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Die amitiche Ernennung Dr. NkMers.

Bon der Reichsfinanzverwaltung Landesfmanzamt Darmstadt wird amtlich mitgeteilt: Oberbürgermeister, Hes­sischer Minister a. T. Dr. Müller ist mit Wirkung vom 1. 2. 1934 unter Ernennung zum Landessinanzamtsdirektor zum Leiter der Abteilung für Besitz-. und Verkehrssteuern beim Landesfinanzamt Darmstadt bestell! worden.

Brandverhütung wird in den schulen behandelt.

Darmstadt, 29. Januar. Alljährlich fallen, wie das Staatspreßeamt mitteilt, dem Feuer etwa 1400 Menschen­leben sowie Werte bis zu 400 Millionen zum Opfer. Wenn auch der Brandgeschädigte durch Versicherung gedeckt ist, so gehen die vernichteten Werte doch dem Nationalvermögen verloren. Ein großer Teil der Brandschäden ist auf Kin­derhand zurückzuführen. Neben dem Elternhaus ist die Schule in erster Linie dazu berufen, durch planmäßige Be­lehrung feuerverhütend zu wirken. Aufsätze und Berech­nungen können die Arbeit unterstützen. Das Staats­ministerium hat daher angeordnet, daß die Frage der Brandverhütung bei sich bietenden Gelegenheiten berührt und insbesondere vor den Sommerferien (Erntevorräte!) und vor den Weihnachtsferien (Weihnachtskerzen!) ein­dringlich besprochen wird.

Prüfungskommission für den mittleren Bibliotheksdienst.

Darmstadt, 29. Ian. Aus der Prüfungskommission für den mittleren Bibliotheksdienst ist Dr. Eppelsheimer- Darmstadt als Geschäftsführer ausgeschieden. Zu seinem Nachfolger in der Prüfungskommission wurde mit Wirkung von heute bis zum 31. Januar 1937 der Direktor der Lan­desbibliothek Dr. Blank-Darmstadt ernannt. Mitglieder der Prüfungskommistron für den mittleren Bibliotheks- dienst find nunmehr: 1. Dr. Blank, Direktor der Landes­bibliothek Darmstadt, als Geschäftsführer, 2. Dr. Ruppel, Direktor der Stadtbibliothek in Mainz und 3. Professor Dr. Hepding, Lberbibliothekar an der Universitätsbiblio­thek Gießen.

Zum Mord an dem Scharführer Bleser.

Wegen Begünstigung vor Gericht.

Frankfurt a. M., 30. Jan. Unter der Anklage der Be­günstigung im Mord an dem SS.-Scharführer Bleser hat sich der Kaufmann Christian Haack vor der großen Straf­kammer zu verantworten. Es steht mit Sicherheit fest, daß Bleser von dem 22jährigen Schreiner Heinrich Ciert er­schoßen worden ist. Lckert ist nach der Schweiz entflohen und wurde in einem Auto an die Grenze gebracht, das von Haack gelenkt wurde. Zur Feststellung des diesem Ange­schuldigten zur Last gelegten Deliktes müßen in der Ge­richtsverhandlung die Tatvorgänge aufgerollt und auch nach der Richtung geprüft werden, ob nicht ein Fall von Not­wehr vorliegt. Der Angeklagte bekundet, daß er ehren­amtlich in der Rechtsschutzstelle der Eisernen Front tätig war, die ihr Büro im Eewerkschaftshaus hatte. Er kannte weder Bleser noch Lckert. Leiter dieser Rechtsschutzstelle war der Rechtsanwalt Dr. Ernst Siegfried Strauß, der sich jetzt in Frankreich aufhält. Als Dr. Strauß hörte, so schildert Haack weiter, daß sich Ockert im Eewerkschaftshaus aufhielt, ließ er ihn zu sich rufen und besprach sich mit ihm. Der Anwalt erklärte dann dem Angeklagten, daß hier offent- sichtlich Notwehr vorliege, daß ein Irrtum oder eine Ver­wechselung geschehen sei, und daß sich Lckert in die Schweiz begeben solle. Sobald Dr. Strauß den Sachverhalt geklärt habe, solle Lckert zurückkehren. Lckert habe nicht fortge­wollt, aber schließlich habe er doch eingesehen, daß er weg müßte. Der Angeklagte meint, wenn Dr. Strauß damit ge­rechnet hätte, daß eine strafbare Handlung vorlag, dann hätte er nicht eingegriffen. Der Angeklagte will sich voll­kommen auf Dr. Strauß verlaßen haben. Er schildert dann wie es dazu kam, sich ein Privatauto zu beschaffen. Haack fuhr Lckert dann in der Nacht zum 3. März über Stuttgart nach Lindau. Drei Wochen nach seiner Rückkehr wurde er verhaftet. Inzwischen war Dr. Strauß eines Nachts nach Saarbrücken abgefahren. Auch ihm, dem Angeklagten, sei nahegslegt worden zu flüchten, er sah aber dazu keinen Grund und hatte auch keine Mittel. Auf der Fahrt habe ihm Ockert erzählt, wie sich die Vorgänge in jener Nacht abgespielt hätten. Lb über die Sache Akten angelegt wor­den seien, kann der Angeklagte nicht sagen. Es werden dann verschiedene Zeugen vernommen, die sich am Abend der Tat in Begleitung Blesers bzw. Lckerts befanden. Da­bei stellt sich heraus, daß Bleser von Ockert zweimal ange­rempelt wurde, bevor die Schießerei begann. Daß auch Bleser geschoßen habe, ist von niemand bemerkt worden. Die Verhandlung wird fortgesetzt.

