Einzelbild herunterladen
 

Zulüaer /lnZeigec

geeint jeden Werktag. Bezugspreis: monatlich 170 Mk. Bei Lieferungsbehinderung durchHöhere Gewalt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Friedr. Orenklau, Fulda, Königstr. 42. Druck: Friedr, reiiflau, Lauterbach H. Hauptschriftleiter: Chri- ltian Seipel, Fulda, Königstr. 42. Vertreter des Haupkschriftleiters: Fr. Ehrenklau, Lauterbach H.

Tagebla« für Rhön und Vogelsberg Zulöa- und Haunetal -Zul-aer Kreisbla«

Reüaktion und Geschäftsstelle: Konigstraße 42 Zernfprech-Rnsichluß Nr. MS»

Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Rabatt nach Tarif gewährt, bei zwangsweiser Beitreibung oder Konkurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. ,,DA." 1100. Verantwort!, für den Anzeigenteil Christian Seipel, Fulda, Königstr. 42.

Nr. 27 1934

Fulda, Donnerstag, 1. Februar

11. Jahrgang

Der Neuaufbau des Reiches.

Reichsinnenminister Dr. Frick im Rundfunk.

Reichsinneummister Dr. Frick sprach im Rundfunk über den Neuaufbau des Reiches. In der Ansprache heißt es:

Deutsche Männer, deutsche Frauen! Der 30. Januar 1934, der für das deutsche Volk ein Tag des Rückblicks §< ein äußerst arbeitsreiches und nicht minder erfolg­reiches Jahr bedeutet, wird zugleich als der Beginn einer neuen Entwicklung in die Geschichte des deutschen Volkes entziehen. Denn das auf Grund der Erklärungen des Führers und Volkskanzlers in der Reichstagssitzung vom Reichstag einstimmig angenommeneGesetz über den Neu­aufbau des Reichs" bringt

dem deutschen Volk endlich die langersehnte staatliche Einheit.

Tausendjährige Zersplitterung.

So lange es Deutsche gibt, so lange besteht wohl die Tehnsucht des deutschen Menschen, seinem Leben als Volk aua) die äußere geschlossene staatliche Form zu geben. Und doch ist in einer über tausendjährigen Ge- schichte des deutschen Volkes dieser Wunsch nur einmal erfüllt worden. Zur Zeit der Sachsen- und Frankenkaiser bestand ein starker, in sich geschlossener deut­scher Nationalstaat, der in der Lage war, die geballte Kraft des Volkes gegen seine Feinde zu wenden, um nach außen seine Grenzen zu schützen und im Innern dem Frieden zu dienen. Aber nur knapp zweihundert Jahre währte dieses erste Reich. Die Kaiser begannen der römischen Kaiserkrone mehr Wert beizulegen, als ihrem deutschen Königtum. Sie opferten deutsches Volkstum zugunsten einer Kaiserkrone, die ihnen äußeren Glanz, aber keine Macht verlieh, die sie zugunsten ihres Volkes anwenden sonnten. Im Innern benutzten die Fürsten und die geist­lichen Herren die allzu häufige Abwesenheit der Kaiser, um ihre eigene Hausmacht zu stärken. Je größer und stärker die Fürsten wurden, desto schwächer wurde der $!atrer. Um nur ja eine starke Reichsgewalt zu ver­hindern, brachten es die Fürsten sogar fertig,

volksfremde Ausländer zu deutschen Kaisern zu wählen

und sich mit dem Ausland zu verbünden. Ein Blick auf die deutsche Landkarte des Mittelalters zeigt ein grauen­volles B''d der Zerrissenheit und Zersplitterung. Der deutsche Boden wurde der Kriegsschauplatz Europas.

Unter dem Druck des korsischen Eroberers fand dieses machtlose, nur noch ein Schattendasein führende Reich am 6. August 180 5 sein unrühmliches Ende.

Das Zweite Deutsche Reich.

Auf den Taten der großen Preutzenkönige, insbeson­dere Friedrichs des Großen, und auf den Opfern deS Preußenvolkes in den Freiheitskriegen

baute Bismarck sein Zweites Reich.

