Zulöaer Anzeiger
« KÄÄÄ Tageblatt für Rhön un- Vogelsbergs satisöte sä-1 »r
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Nâiftleittre: Fr. Ehrenklau, Lauterbach H. Reüaktion UN-Geschäftsstelle: Königstraße 42-^ Zernfprech-flnsthluß Nr. 2-S» Anzeigenteil Christian Seipel, Fulda, Königstr. 42.
Nr. 59 — 1934
Fulda, Samstag, 10. März
11. Jahrgang
Deutschland in guter Hut.
in einem Monat 400000 Arbeitslose weniger!
Tag erste Jahr der Arbeitsschlacht bereits übertroffen.
Die Auflockerung der winterlichen Arbeitslosigkeit , . itn Februar bedeutsame Fortschritte gemacht. Die der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen ^liel sich Ende Februar auf rund 3 374 000, sie ist u m ,.utl 400 000 niedriger als Ende Januar und licqt bereits um 341 000 unter dem Ende November M erreichten günstigsten Stand des ersten Jahres der AlbeiWlacht. Die Ende des Vorjahres eingetrctenc wliiieMe Belastung ist somit nicht nur ausgeglichen, mildern bereits erheblich überholt. Gegenüber dem uj^jahrsstand an Arbeitslosen konnte ein Rückgang um riiii» 2 630 0 0 0 Arbeitslose erreicht werden.
Die Bewegung innerhalb der Unterstützungseinrich- iungen der Arbeitslosenhilfe war gleichlaufend, jedoch im Ausmaß verschieden. In der Arbeitslosenversicherung ging die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger um 13d 000, in der Kriseufürsorge um 79 000 zurück. An anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen wurden von den Arbeitsämtern 1 2 9 0 0 0 weniger als zu Beginn des Monats gezählt, ein Zeichen, daß die Bemühungen zur Unterbringung auch der langfristig Arbeitslosen erfolgreich waren.
Der bedeutsame Februar-Erfolg ist zu einem erheblichen Teil der bereits lebhaft einsetzenden Hochbau- und Tiefbautätigkeit zu verdanken, der das milde Wetter sehr zugute kam.
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„Gchicksalsiage des Miches."
Der „Völkische Beobachter" bringt einen Artikel des ^eichSmdliüers Dr. Frick mit der Überschrift ..Schi.k'alZ- lage des Reiches". .lach einem iimjeyeuuea ^mârS auf die innerpolitischen Ereignisse des Jahres 1933 weist Dr. Frick auf seine Rede vom 6. März 1933 hin, in der er II. a. sagte, daß das deutsche Volk der unter der Führung Adolf Hitlers stehenden Reichsregierung in einer gewaltigen Vertrauenskundgebung den Auftrag gegeben habe, in vier Jahren den Wiederaufstieg Deutschlands durchzuführen. Es könne sich darauf verlassen, daß die Reichsregierung als Treuhänder des Bölkes alle Kräfte einsetzen werde, um das Vertrauen der Volksmehrheit zu rechtfertigen.
Reichsminister Dr. Frick fährt dann fort: „Heute nach einem Jahr kann wohl gesagt werden, daß diese Vertrauensstellung unerschütterlich ist. Sie ist gegründet aus der Überzeugung des Volkes, daß nicht mit Worten, sondern mit großen, geschichtlichen Taten die poli- ttsche und wirtschaftliche Rot von der Reichsregierung be- kamvkt wurde und daß alles geschah. was in Menschen
Unsere Finanzlage.
Dr. Schacht über die ReèHshank.
3" der Generalversammlung der Rcichsbank hieb ^-Schacht eine Rede, in der u. a. sagte, es sei zu daß die eingetretene Belebung unserer Wirt- dazu helfe, unser Leben wieder mehr m i i • r ’ «V und weniger mit Wunschbilder« 3» erfüllen.
