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Vorfpruch

Die Neubildung deutschen Bauerntums ist nunmehr sinnvoll eingeordnet in die nationalsozialistische Agrarpolitik des Reichsernährungsministers. Aufs engste ist die Neubildung deutschen Bauerntums verbunden mit dem agrarpolitischen Grundgesetz des nationalsozialistischen Staa­tes, mit dem R e i ch s e r b h o f g e s e tz. Beide Gesetze bil­den eine natürliche Ergänzung, ein untrennbares Ganzes. Während durch das Erbhofgesetz ein unveräußerliches, unbe­lastbares und unteilbares Erbgut den bäuerlichen Familien und Sippen übergeben ist, die in ihrer Gesamtheit den wah­ren und wertvollsten Blutsquell des deutschen Volkes aus­machen. ist damit in der Hauptsache die Zukunft Des Hofes und b_i e Zukunft des Anerben ge­sichert. Das Streben der nachgeborenen Bauernkinder wird zum großen Teil dahin gehen, selbst wieder durch^Er- werb von Feld und Hof die Verbindung mit einem stück deutschen Heimatbodens zu finden und damit zum Erbhos zu gelangen. Die durch das Gesetz vom 14. Juli 1933 zur Reichssache erklärte Neubildung deutschen Bauerntums gibt diese Möglichkeit für die nachgeborenen Bauernkinder, die mit den neuen Bauernhöfen gesicherte Aus­gangspunkte für spätere Generationen finden und somit zur Stärkung und Mehrung der bäuer­lichen Lebensgrundlage unseres Volkes beitragen."

Dr. Kummer.

Der Kornkäfer

Wenn der Landwirt seine Feldfrüchte den mancherlei Feinden und Schädigungen auf dem freien Felde entzogen hat und sie in der Scheune sicher geborgen glaubt, drohen immer noch Gefahren. ^Sie sind um so größer, je winziger und unscheinbarer die Schädlinge ihr Wesen treiben, weil sie sich größtenteils der Beobachtung entziehen und man sich erst dem Schaden gegenüber sieht, wenn er schon weit eingerissen ist. Zu diesen Schädlingen gehören vor allem die Vor­ratsschädlinge. Der wichtigste davon ist der Korn­käfer. Er wird auch Kornwurm. Kornkrebs oder Getreide­wipper genannt. Er gehört zu den Rüsselkäferchen, ist nur zweieinhalb bis annähernd fünf Millimeter lang und richtet sein Zerstörungswerk sowohl im ausgewachsenen Käferzu­stand wie auch als Larve an. Er verschont keine Getreideart, bevorzugt aber Weizen und Roggen. Die Körner werden angebohrt, verlieren dadurch an Gewicht und leiden an der Güte. Nachdem die schützenden Schalen durchbrochen und ein Teil des Korninnern freigelegt ist. nehmen die Körner mehr Feuchtigkeit auf und werden leich­ter warm oder schimmelig. Auch Teigwaren werden vom

Kornkäfer befallen. Der Kornkäfer ist sehr ausdauernd. Auch ohne Nahrungsaufnahme kann er über zwei Monate am Leben bleiben, abgesehen davon, daß er bei Kälte über­haupt in Starre fällt und dann auch ohne Nahrung noch einige Monate länger am Leben bleibt. Diese große Lebenskraft erklärt es, warum die Kornkäfer so schwer zu bekämpfen und auszurotten sind. Das Weibchen legt im Frühjahr und Sommer 50 bis 150 Eier. Zur Eiablage wer­den die Getreidekörner angebohrt. Die ausschlüpfende Larve frißt im Mehlkörper eine Höhle, in der sie sich mehrfach häu­tet und verpuppt. Infolgedessen kommt kein Kot nach außen, und die Fraßstellen sind erst zu erkennen, wenn aus den Puppen Käfer ausgeschlüpft sind. Da die Käfer jährlich drei bis vier Bruten zustande bringen, ist es einleuchtend, daß Sachverständige den durch die Kornkäfer am Getreide Jahr für Jahr angerichteten Schaden auflOOMillionen R e i ch s m a r k i ch ä tz e n. Um die Kornkäfer festzustellen, werden Getreideproben durch Aussieben untersucht. Man nimmt ein so engmaschiges Sieb, daß die Körner zurück­gehalten werden, die Kornkäfer dagegen durchfallen.

