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M-aer Mzeiger

' jeden Werktag. Bezugspreis: monatlich 170 Ml. Bei Lieferungsbehinderung durchHöhere Kewalt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Friedr. Khrenklau, Fulda, Königstr. 42. Druck: Friedr. Kbrenklau, Lauterbach H. Hauptschriftleiter: Chri- Itian Seipel, Fulda, Königstr. 42. Vertreter des Hauptfchristleiters: Fr. Ehrenklau, Lauterbach H.

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Zulöa- und Haunetal * Zulöaer Kreisblatt

Reüaktion und Geschäftsstelle: Königftraße 42 Zernsprech-Muschluß Nr. 2989

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Nr. 28 1934

Fulda, Freitag, 2. Februar

11. Jahrgang

Was Italien vorschlägt

Italien unterstützt Deutschlands Forderungen.

Eine Verlautbarung zur Abrüstungsfragc.

DieAgenzia Stefani" veröffentlicht eine Verlaut­barung, die den Standpunkt der italienischen Regierung zum Abrüstungsproblem enthält. Die d eutsche Position sei dadurch stark, daß sie die Be- zievung zwischen den beiden Arten von Rüstungsregelung leugnet, nämlich der einen, die die Gleichberechtigung herbeiführen soll und der anderen, zu der Deutschland als entwaffnete Macht nicht verpflichtet ist. Es ist unleugbar, so heißt es in der Denkschrift, daß De u t s ch l a n d und den anderen durch die Verträge entwaffneten Staaten die Gleichberechtigung feierlich z »erkannt worden ist. Die Unmöglichkeit, in der sich die bewafsne- ien Unter eichnermächte der Verträge befinden, sofort ihre materiellen Rüstungen aus ein Niveau herabzusetzen, das sich dem der deutschen Abrüstung in vernünftigem Maße nähert,

verleiht den deutschen Forderungen nach Erhöhung des Rüstnilgsstandes eine juristisch moralische Kraft, deren Vorhandensein nicht leicht zu leugnen ist, und man kann darlcgen, daß auch die Frage der Sicher­heit zugunsten Deutschlands spricht. Die italienische Regie- mng kann nicht umhin, den

Frieden Verklärungen des Präsidenten Hindenburgs und des Reichskanzlers Hitler die größte Beachtung zu schenken.

Klare Anzeichen liegen dafür vor, daß auch in neu- ttalen Ländern die öffentliche Meinung sich damit ab« findet, daß die praktische Hauptfrage nicht mehr die ist, die deutsche Wiederaufrüstung zu verhindern, sondern, die, zu vermeiden, daß sie sich ohne jede Regelung und Kon­trolle vollzieht. Die italienische Regierung hält

folgendes Abkommen als im Rahmen des Möglichen liegend: Abschaffung des chemischen Krieges mit Kontrolle über Vorbereitung und Ausbildung, Verbot des Bomben­abwurfs auf Zivilbevölkerung, wobei zu bemerken ist, daß auf dem Gebiet der Abschaffung des Luftbombardements

Der Funkspruch der Sterbenden.

Vas tragische Ende

der Siralosphärenflieger.

Letzter Hilferuf aus dem Äther.

Die Nachricht von dem tragischen Ende der Stratv- jphärcnslieger, die bereits einen neuen Welthöhenrekord ausgestellt hatten, hat unter der Moskauer Bevölkerung äefe Trau er hervorgerufen. Der Kongreß der Kom­munistischen Partei Sowjetrußlands faßte den Beschluß, ben toten Helden der Luft besondere Ehrungen zuteil Verben zu lassen.

über die Katastrophe, die den russischen Strato­sphärenballon betroffen hat, werden jetzt nähere Einzel­heiten bekannt. Der Ballon flog kurz vor dem Unglück in einer Höhe von etwa 300 Meter über der @ i f e n = Bahnstrecke MoskauKasan in der Nähe des Dorfes -strow. Da jeden Moment eine Landung zu er­warten war, war das ganze Dorf herbeigeeilt, um Hilfe beim Niedcrgehcn zu leisten. Plötzlich hörten die Unten­stehenden

das Geräusch einer Explosion,

her gleich darauf eine zweite folgte. Im selben Moment die Gondel vom Ballon ab und stürzte in die Tiefe, ^re Gondel drang ungefähr drei Mete-r tief in die Erde ein.

