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Zulöaer Anzeiger

bestehen^ keim Ansprüche. ^Verwg "Friedr. Tageblatt für Rhön un» Vogelsberg SSBsSrSSS ^fernes. un» h°u°â!.§â°- ItaUM MMMWS Haupffchrfftl'eiwr Fr. Ehrenklau, Lauterbach H. Neüaktion unö Geschäftsstelle: Königstraße 42 * Zernsprech-Fnfthluß Nr. 2489 Anzeigenteil Christian Seipel, Fulda, Königstr. 4^.

Nr. 42 1934

Fulda, Montag, 19. Februar

11. Jahrgang

Gewalt? Ueberzeugung!

Ein Vergleich zwischen Österreich und Deutschland.

Reichskanzler Adolf Hitler über den Wiener Bürgerkrieg.

-Die LondonerDaily Mail" veröffentlicht eine Unter- rebung des Reichskanzlers Hitler mit ihrem Sonder­berichterstatter Ward Price.

Der Korrespondent bat Hitler zunächst, ihm seine An­sichten über die ö st e r r e i ch i s ch e L a g e zu geben. Wer habe geantwortet, einige Leute glaubten, daß die deutschen Nationalsozialisten etwas mit den Unruhen in Ssterreich zu tun hätten. Dies sei vollkommen falsch.

Wir sympathisieren weder mit Herrn Dollfuß noch mit seinen Gegnern. Beide Seiten wenden falsche Methoden an. Nichts Ständiges kann durch die gewalt­samen Methoden erreicht werden, zu denen sie gegriffen haben."

Es sei für die österreichischen Sozialisten unmöglich gewesen, durch ihr Vorgehen die Macht zu erreichen. Gleicherweise sei es für Dollfuß unmöglich gewesen, die Gegner durch die von ihm angewandten Mittel auf seine Seite hinüberzuziehen. Jedermann wisse, daß man Häuser durch Granatenfeuer niederlegen könne, aber solche Prak­tiken würden einen Gegner

nicht überzeugen, sie würden ihn nur verbittern.

Ter einzige Weg, in einer Revolution Erfolg zu haben, bestehe darin, daß man seine Gegner fasse, indem man sie überzeuge.Das ist es, was wir in Deutschland erzielt haben. Herr Dollfuß auf der anderen Seite hat versucht, einen Staatsstreich durchzuführen. Er hat die Ver­fassung verletzt, und seine Methoden waren von Anfang an zum Fehlschlag verurteilt."

Angenommen, man wäre in Deutschland in ähnlicher Weisc zu Wcxkc gegangen, was wäre dann das Ergebnis gewesen? In Österreich seien 1600 Personen getötet und 4000 bis 50Q0 Personen verwundet worden. Deutschlands Bevölkerung sei elfmal so groß wie die Österreichs, so daß in Deutschland die Verluste 18 000 Tote und 50 000 Ver­wundete betragen haben würden.Wie sind die Tat­sachen? Die Gesamtzahl unserer in Unruhen getöteten Gegner betrug 27 und die Zahl der Verwundeten 150. Unter ihnen befanden sich weder eine Frau noch ein Kind. Auch ist kein Haus zerstört, kein Laden geplündert worden.

Wenn man den Unterschied zwischen dem gegenwärti­gen Regime in Österreich und der nationalsozialistischen Regierung in Deutschland sehen wolle, dann brauche man nur eine Photographie von Berlin mit einer Photogra­phie des Wien von heute zu vergleichen.

