Aus Hessen und NaKbargebieten.
Wetterbericht.
Mit der Auflösung der seither in den Niederungen vorhandenen Hochnebeldecke hat sich infolge verstärkter Ausstrahlung in Deutschland fast allgemein Frostverschärfung eingestellt. Zu gleicher Zeit verfrachtet eine starke Südströmung milde subtropische Luft über England und auch schon einen großen Teil Frankreichs nordwärts, die aber entsprechend der Luftdruckverteilung — sehr tiefer Druck über dem Ostatlantik hoher Druck über Osteuropa — auf dem Kontinent nur langsam ostwärts ausbreitet. — Vorhersage bis Freitag abend: Nach recht kalter Nacht zunächst noch aufgeheitert, später aufkommende Bewölkung, um Süd schwankende Winde. — Mitterungsaussichten für Samstag: Meist bewölkt und Neig- ng zu leichten Niederschlägen, fortschreitende Frostmilderung, meist südliche Winde.
Die amtlichen Wintersportnachrichten vom 11. Januar melden durchweg sehr gute Sportverhältnisse in den heimischen Gebirgen." Vogelsberg. Hoherodskopf: 9 Grad Kälte, Schneehöhe 30 cm, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. HerchenhainerHöhe: 9 Grad Kälte, Schneehöhe 24 cm, leicht verharscht, Sportmöglichkeiten sehr gut. — Rhön. Wasserkuppe: 1 Grad Kälte, Schneehöhe 35 cm, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut Gersfeld: 10 Grad Kälte, Schneehöhe 15 cm, Pulverschnee, Sport- möglichkeiten sehr gut.
* Fulda, den 12. Januar 1934.
Bedarfsdeckungsscheine.
Gewährung von Sachleistungen an Hilfsbedürftige der Stadt Fulda.
Nachzügler der nachstehenden Personenkreise können noch Anträge auf Gewährung eines Bezugsscheines stellen.
Personenkreis: Alu, Kru, We, Stadtarme, sowie kinderreichen Familien, welchen bereits die Winterversorgung (Brand) bewilligt worden ist.
Samstag, den 13. Januar 1934 von 8.39 bis 12.30 Uhr.
'Nach den Straßen mit den Anfangsbuch- st a b e n : A bis R Rathaus, Zimmer 12, eine Treppe hoch. S bis Z Rathaus, Zimmer 13, Schalterraum des Wohlfahrtsamtes.
Außerdem können diejenigen Klein- und Sozialrentner, Schwerkriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebene, welche noch keinen Anirag gestellt haben, dies ebenfalls am Samstag, den 13. d. M, nachholen.
Klein- und Sozialrentner: Rathaus, Zimmer Nr. 6.
Schwerkriegsbeschädigte: Rathaus, Versicherungsamt.
Kriegshinterbliebene: Rathaus, Zimmer Nr. 7.
Die Zeiten sind genau einzuhalten. An Unterlagen mü'en vorgelegt werden: Meldekarte, sowie Unterlagen über das Alter der Kinder, Familienstammbuch oder Geburtsurkunden, Zahlungsausweife, Lohnbescheinigungen.
Es w>rd besonders darauf Hinzewjefen, daß es sich um eine Tcrmlnfache handelt. Nachzügler können nicht mehr berücksichtigt wMey.
Diejenigen Geschäfte, welche noch Bezugsscheine vom städtischen Wohlfahrtsamt haben, wollen diese ebenfalls spätestens bis Samstag, den 13. d. M., dortselbst abgeben.
Die Geschäftsräume des Wohlfahrtsamtes bleiben vom 15. Januar bis einschließlich 18. Januar d. I. geschlossen.
Unbeständiger Winter.
So merkwürdig vas auch klingen mag, wir wissen noch bis (mute nicht ganz genau, in welche Winterklasse wir den Winter, in dem wir leben, einzuordnen haben: denn Ordnung muß ja schließlich sein. Gehört dieser Winter zu den gewöhnlichen, oder gehört er zu den ungewöhnlichen Winternd Ist er als kalt zu bezeichnen, oder soll man ihn zu den gemäßigten Wintern werfen, oder wird man ihn einst in der Geschichte als bemerkenswert warmen Winter erwähnt finden? Er bringt für jeden etwas, aber nicht für jeden das gleiche.