Beim Öffnen der Gondel bot sich ein erschütterndes «Ob Die drei Piloten lagen t o t da und waren bis zur bnkcnntlichkcit verstümmelt. Sämtliche Apparate waren >rrstört, das einzige Gerät das Hcilgeblicben war, ist 3er Höhenmesser, der eine Höhe von 21 SpO Meter ^zeigte.

Der letzte Funkspruch.

Ein Radioamateur in der Nähe von Homel gibt an, folgenden F u n k s p r u ch ausgenommen zn haben:

. . spricht stratosphärcnbaüon mitteilt dies . . . man geriet in Niederschläge vereiste - wir befinden ms in auswegloser läge . . . cisbcdcckt fallen wir .. . zwei meiner genossen ist sehr übel . .

Daraus geht hervor, daß der Ballon durch Ver- ; '"M zu schwer geworden ist und dadurch der Absturz :Uo!gie. Das Telegramm bedarf aber noch einer gründ- â)en Überprüfung.

*

i p Führer der Besatzung, Professor F e d a s s e - o war ein bekannter technischer Lehrer in der MoS- , ^.Universität. Er ist Mitglied des Vorstandes des CM Lnftschntzbnndcs Ossoarnachim, der der Roten untersteht. Als der Ballon die Weltrekord - "ze erreicht hatte, wurde ihm durch Fnnkspruch der Orden der Sowjetunion verliehen.

herzweite Mann der Besatzung ist Ussischkia, ebenfalls einen hohen Rana in dem russisch ° mili-

noch radikalere Maßnahmen erreicht werden können Diese Maßnahmen würden die Lösung der Frage der deutschen Gleichberechtigung in der Luft sehr erleichtern. Beschrän­kung der Militärausgaben der durch Friedensverträge nicht beschränkten Mächte aus ihren gegenwärtigen Stand, Beschränkung des .Heeresmaterials derselben Mächte auf den gegenwärtigen Stand.

Ein wesentlicher Gegenwert für die Annahme der deutschen Forderungen, so schließt das Memorandum, der außerdem einen neuen Beitrag zur Sicherheit liefern würde, könnte dre

Verpflichtung Deutschlands sein, nach Genf zurück- zukehren, nicht nur, um das Abrüstungsabkommen zu unterzeichnen, sondern um seinen Sitz im Völkerbund wieder einzunehmen Die italienische Regierung weist nachdrücklich darauf hin, von welchem Interesse ein solches Ereignis sein würde.

österreichische Sefchwerde zurückaew'esen Der österreichische Gesandte beiFreiherrn von Neurath.

Der Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr von Neurath, hat den österreichischen Gesandten, Herrn Tauschitz, zu sich gebeten und ihm die Antwort der Reichsregierung aus die am 17. Januar über­reichte Note ausgehändigt, worin die Beschwerden der österreichischen Negierung über angebliche Ein­mischungen Deutschlands in die inneröster- reichischen Angelegenheiten enthalten waren.

Die deutsche Antwort stellt noch einmal die grundsätz­liche Haltung der Reichsregierung gegenüber dem öster­reichischen Problem fest und widerlegt auf Grund der «»gestellten Ermittlungen Punkt für Punkt die einzelnen österreichischen Beschwerden. Zugleich bringt die Antwort zum Ausdruck, daß nach Ansicht der Rcichs- regierung das Problem einer internationalen Behand­lung niÂt zugänglich ist und auf diesem Wege nicht gelöst werden kann.

lärischen Luftschutzverband bekleidete. Er ist einer der Konstrukteure des jetzt verunglückten Stratosphären­ballons. Der dritte Teilnehmer am Unglücksfluge. E w i- ! e n k o , ist Mitglied der ukrainischen Armee, bekannter Techniker und Fliegeroffizier. Er hatte im vergangenen Jahre einen R o n st o p f l u g durchgeführt, und zwar von Moskau bis hinein nach Sibirien, der größtes Aufsehen erregte und für den er eine hohe Auszeichnung erhielt.