Um die Verluste durch Kornkäferbefall von vornherein zu verhindern, ist die gründliche Reinigung der Kornböden vor der Einbringung neuer Laaerbestände unbedingt erforderlich. Es genügt nicht, daß die Böden sau­ber ausgefegt werden, sondern auch von den Balken und aus den Winkeln muß der ganze Staub mitsamt den Getreide­abfällen entfernt werden. Dabei sind auch die Dielenritzen und die Riffe in Balken und Wänden auszukratzen und zu reinigen. Im Getreide will der Kornkäfer seine Ruhe haben. Durch häufiges U m j ch a u f e l n oder andere Bewegung, besonders im Frühjahr und Sommer, kann man die Käfer zum Auswandern veranlassen. Sie kommen aber nach eini­ger Zeit wieder. Auch gute Durchlüftung hält die Schäd- inge nieder, weil sie sich bei Hiße schneller vermehren. Ein paar Grad Kälte halten die Käser aber ohne weiteres aus. Zum Beispiel erst bei 17 Grad Kälte werden sie in fünf Stunden getötet. Zur Bekämpfung werden auch verschiedene Anstrich- und Streumittel empfohlen, die vorwie­gend in den Dielenritzen anzuwenden sind. Mit die voll­kommenste Wirkung üben Vergasungsmittel aus, veil diese besonders im Sommer sich leicht und überall hin -erteilen. Der Umgang mit solchen gasförmigen Schädlings- -etamvfungsmitteln ist meist nicht ungefährlich und den da- mr besonders vorgebildeten Personen vorzubehalten.

Vavensberger Bauernhaus

Die vielbewunderten Kernstücke derGrünen

Woche" zu Berlin waren der Ehrensaal des deutschen Bauern und die SonderausstellungErneuerung der deut­schen Bauernkultur". Diese Sonderschau gab ein in dieser Geschlossenheit noch nie gesehenes Bild von bäuerlichem Brauchtum. Sitte und Gesittung. Die Eigen­arten des bäuerlichen Lebens, die darin ihren Ausdruck fin­den, entspringen durchweg der engen Naturverbundenheit des Bauern. Nach einem Wort von Erwin Metzner ist die bäuerliche Kulturgestaltung unerschöpflich fruchtbar wie die Scholle, die der Bauer bebaut. Ob wir in unserer Schau den altgermanischen Bauernhof oder das süddeutsche Bauernhaus, den wuchtigen niederdeutschen Hauberg, die be­wegtere Bauweise des westdeutschen Bauern oder das Fach­werkhaus ostdeutscher Siedler betrachten, jedes hat seinen durch die Stammesart bedingten Stil, der im wesentlichen von dem Stil des urgermanischen Bauernhauses kaum ab­weicht. Das Sich-Einfügen in die Landschaft ist dabei mit angeborenem Feingefühl in vollendeter Weise gelöst. In seiner Zeitlosigkeit, im Verharren bei der Väter­sitte und dem Väterbrauch kann dieser Stil niemals alsun­modern" oderüberlebt" abgetan werden."

Von jeher hat das niedersächsische Bauernhaus die Auf­merksamkeit auf sich gezogen. Die Urform ist das alt- sächsische Kübbunghaus mit Wohnrüumen und Stallungen unter einem Dach, um das sich die Beihäuser von Scheunen, Schuppen, Speicher und Backhaus gruppieren. Gewöhnlich stehen diese Einzelhofsiedlungen in einem schützen­den und beschattenden Eichkamp. Mit einer aus Feld- oder Bruchsteinen zusammengetragenen Mauer wird der Hof um­geben. Einstmals war es mit Stroh gedeckt; leider sind diese malerischen Strohdächer schon fast vollständig verschwunden. Das Kübbunghaus war ursprünglich ein Z w e i st ä n d e r - Haus. Nicht selten ist es zu dem wohlhabenderen, geräu­migeren Dreiständerhaus umgewandelt worden. Das abge­bildete alte Bauernhaus in Ravensberg ist ein solches Drei­ständerhaus mit vorspringendem Giebel und einem auf der Wetterseite tiefer herabreichenden Dach. Dieser Fachwerkbau hat sich sein Strohdach noch erhalten. Das Raoensberger Hügelland liegt in der Gegend zwischen Bielefeld und Min­den, hat also eine südliche Randlage im alten niedersächsi­schen Siedlungsgebiet. Nach dem lippischen Grenz- und Hügelland hin macht sich daher in der Bauweise schon viel­fach der fremde Einfluß bemerkbar, der zu der mitteldeutschen Bauweise hinüberleitet.

