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Erscheiiü jeden Werktag. Bezugspreis: monatlich 1,70 Mk. Bei Lieferungsbehinderung durch „Höhere Gewalt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Friedr. Lhrenklau, Fulda, Königstr. 42. Druck: Friedr. Ehrenklau, Lauterbach H. Hauptschriftleiter: Christian Seipel, Fulda, Königstr. 42. Vertreter des Haupkschristleiters: Fr. Ehrenklau, Lauterbach H.
Nr. 15 — 1934
Tageblatt für Rhön un- Vogelsberg MMÄ&n^Ä y u. Genostenschaften 7 Rpf., f. alle and. 5 Äpf. Im
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Fulda, Donnerstag, 18. Januar
11. Jahrgang
SSSSSS»
Deutschlands Nern an den Völkerbund.
Die Antwort in der Saarfrage.
Der deutsche Konsul in Genf, Dr. Krauel, hat soeben dem Generalsekretär des Völkerbundes die folgende Antwort der Ncichsrcgicrung übergeben:
„Herr Generalsekretär! Indem ich den empfang Ihres Schreibens vom 15. Januar mit verbindlichem Dani bestätige, beehre ich mich, Ihnen dazu mitzuteilen, daß die deutsche Negierung bei aller Würdigung der in der Sitzung des Völkcrbundsrates vom 15. Januar vorgebrachten Gesichtspunkte zu ihrem Bedauern aus grundsätzlichen Erwägungen davon abschen mutz, an den Be - ratungen der Tagung des Völkcrbundsrates über Punkt 26 der Tagesordnung bcizuwohnen. Genehmigen Sic usw. gcz. Freiherr von Neurath."
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„Ein neuer schwerer Schlag für den Völkerbund."
Ein englisches Presseurteil.
London, 18; Zan. (Funkmeldung.) „Daily Mail" schreibt in einem Leitartikel, Deutschlands Weigerung, nach Genf anläßlich der Behandlung der Saarfrage zu gehen, sei ein neuer schwerer Schlag für den Völkerbund. Angesichts dieser Lage sollte die britische Regierung vorsichtig sein. Es sei bedauerlich, daß sie die Wiedernennung Dr. Knox' zum Vorsitzenden der Saarregierungskommission zugelassen habe. Keine wichtigen britischen Interessen seien mit dem Saarproblem verbunden. England würde
Kesseltreibemm Genf.
Die fremde Saarregiernng wieder bestätigt
Der Engländer Knox im Bunde mit dem Landesverräter Matz Braun.
Die letzten Meldungen aus Genf in der Saarfrage zeigen erneut mit allem Ernst, daß Frankreich und seine Organe die Saarabstimmung aus jede nur erdenkliche Weise zu verfälschen beabsichtigen. Der „Völkerbundsrat" hat die bisherige Saarregierung des Engländers Knox, die sich durch ihre deutschfeindliche, aller Neutralität hohnsprechende Haltung einen unrühmlichen Namen gemacht hat, trotzdem wieder in ihrem Amt b e st ä t i g t. Sie besteht außer dem schon genannten Engländer Knox und einem Saarländer noch aus einem Franzosen, einem Süd- llawen und einem Finnen. Abgesehen von dem letzteren und dem Saarländer gehören also der Saarregierung auch für die Abstimmungszeit nur Vertreter der französischen Politik an! Unter diesen Vorzeichen geht das Saargebiet dem Januar 1935 entgegen.
Diese fremde Regierung ist geradezu der Pfahl im Fleisch des rein deutschen Saargebietes: sie wäre vielleicht in irgend einem exotischen Kolonialland am Platze, nicht aber in einem Teil des Deutschen Reiches. Daß es den marxistisch-separatistischen Bestrebungen nicht gelungen ist, das saardeutsche Mitglied der Regierung durch den jüdischen Rechtsanwalt Sender zu ersetzen, ist dabei nur ein geringer Trost.
Gleichzeitig haben sich in Genf die Bemühungen verstärkt, fremdeTruppen oder Polizeikräfte für die Abstimmungszeit ins Saargebiet zu legen. Angesichts der ruhigen und überaus disziplinierten Haltung der Saarbevölkerung, die keinerlei Beaufsichtigung durch noch mehr fremde Elemente braucht, kann diese Absicht keinen anderen Zweck haben, als den, durch verschärften Terror und durch die so vielfach bewährten Unterdrückungsmethoden
die Abstimmung von vornherein im Sinne Frankreichs
1 zu beeinflussen.