Wir wissen heute, was es in der deutschen Geschichte be­deutete. Es war ein Reich der Macht, der Ehre und Würde, ein Reich, das der Verwirklichung des alte« Traums der besten Deutschen nahekam, sie aber nicht vollendete. Wir würden unsere historische Aufgabe verkennen, wollten wir die Fehler und Schwächen dieses Reiches verschweigen.

Auch das Zweite Reich ließ die Ländergrenzen, bte durch Kriege und Heiraten unter den Fürstenhäusern ent­standen waren, die daher nicht die Volksstämme, nicht die Landschaft und nicht die Wirtschaft berücksichtigten, un­angetastet.

Die Bundesstaaten behielten grundsätzlich ihre Selbständigkeit, die sich zum Nachteil des Ganzen aus- wirkte. Der schwerste Fehler des Zweiten Reiches aber «ar es, daß man es trotz weitgehender materieller Für­sorge

nicht verstand, die Massen der deutschen Arbeiterschaft innerlich dem Staat zu verbinden und sie zusammen mit dem deutschen Bauern zu Trägern des neuen Staates zu machen.

An diesem Fehler zerbrach letzten Endes am 9. Novem­ber 1918 das Zweite Deutsche Reich.

Revolutionen nach verlorenen Kriegen haben nur vann einen geschichtlich gerechtfertigten Sinn, wenn sie gemacht werden, um die Kraft eines Volkes zur letzten Selbstbehauptung, zum äußersten Widerstand zusammen-- Klsassen und rücksichtslos mit neuen großen Ideen den Neuaufbau des Staates zu beginnen. Von solchen Ideen tonr bei den Rovembermänncrn nichts wahrzunehmen. Der Endzweck dieser schwächlichen Novemberrevolte war ^6)12 anderes, als einer kleinen, noch dazu vielfach volks- und rassefremden Schicht die Macht im Staat in die Hande zu spielen.

. . Man dachte an sich und seinen wirtschaftliche« Bor teil, aber nicht an das Volk. Man bereicherte sich und ließ das Polk hungern. Würdelos und feige dem feindlichen Ausland gegenüber, unterdrückte man brutal jede Regung °>nes deutschen Freiheitswillens im Innern. In vierzehn

Jahren hat das deutsche Volk die Folgen der Novemberrevolte zu spüren bekommen. Korruption, Ämter-

Landesverrat, Demütigungen über Demütigungen Mreichsten den Leidensweg Deutschlands in den letzten

Es gab sogar Zeiten unter diesem System, in deue« die Reichseinheit selbst gefährdet

war. Es gab Länder, die zeitweilig mit dem Gedanken einer Loslösung vom Reich spielten und durch ihre sepa­ratistische und föderalistische Politik der Welt das Zerr­bild eines uneinigen zerfallenden Deutschen Reiches boten.

Auf dem Weg zum Dritten Reich.

In dieser Zeit begann der schlichte deutsche Mensch Adolf Hitler sein heroisches Ring en um die Seele des deutschen Volkes. 14 Jahre lang, unermüd­lich, allen Widerständen zum Trotz, eisern, zäh und unbe­irrbar, fast alleinstehend weckte er in immer neuem Aw- sturm das deutsche Volk und gab ihm wieder den Glauben an sich, seine Kraft und seine Zukunft. Sein Appell verhallte nicht ungehört. Immer stärker und stärker wurde seine Volksbewegung, bis endlich vor einem Jahr

das Schicksal seinen Kampf krönte.

Ohne Selbstüberhebung dürfen wir heute fcststellen, daß in diesem einen Jahr Großes geleistet worden ist. Das ganze Volk ist von dem neuen Glauben erfaßt und arbeitet mit neuer Zuversicht und neuem Vertrauen am Aufbau des Dritten Reiches. Unmöglich, alle Taten der Regierung Adolf Hitlers in diesem kurzen Rückblick richtig zu würdigen. Man denke nur an den erfolgreichen Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, an die Bauernbefreiung, an den Einbau des deutschen Arbeiters in den Staat, an das große Werk der Bereinigung im Innern, an die für die Zukunft unseres Volkes so bedeutungsvolle Erbge- sundheitsgesetzgcbung, an die mannhafte Verteidigung unserer Ehre und Gleichberechtigung dem Ausland gegen­über, und man wird zugeben müssen, daß in dem einen Jahr mehr aufgebaut worden ist, als in de» 14 Jahren des Spstems.