Die Kritiker Deutschlands werden sagen:O ja, aber die österreichischen Sozialisten waren schwer b e = wafsnet !" Auch die deutschen K o m m u n i ft e n seien dies gewesen, fuhr Hitler fort. Man habe Mengen aller möglichen Waffen in ihrem Besitz gefunden. Der Grund, warum die deutschen Kommunisten sie nicht be- Idioten, bestehe darin, daß sie

durch Überzeugung zu der Sache der National­sozialisten gewonnen

worden seien. Beweis dafür seien die Wahlen vom ver­gangenen November, bei denen nur zwei Millionen Menschen gegen das neue Regime in Deutschland stimm-

während die deutschen Kommunisten früher sechs Millionen und die Sozialdemokraten sieben Millionen Zahltest. Die übrigbleibenden elf Millionen der früheren Gegner des Nationalsozialismus seien nicht unterdrückt, sondern bekehrt worden.

. Der storrefpoubent fragte den Kanzler, ob die Ent- wuüuugen in Österreich die Haltung Deutsch- lands zu Österreich beeinfluffen werde.

. eitler antwortete:Keineswegs. Die Politik, die ich wäre, wird nur von deutschen Interessen beherrscht." üwrde sich selbstverständlich aus den Ereignissen dieser «ochc ergeben, daß die gegenwärtige österreichische Regie- Wug ihr Ansehen gestärkt finden werde, aber auf der anderen Seite würden die österreichischen National- '0 51« I i ft c n an Zahl z u n e h m e n.

Gr drücke nur seine private und persönliche Ansicht Züer cs sei seine Überzeugung, daß besonders die nnflr Österreichs sich der nationalsozialistischen Sache '»KOhencn würden, als natürliche Reaktion gegen die »ewaltmethoden, die die österreichische Regierung gegen Hl ausgeübt habe.

h ^er Korrespondent sagte dem Kanzler weiter, daß der mit Polen der Welt als eine große ^> gekommen sei, und daß einige Leute ibn als M.^st.ansleglen, die Grundlage für einen gemeinsamen w und Polens auf Rußland mit einem ' "ns Gebietscrwerbung bilden.

m habe hierauf ungläubig gelacht und gesagt: o % Wit sollen Gebiet von Rußland nehmen? - n erlich j"

aekiâ"? Erst"' Mas er getan habe, als er zur Diacht von ^"' ^i gemessn, daß er Schritte zur Eröffnung nehmn.Hbblungcn mit den Polen getan habe. Er habe lüsiinT- ^^ß die politischen Staatsmänner sehr groß und genau so friedlich gesinnt wie er selbst. sei ü h ,1.?ic man für unüberbrückbar gehalten habe, citiQ.V e 1 b r ü d t worden. Die beiden Nationen seien ^ersinn vtt6l)c gekommen, und er Hosse ernstlich, die neue Wen T-W werde bedeuten, daß Deutschland und nicht nor 8 alle Gedanken, zu den Waffen zu greifen, ^Sèben hâit' Jahre, sondern für immer auf

Zur inneren Lage Deutschlands

habe der Kanzler gesagt, daß viele Tausende aus den Konzentrationslagern bereits wieder freigelaffeu worden seien, und er Hosse, daß noch mehr freigelassen würden. Sie seien nicht aus Motiven der Rache inter­niert worden wie in Österreich, sondern weil diese Gegner nicht die Wiederherstellung der politischen Gesund­heit Deutschlands stören sollten. Man habe ihnen Zeit gegeben, ihre Ansicht zu ändern. Sobald sie bereit seien, sich zu verpflichten, ihre feindselige Haltung aufzugeben, würden sie entlassen werden.

Der Berichterstatter fragte hierauf:Ist es Ihre Absicht, daß Dimitroff, Popoff und Taneff freigelassen werden sollen?" Hitler antwortete:Das Gericht hat gesprochen, der Spruch wird erfüllt."

Glauben Sie", so fragte der Korrespondent weiter, daß diese Leute sreigelafsen und außerhalb der deutschen Grenzen gebracht werden?"

Hitler habe geantwortet:Das werden sie sicherlich." Obgleich er glaube, habe Hitler gesagt, daß ihre Frei­sprechung nicht der Meinung des deut­schen Volkes entsprochen habe, werde der Spruch des Gerichts erfüllt werden.

