M-aer /lnzeiger
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Nr. 24 — 1934
Fulda, Montag, 29. Januar
11. Jahrgang
!
Die Schau des deutschen Bauern.
Grüne Woche Berlin 1954.
Feierliche Eröffnung durch die Reichs- r e g i e r u n g.
In den Berliner Ausstellungshallen tourte die „Grüne Woche Berlin 1934", die große Schau deutschen Bauerntums, in Anwesenheit zahlreicher Reichsminister und Ver tretet des Diplomatischen Korps eröffnet. Der Festakt fand in der Ehrenhalle der Ausstellungshalle i statt, von deren «tirnwand ein großes Bild des Führ«-cs grüßt. Vor Diesem Bild steht ein riesiger Pflug, das Wahrzeichen deutschen Vaucrnfleißes. Über dem Bild steht in großen «cttcristdas Leitwort der Ausstellung: ^Blut und Boden sind die Grundlagen der deutschen Zukunft."
Zu der Feierlichkeit waren u. a. erschienen: Oberleutnant a. D. Brückner als Vertreter des Führers, Vizekanzler von Papen, die Reichsminister Dr. Goebbels, Seldte, Eltz von Rübenach sowie der preußische Justiz- minister Kerri; ferner die Staatssekretäre Meißner, Backe, Hierl, Posse, Koenigs, Ohnesorge, Funk, Milch, Feder, Landfricd, Stuckart, Millikens und Körner. Man bemerkte ferner Oberbürgermeister Dr. Sahm Polizeipräsident von Levehow. Gruppenführer Ernst, Reichssendeleiter Hada- movsky sowie die Stabsleètung des Reichsnährstandes
In seiner Begrüßungsansprache hob Staatskommissar Dr. Lippert u. a. hervor, der Bauer kommt heute zum ersten Male in seiner neuen Gestalt in Die Stadt. Er werbe für sich, aber er werbe nicht mehr Vie früher für seine Erzeugnisse, sondern für sich selbst, für seinen Stand und die in ihm liegenden sittlichen Gedanken. An Stelle des alten geschäftlichen Sinnes der „Grünen Woche" sei
ein neuer moralischer und politischer Gehalt getreten. Es komme darauf an, daß Stadt und Land und Die in ihnen lebenden Stände die Sorgen und Röte, aber euch die Freuden des anderen begreifen. Staatskommissar , Dr.- Lippert schloß mit einem Tank an den Reichsbauernführer Sarr £.
Nach Worten Regierungsrats Karl M o tz, des Leiters der Hauptabteilung Werbung im Stabsamt des Rcichs- bauernführers hielt Reichsernährungsminister R. Walther Darrs nachstehende Eröffnungsrede.
Michsmimster Darrè spricht.
„Die ,Grünen Wochen' der vergangenen Jahre waren eine typische Erscheinung ltberalistischcr Wirt- schaf.sauffassung. Man benutzte die „Grüne Woche" als Mittel zum Zweck. Man mußte die unrentablen Ausstellungshallen auch in den Wintermonatcn besetzen. Man zog die Landbevölkerung in einer geschäftsstillen Zeit für acht Tage nach Berlin in der Hoffnung, daß der deutsche Bauer nun in Berlin für kurze Zeit Entspannung und Vergnügung suchen würde.
Die „Grüne Woche", die ich heute zu eröffnen die Ehre habe, trägt ein anderes Gesicht. Zum erstenmal werden Lebensfragen, die weit wichtiger sind als die wirtschaftlichen Sorgen des Bauernèunls, im großen Rahmen einer Ausstellung der Reichshauptstadt gezeigt. Wir müssen uns darüber klar sein, daß eine derartige Schau, die den Quellen unserer Volkwerdung, der Entwicklung unseres Bauerntums und damit unseres Reiches nachspürt, erst
_ . Die Eröffnung der Grünen Woche. ^Hpropagandaminister Dr. Goebbels und Roichs- ^runnmmmster Darrs bei der Besichtigung eines
Ausstärngsstandos.
in einem nationalsozialistischen Deutschland mit seinem geeinten Bauerntum möglich war.
Die Zerrissenheit des Bauerntums ist überwunden. Der Bauer weiß, wo heute seine Gegner und wo seine Freunde sitzen. Erst in einem nationalsozialistischen Deutschland kann ein Wort wie das von der S ch i ck s a l s- verbundenheit von Stadt und Land einen lebendigen Inhalt bekommen. Der Bauer weiß, daß er mit
Der Schirmherr des Deutschen Bauern.