S o achtet Frankreich selbst die Vorschriften des Versailler Diktates, das eine freie lind geheime, gesicherte Abstimmung vorschreibt! Die Treiber dieser Bestrebungen sind vor allem der Präsident der Saarregierung, Knor, der bekanntlich ganz unter französischem Einfluß steht, und Wit ihm zusammen — welch saubere Bundesgenossen» schäft! — der vielfach vorbestrafte Koinmunist und Separatist Matz Brau n. Knor ist soeben in Genf ein- Setrofsen, und zwar eigens zn dem Zweck, um von dem „Völkerbundsrat"
weitgehende Machtmittel für die Abstimmungszeit
Su erhalten. lind der Landesverräter Matz B r a u n bat in Genf eine Denkschrift eingereicht, in der ebenfalls dfr Rai gebeten wird, der Saarregierung für die Ab- mnunung „außerordentliche Vollmachten zu erteilen" — ,lc Gleichheit dieser Bemühungen unt) dieses Bündnis «'ne« Völkerbundsbeauftragten mit einem internationalen Verbrecher spricht Bände. Beide haben in ihren Koffern °uie Fülle von „Material" zur Begründung ihrer Forde- tllnSeu mitgebracht, eine Sammlung unverschämter
Lügen und Verleumdungen
vornehmlich gegen die Nationalsozialisten im Saargebiet, ^e verlangen vor allem Aufhebung der ttnabsctzbarkeit ldeutschcnt Richter im Saargebiet, die „Säuberung" . * Artigen Polizei von deutschen Elementen, die Überwachung der deutschen Schulbehörden usw.
es wohler sein, wenn der britische Saarkommissar zurückgezogen werden würde.
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Wie zu erwarten: Pariser Pressehetze.
Französische Stimmen der Saarfrage.
Paris, 18. Jan. (Funkmeldung.) Die ablehnende deutsche Antwort, sich in Genf auf eine Saardiskussion einzulassen, ist der französischen Oeffentlichkeit nicht unerwartet gekommen. Nichtsdestoweniger wird die deutsche Haltung von der Pariser Presse scharf angegriffen. Der Genfer Berichterstatter des „Matin" erklärt, Deutschland bringe sich absichtlich wieder in die Lage, in der es sich z. B. 1921 befunden habe, als ohne sein Beisein die Ausführungsbestimmungen für die Abstimmungen in Oberschkesien festgesetzt wurden. Das Saardrama selbst, fährt der Berichterstatter fort, spiele sich in den Wandelgängen in Genf ab, wo die beiden wilden Eegener Röchling und Matz Braun sich immer begegneten. „L' Ordre" vertritt die Auffassung, daß Deutschland, nachdem es abgelehnt habe, seine Auf- sasiung in der Saarfrage in Genf zu verteidigen, sich auf andere Weise, durch verstärkte Propaganda, durchsetzen werde.
Der Havas-Berichterstatter in Genf weift übrigens darauf hin, daß der Völkerbundsrat in seiner gegenwärtigen Sitzung überhaupt nicht über die Sicherheitsmaßnahmen zu befinden haben werde, die vor und während der Volksabstimmung von 1935 ergriffen werden müßten.
Inzwischen ist auch Herr Matz Braun persönlich in Genf eingetrosfcn. Der Bursche hat die Frechheit gehabt, einen „Empfang' der internationalen Presse zu veranstalten, auf dem er sich als Vertreter der „Deutschen Freiheitsfront im Saargebiet" (ein leerer Name ohne tatsächlichen Hintergrund! und der durch ihren Verbrecherschutz berüchtigten „Liga für Menschenrechte" vorznstellen und im übrigen eine Verschiebung der Abstimmung um fünf bis zehn Jahre zu „beantragen". Da befindet er sich nun sogar in direktem Widerspruch zu der regierungsoffiziösen Pariser Zeitung „Temps", die entgegen ihrer früheren Haltung neuerdings für die Einhaltung des Ab- stimmnngstermins eintritt — nicht etwa aus Loyalität gegenüber Deutschland, sondern lediglich zur Wahrung des Wortlautes des Versailler Diktates.
