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Die Toten

Wenn uns die heimliche Stille umgibt, Denken wir aller, die wir geliebt, Denken der Frauen im blüst

-enden Land, Denken der Männer mit leitender Hand, Denken der Kinder, der frohen Schar, Denken der Greise im Weißen Haar.

Auf unsren Gräbern wächst hoch das Grün, Fruchtschwere Felder über uns blühn, In unsre Nächte rauscht still der Wind, Selig wie damals, da wir noch Kind. Kämpfendes Volk hat uns liebend geweiht, Alle uns Tote im feldgrauen Kleid.

Horst du uns, Bruder, hinter dem Pflug?. Feldgrau war unser Leichentuch. Hörst du uns, Bruder, in der Fabrik? Siehst du noch unseren sterbenden Blick? Hört ihr uns, Brüder, der Faust und der Stirn? Eine Granate zerriß unser Hirn.

Liegt hier dein Bruder mit totem Gesicht, Hörst du, wie seine Stimme spricht? Tage und Nächte und Jahre vergehn, Unsere Treue bleibt ewig bestehn, Unsere Liebe hat ewig Bestand, Deutschland, du unser heiliges Land.

Ferdinand Oppenberg.

:, getanen von Pro^ehor Conjmmm Siarck

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Heldengedenktag.

Bo« Professor Hanns Schmiedel-Heidelberg.

Wenn ein ganzes Volk trauert, dann steigt von den Mären des Vaterlandes der Opferrauch zum Himmel. Jede Trauer bezeugt die unzertrennbare Wesensgleichheit aller Volksgenossen. Wir alle leben und leiden das nämliche Ge­schick. Das deutsche Menschentum ist nie zur Pforte der Freiheit geschritten ohne tiefes Leid und schmerzliche Opfer. Blühende Geschlechter sanken dahin, wie weggemäht von früher Sense. Die Heiligkeit des hohen Zieles forderte dieses Sterben, das ohne enge kleine Lebensinteressen erfüllt werden mußte. Das Schicksal rief mit ehernen Fanfaren: Es galt hie Freiheit!

Ein gläubiges Volk weiß um seine Gottessendung und um seine Erhaltungspflicht. Das sind schwerste Erblasten und höchste Verantwortungen vor Gott, dem Gewissen und der Geschichte. Da wächst der einzelne in den großen Zu- fammenhang hinein, verschwindet in seiner Bedeutungslosig­keit und Zufälligkeit. Eines freilich adelt ihn; er trägt drc Würde seines Volkes, die Ehre seines Namens und das Recht ruf Leben, das ein gewaltiges Ahnenschaffen überliefert. Mit solchem Opfer wird dieses große Ziel sichtbar. Erst der ster­bende Mensch macht heiligen Ernst mit seinem heldischen Vor­haben. Erst er besiegelt mit Blut und Schweiß, was sonst nur stolze Verkündung bliebe.

Die Wunden, die der Tod des einzelnen schlug, sind unauslöschlich in die seelischen Runen der Verwandten und Zeliebten eingegraben. Es gibt Schmerzen, die kein Leben tilgen kann, über die kein Bergweg neuer Ueberwindung führt. Aber eS gibt eine wundersame und ergreifend edle Aussöhnung mit diesen Qualen des einzelnen Menschen. So -nie die Begeisterung des Kämpfers über kleinliche Ziele und Hoffnungen hinauswächst, wie die Vision eines erlösenden, rufenden Fernbildes lockt und ins Uebermenschlich-Heldische Mporführt, so ballt auch der Trauertag des ganzen Volkes Sie Leidgefühle und frierenden Einsamkeiten zu einem Hym­nus verklärten Verstehens und lobsingenden Rühmens gött- ücher Erleuchtung und Wegeleitung.