In der Ehren Halle des Deutschen Bauern auf der „Grünen Woche" in Berlin befindet sich dieses Riesenbild des Volkskanzlers mit einem gefräßigen stilisierten Pflug.
seinen Volksgenossen in der Stadt, insbesondere dem deutschen Arbeiter aus Gedeih und Verderb verbunden ist.
Denn eins haben wir erreicht: gerade der deutschen Arbeiterschaft ist in den letzten Monaten klar geworden, daß vor allem ihr Los aufs engste mit der Zukunft unseres Bauerntums verknüpft ist. Dem Arbeiter be ginnt in wachsendem Maße bewußt zu werden, daß auch feine Wurzeln im Bauerntum liegen, und daß unser Volk nichts ist ohne seine Bauern.
Aus dem Munde unseres Führers stammt jenes Wort, daß ein deutscher Staatsmann auf hoffnungslosem Posten steht, der vergißt, daß im deutschen Bauerntum immer der Schwerpunkt jeder Politik liegen muß, wenn das Volk, dem seine ganze Sorge gilt, nicht verloren sein soll.
Das deutsche Volk ist seit dem Tage seines Eintritts in die Geschichte ein bodenständiges Bauernvolk gewesen. Unsere germanischen Vorfahren waren weder Wilde noch barbarische Romadenhordcn, sondern sie besaßen eine bäuerliche Kultur von einem Hochstand, den wir in mancher Beziehung heute noch nicht wieder erreicht haben.
In der Ehrenhalle des deutschen Bauern hier auf der „Grünen Woche" wird eine hervorragende Reihe dieser
Kulturgüter edelsten Bauerntums
gezeigt werden. Hier gilt cs wieder an ; u - knüpfe n. Wenn wir in allen Volksschichten um einen neuen völkischen Lebensstil ringen, so müssen mir zu den ewig sprudelnden Quellen dieser altgcrmanifchcn Kultur zurückfinden. Es geht uns darum, endlich mit der immer wieder auftauchenden Lüge aufzuräumen, als ob unsere Vorfahren kulturlose Barbaren gewesen wären, die erst seit jener Zeit, die mit der Einführung des Christentums zusammenfällt, für das westliche und südliche Kulturleben erschlossen worden wären. Gerade diese Teile der Ausstellung, wie sie in der Ehrenhalle des deutschen Bauern vereinigt sind, dürfen als wesentliches Bindeglied vom Bauerntum zum Menschen in der Stadt gelten.
Über allem aber steht die Erkenntnis: dieses Zurück- finden zu der Urquelle unseres völkischen Daseins, befreit von dem volkszerstörcudcn Liberalismus, verdanken mir nur einem Manne: unserem Führer und Kanzler Adolf Hitler!
Ich eröffne hiermit die „Grüne Woche Berlin 1934", die erste im nationalsozialistischen Deutschland, mit einem dreifachen Sieg Heil auf unser deutsches Vaterland und unseren Führer Adolf Hitler!"
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Rundfunkkundgebung fränkischer Bauern.
Im Rahmen der Rundfunkwerbung des Reichs Propagandaministeriums sprach Reich äsen dcleiter H a d a- m o v s k y auf einer großen Kundgebung zu den xrâ nki fchen Bauern über die Bedeutung des
Rundfunks, dessen sich das Bauerntum als geistige Waffe bedienen müsse. Das vergangene System habe eine tiefe
Kluft gerissen zwischen Stadt und Land.
Der deutsche Rundfunk wolle diese Kluft überbrücken und »azu beitragen, daß dem Bauernstand seine Standesehre wieder zurückgegeben werde. In jeder Dorfschenke, in jedem Bauernhaus müsse der Rundfunk vertreten sein, sann könne der Führer zu jedem seiner Volksgenossen auch in dem entlegensten Dorfe sprechen.
Kri historischer Tag für das Handwerk
Der Reichswirtschaftsminister zur Einführung des Reichshandwerksführers.