Wohl die größte Leistung des Führers im ver­gangenen Jahre aber ist die Einigung, die Z u - sammenschweitzung deS deutsche» Volke- zu einer Ration!

Die Parteien, die das Volk 14 Jahre lang ausein- andergeredet und die deutsche Würde mit Füßen getreten haben, sind verschwunden! Parlamente, die ihre Auf­gaben im Reden und Zerstören sahen, gibt es heute nicht mebr. Volk und Staat sind eins gewor­den! Zum erstenmal feit Hunderten von Jahren gibt es in Deutschland zwischen V o l k s w i l l e n und Staatsführung keine Gegensätze mehr! Was andere Völker seit langem besitzen, und was zu schaffen man in Deutschland fast für unmöglich hielt,. Adolf Hitler bat über alle Gegensätzlichkeiten hinweg die Nation geschaffen!

Heute fühlt sich der einfachste Mann aus dem Volk nicht nur als gleichberechtigter Staatsbürger, sondern auch als für das deutsche Schicksal Gleichverantwortlicher! Nicht eine dünne Schicht ist der Träger deS Staats- gedankenS, sondern daS ganze Voll in allen feinen Ständen und Berufen.

Der Tod in der Stratosphäre.

Die russischen Siratosphärenfahrer tot aufgesunden.

Tragisches Ende einer Weltrekordfahrt.

Nach stundenlangem Suchen mehrerer Flugzeuge ist, einer amtlichen Meldung zufolge, der russische Strato­sphärenballon aufgesunden worden. Beim Offnen der kugelförmigen Aluminiumgondel fand man alle drei Ballonfahrer tot aus. ~

Damit beendet ein tragisches Schicksal die Fahrt der kühnen russischen Ballonfahrer, die bereits zwei Stunden nach ihrem Aufstieg

den bestehenden Weltrekord gebrochen

und eine Höhe von 20 600 Meter erreicht hatten. Dann hatte man ihn wegen des herrschenden Nebels aus den Augen verloren. Die Funkverbindung hörte auch plotzltch auf und über das Schicksal der Fahrer herrschte

völlige Ungewißheit.

Nun setzte eine fieberhafte Suche durch Flugzeuge nach dem Ballon ein, die aber o h n e E r f o l g blieb. Nun hat sich leider die traurige Vermutung bestätigt, daß die drei Insassen ihren Wagemut mit dem Leben bezahlt haben. Ganz Rußland unb mit diesem die ganze Kultur- weit senkt die Fahnen vor diesen kühnen Pionieren der Wissenschaft.

Die Hülle des Ballons hatte einen Raum­inhalt von 24 090 Kubikmeter und die kugelförmige Gondel einen solchen von 6,5 Kubikmeter bei einem Durch­messer von 2,40 Meter. Die Gondel hat drei Seiten» fenstcr und unten ein besonderes Fenster für Lichtbild- aufnahmen und Beobachtungen. In der Gondel waren Instruments zur Erforschung der Stratosphäre ein­gebaut

Die historische Aufgabe: der Einheitsstaat.

Das ist das Große an unserer Zeit, daß wir in jedem Deutschen den Volksgenossen sehen dürfen, der mit uns im gleichen Geist an seinem Platz, in seinem Beruf mit seinen besten Kräften am Wiederaufbau Deutschlands mit­arbeitet. Es ist klar, daß diese neue Einigkeit im deut­schen Volk gebieterisch auch nach der ihr gemäßen äußeren Form des volklichen Zusammen­lebens verlangt. Wie in unserer Zeit für Parteien und Parlamente kein Platz mehr ist, und diese überholten Formen einer überwundenen Zeit unter der Zustimmung von neun Zehnteln des deutschen Volkes verschwanden, so erfordert die Einigung im deutschen Volk zwangsläufig die Beseitigung auch der letzten Schranken, die sich dem restlosen Zusammenschluß aller Deutschen noch entgegen» stellen könnten.