*

Deutsche Revolution -

österreichischer Terror.

Dr. Goebbels unterhält sich mit englischem Pressevertreter.

In einer Unterredung mit dem Korrespondenten der Daily Mail" machte Reichsminister Dr. Goebbels etwa folgende Ausführungen:

Man hat lange Monate hindurch gerade in England den Eindruck zu erwecken versucht, als ob das national­sozialistische Regime in Deutschland ein Regime des Ter-

Der belgische König tödlich abgestürzt

Während einer Bergbesteigung bei Namur.

Der König der Belgier, Albert L, ist bei einer Bergbesteigung in der Nähe von Namur tödlich verunglückt.

König Albert, der ein leidenschaftlicher Bergsteiger war, hatte sich in einem von ihm selbst gesteuerten Kraft­wagen, nur von feinem Kammerdiener begleitet, in die Nähe von Namur begeben. Der König verließ dann den Wagen und erklärte dem Diener, daß er den etwa 200 Meter hohen Felsen Marches-les-Dames besteigen wolle und in etwa einer Stunde wieder zurück sein werde. Als jedoch der König nach der angegebenen Zeit nicht zurück­gekehrt war, wurde der Kammerdiener unruhig und tele­phonierte von der nächstgelegenen Ortschaft aus, nachdem

Albert I., König der Belgier.

er zunächst vergeblich nach dem Monarchen gesucht hatte, nach Brüssel, von wo sofort eine Hilsücrpcdition abging. Gegen 2 Uhr früh fand dann die Expedition, die von Orts­kundigen und Gendarmerie unterstützt wurde,

König Albert am Fuße eines Felsens tot auf. Die Leiche wies am Nacken eine schwere Verletzung auf.

Nach den ersten Feststellungen scheint der Tod auf der Stelle cingctxcten zu sein. über den Todessturz König Alberts werden noch folgende weitere Einzelheiten be­kannt: Der Sturz scheint

aus einer Höhe von zwölf Meter direkt auf die unter dem Felsen vorbeiführende Straße

rors und des Blutes wäre. Man hat von entsetzlichen Folterungen erzählt, man hat eine Greuelnachricht nach der anderen erfunden. Man hat aber

niemals behaupten können, daß im nationalsozialisti­schen Deutschland die politischen Gegner, ja sogar unschuldige Frauen und Kinder mit Kanonen, Minen- werfern, Haubitzen und Maschinengewehren zu- sammengeschoffen worden seien.

Nirgends ist es im Verlauf der nationalsozialistischen Re­volution in Deutschland zu einem ernsteren Zusammen­stoß gekommen. Nirgends haben sich Schießereien ent­wickelt, nicht ein Haus mußte beschossen werden, während in dem Lande, in dem der Nationalsozialismus auf das schärfste verfolgt wird, die Regierung sich nicht anders zu halten vermag, als dadurch, daß sie ganze Stadt- teile, mit allen Menschen, die darin wohnten, ir Trümmer legt. Warum war es möglich, daß das nationalsozialistische Deutschland, das angeblich nur mi: Terror und Gewalt, nur mit blutigen Mordtaten und schrecklichen Überfällen auf die Bevölkerung seine Mach' errungen haben sollte, in Wirklichkeit

mit kaum einem Dutzend Toten die größte Revolution der modernen Weltgeschichte

durchführen konnte? Weil durch die intensive politisch! Aufklärungsarbeit Adolf Hitlers das deutsche Volk bis ir seine letzten Hütten hinein auf den politischen Umschwunc geistigvorbereitet und weil die Idee des Marris- mus durch die größere Idee des Nationalsozialismus geistig vorher überwunden worden war. So vollzog nd mit der nationalsozialistischen Revolution in Deutschland nur etwas äußerlich, was sich innerlich im Volk« schon läng st vollzogen hatte In Österreich hin gegen ist der Marrismus von Dollfuß nicht durch eine größere und bessere Idee überwunden worden.