Die Kraft der opfernden Geister an den Fronten, an denen eine Hölle von Chaos und Zerstörung, ein Teufelslied ruf die Schönheit und Reinheit der Schöpfung sang, hat eix herrliches Echo gefunden. Alle Großen starben für eine Idee, für eine Ueberzeugung, für eine Wahrheit, für einen überzeit- Den Wert. Der Heldentod rafft diese Selbstentäußerung ms Göttliche. Der sterbende und sterbensbereite Held wirft das Leben nicht wertlos weg. Er weiß um den Einsatz eines wstlichen zukunftsträchtigen Tatenlebens. Aber siegen kann er nur, wenn er dieses wunderbare Lebenspfund in das Wag­nis letzten Ringens einsetzt. Ruhm und Verehrung machen M, um dieses Sterbenkönnen ganz zutiefst mit dem Glauben des Herzens zu krönen, zum Märtyrer und Heiligen der Nation. Wohl schreiten schwarze Scharen mit wehendem Flor an die kranzgezierten Sarkophage, wohl strömt ein Segen von olutenleibern in gleichem Opfersinn über die stummbcredten t r rtcn' auf denen Unvergessene einen reinen Namen ??. ^üeßen, wohl kündet mit ernstem Raunen diese Chronik »nv o ^"lM aus den Friedhöfen in aller Welt von dem s 'âdn ~eib und dem ewigen Sieg, die nie voneinander zu sind. Kein Heldenleben enthüllt diesen Sinn obne die "Alk, des Geschehens. Aber der Heldengedenktag das Gedächtnis zu einer völkischen sittlichen Idee, hinter ercn strahlender Schönheit jeder bittere Klageton erstirbt, ttojrb licht um uns. Die Toten spenden Auferstehnngs- ^ hân ja überwunden und stehen schon längst im ~Itht der Erfüllung. Sie haben jenen sich zugesellt, die .Ö ctc^§ Los in die Gefilde der Bewährten abrief. Sic

M âe. Sie tragen alle den nämlichen Hellen Leib, Huferstandenen. Fortgewischt ist die Onal irdischen u. , . ' entstellender Wunde, grausamer Verstümmelung, s , ^aZerwühlter Seele. Ueberwunden! Die majestätische °CI ®rÄber und Heldenhaine lehrt uns, wohin die M^?âugcu ist. Und wer vermöchte aus brennender Liebe °rcn,A^hen nicht den Glauben und die Gewißheit

v ° A Ueberwindenden, die Toten, die zu Gott Ge- w "^ ^ft besitzen, unser eigenes Streben und Hoffen bon n zu weihen! Die Heldcnvcrehrung lebt zutiefst tbler^A^Nendbarcn Gewißheiten, daß vollkommen Gutes mit "ud Helden wiederkehrt. Wir stehen im Bund sunt tu, B ZEN Geistern. Der reife Denker und Kämpfer Wcki^A .. Notwendigkeiten des Daseins: Keine deutsche mögHd), wenn der Opfcrgcist schwände. Jede den vLhv ^Eist der alten heldischen Ideale geht über lieber,des Todes. Wir haben in der herrlichen mit u^ unseres Volkes keine Stufe erreicht, die nicht h ^'"en Blut edler Menschen beträuft worden wäre, ^hörte ^Eg der Märtyrer ward unS gewiß. Gott loirb in ®CT ^ug im Festgewand des völkischen Fühlens i)or tir-ffl^^ Nie dieser Totengedenktag. Aus dem Trailer- arittäpL Agter Herzen steigt tue Dankbarkeit hinauf zu den ^1^6^' 3 denen, die das Vaterland vor der feto h»n ----. Ziehung schützten, und zu denen, die im Lande - ^eind Wusen und dabei dem tückischen Äbickial

unterlagen. Der Heldengedenktag entführt unsere Herzen in dieses Reich der Genien, das, irdisch geschehen, zwar tragische Schatten wirft, aber das Flammenmal einer höheren Ord­nung offenbart, wenn Herz und Geist den rechten Pfad zu ihm beschreiten. Wir wollen uns weihen lassen im Gedächt­nis an die Heldenehrung, die der Heldengedenktag von uns heischt. Wir wollen in die Reihen selig Vollendeter eintreten und sie um eine gnadenreiche Fürsprache bei dem bitten, der unser aller Leben richtend und wägend in Händen hält. Die Trauerfeier stärke unsere Herzen und den heldischen Wil­len, es den Geweihten gleichzutun, wenn die hohe Stunde es erfordert. Die festliche Gedächtnisstunde möge uns der Ahne« würdig machen. Dann wird unè nie die Freiheit fehle« und das Fortbestehen unseres heilig geliebten VolkeSl

Zum Heldengedenktag.

Ein Leuchten hat sich eingestellt, Das strahlet übers Gräberfeld, Es hat verdrängt die bange Nacht Und hat ein Hoffen angefacht.