Heiratsschwindel und Erpressung.

Frankfurt a. M., 29. Ian. Eine Hausangestellte hielt auf dem Inseratenwege Umschau nach einem Ehemann. Es meldete sich der 45jährige Versicherungsvertreter Eduard Burchhardt, der mitteilte, daß er dreizehn Jahre verhei­ratet war und nun geschieden sei, und daß er einen an­ständigen Charakter habe. Burchhardt gab sich als Ober­inspektor aus, der 500, ja 1000 Rm. pro Monat verdiene. Eines Tages flunkerte er der Hausangestellten vor, daß er seinem Bruder 7 000 Mark geliehen, ihm nun 2 000 Mark gekündigt habe, und daß er für zehn eingelieferte Aufträge Provision an Untervertreter zu bezahlen habe. Der Pumpversuch, der hiermit gemacht wurde, hatte den Er­folg, daß ihm die Zeugin 150 Mark aus Mitleid gab. Der Angeklagte hatte noch mehr auf dem Kerbholz. Schon 1931 wurde er von einer von ihm betrogenen Schneiderin ange­zeigt, die durch ihre Heiratsgelüste an B 360 Mark verlor, und obenddrein ihre Stellung aufgegeben hatte und zwei Jahre arbeitslos war. Die Schneiderin sollte mit ihm nach Würzburg ziehen, wo geheiratet werde. Als er das Geld hatte, ließ er nichts mehr von sich hören. Er wurde spä­ter wegen dieses Falles zu mehreren Monaten Gefängnis verurteilt. Als er dann im vergangenen Oktober wieder die Freiheit genoß, schrieb er der Schneiderin einen ganz unverschämten Drohbrief, daß er sie wegen Meineides an­zeigen werde, fals fie ihn nicht für den durch die Strafver­büßung erlittenen Lohnausfall entschädige, fie könne die 360 Mark gleich in Anrechnung bringen. Ter Erpreßer- trick zog nicht, die Schneiderin übergab den Brief gleich der Polizei. Wegen Betrugs und versuchter Erpressung wurde Burchardt zu eineinhalb Jahren Zuchthaus und 150 Mark Geldstrafe verurteilt. Dem Antrag auf Sicherungs­verwahrung gab das Gericht nicht statt, da nach dem Ver­handlungsergebnis der Angeklagte sich offenbar bemüht hatte, wieder eine Stelle zu erhalten.

SrSdcr finden W im Arbeitsdienst.

Sie hatten sich nie gekannt.

Zwei Arbeitsdien stkameraden saßen im Tagesraum des Lagers Heilbronn an einem Tisch sich gegenüber und unterhielten sich. Sie waren beide erst kurz im Lager. Man plauderte, bis auf einmal der eine fragte:Wie heißt du denn?" Antwort:Schmid!" So beiße ich auch", sagte der andere. Er ging hinaus rmd holte ein Bild, bringt es dem anderen:Mein Vater!"Meiner auch!" antwortete der andere, zwei Brüder haben sich gefunden.

