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Zulöaer /lnzeiger

grt^in: jed«n Werktag. Bezugspreis: monatlich 170 Mk. Bei Lieferungsbehinderung durchHöhere Gewalt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42. Druck: Friedr. Ehrenklau, Lauterbach H. Hauptschriftleitei: Cbri- stian Seipel, Fulda, Königstr. 42. Vertreter des haupkfchriftleiters: Fr. Ehrenklau, Lauterbach H.

Tageblatt für RhSa uni v°g°Isb°v glÄeSÄSti Sutoa. aal hauaelal. Suita« «relsbla« K' s prames / V auf Nachlag.DA." 1100. Verantwort!, für den

RedoEtion und Geschäftsstelle: KSnisstraße 42 -r- Zernfprech-flnfthluß Nr. 2984 Anzeigenteil Christian Seipel, Fulda, Königstr. 42.

Nr. 30 1934

Fulda, Montag, 5. Februar

11. Jahrgang

Dreizehn deutsche Fragen.

Aufforderung an Frankreich.

Gleichzeitig mit dem Memorandum zum Abrüstungs­problem hat die deutsche Regierung einige Fragen an die französische Regierung gerichtet, die hier wiedergegeben werden. Ste beschäftigen sich in erster Linie mit dem­jenigen Gebiet der Rüstungen, das eigentlich die Haupt­sorge aller Mächte beanspruchen müßte: mit der riesigen Aufrüstung Frankreichs, das bekanntlich die stärkste Militärmacht der Welt ist. Frankreich spricht in den nun schon acht Jahre lang erfolglos andauernden Abrüstungs- verhandlungen grundsätzlich niemals von den Einzel­heiten einer gewaltigen Heeresmacht, um so mehr aber von der deutschenAufrüstung", derGefährlichkeit" der Reichswehr und ähnlichem Unsinn. Die nachstehenden deutschen Fragen schaffen da ein sehr wirksames Gegen­gewicht. Sie lauten:

1. Auf welche Höchst stärke sollen die gesamten französischen Personalbestände in Heimat und Übersee herabgesetzt werden?

2. In welcher Weise sollen bei der in dem franzö­sischen Aide mémoire vorgesehenen Regelung die Über­seetruppen und die ausgebildeten Reserven Frankreichs in Rechnung gestellt werden?

3. Ist Frankreich bereit, falls die Umwandlung der Heere in Verteidigungsheere mit kurzer Dienstzeit sich nicht aus die im Heimat- wie im ttberseegebèet siebenden über- seestreirkrafte erstreckt, eine Verpflichtung zu übernehmen, Uber-eetruppen in Kriegs- und Friedenszeiten im Heimat- gebier weder zu stationieren noch zu verwenden?

4. Was soll mit den das Kaliber von 15 Zentimeter überschreitenden Geschützen der beweglichen Land- artillerie geschehen? Sollen sie zerstört werden? Soll auch weiterhin die Ausbildung an die'en Geschützen zulässig sein^

5. Welche Höchsttonnage soll für Tanks vorgesehen werden, und was soll mit den diese Höchsttonnage über­schreitenden Tanks geschehen?

6. Denkt die französische Regierung für alle Länder au eine zahlenmäßige Beschränkung einzelner Waffen­

Ein auserlesener Orden des Führertums.

Adolf Hitler aus der Gauleiter- tagung.

Die Gauleitertagung in Berlin fand, wie die RSK. meldet, ihren Höhepunkt und Abschluß mit der Rede des Führers vor den versammelten Reichsleitern, Gau­leitern und Amtsleitern der Obersten Leitung der Poli­tischen Organisation.

Der Führer wies zunächst auf die Größe und Bedeu­tung der Ausgabe hin, den nunmehr eroberten Staat nicht nur mit der nationalsozialistischen Weltanschauung völlig zu durchdringen, sondern auch den gesamten Staats­apparat im Geiste der siegreichen Bewegung zu einem geschlossenen lebensvollen Organismus auszubauen. Als stabiles Gerüst einer solchen Staatsorganisation brauche die Führung

eine Garde von zuverlässigen, politischen Funktionären,

eine Verwaltungsapparatur, die die Führung in die Lage versetze, das nationalsozialistische Gedankengut auf allen Gebieten auch praktisch zu verwirklichen.