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Einmütige Ablehnung der Wiederwahl Knox' im Saargebiet.
Saarbrücken, 18. Jan. (Funkmeldung.) Zu der Wiederwahl der Regierungskommission schreibt die „Saarbrücker Zeitung" u. a.: Die Bevölkerung ist nicht in der Lage, das Vertrauen, das der bisherigen Regie- rungskommiffion damit ausgesprochen wurde, von sich aus zu bestätigen. Sie kann sich noch weniger dem Dank anschließen, den der Völkerbund zum Ausdruck gebracht hat. Die Erfahrung des letzten Jahres zwingt sie vielmehr dazu, die Regierungskommiffion in ihrer jetzigen Zusammensetzung mit aller gebotenenen Deutlichkeit und Ehrlichkeit innerlich abzulehnen. Sie wird und kann in Gefühl und Gesinnung mit der neu bestätigten Regierungskommission nichts gemeinsam haben, die stets ihr fremd und in geschloffener Abwehr gegenüber. Wir wollen nicht verhehlen, daß unsere schwersten Bedenken aus der Tatsache resultieren, daß auch der jetzige Präsident Knor wieder bestätigt worden ist. In seiner Eigenschaft als Präsident begegnet er in der Bevölkerung einer Ablehnung. wie sie einmütiger und nachdrücklicher noch keinem Mitglied der Regierungskommiffion bescheinigt worden ist. Daß die Bevölkerung erwartet hatte, er werde freiwillig auf eine Wiederernennung verzichten, zeigt, wie schroff sich im Urteil der Bevölkerung die Regierungspraxis des Herrn Knox von der seiner Vorgänger abhebt.
Die nationalsozialistische „Saarfront" hebt hervor: Herrn Knox ist mit der Verlängerung seiner Beamtung zugleich Dank und Anerkennung ausgesprochen worden im gleichen Zeitpunkt, da in der Völkerbundshauptstadt selbst die berufensten Vertreter der „Untertanen" ihre in drei Denkschriften niedergelegten Beschwerden, insbesondere gegen diesen Präsidenten mündlich zu erläutern und zu verteidigen erschienen sind.
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Sir John Simon lehnt Aeußerungen über die Saarfrage ab.
London, 18. Jan. (Funkmeldung.) Der Pariser Reutervertreter befragte Sir John Simon während seines kurzen Aufenthaltes in Paris über das Saarproblem. Der britische Staatssekretär des Aeutzeren erwiderte: „Ich bedauere sehr, aber ich kann nichts sagen. Ich habe darüber nur aus fünfter Hand erfahren und bin jetzt im Begriffe, mir einiges aus letzter Hand zu verschaffen. Gute Nacht."
Macht Euch und anderen Freude durch Uebernahme einer WruterhUfs-Patenschaft!
Saarbrücken darf flaggen.
Saarbrücken, 18. Jan. (Funkmeldung.) Am Reichsgründungstage hat die Regierungskommifsion auf Antrag der Stadtverwaltung den städtischen Gebäuden gestattet, Flaggenschmuck zu tragen, da es sich, wie es in der Begründung heißt, um eine alte Gewohnheit im Saargebiet handelt. Nur solchen städtischen Gebäuden wurde der Flaggenschmuck untersagt, die zugleich staatliche Stellen beherbergen. — Man fragt sich: Handelt es sich um einen Akt der Höflichkeit seitens der Regierungskommission oder um einen Beweis von Einsicht?
DerSeist der neuen Arbeitsordnung.
Durch das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit wird ein ganz neues, sich von der früheren Entwicklung tief und wesentlich unterscheidendes Kapitel der deutschen Sozialpolitik begonnen, das durch die Rede des Führers am 1. Mai 1933, dem „Tage der Arbeit", angekündigt, seither durch zahlreiche Maßnahmen vorbereitet und eingeleitet worden ist und am 1. Mai 1934 in Kraft treten wird.