Alfred und Otto Schmid. Sic haben sich n i e g e k a n n t. Als der Vater der beiden mit Kriegsbeginn 1914 ins Feld zog, starb nach kurzer Zeit die Mutter von den beiden Kindern weg. Otto war vier, Alfred ein halbes Jahr alt, als man die Kinder in Pflege geben mußte. Damit war die ganze Familie

in alle Winde zerstreut.

Der Vater kam aus dem Felde zurück und verheiratete sich wieder. Nur der eine Sohn Otto fand wieder den Weg ins Vaterhaus zurück. Die beiden Brüder wußten von einander nur das, daß sie irgendwo existierten, bis der Tag des Wiedersehens im Arbeitsdienst sie wieder zu­sammenführte.

Hausplakette

Anstecknadel

Me amtliche, von der lleichsfährung des UL Y. UL hermsgegebene Spserplalelle für den Monal Februar

Neues über denLuchs".

Ist er vom Zug überfahren worden?

Gießen, 30. Jan. In einem Artikel unter dieser Ueber- schrift imGießener Anzeiger" berichtet Generalmajor a. D. Rudolf Mohr in Gießen eine Reihe neuer Feststellungen über den Luchs, der als der Rehmörder in den Wäldern Oberheßens und weiter preußischer Gebietsteile vermutet

Die abgekürzte Winterruhe.

Wie man das Kommen des Frühlings beschleunigt. Der chloroformierte Weizensamen. Blausäure feuert den Atem des Maiblümchens an.

Von Dr. Kurt Seppin.

Wer freut sich nicht auf das Kommen Baldurs, de- Sonnengottes, dessen goldener Wagen immer höher am Himmel heraufsteigt! Noch liegt das Land im Banne des Winters, de- harten Mannes, der auch dann zu allen Teufeln gewünschi wird, wenn sein Regiment nur milde ist. Kahl stehen Walk und Flur. Und doch gibt die Wissenschaft uns einige Mittel- chen an die Hand, um das Kommen des Lenzes zu beschleuni­gen. Zwar können wir nicht die Witterung ändern. Aber e- ist uns doch gegeben, einige der holden Frühlingsboten, dic Maiblümchen und andere Kinder Floras, zu früherem Le­be n zu erwecken, als die unabdingbaren Gesetze der Natur e- von rechtswegen gestatten.

Der Winter ist bekanntlich die Zeit der Ruhe. Im Som­mer schon setzt ihr erster Teil, die Vorruhe, ein. Die Mittel­ruhe pflegt vor dem Dezember zu liegen. Die dann beginnend« Nachruhe ist zumeist an eine gewiße Einwirkung der Kälte an Frost gebunden. Und in dieser Zeit setzen am besten di« Treibversuche ein. Wenn man dann abgeschnittene Zweig« in die Nähe des Ofens stellt, geht das Aufwecken, Ergrüner und Erblühen weit schneller als gewöhnlich vor sich. Außei diesem Verfahren ist noch eine große Reihe anderer ersonnen worden, Forschungen, die besonders durch Doktor Liebisch vom Botanischen Museum und Botanischen Garten zu Berlin- Dahlem vorgenommen wurden. Wie er in derAngewandten Chemie" berichtet, handelt es sich bei diesen Versuchen darum die A t m u n g der in Frage kommenden Knospen und Samen ^u beschleunigen. Veratmet wird der Zttcker. Es ist daher bei Zeitpunkt am günstigsten, in dem die Pflanze einen möglichst großen Teil dieses Stoffes aufgespeichert hat. Die Vermehrunc des Zuckers kann durch- langsames oder schnelles Frieren ge schehen, aber auch durch eine Hungerkur, durch ein Trocken­halten, das die Reservestoffe anhäuft und dann die Treib Wirkung stärker hervortreten läßt. Der F r 0 st im Eisschrani vermag die Keimung des Samens um 20 vom Hundert zu er­höhen. Flieder und Maiblümchen dagegen werden durch die Behandlung mit Eis so sehr in ihrer Entwicklung gehemmt daß ihr Austreiben in eine ganz andere Jahreszeit verleg' werden kann. Ein Warmbad versetzt wiederum Zweig« von Forsythia, Weide, Kirsche, Pfirsich/ die mit ruhenden Winlerknospen im Garten geschnitten wurden, innerhalb kurzer ^eit in Blütenpracha Auch Dauerbeleuchtuna und elektrischer Strom steigern die Atmung der Knospen.