Anläßlich der Einführung des neuen Reichshandwerksführers Spenglermcister Schmidt hielt der Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt eine Ansprache. Er führte u. a. aus: Ich möchte die Gelegenheit benutzen, zu betonen, daß wir hier in der Regierung in dem deutschen Handwerk einen der stärk sten Pfeiler unseres deutschen Volkstums und des deutschen Menschen sehen und daß wir uns bewußt sind, daß diese Kraft, die darin steckt, gepflegt und gefördert werden mutz. Das deutsche Handwerk zeigt wie kaum ein anderer Berus, wie sehr das
Können und das Anpacken des einzelnen
für das Schicksal des ganzen Berufs entscheidend sind. Das Leistungsprinzip, das Herausstellen der Persönlichkeit darf aber nicht dazu führen, datz der einzelne damit Willkür treiben kann. Jeder mutz den Eigennutz hinter den Gemeinnutz zurückstellen. Auf dieser Linie müssen wir und muß das deutsche Handwerk den übrigen Teilen unserer Wirtschaft die Hand reichen. Tie, die das deutsche Handwerk am besten verstehen und das größte Herz und den größten Mut haben, müssen an die Führung dieses Berufsstandes kommen. Ich freue mich, daß ein Mann, der aus dem Handwerk herausgewachsen, an die Spitze des Handwerks gestellt werden konnte, denn gerade er
weiß wohl am besten, wie der Handwerker denkt und fühlt.
Es ist seine Aufgabe, Menschen zu finden, die in dieser Organisation mit Vorsicht ausgewählt werden. Das kann lieber etwas zu langsam als zu schnell geschehen, damit wir dann wirklich sagen können, daß dieses Führertum ein ausgewähltes ist. In diesem Sinne müssen wir dann die Innungen aufbauen, und es wird eine der nächsten Aufgaben sein, diese Innungen mit derZwangsmit- gliedschaft auszustatten, so daß wir alle Handwerker in diesen Innungen haben.
In einer Pressebcsprcchnng in Berlin machte der Generalsekretär des Reichsstandes des deutschen Handwerks, Dr. Schild, grundsätzliche Ausführungen über die besondere Bedeutung der Ernennung eines Reichshand Werksführers für das deutsche Handwerk. Durch die Ernennung des Reickshandwerksführers sei nunmehr eine
hundertprozentig nationalsozialistische StandeS- und Wirtschaftsvertretung des deutschen Handwerks garantiert.
In diesem Zusammenhang kam der Redner auf die ungeheure Organisationsarbeit zu sprechen, die des Handwerks- fübrcrs harre: Richt weniger als 20 000 Handwerkerinnungen, mehr als 500 Fachvcrbändc, 68 Gewerbe- und Handwerkerkammern müßten nach dem Führerprinzip umgestaltet werden.
Segen die Realsten in allen Lagern.
Eine Rede des Staatsministers Esser.
Der bayerische Staatsminister Esser stattete der Amtswalterschule des Gaues Schwaben in Blaichach einen Besuch ab. Der Minister hielt dabei eine längere Rede, in der er sich mit einer Reihe von aktuellen Fragen der politischen Lage im Dritten Reich beschäftigte. Die nationalsozialistischen Amtswalter müßten
zu Garanten der nationalsozialistischen Revolution erzogen werden. Wenn auch heute äußerlich der neue Staat fest begründet sei und nach menschlicher Voraussicht durch nichts mehr erschüttert werden könne, so gebe es doch immernochgenügendGcfahrenmomente, die man richtig erkennen und entschieden bekämpfen müsse. Vor allem müsse das
Kontingent der sogenannten Gleichgcschaltctcn sorgfältig beobachtet werden.
Vor allem müsse die Minifterialbürokratie langsam aber stetig mit absolut zuverlässigen nationalsozalisti- schen Kräften durchsetzt werden, denn eine nationalsozialistische Regierung könne nur dann auf die Dauer wirklich befreiend und forrschrittlich aufbauend wirken, wenn die l c tz t e n bürokratischen Sumpfe au- vergangener Zeit ausgetrocknet sein würden.
' Aber auch die Kreise der ehemaligen schwarzen dürften nicht aus dem Auge gelassen werden.
Eine dritte Gefahr fei neben der marxistischen Wühlarbeit das scheinheilige Getue gewisser Kreise, die nur allzu gern die nationale Erhebung dieser Zeit in der Auferstehung der Monarchie auSlaufen lassen möchte,:. Hier gelte der alte Grundsatz Adolf Hitlers, daß zuerst daS Volk komme und dann die Staatsfarm.