Die Form, in der die Verschmelzung von Welt­anschauung und Staat durchgeführt werde, sei die Partei. In der großen vom ganzen Volke getragenen Gemein­schaft des Nationalsozialismus müsse die Partei ein auserlesener Orden des Führertums sein, der den nationalsozialistischen Staat für alle Zukunft zu garantieren bestimmt sei. Was der Staat vom Volk verlange, das werde dieser Orden einer verschworenen Jührergcmeinfchaft in bedingungsloser Unterordnung unter seine eigenen Gesetze in komprimiertester Form bei sich selbst verwirklichen. In dieser auf Gedeih und Ver­derb verbundenen Gemeinschaft werde, nachdem andere Faktoren staatspolitischcr Beständigkeit nicht mehr vor­handen seien, die absolute Kontinuität der Entwicklung der deutschen Ration für alle Zukunft niedergelegt sein.

Mit der unerschütterlichen Fundamentierung dieser Fulunngshierarchic sei auch die Frage der Parteiführung du sich gelöst und diese für alle Zeiten gesichert.

. In seinen von wahrhafter Größe getragenen Aus- luhrungen unterstrich der Führer weiter die starken kraft­spendenden Wirkungen der Geschlossenheit der Autorität und der Disziplin, in der die gesamten Führer der Be­wegung wie Kreuzritter hinter jeden Entschluß der Partei treten. Das Bestehen dieser unerschütterlichen Ein- leit der Führergemeinschaft der Partei und die Kraft, die sw ausströme, sei

unersetzlich für die zukünftige Existenz der gesamten Ration.

Der Führer gab seiner festen Überzeugung Ausdruck, daß deutsche Volk allen widerstehen könne und werde, wcnn^die Bewegung diese ihre Eigenschaften ganz auf M > ^taat übertrage. In der Harmonie z w i s ch e N Partei und Staat liege somit letzten Endes oie bie es dem Staat ermögliche, alle Probleme zu Ostern. Die »KuMuliertü Kraft des Dolkswillens.. wie

gattungen, und zwar unter Einschluß der lagernden Bestände? Welche Waffengattungen sind dies?

7. Mit welchem Material sollen die französischen Truppen, die der Vereinheitlichung der Heere nicht unter­worfen werden, ausgerüstet werden?

8. Binnen welcher Frist würde die Herabsetzung der im Dienst befindlichen Flugzeuge um 50 Prozent durch­geführt werden?

Soll die Beseitigung der ausscheidenden Flugzeuge vurch Zerstörung erfolgen oder auf welche Weise?

9. Worauf soll sich die Kontrolle der Zivilluft­fahrt und der Flugzeugherstellung erstrecken, die nach dem französischen Vorschlag die Voraussetzung für die Herabsetzung der im aktiven Dienst befindlichen Militär­flugzeuge sein soll?

10. Soll die allgemeine Abschaffung der Militär­luftfahrt in der Konvention für einen bestimmten Zeit­punkt endgültig festgelegt werden und für welchen?

11. Soll das Bombcnabwurfverbot, das die franzö­sische Regierung arnunehmen bereit ist, allgemein und absolut sein, oder welchen konkreten Einschränkungen soll es unterworfen werden?

12. Sind die Ausführungen des Aide mémoire über die Kontrolle des Kriegsmaterials so zu verstehen, dass Frankreich für sich nur die Kontrolle der Fabrikation m>d der Einfuhr anzunehmen bereit ist, oder soll sich diese Kontrolle auch auf die Bestände an im Dienst befindlichem und lagerndem Material erstrecken?

13. Welche Stellung nimmt die französische Regierung hinsichtlich der Rüstungen zur See ein?"

*

Frankreich wird hier einmal in aller Öffentlichkeit zur Erklärung über Dinge aufgefordert, deren eindeutige Unterstellung unter die Versailler Abrüstungsbestim- mungen es f ü r s i ch bisher teils abgelehnt, teil umgangen hat. Es mag nun klar antworten oder wieder um die Fragen herumreden: in jedem Fall wird die Welt einen neuen Beweis darüber erhalten, wer die Befriedung Europas bis heute verhindert hat.

