabe für uns liegt in Afrika und Asien.
Über das Mittelmeer hinweg werden wir nicht terrt« roriale Eroberungen machen, das betone ich ausdrücklich, sondern die natürliche Expansion des italienischen Volkes soll besonders Afrika in den Kreis der europäischen Kultur ziehen, wie das die säkulare Aufgabe des alten Rom gewesen ist." Mussolini schloß mit einem Ausblick auf die Vorherrschaft Italiens in der Welt.
macht werden muß, zwischen den Schuldnerstaaten und den Privatgläubigern zu einer Abmachung zu k o in in e n. Was jedenfalls Deutschland anlangt, so drängt sich hierzu die Notwendigkeit gebieterisch auf. Sie alle wissen, in welcher schwierigen Devisen läge Deutschland sich befindet und wie sie entstanden ist.
Diese geringe Devisendeckung, so fuhr Dr. Schacht fort, nötigt uns nicht nur in unserem eigenen Interesse, sondern im Interesse der gesamten Weltwirtschaft, zu neuen Maßnahmen.
Eine weitere Kürzung der Devisenzuteilung für die Einfuhr wird die unmittelbare Folge sein müssen. Ich kann mir aber auch denken, daß es notwendig sein wird, die Einfuhr von Rohstoffen unmittelbar zu beschränken.
Damit ist die Frage der Belebung oder Nichtbelebung des Welthandels wieder aufgeroHt. Denn ob man Deutschland mit Sympathie oder Antipathie gegenübersteht, ist völlig gleichgültig gegenüber der Tatsache, daß der Ausfall von 6 6 Millionen hochwertiger Verbraucher für die Weltwirtschaft ein Unglück bedeutet.
Man spricht immer davon, daß Deutschland sich autark kischen Bestrebungen zuwende Aber die geschilderten Verhältnisse rechtfertigen es. wenn ich erkläre, daß nicht Deutschland sich ^cr Autarkie zuwcnde, sondern daß die
sinnlose Schuldenpolitik gegenüber Deutschland uns in die Autarkie hineinzwingt.
Wir haben keinen lebhafteren Wunsch, als einen internationalen Handel zu treiben. Wir können aber zur Zeit keine Erzeugnisse in der Welt mehr kaufe n, weil man uns gezwungen hat, Tribute zu zahlen, die wir nicht ausbringen konnten, und Schulden zu zahlen, für die wir niemals einen Gegenwert bekommen haben. Ich sehe heute einen einzigen Mann in der Welt, der den Kern des internationalen Problems, dessen Hauptteil die deutsche politische Verschuldung ist, richtig sieht und anzupackcn entschlossen ist.
Dieser Mann ist Präsident Roosevelt.
Er hat niemals vergessen, daß die Wiederbelebung des
internationalen Rohstoffmärktes der Ausgangspunkt jeder wirtschaftlichen Gesundung der Welt sein muß. Wenn es Roosevelt gelingt, für die wichtigsten Roherzeugnisse seines Landes und der Länder, zu denen er als Gläubiger interessiert ist, stetige Abnehmer zu festen Preisen zu finden, so würde das die unmittelbare Gesundung nicht nur der amerikanischen Farmer bedeuten, sondern auch der südamerikanischen Länder, an deren Gedeihen Amerika und die übrigen Industriestaaten der Welt, besonders auch Deutschland, interessiert sind.
Ein neuer Ausfall Deutschlands hingegen auf dem Rohstoffmarkt wird mit Sicherheit eine Wiederverlangsamung, wenn nicht gar ein Aufhören des eben begonnenen Prcèsaufstieges herbeiführen.
Zwei Wege sind zu beschreiten, um die Gesundung der Welt herboizusühren. Erstens muß jedes Land in sich selbst versuchen, die größtmögliche Belebung seiner inneren Produktionskräste herbeszuführen. Innerhalb des ersten Regierungsjahres ist es unserem Führer Adolf Hitler gelungen, 2,7 Millionen Menschen wieder in den Arbeitsprozeß einzuführen, und es ist kein Zweifel daran, daß ein weiterer erheblicher Fortschritt im zweiten Jahre erzielt werden wird.
Wir haben damit die inneren Voraussetzungen für eine Wiederbelebung des Welthandels geschaffen. Nun gilt es, die große weitere Ausgabe zu lösen, den Welthandel wieder in Gang zu bringen.
Rundfunk in die Beiriebe!
Ein Aufruf der Reichsfunkkammer.
Der Präsident der Reichsrundfunkkammer hat einen Aufruf erlassen, in dem es u. a. heißt:
„Am 21. März, dem Großkampftag der Arbeitsschlacht, eröffnet der Führer die Frühjahrsoffensive zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit mit einer Rede an das deutsche Volk. Diese Rede wird durch Rundfunk übertragen. Ähnlich wie am 10. November, als der Führer aus dem Siemens-Werk das deutsche Volk zu dem Willensentscheid des 12. November aufrief, werden sich an allen Arbeitsstätten, in den Jndustriewerken, Ge- schäftshäusern und Büros die schaffenden Volksgenossen an den Lautsprecher versammeln, um Wort und Wille des Führers zu vernehmen.
Wenn der Rundfunk das Sprachrohr des Führers ist, dann muß es jederzeit möglich sein, daß der Ruf des Führers durch den Rundfunk jeden Volksgenossen zu jeder Minute, zu jeder Stunde unmittelbar erreicht. Die Parole für jeden Volksgenoffen muß lauten: all überall und jederzeit in Bereitschaft zu sein, Wort und Wille des Führers zu vernehmen. Damit erwächst allen schaffenden Deutschen, mögen sie Arbeitgeber oder Arbeitnehmer sein, die Verpflichtung, dafür Sorge zu tragen, daß an ihren Arbeitsplätzen nicht bloß zufällig, sondern dauernde Hörmüglichkeiten geschaffen werden.
Jeder Apparat, der in den Betrieben und in den Privathaushaltungen aufgestellt wird, gibt deutschen Volksgenossen Arbeit und Brot und sichert einer gesunden Funkwirtschaft verstärkte Absatzmöglichkeiten. Allein die Bereitschaft von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, in ihren Betrieben ein
Rundfunkgerät für die Sicherung der großen Gemcinschaftssendungen
aufzustellen, würde der Funkwirtschaft bei voller Ausnutzung ihrer Betriebsmöglichkeiten auf zwei bis drei Jahre eine zusätzliche Arbeitsbeschaffung sichern, bei der hunderttausende arbeitsloser Volksgenossen Lohn und Brot finden.
Deshalb richtet die Reichsriindfunkkammcr an alle deutschen Volksgenossen den Appell: Werdet Rundfunk- Hörer! Stattet alle Arbeitsstätten mit Rundfunkgeräten aus! Alles, was für den Rundfunk geschieht, geschieht nicht für den Vorteil des einzelnen, sondern geschieht für unser Volk und Vaterland."
Im Mittelpunkt der Feiern am 21. März, mit denen der Großkampftag der Arbeits- schlachr eingeleitet wird, steht die Baustelle Unter- haching der im Bau befindlichen Reichsautobahn München—LandeSgrenze: von hier wird der Führer mit einer großen Rede, die auf alle deutschen Gender tiber- ,ragen und von allen schaffenden Volksgenossen im ganzen Reich gehört ivirb, den Großtamps gegen die Arbeitslosigkeit eröffnen.