Von besonderer Wichtigkeit aber sind die chemischen Mittel Zu den wirksamsten gehören die konzentrierte Schwefelsäure und die konzentrierte Kalilauge. Wenn die Aeste der Linde oder der Roßkastanie auch nur zehn bis zwanzig Sekunden in bisse

wird. Eesteraltnujor Mohr betont zunächst, auf (§tllni ganz zuverlässiger Angaben der betroffenen Reviere J fest, daß allein in einem Umkreis von 25 bis 30 Kilometer von Gießen über 300 Rehe gerißen gefunden worden ganz abgesehen von den in Dickungen usw. verluderte» Stücken. Besonders bemerkenswert ist eine von Genera, major Mohr in dem Artikel berichtete Mitteilung des Fön sters Freitag in Werdorf bei Wetzlar, in der u. a. wird:Am vergangenen Sonntag abend meldete der führer des um 10 Uhr auf hiesiger Haltestelle einlaufende» Personenzuges dem diensttuenden Beamten, er hab km, vor der Haltestelle an der Maschine gemerkt, daß er irgend, was angefahren habe, der Beamte möge doch mal nächst^' Nach etwa 10 Minuten geht ein Bahnsteigschafsner nach, sehen. Er findet auch sogleich die Stelle, läuft zurück und meldet dem Beamten, es liege ein Tier zwischen den Sdjje. nen mit ganz langen Ohren und dickem Schwanz, hätte dir Farbe wie ein Reh (es sei aber kein Reh und auch kei» Hund). Bei seinem Näherkommen hätte es hinten nicht aufgekonnt. An einem Auge hätte es geblutet und mit den Vorderbeinen nach ihm geschlagen. Die beiden wecke» daraufhin einen Jäger gegenüber der Haltestelle, und nach etwa 20 Minuten begaben sie sich zu dritt an die bewutzte Stelle, aber das Tier hatte sich inzwischen wieder erholt unb war weg. Zwischen den Schienen lag eine kleine Schweif lache und dickbreiiger gelblicher Kot." Förster Freitag haj mit Hunden und Treibern eine benachbarte fast undurch­dringliche Dickung abgesucht, aber ohne Erfolg. Er fo hauptet steif und fest, es sei der Luchs gewesen. General­major Mohr erklärt, nach seiner Ueberzeugung habe För­ster Freitag mit seiner Behauptung recht, und er (Mohrs sagt weiter, es wäre vom weidmännischen Standpunkt am schade, wenn der Luchs auf so wenig weidmännische Art zm Strecke gebracht wäre und ungefunden verludere.

Lieber ins Gefängnis als nach Europa.

Die Kriminalpolizei von San Franzisko war erstaunt als ihr die junge Frau vorgeführt wurde:Sie ist dabei er­tappt worden, wie sie ein Kleid stehlen und unter ihrem Mantel verstecken wollte. Sie ging dabei so ungeschickt Werke, daß sie gefaßt werden mußte." Die Verhaftet! nickte:Das habe ich absichtlich getan. Ich will doch ins Ge­fängnis!" Dann gab sie den Grund an. Als Kind griechischer Auswanderer war sie mit anderthalb Jahren nach Nord­amerika gekommen. Anderthalb Jahrzehnte später Halle sie ohne ein Wort Griechisch zu verstehen Verwandte in der Heimat ihres Vaters besucht und dabei einen Offizier geheiratet. Die Ehe dauerte nicht lange, da der Mangel an Sprachkenntnissen bei der jungen Frau fortwährend Schwie­rigkeiten bereitete. Die Amerikanerin wollte nun in die Vereinigten Staaten zurückkehren, wurde aber zu ihrer Ver­blüffung von der Einwanderungspolizei abgewiesen:Sie haben durch die Ehe mit einem Griechen ihre amerikanisch! Staatsangehörigkeit verloren." Einer der dunklen Ehren­männer, die sich mit dem Einschmugg^n von Fremden in die Vereinigten Staaten beschäftigen, machte sich nun an die junge Frau heran, schickte sie nach Mexiko, nachdem er sie gründlich ausgeplündert hatte, und von dort wurde sie heim­lich über die amerikanische Grenze gebracht. Bald daraus heiratete sie einen Amerikaner, wodurch sie aber die verlorene Staatsangehörigkeit nicht wieder gewann. Sie lebte mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern ahnungslos in San Fran­zisko, als ihr eines Tages ein Bekannter in die Quere lief dessen Antrag sie einmal abgewiesen hatte. Der einstige Freier hielt es für richtig, jetzt Rache zu nehmen, und er zeigte die Frau an. Sie wurde festgenommen und sollte nach Europa ibgeschoben werden. Ihr Schicksal weckte Anteil. Ein An- valt erreichte es, daß die Ausweisung um ein Jahr zurück- gestellt wurde. Inzwischen kämpfte die junge Frau um ihr Glück, das mit einem Schlage zerstört werden mußte. Aber sie wurde ausgewiesen. Alle Bemühungen waren umsonst, und der Tag, da sie Amerika und ihre Familie verlassen sollte, stand vor der Tür. 'Deshalb", sagte die Unglückliche,habe ich gestohlen. Denn jetzt müßt Ihr mich hier behalten, ich abgeurteilt bin und meine Strafe verbüßt habe."