Frankreich ist aesiellt. Es wird Farbe bekennen müssen.

sie am 12. November der Welt sichtbar gemacht worden ist, sei dafür ein einzigartiger Beweis.

Der Führer schloß mit der Mahnung, stets dieses ausgezeigten großen Gesichtspunktes eingedenk zu sein. Wer in ihrem Sinne handele, der trete ein für die Un­sterblichkeit der Bewegung und damit unseres Volkes.

Reichskanzler Adolf Hitler empfing in der Reichskanzlei die Vertreter der 24 großen europäischen Luftverkehrsgesellschaften, die gegenwärtig anläßlich der 7. Internationalen Flugplankonferenz in Berlin weilen.

Aufmarsch des Freiwilligen Arbeitsdienstes Württemberg.

Die schwäbische Landeshauptstadt stand im Zeichen des großen Landesaufmarsches des Freiwil­ligen Arbeitsdien st es Württemberg In Gegenwart des Reichsarbeitsführers Staatssekretärs Hierl fand ein Fackelzug statt, der mit dem Großen Zapfenstreich im Hofe des Reuen Schlosses endete. An ihm nahmen 8 0 0 0 Arbeitsdienstleute teil. Im Mittelpunkt der Feier stand die

Ansprache des Rcichsarbeitsführers Staatssekretärs Hierl.

Er pries den Arbeitsdienst als eine Schöpfung, die aus dem Geist der nationalsozialistischen Weltanschauung ent­sprungen ist. Dadurch werde er zu einer durch keine andere Einrichtung zu ersetzenden Volkserziehungsschule zum neuen deutschen Arbeitertum und zum wahren deut­schen Sozialismus. Darum brauche der Arbeitsdienst die Möglichkeit, als selbständiger Organismus seine eigenen Lebensformen und Lebensgesetze zu entwickeln.

Oie Leistungen des Arbeitsdienstes.

Die Reichsleitung des Arbeitsdienstes veröffentlicht eine Gesamtbilanz ihrer Arbeiten im Jahre 1933. Danach sind insgesamt 67 645 849 Tagewerke ge­leistet worden. Davon entfielen auf Bodcnverbcsserungen 28,8 Millionen, aus Vcrkehrsvcrbcsserungen fast 10 Mil­lionen, auf Forstarbeiten 4,6 Millionen, auf bte Herrich­tung von SiedlungS- und Kleingartenland über 4- lionen und aus zersplitterte Maßnahmen 6,1 Millionen Tagewerke. Ferner wurden geleistet für Maßnahmen zur Hebung der Volksgesundheit rund 740 000 und für die Not- und Winterhilfe über 700 000 Tagewerke.

Ernennung von Ehrenführern.

Der Oberste SA.-Führer hat mit Wirkung vom l. Dezember 1933 zu Ehrcnführern ernannt: den Reichs- statthalter für Thüringen, Fritz Sauckel, unter Stel­lung zur Ehrcndienstleistung der Standarte 94 (Gruppe Thüringen»; den Ministerpräsidenten von Thüringen, Willi Marschl er, unter Stellung zur Ehrendienst- lüistvng der Standarte 233 (Gruppe Thüringens.

Bauschning über polen und den Versa iller Vertrag.

Im Rahmen der Vortragsreihe der Schleswig-Hol­steinischen Universitätsgesellschaft über Auslands- und Grenzpolitikfragen sprach der Präsident des Senats der Freien Stadt Danzig, Dr. Rauschning, über das ThemaPolen und der Versailler Vertrag". Der Redner wies aus 1 en neuen Staatsvertrag hin, der zwischen Deutschland und Polen vor wenigen Tagen ge­schlossen wurde. Deutschland habe mit dem Abkommen den Mut gezeigt, sich zu der einzig glücklichen Politik zu bekennen, die ihm durch die Grenzen seiner Macht ge­zogen seien. Der Redner betonte, daß die Lebensfähigkeit der deutschen Volksgruppen im Osten von der Stärke des deutschen Mutterlandes abhänge. Eine gesunde Politik müsse daher in ihren außenpolitischen Zielsetzungen auf die durch die innervolitische Lage gebotene Begrenzung zurückgehen. Der Redner ging dann auf den V e r - sailler Vertrag ein und stellte fest, daß außer den poli­tischen Zwangsmaßnahmen in ihm Ideen angedeuwt seien, die man als ein Instrument benutzen könne, um zu einer Neugestaltung der europäischen Verhältnisse zu kommen. Er erblickt hierin die Entwicklung des Minderheitenschutzes zu einem lebendigen Recht der Volksgruppen und eine Vergesellschaftung der Nationen, die in einem engen Bündnis>vstem zu erblicken wäre. Im Hinblick aus vieles letztere Ziel sei der Nicht­angriffspakt mit Polen zu beurteilen. Zu dem ersteren habe der Reichskanzler die ideellen Grundlagen durch 'eine Erklärung gegeben daß jedes Volkstum den Anspruch auf Leben, Achtung und Entwicklungsmöglichkeiten haben müsse.