Das Fehlen eines Fallschirmes wurde zum Verhängnis.

Professor Piccard über das Unglück.

Der bekannte belgische Physiker und Stratosphären­flieger Professor Piccard erklärte zu dem tragischen Tode der sowjetrussischcn Stratvsphärenflicger.

Wenn der Ballon infolge Nichtfunktionierens des Gasablaßventils explodierte, was durchaus denkbar ist, so muß das

Nichtmitführen eines Fallschirmes,

der die Gondel in der Luft hätte halten können, für das Unglück verantwortlich gemacht werden. Die sowjet­russischen Flieger haben wahrscheinlich auf die Mitnahme von Fallschirmen verzichtet, um das Gewicht des Ballons zu e r l e i ch t e r n. Es würde einen großen Ver­lust für die Wissenschaft bedeuten, wenn die Aufzeich­nungen der Stratosphärenflieger verlorengegangen sind, )a sie sich lange in der Stratosphäre aufhielten."

Rückgang der Arbeitslosigkeit im Sau­gewerbe.

Der Reichsarbeitsministcr teilt mit: Die Zuschüsse für I nstandsetzu ngs ° und Um bau arbeiten haben sich im letzten Vierteljahr 1933 auf den Arbeitsmarkt außerordentlich günstig a u s g e w i r k t. Gegenüber den Zahlen aus den gleichen Monaten des Jahres 1932 war die Arbeitslosigkeit im Baugewerbe zurückgegangen: im Oktober 1933 um 32 Prozent, tm November 1933 um 35 Prozent, im Dezember 1933 um 22 Prozent. Die Zahlen der Arbeitslosen im vierten Vierteljahr 1933 lagen sogar unter den entsprechenden Zahlen des

Jahres 1930, obgleich damals die Beschäftigung noch durchaus günstig war. Der geringere Rückgang der Arbeitslosigkeit im Dezember 1933 ist aus das langanhaltende Frostwetter zurückzuführen. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß der Dezember 1932 durch eine in den meisten Gegenden ver­hältnismäßig warme und ungewöhnlich niederschlags­arme Witterung gekennzeichnet war.

Starker Auftakt.

Das zweite Hitlerjahr hat schon von seiner Geburts­stunde an mit stärk sterpolitischer Aktivität be­gonnen. Tas Gesetz über den Neuaufbau des Reiches schuf die innerpolitische Grundlage für eine Reform, deren Einzelheiten vom Reichsinnenminister aus­gearbeitet werden, aus vielen Gebieten der Ver­waltung und Gliederung zweifellos Neues schaffen und mit mancherlei alten Zöpfen ausräumen, werden. Außenpolitisch setzte das zweite Hitlerjahr für Deutschland mit der unerwarteten Veröffentlichung oes englischen und des italienischen Memorandums zur Ab­rüstungsfrage in London und Rom ein. Es ist int all­gemeinen nicht üblich, derartige Denkschriften vor der Öffentlichkeit zur Diskussion zu stellen. Daß beide Staaten von dieser Gepflogenheit abweichen, zeigt, welchen Wert sie nicht nur ihren Äußerungen selbst, sondern auch einer öffentlichen Erörterung beilegen.

Wesentlich ist an den beiden Dokumenten für uns Deutsche, daß auch England und Italien mit einer Ab­rüstung von der Art, wie sie die Formulierungen des Versailler Diktates vorsehen, praktisch nicht mehr rechnen. Die in dem Friedensdiktat von dessen Verfasser vor 14 Jahren vorgesehene Abrüstung dienert mithin an dem mangelnden Willen der hochgerüsteren Staaten, nach der riesigen Vorleistung Deutschlands nun auch ihrerseits ein Gleiches oder auch nur annähernd Ähnliches zu tun. Das zweite an diesen beiden Denkschriften für uns Wesentliche aber ist die Tatsache, i^ sowohl England wie Italien von der Erkenntnis durchdrungen lind, daß die absolute Einseitigkeit des b ' s u c c i g c n Zu­standes also die völlige Wehrlosigkeit Deutschlands einerseits und die phantastische Überrüstung der anderen Mächte andererseits sich schlechterdings nicht mehr auf', echterhalten läßt.