Wir danken Dir, o Herre Gott, Daß unsrer Brüder Heldentod, Die Saat gesäet in ernstem Streit Zur Blüte kommt in dieser Zeit. Daß Deine starke Allmachtshand Hat unser Angst und Leid gewandt. Laß uns auf Deine Güte traun Und glaubensmutig vorwärts schaun. Wollst ferner gnädig auf uns sehn, Hilf uns, die wir im Kampfe stehn, Küll unser Herz mit Deiner Kraft, -Lehr uns die rechte Ritterschaft.

-Laß uns fest stehn zu Deinem Wort Und darauf mutig fahren fort, Getrost und fröhlich immerdar. Amen, amen, es werde wahr.

Fritz Schmidt-Körsg?,

Deutsche Heldenfriedhöfe in fremden Landen.

Von H. A. Hoffmann.

In Ost und West und Nord und Süd gibt es der Kriegerfriedhöfe unendlich viele. Allein Deutschland verlor im Weltkriege nahezu zwei Millionen seiner besten Sohne. Fast zur Hälfte über 900 000 ruhen sie in französischer Erde. Die andere Hälfte ist verstreut: im Osten, in Afrika and Asien, auf dem Balkan und im wildbewegten Meer.

Wer pflegt die Gräber unserer Helden?

Die Verpflichtung zur Betreuung der Kriegergräber ist m den Artikeln 225 und 226 des Versailler Vertrages völker­rechtlich niedergelegt. Die alliierten, assoziierten Regierungen and die deutsche Reichsregierung sind danach verpflichtet, die Grabstätten der in ihren Hoheitsgebieten bestatteten Heeres­and Marineangehörigen mit Achtung zu behandeln und in­stand zu halten.

Im Reichsgesetz vom 29. November 1922 (Reichsgesetz- Matt 1923 I S. 25) ist Deutschlands Krieger- gräberfürforge geregelt. Die Durchführung liegt dem Zentralnachweiseamt für Kriegerverluste und Kriegergräber in Spandau, Schmidt-Knobeldorfstraße, ob. Im Einzelplan [I 4/2 des Reichshaushaltplans werden alljährlich die für die Pflege und Erhaltung der Kriegergräber erforderlichen Geld­summen vermerkt. Gegenwärtig stehen hierfür 713 000 Mark zur Verfügung. Durchschnittlich gibt das Zentralnachweise- amt für jedes Grab 3 Mark aus.

Die am Versailler Diktat beteiligten Länder haben für sie Unterhaltung der auf ihrem Boden befindlichen deutschen Kriegergräber besondere Gesetze erlassen. Hinsichtlich der linderen Staaten (Sowjetunion Rußland, Litauen, Lettland, Estland usw.) muß das Auswärtige A m t erst durch diplomatische Verhandlungen die Pflege sichcrstellen.

In Sitaueii, Lettland und Estland fiitb die Jnstand- setzungsarbeiten so gut wie abgeschlossen. Auf verschiedenen Friedhöfen wurden an die 50 000 Gräber vereinigt. Auch die ^eldgräber und kleinen Regimentsfriedhöfe sind beseitigt und die Toten in Sammelfriedhofe überführt worden.

Gebiet der Sowjet-Union ist die Graopstege schwieriger.Dis Gräberper Kriegsgefangenen^ liegen jm

ganzen Gebiet des ehemaligen Zarenreiches verstreut. Die Jnstandsetzungsarbeiten sind durch die riesigen Entfernungen und die Abgelegenheit dieser Friedhöfe besonders erschwert. So war es beispielsweise an der Murmanküste nur noch möglich, den Bestatteten schlichte Denksteine ju setzen, da man wohl ihre Namen, nicht aber ihre Grabstätte kannte. Im übrigen entspricht dem russischen Volkscharakter eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber den Gräbern gefallener Feinde. Sowjet-Rußland hat andere Sorgen . . .

Frankreich hingegen setzt seine Ehre darein, die Gräber unserer Kriegsgefallenen würdig zu gestalten. In dieser Beziehung erfüllt es in anerkennenswerter Weise feine in Versailles "eingegangenen Verpflichtungen. Während oes Krieges waren fast 3000 Friedhöfe mit mehr als 900 000 deutschen Toten entstanden. Aus gesundheitlichen und wirt­schaftlichen Gründen hat die französische Regierung inner­halb von fünf Jahren planmäßige Umbettungsarbeiten durch­führen lassen. Jetzt bestehen 400 Friedhöfe, von denen 16C nur deutsche, 67 außer deutschen auch andere, während die übrigen nur alliierte Kriegsgefallene beherbergen. Ein straff organisierter Gräberdienst sorgt für gute Pflege der Ruste- stätten. Sorgfältig werden Listen über die Namen der Be­statteten geführt. Dennoch sind bei den Umbettungsarbeiten manche Gräber verschwunden und die Reste der Toten mangels ausreichender Identifizierung in Massengräbern bei­gesetzt worden.