Oie Einigung der Frauenverbände.

Im Deutschen Frauenmerk.

Das Deutsche Frauenwerk teilt mit: Das unter der Obhut des Herrn Reichsministers des Innern, Dr. Frick, siebende Deutsche Frauenwerk ist die von Staat und Partei Illein anerkannte Einheitsorganisation aller deutschen Frauenverbände und als solche Trägerin der deutschen Frauenarbeit. Das Deutsche Frauenwerk erstrebt grundsätzlich

1. die endgültige Befriedung innerhalb aller deutschen Frauenorganisationen,

2. den Einbau des Frauenwilckens in den Dienst von Staat, Volk und Kirche.

Der NS.-Fraucnschaft wird als Spinenverband gründ sätzlich die Führerschaft im Deutschen Frauenwerk zner- kannl, ohne daß hierdurch die Eigenständigkeit der anderen Frauenverbände berührt wird.

Die Organisation des Deutschen Frauenwerkes erstreckt sich über das ganze Reich. Der Sitz der Reichs- ftelle befindet sich im Reichsministerium des Innern, Ber­lin. Von der Spitze des Reiches gliedert sich das Deutsche Frauenwerk über 1 3 Landesstellen zu den Gauen, Kreis- und Ortsringen.

Heute vor einem Jahr...

beschloß das Preußische Dreimcinner-Kollcgium mit den Stimmen des Reichskommissars von Papen und des Landtagspräsidenten Kerrl gegen die Stimme des Siaats- ratspräsidenten Adenauer die Auflösung des Preußischen Landtags, die dieser selbst kurz vorher noch mit 214 gegen 196 Stimmen abgelehnt hatte. Der Antrag auf Auflösung war von der NSDAP, gestellt worden.

Sie Angeffellienverbânde verschwinden

Neuordnung der Angestelltenschaft.

Durch die Neuorganisation innerhalb der Deutschen Arbeitsfront, die in der vorigen Woche durch Dr. Ley bckanntgegebcn worden ist, hat sich als notwendig er­wiesen, auch innerhalb der A n g e st e l l t e n s ch a f t eine organisatorische Neuordnung zu vollziehen. Wie die NSK. meldet, fand in diesen Tagen im Hause des Gesamtverbandes der Deutschen Angestellten in Berlin in Anwesenheit des Organisationsleiters der Deutschen Ar­beitsfront, Selzner, und sämtlicher Verbandsleiter der Angestellten eine Besprechung statt, in der das Grundsätz­liche über die Neuorganisation der Angcstelltcnverbändc zum Ausdruck gebracht wurde. Der Führer der Deutschen Angestellten, Staatsrat Forster, gab in großen Zügen die

Richtlinien für die Neuorganisation der Angcstclltcn- verbändc

bekannt. Diese Neuordnung besteht darin, daß die bisher bestehenden neun selbständigen AngcstelltenvcrbänVc ver­schwinden und an ihre Stelle die Deuts ch e u n ge­st c l l t e n s ch a f t tritt, die alle deutschen Angestellten um saßt Der Führer der Deutschen Arbeitsfront hat Forster auch für die Deutsche Angestelltenschaft zum Führcr^aus ersehen, der von sich aus den August Haid als seinen Ltcü- vertretcr benannte. Die Verwaltung dieser Teutschen An­gestelltenschaft liegt in Händen alter bewährter Rational- sozialisier«.