Wir wollen nicht vergessen, daß es sich bei jenen beiden Dokumenten noch nicht um präzis formulierte praktische Vorschläge, sondern lediglich um Denkschriften mit Anregungen handelt. Diese Anregungen schaffen auch noch nicht annähernd so etwas wie eine praktische Gleichberechtigung für Deutschland. Zudem rechnet Eng­land allem Anschein nach noch immer mit einemguten Willen" der hochgerüsteten Staaten, der vor allem durch die französische Rüstungshysterie bisher stets durch die Tat widerlegt wurde. Bevor England diesen Faktor eines, ernstlichen Wollens in Rechnung stellt, hätte es sich zum mindesten in Europas Kriegsrüstungszentrale, in Paris, unterrichten müssen. Tatsächlich zeigt ja denn auch die , unverbiillte Entrüstung der Pariser Presse über das englisch-italienische Vorgehen in der Abrüstungssrage, daß mit einem guten Willen Frankreichs vorläufig jedenfalls nicht zu rechnen ist.

Jedenfalls bleibt entscheidend der englisch-italienische Vorstoß in die Weltöffentlichkeit. Man darf daraus zweifellos entnehmen, daß das französische Ver- schleppungsspicl und die daraus für Europa und die ganze Welt sich ergebende ständige Beunruhigung den beiden Mächten eine so starke Belastung der europäischen Politik zu sein scheint, daß sie nun endlich zu irgendeinem prak­tischen Abkommen gelangen wollen. Auch ein etwaiges Abkommen der Mächte über die Abrüstungsfrage würde selbstverständlich unter keinen Umständen einen endgül­tigen Zustand schaffen dürfen. Das wird ja schon durch jene Anregungen bedingt, nach denen beispielsweise der heutige Rüstungsstand der anderen Mächte beibehalten, uns aber selbst Verteidigungswaffen nur in stark be­grenztem Maße zugestanden werden sollen. Damit würde nach wie vor eine überaus schwerwiegende Ungleichheit sowohl in der Frage der Bewaffnung als auch in der Frage der a u s g e b i l d e l e n Reser v e n (Frankreich hat deren allein 4,5 Millionen Mann!) bis auf weiteres bestehen bleiben. Schon diese beiden Tatsachen zeigen, daß es sich bei einem derartigen Abkommen bestenfalls nur um die Schaffung eines vorübergehenden Zustandes handeln könnte.

Auch das zweite Hitlerjahr setzt für Deutschland mit Aufgaben ein, die ihren Meister verlangen. Aber wir Deutschen wissen, daß wir sie der Regierung Hitler in voller Ruhe und mit jedem nur denkbaren Vertrauen über­lassen können. Wie berechtigt ein solches Vertrauen ist, das haben wir ja nun schon ein volles Jahr lang erlebt.

V. A. R

Das Preisausschreiben

für Zeitungsleser.

Bor der Veröffentlichung der preisgekrönten Arbeiten au6 dem Journalisten WettbewerbMit Hitler in die Macht".

Im deutschen JournalistenwcttbcwerbMit Hit­ler in die Macht" bat, wie die RSK. meldet, das Preisgericht unter dem Vorsitz des Re'chsmimster- Dr. G o e b b e l s seine Entscheidung getroffen. Die fünf preisgekrönten Arbeiten werden der gesamten deutschen Tagcsprcsse ohne jede Kennzelchuung der Pramlierung zum Abdruck am Samstag, dem 3. Februar, ,ur ^cr- ^^Bekanntlich werden nunmehr die d e u t s ch e >'Zei- tnnaslcscr bzw. die Bezieher der deutschen ~agcs Zeitungen aufgefordcrt, darüber zu urteilen, in welcher Reihenfolge das Preisgericht die Prämucrung vorge­nommen hat. Für die richtige Einsendung ch von Dr. Dietrich neben den Pre sen für die ^fagcr .er Preisarbeiten ein Preis v o n 1 0 0 0 i a r k, der bei mehreren richtigen Einsendungen in 5 vrciic zu ie 200 Mark aufgeteilt wird, gestiftet worden. Die genauen Bedingungen werden gleichzeitig mit der erstem 13er- öffentliÄuna bekannlaeaebcu.