Ein neues, wesentlich anderes Kapitel, — das geht rein äußerlich schon daraus hervor, daß eine ganze Reihe sozialpolitischer Gesetze wieder beseitigt werden, die aus der Nachkriegsperiode stammen und mit am stärksten von den liberalistisch-marxistischen Ideen dieser Zeit durchtränkt sind. Vor allem war das Betriebsräte- g e s e H ein unmittelbares Kind der Revolution, das nun überall in den Betrieben in dem Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Klaffenkampf- gedanken zum inneren und äußeren Maßstab machen wollte und dieses Ziel mit Hilfe der politischen Truppen im Reichstag, also der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften in den Betrieben auch vielfach erreichte. Vom Klassenkampfgedanken erfüllt waren die kollektiven Tarif- tz e r t r ä g e, die in der Weise zustande gebracht wurden, daß zwischen den Unternehmerorganisationen und den Gewerkschaften hierüber verhandelt wurde wie von Macht zu Macht und die letzteren vom Staate vielfach so unterstützt wurden, als treibe dieser Staat nicht Sozial-, sondern sozialistische Politik! Wie sich denn überhaupt die Agitationsanträge auf „Sozialisierung" größerer Betriebe oder ganzer Industriezweige fortdauernd wiederholten! Und hinter diesem Sozialismus stand mit der Peitsche der Demagogie und das Feld immer stärker beherrschend: der Kommunismus.
Dem Klassenkampfgedanken entsprechend, der die Arbeiterschaft eines Betriebes den Unternehmer als „F e i n d" zu betrachten befahl, wurden in der Nachkriegszeit die Lobntarife und zahlreiche sonstigen Vereinbarungen zu solchen „politischer" Art. Nicht mehr die wirtschaftliche, vom Ertrage des Betriebes abhängige Möglichkeit der Lohnhöhe war maßgebend, sondern das, was durch die Arbeitskämpfe errungen werden konnte. Diese Politisierung des Lohn- und Gchaltswesens, vor allem mit Hilfe des gleichfalls aus der Klassenkampfidee entsprungenen Streikrechts, hat uns wirtschaftlich geradezu entsetzlich geschadet, — und damit auch die deutsche Arbeiterschaft selbst in das furchtbare Elend der Arbeitslosigkeit stürzen helfen. Und das alles waren nun die so viel zitierten „Errungenschaften" der Revolution, die so lange mit einem blinden, aber um so fanatischeren Eifer „verteidigt" wurden, bis als Endergebnis acht Millionen Erwerbslose auf der Straße lagen! Dann aber machte der deutsche Sozialismus Hitlers und der Männer der „Deutschen Arbeitsfront" Schluß mit diesem Trauerspiel.
Und was hatte früher der S t a a t dabei getan? Das staatliche Schlichtungs- und Schiedsgerichtswesen hatte den verhängnisvollen Fehler, daß es beiden vor oder in einem Arl^itskampf stehenden Parteien die Verantwortung für die wirtschaftlichen Folgen eines solchen Arbeitskampfes abnahm und diese durch den Schiedsspruch selbst zu tragen hatte. Ähnliches galt bei der Rechtsverbindlichkeit von Tarifverträgen einschließlich der Lobnvcrcinbarungen, die auch erst vom Reich ausgesprochen werden mußte. Immer und überall stand eben im Hintergrund der marxistische Klassenkampfgedanke und selbst auch jene Gewerkschaften, die sich nicht zu ibm bekannten oder ibn äußerlich ablehnten, hat er jedenfalls in der Praxis doch sehr stark cingcmirtt! Und dennoch ist die Sozialgesetzgebung vor fast anderthalb Jahrzehnten ausgerichtet worden.
Ein großer Teil davon ist nun fdion durch den Geist der neuen Arbeitsordnung beiseite geschoben und ausgetilgt worden: einen weiteren Teil ersetzt jetzt das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit. In dem „Gegen- s a tz zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer", nicht nur, sondern schon in diesen beiden Bezeichnungen kam der Klassenkampfgedanke marxistischer Herkunft zu äußerlich sichtbarstem Ausdruck. Beides, jener Gegensatz und diese Bezeichnungen werden beseitigt, und hinter den verantwortlichen Führer des Betriebes tritt die Gefolgschaft, die wieder in und durch den „Vertrauens- r a t" mit dem Führer des Betriebes verbunden ist. Das ist nicht der „Betriebsrat" früherer Zeit, der sich meist als ein Organ des Klaffenkampfes fühlte und betätigte. Der neue Geist der Ordnung in der nationalen Arbeit kennzeichnet vielmehr auf der einen Seite die Bestimmung, daß der Führer deS Betriebes „für das Wohl derGe - f o l g s ch a f t zu sorgen" hat. andererseits biete aber ibm