bi? Innern wurden insofern Fortschritte gemacht Wechselmaterial qualitativ fester geworden ist. bei der Anlage in Wertpapieren, die bei nach dem neuen Bankgesetz gestattet ist, hai ivir^Ä^bank auf Liquidität geachtet; die Verwaltung bank künftig nicht dazu verstehen, die Reichs tionih?r , de* langsam sich vermindernden Prolonga nun mit einem Dauerbesitz unverkäufliche' Palm» r .re 31t beglücken. Die sogenannte Offen-Markt- setzt voraus, daß der Markt
. mindestens zwei Türen
Wolman hineingeht, und eine, wo man wicdei ^er die Energie und Nachhaltigkeit wahr der die Reichsregierung neue Arbeitsgebiet« die dwr kann sich leicht vorfteßen, daß es fm Gcld-^ ^dank keine größere Ausgabe gibt, als der ^Oicß™ "c>" d Kapitalmarkt zu der hierfür erfor. und iinü>j2""'^?rung leistungsfähig zu mache, suchen selbst möglichst manövrierfähig zu bleiben wen» E?^"ksnarlt aber macht man nur leistungsfähig, i)Ct ~ tc Wirtschaft Überschüsse erzielt und Die Masse ^Pttrct einen Teil des Überschusses in Ruhe und Um .. .^Echerheit aus Zinsen zurücklcgcn kann.
die für die Durchführung der Regie Führer v . unerläßlich ist, zu gewährleisten, hat bei miss i „ uu Reichsbankbericht erwähnte Kom matf t „ 1 äur Kontrolle des Kapital gesch, "Ufer Vorsitz des Reichsbankpräsidenten ein . 91ad> ?" entsprechenden Vollmachten ausgcstattet ^ie mit La“vn 11 at lich trotz der entscheidenden Schritte Ll"i«L^E?^
Lilien ®l ? * $1 verbessert. Als einzigen Erfolg ^ ■ r buchen, daß das Ausland beginnt, unsere Per
kraft stand, um das deutsche Volk aus dem Elend und Unglück hinauszuführen.
Zwei entscheidende Tatsachen
brachten die Märztage 1933: Die Vernichtung des Parteienstaates und damit die Beseitigung des zersetzenden marxistischen Klassenkampfes und die Zusammenballung der Staatsgewalt in den Händen der Reichsregierung. Eine unblutige, aber große und disziplinierte Revolution des politischen, wirtschaftlichen und nationalen Lebens des deutschen Volkes war eingeleitet.
Heute, ein Jahr nach diesen Ereignissen, erinnern wir uns kaum noch der ganzen Gewalt dieses Geschehens. Wie ein böser Traum liegen der rote Terror, der unfruchtbare, zersetzende Parlamentarismus, der eigenbrötlerische Partikularismus und Separatismus, die hoffnungslos dahinsiechende Wirtschaft, die immer mehr an- schwellende Erwerbslosigkeit von Millionen und aber Millionen, die roten Straßenmorde und der Raubbau am Deutschen Volke hinter uns.
In ruhiger Sicherheit arbeitet die Reichsregierung, und in Ruhe und Ordnung geht das ganze deutsche Volk seiner Arbeit nach. Und über allen Nöten und Schwierigkeiten unserer Tage steht der Glaube an den Führer, die Zuversicht in die eigene Kraft und das Bekenntnis zur großen Volksgemeinschaft! Der Glaube an die Kraft unseres Volkes, der Glaube an den Führer und die Treue zu ihm — sie find es, die den Sieg errungen haben und uns in allen kommenden Kämpfen den Sieg bescheren werden!"
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Ein Zahr LaNdespoièzeigruppe General Görèng.
APP. Die Landespolizeigruppe Genera! Göring beging in Anwesenheit des preußische« Ministerpräsidenten, der Patz vLeene^,. Dâe^ —L
‘V^, ««<« yo.'âk ^p.ju/e v.i LvnocwvUM ant von Führern der SA. und SS. in der Hauptkadettew anstalt in Lichterfelde in einer schlichten und würdiger Feier den Tag ihres einjährigen Bestehens.
Nach einer kurzen Ansprache, in der der Kommandem der Landespolizeigruppe, Oberst W e ck e, den Oberbefehlshaber, Ministerpräsident Göring, begrüßte, richtete bei Ministerpräsident an die in Paradeaufstellung ange-- tretenen Offiziere und Wachtmeister der Gruppe
kameradschaftliche Worte des Dankes
für die bisherigen Leistungen der Truppe. Er verbanè damit die Aufforderung, in treuer Kameradschaft, eiserne: Pflichterfüllung und freudiger Opferbereitschaft aud weiterhin die ihr zugewicsenen hohen Aufgaben im Geist« Adolf Hitlers zu erfüllen. Seine Worte klangen aus in eir dreifaches Sieg Heèl auf den Führer und das deutsch« Vaterland.