Besgraraaw^^^..........

Jedem Kinde ein Bett!

Gebt Betten und Matratzen für das Winterhilfswerk!

atzenden Flüssigkeiten getaucht werden, so erhält das Wachstum der Pflanzen eine Beschleunigung, die eine Dauer von zwei Monaten erreichen kann.

Und dann die Mittel, die sonst bei den Lebewesen einen Rausch, Narkose oder Empfindungslosigkeit hervorzuruse« pflegen! Durch starke Gaben können ebenso wie die Tiere auch die Pflanzen betäubt werden. In großer Verdünnung aber haben diese Mittel eine Steigerung der Atmung zur Folge. So entwickelt das Alpenveilchen reicheren Blütenschmuck, wen« der Knollen einer Aetherlösung ausgesetzt wird. Dann Hal man einen Tropfen Chloroform in hundert Kubikzenti­meter Wasser getan und diese Lösung 24 Stunden lang aus den Samen von Reis, Weizen, Petersilie wirken zu lassen. Di< Folge war, daß die Pflanzen sich zu dem Anderthalbfachen bei gewöhnlichen Größe entwickelten. Ebenso unbeliebt, aber auch ebenso wachstumsfördernd ist der Duft frischer Zeitungen au| die Pflanzen. Azethylen weckt die schlummernden Augen bei Rose und fördert die Länge der Triebe auf mehr als bde Anderthalbfache. Dabei genügt es bisweiler, daß ein Tev dieses Gases mit drei Millionen Teilen Luft vermischt wird. Dieselbe Wirkung konnte beim Leuchtgase und den Verbre»- nungsprodukten der guten, alten Petroleumlampe beobachte werden. Das Azetylen aber besitzt darüber hinaus noch di Fähigkeit, verschiedene Früchte wie Birnen, Aepfel, Zitrone« und Tomaten schneller zum Reifen bringen. .

Eine konservierende Wirkung konnte dagegen be der hinlänglich bekannten und gefürchteten Kohlensäure beobachtet werden. Wertvolle Samen lassen sich auf diese Wesp lange Zeit lebendig erhalten. So hat man Primclsamen vie« Jahre lang in Glasröhren verwahrt, die mit Kohlensäure ge­füllt und dann zugeschmolzen waren. Die Samen haben dabc- ihre Keimfähigkeit behalten, die sie sonst sehr bald verliere«

Im Winter reife Erdbeeren zu erhalten, war bislang rech- schwer. Jetzt hat man ausgezeichnete Erfolge dadurch erziel« daß man die Pflanzen gleichzeitig einer Kohlensäurcdüngup u n d der nächtlichen Beleuchtung aussetzte. Auf diese Steil hat man die Kulturdauer von Rosen, Azaleen, Primeln um Hortensien um zwanzig v. H. abkürzen, also wesentliche W sparnisse machen können. .

Schließlich ist auch noch eins der furchtbarsten Gifte, W B laysäure, mobil gemacht worden, nm das Kommen Frühlings zu beschleunigen. Man kannte das Gas bislang sonders von der Ausgasung verseuchter Schiffe her. Aber erfolgt nicht nur die Vernichtung der tierischen Schädling Das Gas macht sich auch durch die Förderung des pflanzlich, Wachstums beliebt. In dieser Richtung bewähr^ es sich " , Maiblümchcn, Kirsch- und Pfirsichzweigen. In Spanien M man große Zelte über den Äpfelsincnbäitmen auf, um bt dann durch Blausäure zu begasen. Auch Lorbeerbäume einer ähnlichen Behandlung teilhaftig geworden. Das au- sind Forschungen, die unmittelbar für die Gärtnereien "« mittelbar für das ganze Volk von größter Bedeutung