Die historische Aufgabe unserer Zeit ist die Schaffung des kraftvollen nationalen Einheitsstaates an Stelle des bisherigen Bundesstaates.

Für Länder im bisherigen Sinne und für Lan- desgrenzen ist im neuen Deutschland kein Platz mehr! Wenn in der Nacht vom 12. zum 13. November vorigen Jahres nach dem überwältigenden Bekenntnis des Volkes zur Nation

deutsche Jungen die Grenzpfähle zwischen deutschen Ländern niederlegten, so sehen wir in dieser spon­tanen Tat den Ausdruck des einheitlichen deutschen Staatswillens!

Niemand wird verkennen, daß auch die Länder sich geschichtliche Verdienste, besonders auf kulturellem Gebiet, erworben haben. Der in der Tradition verwurzelte Nationalsozialismus ist der letzte, der das nicht aner­kennen wollte! Aber ebenso selbstverständlich ist es, daß eine neue Zeit ihre eigenen neuen Ausdrucks- f o r m e n verlangt. Es geht nicht an, daß bei dem herr­lichen inneren Zusammenschluß des deutschen Volkes, bei dieser überwältigenden inneren Wandlung des deutschen Menschen eine aus dem Mittelalter stammende äußere Zersplitterung der deutschen Gebiete weiterhin beibehalten wird. Wollen wir, wie das Volk es am 12. November vorigen Jahres bekannte, den starken geschlossenen völki­schen Staat, so

dürfen wir nicht aus Pietät, Sentimentalität oder lieber Gewohnheit an Einrichtungen und Formen fest­halten, die zu anderen Zeiten und unter anderen Voraussetzungen geschaffen wurden, deren Zeit aber nun erfüllt ist. Sic können heute als Anreiz zu volks­feindlichen monarchistischen Parteibcstrebungcn sogar schädlich wirken.

Dieser Wille, der jetzt nach Gestaltung ringt, ent­spricht der uralten tausendjährigen deutschen Sehnsucht nach dem starken einheitlichen Staat. DasGesetz zum Neuaufbau des Reiches" gibt diesem Willen den äußeren staatsrechtlichen Ausdruck.

(Fortsetzung von Seite 2.)

In der Sitzung des kommunistischen Parteikongresses der Sowjetunion machte Jenukidse über den Absturz des Stratosphärenballons folgende Mitteilungen: Zwischen 15.30 und 17.00 Uhr

stürzte die losgelöste Gondel

des StratosphärenballonsOssoviachim I" in der Nähe des Dorfes Potischski Ostrog, etwa 8 Kilometer südlich von der Station Kadoschk der Bahnlinie MoskauKasan ab. Beim Aufprall löste sich die Ballonhülle und flog davon. Die Gondel mit drei tödlich verun­glückten Fliegern wurde aufgcfunden. Aus Bekundungen von Augenzeugen ergab sich folgendes Bild der Kata­strophe: Beim Absturz löste sich plötzlich die Hülle des Ballons, wobei

zwei laute Explosionen zu vernehmen

waren. Die Leichen der drei verunglückten Stratosphären- fliegcr wurden in der Gondel liegend aufgefunden. Eine davon ist bis zur Unkenntlichkeit ver­stümmelt. Sämtliche Geräte und Gegenstände in der Gondel sind zertrümmert. Der Parteitag ehrte die ver­unglückten Helden durch Erheben von den Plätzen und faßte den Beschluß, die drei Flieger an der K r e m l - Mauer aus dem Roten Platz beizusetzen.

*

Der Kampf wird nicht aufgegeben.

Die Nationale Geographische Gesellschaft in Washington hat der Goodjear Zeppelin-Geiellichaft in Akron den Auftrag zum Bau des

größten Ballons der Welt

erteilt, der zu S t'r a t o s p d ä r c n -Aufstiegen benutzt werden soll. Der Ballon wird ungefähr 55 Meter Durch­messer baden, wenn er vollständig mit Gas gefüllt wird. Beim Aufstieg wird der Ballon mit der Gondel wie ein ungeheures Ausrufungszeichen aussehen, da sich erst während des Aufstiegs der Ballon zur Kugel- form entwickelt.