Futterbehälter

Säcke sind nicht die besten Aufbewahrungsplätze für Futter, sei es nun Getreide, Schrot, Futtermehl oder Misch­futter. Denn in Säcken steht das Futter unbewegt und un­gelüftet; es kann dadurch in Beschaffenheit und Geschmack leiden. Futtersäcke, die irgendwo in einem stillen Winkel stehen, werden auch ost und gern von Mäusen angefressen. Durch die regelmäßige Entnahme des Futters geht manches durch Stauben und sonstwie verloren. Es ist ichon j p a r - samer und praktischer, das Futter oder gleich die fertigen Futtermischungen in siloartigen Behältern zu ver­wahren. Man kann diese so einrichten, daß sie mit der Mün­dung bis in die über dem Stallraum liegenden Futterräume

sinaufreichen und mit der Futterenlnaymestelle in handlicher Höhe im Stall oder einem seiner Nebenräume enden. In 3ie|en Futterbehälter braucht das Futter oben nur ein- zeschaufelt zu werden und kann unten nach Bedarf entnom- -nen werden, wodurch sich viele Transportarbeit und viel

Platz ersparen läßt. Durch die ständige Entnahm- m das Futter in dem Behälter in Bewegung, und babur* .1 es durchlüftet und kann nicht so leicht beim Lagern Sa nehmen.

Bau und Größe derartiger Futterbehälter sinh hängig von dem Umfang des Futterverbrauchs, bem v nen. In kleinen Verhältnissen, zum Beispiel in der lichen Hühnerhaltung, kann man diese Futterbehälter aufstellen. Sie bestehen dann aus einem Stand gerüst ein darin ruhenden Trichter mit Schieber und einem Aull? Dem Aufsatz kann quadratische Form gegeben werden Querschnitt 70 und 70 Zentimeter und in der Höhe 95 3 J Meter für einen Futterbehälter, der acht Zentner Wei," faßt. Oeffnet man den Schieber durch Hochziehen, dann 5 das Futter von selbst in einen daruntergestellten Eimer durch, daß Trichter und Aufsatz lose aufeinander ruhen fön'' man nach Entleerung den ganzen Behälter leicht auseinan dernehinen und bequem reinigen. Zur Herstellung wjs? gleichlaufend gesäumte Schalbretter von zwei Zentimetern Stärke. Größere Futterbehälter muß man zur arh«,, Standsicherheit an der Wand befestigen. 1

Verbilligter Baukalk

für bäuerliche Siedlungen.

Der Reichsfachverband Kalk E. V., Berlin, teilt folgen des mit: In Verfolg einer Anregung des Herrn Reichsernäd- rungsministers, die Baustoffe für bäuerliche Siedlungen» verbilligten Preisen zu liefern, hat der Führer des Reichs, fachverbandes Kalk E. V.. Reg.-Baumeister a. D. H. Siemsse, Dornap, die Mitglieder der Gebietsfachschaften aufgerch« bei Lieferung von Baujackkalk für bäuerliche Siedlunm einen lOprozentigen Nachlaß zu gewähren. Dieser Achs erfolgt in dem Bewußtsein, daß eine Preissenkung sch, Ausmaßes im Hinblick auf die im schärfsten Wettbewerb« das äußerste gedrückte Preislage mehr bedeutet als denk ficht auf eine Verdienstspanne. Um die Verbundenheit chen Kalkindustrie und Landwirtschaft zu beweisen, werte die Kalkwerke aufgefordert, dieses Opfer zu tragen, mobei allerdings als selbstverständlich vorausgesetzt wird, daß bei Laustoffhandel sich zu seinem Teil an dem Preisnachlch beteiligt.