Ein Vorbeimarsch beschloß die eindrucksvolle Feier
bältnisse bester zu verstehen. Die Auslandsschulden belastung Deutschlands, der wir unsere schlechte Devisen läge versanken, entspringt
zu mehr als der Hälfte dem Versailler Diktat und muß Darum entsprechend vermindert werden, wen« die Weltwirtschaft wieder in Gang lommen soll. Der deutsche Export ist heute kaum zwei Fünftel dessen was er noch vor drei Jahren war. Es spricht für di« deutsche Solidität und Moral, wenn trotz alledem ba« Ausland in Deutschland so gut wie gar nichts an Zu samulenbrüchen verloren hat, während dies für seine In vestitionen im eigenen Land und in anderen Ländern iiich behauptet werden kann.
Reichsbankpräsident Schacht schloß, es habe wenig Sinn, immer mieber an den Fehlern der Vergangenheit seinen Witz zu üben, wenn die Zukunftsaufgaben auf der Nägeln brennen. Deutschland stehe heute im Kampf Dei Arbeit s s ch l a ch t: wer da aus den Reihen ausbreche sei Schädling. Notwendig sei Gemeinaeikr und Einordnung ins Ganze.
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Der Reichsbanküuswe s vom März.
Nach dem Ausweis der R e i ch s b a N k vom 7. März hat sich in der verflogenen Bankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lom^ bards und Wertpapieren um 66,1 Millionen auf 3618,5 Millionen Mark verringert. Der Umlauf an R e i ch s b a n k n o t e n hat sich um 108,1 Millionen Mark auf 3386,0 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 11,5 Millionen auf 346,6 Millionen Mark verringert. Die fremden Gelder zeigen mit 519,4 Millionen Mark eine Abnahme um 10,8 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und dcckunqsfähigen Devisen haben sich um 20,9 Millionen aus 319,3 Millionen Mark vermindert. Die Deckung der Noten betrug am 7. März 1934 9,4 gegen 9,7 Prozent am Ultimo Februar d. I.
Befrage in der Stille dein Gewissen, ob dein Opfer deiner Kraft entspricht.
Blick in die Wirklichkeit.
Lehren der Geschichte — Versöhnte Nachbarn — «egen den Strom.
Die Dinge so zu sehen, wie sie sind, und nicht so, wie man ne sich wünscht, ist wohl die Voraussetzung auch für dte Gestaltungs- und Schaffenskraft eines wahrhaft großen Staatsmannes, — vielleicht eines Staatsmannes überhaupt, seit ein Bismarck das Wort von der „Realpol i t i k" gesprochen hat. Die Welt ober, wie schon ein altes römisches Wort sagt, die Dinge andern sich und die Menschen mit ihnen, und es ist beinahe eine der politischen Gegenwart angepaßte Übersetzung dieser alten Weisheit, wenn der belgische Ministerpräsident Graf de B r o c q u e v i l l e in seiner Rede gefragt hat: Wo hat man denn jemals g»- lehen, daß solche Klauseln wie die des Versailler Vertrages die Umstände überlebten, aus denen sie geboren stnd? Der Hinweis darauf, daß Ähnliches nicht einmal dem Alleinherrscher von Europa, Napoleon, Preußen gegenüber geglückt sei, ist richtig, — aber eben aüch nur darrkm konnte Preußen das Joch Napoleons abstreifen, weil es erstens sich auf sich selbst besann, weil es durch die nationale Erhebung in entscheidender Stunde emporgerissen wurde und weil es zweitens kühl mit den Wirklichkeiten rechnete. Die vielleicht etwas melancholische, aber eben diesen Wirklichkeiten Rechnung tragende Feststellung des belgischen Ministerpräsidenten, es sei „das unabänderliche Gesetz der Geschichte, daß ein Besiegter sich früher oder später wieder erhebe", ist auch richtig, und dieses Wort ist — für die Gegenseite — der „Ausdruck einer harten Wahrheit", — aber richtig und wahr doch eben nur unter dem Eintreten und Wirken der Voraussetzung, daß der W i l l e zu diesem „Sich-Erheben' geweckt, gestärkt und zur Unbedingtheit gestählt wird. Das herbeizuführen, den Ungeist des: „Ach, es hilft doch alles nichts!" zu vertreiben, war die erste Tat der Führung des deutschen Volkes, ihre zweite, jenen Willen einzusetzen, um die Wirklichkeiten um- und allmählich neuzugestalten.