Das Volk ist in keiner Weise mit voller Überzeugung in den Kampf getreten, sondern zwei politisch« Machtgruppen versuchten ohne Rücksicht aus das Wohl der Bevölkerung, sich mit Waffengewalt unter Ein­satz aller modernen Mittel gegenseitig die Macht aus be: Hand zu schlagen.

NamurMarche-les-Tames erfolgt zu fein. An der Un­glücksstelle ist die Straße sehr eng. Die Felsen erreichen teilweise eine Höhe bis zu 200 Meter. Ter König suchte oft, wenn seine längere Abwesenheit von Brüssel nicht möglich war, die landschaftlich sehr reizvolle Gegend bei Namur auf, wo er, meist ganz allein, längere Fußwande­rungen und kleinere Felsbesteigungen unternahm.

Prinz Leopold, der augenblicklich in Oer Schweiz weilt, ist sofort telegraphisch verständigt worden. Bis zur Vereidigung des neuen Königs übernimmt der Minister­rat die Regierungsgeschäfte.

Das Beileid der Welt.

Der Reichspräsident, der Reichskanzler und die Reichsregierung haben zum Tode des belgischen Königs ihr Beileid zum Ausdruck gebracht. Besonders stark ist die Anteilnahme in Frankreich. Das bringen

die Preffestimmen zum Ausdruck.

Frankreich vor allem

wird dadurch betroffen", schreibtParis Midi".

Der

König und sein tapferes Volk standen in den tragischen Stunden, die wir durchlebt haben, an unserer Seite. ^Er genoß in Frankreich eine ungeheure Volkstümlichkeit. Im Jntransigeant" heißt es: Frankreich wird den Tod des Königs wie eine nationale Trauer empfinden. Es vergißt nicht, welches Gewicht der Degen Albert I. in die Waagschale des Krieges geworfen hat. Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Präsident der Republik, Lebrun, Frankreich bei der Beisetzung vertreten wird.

Flaggen halbmast am Helbengedenllag!

Die Reichsregierung hat angeordnet, daß am Helden­gedenktag, dem 25. Februar, sämtliche Dienst­gebäude des Reiches, der Länder und Gemeinden so­wie die Gebäude der Körperschaften des öffentlichen Rechts und der öffentlichen Schulen halbmast flaggen.

Diese Anordnung wird hiermit den Behörden amtlich mit dem Hinzufügen bckanntgcgcbcn, daß eine schriftliche Mitteilung der Anordnung an sic nicht ergeht.

Der fünfte Sonntag vor Ostern wird als Helden- z c d c n k t a g einheitlich im ganzen Reich begangen. Der kcichsministcr für Volksausklärung und Propaganda hat üc Landesregierungen ersucht, die ;ur würdigen Bc- zchung dieses Tages erforderlichen Maßnahmen unvcr- stiglich zu treffen und besonders alle Lustbarkeiten ; u verbieten.

Am Sonntag, 25. Febuar, findet in der Reichshaupt- tadt um 12 Uhr mittags ein S t a a t s a k t in der StaarS- >pcr Unter den Linden mit folgendem Programm statt: Trauermarsch aus der Eroika von Beethoven, Gebens Tbc des Reichswehrministers von Blomberg, Lied: ZM zatt' einen Kameraden!, Einzug der Götter in Wallball ms der Götterdämmerung von Richard Wagner, das Deutschland- und Horst-Wessel-Lied. Der Staatsakt wird mf alle deutschen Sender übertragen. Die un tanzen Reich angetretenen A m 1 s w a l t c r der NSDAP, mb ihrer Unterorganisationcu hören nach der Vereidi­gung die Übertragung des Staatsaktes auf den Auf narschplüvcn. Nach dem Staatsakt findet ein Vorbei­marsch der Reichswehr und anderer Formationen statt.