Die starke Anregung, die Baugewerbe und Baustof industriell von der landwirtschaftlichen Siedlung aus erhal­ten. macht es notwendig, pait allem Nachdruck die Beftrebm- gen des Herrn Reichsernährungsministers zu unterstützen. In dieser Ueberzeugung beabsichtigt die Kalkindustrie, durch die besprochene Maßnahme den Siedlungsgedanken zu sör- dern, mit dem sie sich seit Jahren beschäftigt und in dem sie eine Grundbedingung für die Gesundung des heutigen Bal­kes erkannt hat.

Die Trächtigkeit der Stuten

Im allgemeinen ist es den erfahrenen Bauern und Pferdezüchtern etwa sechs bis sieben Monate nach dem Deck­akte möglich, die Trächtigkeit ohne besondere Untersuchungen festzustellen. Die Kennzeichnen sind jo allgemein bekannt, daß nicht daraus eingegangen zu werden braucht. Häufig kommt es aber vor, daß der Bauer sich schon vorher gern klar darüber werden möchte, ob eine Stute trächtig ist ober nicht. Denn die tragende Stute darf bekanntlich nicht mehr zu den schwersten Arbeiten herangezogen werden. Auch in der Behandlung des Tieres ist größte Vorsicht am Platze. Leichte Arbeiten bei sorgsamem Umgang schaden nicht, son­dern sind dem Tiere nur dienlich.

Es gibt nun Verfahren, nach denen die Trächtigkeit der Stuten jchon vor dem sechsten Monat festgestellt werden kann. Im Blute der tragenden Stuten treten ungefähr sechs Wochen nach der Befruchtung große Mengen von Drüsenabsonderungen, soge­nannte Hormone, auf, die vorher nicht vorhanden waren. Diese sind etwa bis zum fünften Monat der Trächtigkeit in der Blutflüssigkeit, dem Blutserum, zu erkennen und ver­schwinden dann allmählich wieder. Im Harne sind diese Be­standteile aber noch längere Zeit nachzuweisen. Kann man also feststellen, daß diese Hormone in der Blutflüssigkeit oder im Harn vorhanden sind, so ist das Tier mit Erfolg gedeai. Leider ist diese Feststellung nicht so einfach, daß jeder sie ausführen kann. Nur durch klinische Untersuchung eine» Tierarztes kann ein entsprechender Nachweis erbracht werden. In den Tiergesundheitsämtern der bauernschaften werden diese Untersuchungen schon seit â ren durchgeführt. Die Sicherheit der Feststellung sey hoch. Der Nachweis gelingt von der sechste Woche ab. Bis zum fünften Monat empfiehlt sich Untersuchung der Blutflüssigkeit, nach dem fünften Man ist die Einsendung einer Urinprobe zweckmäßiger, wen Hormone nicht mehr im Blute, sondern nur noch im M mit Sicherheit erkannt werden können. Vorbedingung 1 die sachgemäße Entnachme der Proben. Ji jede Flasche eignet sich für Aufnahme der SMfigtenen, Flasche muß vor Gebrauch keimfrei gemachtwer Solche sterilen Fläschchen werden von den ©efunbljett tern auf Anforderung zur Verfügung gestellt. Die b ü h r für den Trächtigkeitsnachweis und eine Lim- Harnuntersuchung beträgt etwa 6 RM. Durch eine artige preiswerte Untersuchung ist jedem Pferdezucht Möglichkeit gegeben, sich frühzeitig von der Trächtig' ner Stuten zu überzeugen.

Füllenscheine sind nötig!

Es ist allgemein üblich, daß sich der Bauer ^^L^ schein geben läßt, wenn er feine Stute zugelassen y .^^ wird aber noch oft versäumt, sich auch Fülle n I w u von den Hengstbesitzern oder den staatlichen Deast r, besorgen, sobald ein Fohlen geboren ist. Füllenschel den nicht nur bei Körungen, Ausstellungen und * rtW rungen verlangt. Auch bei Verkäufen von yr sie immer häufiger gefordert. Sie sind die Geo ^ urkunde und der Abstammungsnachm< Tieres. Ob für die Ausstellung der Scheine em ^ dere Gebühr erhoben wird oder nicht, wird nochve gehandhabt, zum Teil ist sie bereits im Deckgeld em ri)en, Es kann aber nur jedem Pferdezüchter empfohlen , ^f- sich Deck- und Füllenscheine geben zu lassen und1 zubewahren, um sich später vor etwaigen Unzutrag und Verlusten zu schützen.