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- c ^.^stcumng der Nachkriegswirklichkeiten, — vielleicht bisher die st ä r k st e Umgestaltung, ist die Befriedung und Bereinigung erst unseres politischen, dann unseres wirtschaftlichen Verhältnisses zu Polen. Mit diesem Staat konnte und konnte nicht seit dem Ausbruch des Zoll- und Handelskrieges 1925 ein Friede wieder herbeigeführt werden! In jenem Jahr noch betrug die Gesamtsumme des wechselseitigen Güteraustausches 750 Millionen Mark, und sie ist bis 1933 auf 110 Millionen Mark, also auf weniger als den siebenten Teil, zurückgegangen. Gewiß übersprang der Güteraustausch zwischen Deutschland und Sowjetrußland das dazwischenliegende Polen und entschädigte uns weitgehend für die dabei erlittenen Verluste, — aber das war gegenüber der Wirklichkeit der unmittelbaren Nachbarschaft eine wirtschaftlich fast widersinnige Konstruktion. Beide Nachbarstaaten mieden den Markt, der ihnen zunächst lag! Die aus außerwirtschaftlichen, aus politischen Gründen erfolgte Trübung unserer Beziehungen zu Sowjetrußland hatte ihre Rückwirkung auch nach der Seite des Güteraustausches hin, in diesem Falle also des deutschen Exports, — und es trug dieser Wirklichkeit sowohl politisch als auch wirtschaftlich Rechnung, wenn nun dieser jüngsten unerfreulichen Entwicklung durch die beiden Vereinbarungen mit Polen vom 26. Januar und 7. März entgegengewirkt wird. Die nüchterne Realität der Dinge, die Tatsache, daß der heutige Staat Polen da ist und da bleiben wird, erheischte eben die Schaffung eines Fundaments gerade für die wirtschaftlichen Beziehungen von Nachbar zu Nachbar. Gewiß ist der Auf- unb Ausbau nicht leicht. Auch nicht leicht wird cs fein, aus den bisherigen Abneigungen ein friedliches und nutzbringendes Verhältnis zu machen, — aber vielleicht kann gerade die einander vielfach nicht unähnliche wirtschaftliche Struktur der beiden Staaten eine immer stärker wirkende Mittlerrolle spielen. Was man als politische Utopie anzuschen sich angewöhnt hatte, ist gerade auf diese Weise schon manchmal und dann sehr überraschend zur Wirklichkeit geworden, allerdings nur dann, weun sich ein Kräftiger fand, der sich entschloß, auch einmal gegen den Strom dieser Gewohnheit zu schwimmen.
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Und wenn man daran denkt, daß in diese Zeitströmung, die nun schon seit langem die zwischenstaatlichen Winschaftsbeziedungen immer weiter zerstörte, der Führer des deutschen Volkes mutig hineingesprungen ist, so darf man schon recht zufrieden sein mit dem, was dieser Schwimmer erreichte. Die Abkommen mit der Schweiz unD Holland, mit Dänemark und nun mit P olen, sind Erfolge, die gerade in der jetzigen Zeit besonders schwer zu erringen waren; entsprechende Verhandlungen mit anderen Staaten stehen beyor. Es trug aber der Wirklichkeit der Dinge auch schon auf der Londoner Wirtschastskonfcrcnz Rechnung, wenn damals deutscherseits erklärt wurde: Erst muß der Wiederaufbau der einzelnen Volkswirtschaften energisch in Angriff genommen sein, ehe an die Neugestaltung auch der tvelt« wirtschaftlichen Beziehungen gedacht werden kann. Der erste Teil dieser Doppelaufgabe bildete den Inhalt der Arbeit des vergangenen Jahres, die die deutsche Wirtschaft wieder âuf "feste Fundamente stellte; der zwecke schwierigere Teil steht schon nicht mehr unuberwrnd- bar aus. _ .
Durch das „Schaufenster Deutschlands", wie man btc Leipziger Messe gern bezeichnet, blickte das Ausland schon wieder wißbegieriger zu uns herein; andererseits bildet Die Große Automobil-Ausstellung in Berlin einen Beweis für die Stärkung des deutschen Binnenmarktes alS des