Der größte Sammelfriedhof liegt in Maison Blanche bei Arras. Er birgt fast 40 000 Einzelgräber. Nicht wett davon entfernt liegt der Friedhof St. Laurent Biangy. Dort be­findet sich das größte deutsche Massengrab mit 22 000 unbekannten Soldaten.

Die Zusammenarbeit der deutschen Behörden mit dem französischen Pensionsministerium, dem die Pflege der Kriegergräber obliegt, läßt zu wünschen nichts übrig. All­jährlich bereisen Vertreter des Auswärtigen Amtes und des Zentralnachweiseamtes, sowie Mitglieder desVolksbundes Deutscher Kriegesgräberfürsorge" gemeinsam mit Delegierten der französischen Regierung die deutschen Grabstätten. Fest­gestellte Mängel werden im Pensionsministerium in Varis zur Sprache gebracht und alsbald behoben. Auf Veranlassung des Auswärtigen Amtes sind allein siebzig Ehrendenkmäler, wie sie während des Krieges von den deutschen Truppen­teilen errichtet wurden, auf die neu angelegten Sammelfried­höfe überführt worden.

In Belgien liegen die Verhältnisse nicht ganz, so günstig. Die Regierung verfügt nur über eine kleine Fürsorge-Orga­nisation mit geringem Geldaufwand. Das Auswärtige Amt hat darum im Jahre 1925 mit dem belgischen Staat ein Ab kommen getroffen, wonach die Erhaltung und Pflege bei Kriegergräber in Belgien Sache des Auswärtigen Amtes ist. Die deutsche Botschaft in Brüssel sorgt seitdem in vorzüg­licher Weise für die Ruhestätten unserer gefallenen Helden. Ungefähr 140 000 Gräber mußten umgebettet und in neuen Friedhöfen vereinigt werden. Rings um ?) p e r n sind jetzt stimmungsvolle Grabstätten für Deutschlands Gefallene ent­standen.

In Jugoslawien und Rumänien hat die De völkeritng in vielen Orten für die Pflege der Grabstätten ohne Rücksicht auf die Nationalität der Gefallenen gesorgt. Im allgemeinen kann daher in diesen Gebieten eine würdige Ausgestaltung deutscher Kriegerfriedhöfe und Einzelgräber festgestellt werden. Trotzdem bleibt im einzelnen hier noch viel zu tun übrig.

Ungünstig liegen die Verhältnisse in Polen. Auf seinen weiten Feldern ruhen an die 300 000 deutsche SoU baten. Leider verwehrte die polnische Regierung eine Mit Wirkung deutscher Regierungsvertreter an den Umbettungs und Jnstandsetzungsarbeiten. Nach dem Versailler Diktat be trachtet der Staat dort die Kriegergräberfürsorge ausschließ lich als seine Angelegenheit. Das Äuswärtige Amt muß fiel daher darauf beschränken, bei Kontrollreisen fcftgcftcHti Mängel dem zuständigen Ministerium Polens zur ßcnntuü zu bringen und um Äbhilfe zu ersuchen.

Die Ausgestaltung der Kriegerfriedhöfe ist organist- torisch gesichert. Viel bleibt trotzdem noch zu tun. Sei Volksbund Deutsche KriegSgräberfürsorge unterstützt die ernt liche Tätigkeit in hervorragender Wesse. Dem Besuch bei Stätten steht im allgemeinen nichts im Wege. Bec Einzel- reisen empfiehlt sich aber immer eine vorherige Fühlung­nahme mit der zuständigen Ortsgruppe des Volksbundcs und mit dem Zcntralnackwciscamt in Spandau. Zu mitunter wäre, daß die Reichsbahn den Angehörigen von Kriegsge­fallenen einmal im Jahre wie es in Frankreich und Eng­land auch geschieht freie oder wenigstens erheblich er­mäßigte Fahrt bis zur Grenze und zurück einräumte. Das gehört ebenso zur Dankespflicht des Vaterlandes wie die Für- sorge für die Kriegergräber in fremden Landen.

II xNM--

Vergiß die irese« Tote» Mt!