Anfangs, als er auftrat, hatte man es kinderleicht: man braucht nur an die ungeheuer kalten Dezembertag e zu denken. Damals war es ausgemacht unter allen: es wird ein Polarwinter, es wird ein Winter, wie wir ihn in solcher Härte und Strenge schon seit langem nicht mehr erlebt haben. Wer etwas von Shakespeare wußte, sprach vom „Winter unseres Mißvergnügens". Dann aber begann der ganze Winter plötzlich abzuslauen. Es kamen Tage, von denen man sagen konnte: „. . . und sie gefielen uns." Sie waren nicht ungeheure warm, und man mußte auch etliche Nässe und einigen Schnupfen mit in den Kaus nehmen, aber man konnte doch mit den Temperaturen zufrieden sein und brauchte im allgemeinen nicht allzusehr zu frieren. Wir sagen mit Bedacht „im allgemeinen", da es auch in jenen warmen Wintertagen Gegenden gab, in denen man nicht ganz aus Winter zu verzichten brauchte. Es fiel daselbst N e u s ch n e c , es gab ans der Erde „Pulver" für Ski und Rodel, es stellten sich von Zeil zu Zeit auch ein paar Kältegrade, so um Null herum, ein, und wer Geld hatte, konnte unbesorgt in die Winterfrische fahren. Für alle anderen aber gab es einen bemerkenswert lauen Januar. Jeden Tag sah man im Wetterbericht nach, wie das Wetter sei, und jeden Tag konnte man beruhigt seststellen, daß es — wieder „im allgemeinen" - noch immer ein paar Plusgrade ausweise.
Mit dem Polarwinter ist es also, tvenn man von der kleinen Dezeinberparenthcse absichl, bis jetzt nichts gewesen. und neugierig fragt man sich nun, wie die Sache sich weiter entwickeln wird. Behalten die strengen Propheten schließlich doch noch recht, oder triumphieren die Wetterkunder, die es gut mit uns meinen und auf Fortdauer des milden Wetters tippen? Es kündig, sich - wie man so lieft - für die nächste Zeit einiger Sonnenschein an, und das würde heiteren Himmel bedeuten. Aus heiterem Himmel pflegt aber nicht nur der Blitz, sondern manchmal rmch die Kälte zu kommen. Ein Absinken der Temperaturen wäre also nicht ganz ausgeschlossen, aber es ist zu hoffen, daß sie nicht noch einmal allzu tief sinken und uns in die Miuusgrade jenseits der zwanzig hinein« bringen. Prophezeiungen sind zwar unverbindlich, aber ein nur einigermaßen vorsichtiger Wetterprophet sollte sich doch nicht auf D a n e r k ä l t e sestlcgcn wollen. Besser ist es wirklich schon, wenn wir ein paar Wärinewellen ins Land kriegen, wobei man den Skiläufern, den Bobfahrern und den Rodelschlittlern immer noch einiges Recht auf Reu- und Altschnee zugestehen kann!
Die Zeit der Wintervergnügen.
Auch Veranstaltung von Vergnügungen taun Wohl tätigkeit, kann Dienst am Mitmenschen sein und ist es auch in vielen Fällen. Wenn wir uns das richtig überlegen, werden wir die „Hochsaison" der Win-eroergnügnn- gen, der Vereinsfeste, Maskenbälle, Familienkränzchen usw., die nach Neujahr zu beginnen und in der Karnevals- zeit ihren Höhepunkt zu erreichen pflegt, nach ihrem wahren Wert zu schätzen wissen. Ein gänzlicher Ausfall von Vergnügungen würde für manchen Beruf, für manches Handwerk und manches Gewerbe vielleicht einer wirtschaftlichen Schädigung gleichkommen, denn es gibt selbst in den kleinsten Orten eine erkleckliche Au ahl von Leuten, die bei der Veranstaltung einer der üblichen Wimernergnügunaen etwas verdienen können. Erwägungen solcher Art waren ja wohl auch maßgebend, als jetzt am R^ein und vielleicht auch anoerswo durch Regierungsverordnungen für dieses Jahr wieder Karnevalsfreiheit gewährt wurde. Der Karneval soll wieder so gefeiert werden dürfen wie in früherer Zeit. Diese Verfügungen sind jedoch an Vorbedingungen geknüpft worden, und es darf erwartet werden, daß die Be dingungen restlos erfüllt werden.
Wir haben ja immerhin noch auf die vielen Not leidenden Rücksicht zu nehmen. Eine großartig und großzügig eingeleitete und durchgeführte Winterhilfe sucht die Not zu lindern, wo sie sich zeigt, aber alles auf einmal kann nicht getan werden, und die von den Regierungsstellen geleitete Hilfstätigkeit muß von jedem, der dazu nur irgendwie in der Lage ist, auis wirksamste unterstützt werden. Das aber kann auch durch die Veranstaltung von Vergnügungen geschehen. Nicht nur in den großen Städten, sondern auch in kleineren Orten sollte man sich, ivenn ein „Vergnügen" in Aussicht genommen ist, zuerst sagen: „Es muß einem größeren Kreise Nutzen bringen und dars nicm^h kränken, fall nach Möglichkeit keinem von denen, wetche, der Not gehorchend, abseits stehen müssen, das Herz schwer machen!" Wenn die Armen ein- seben lernen, daß sie selbst durch Vergnügungen, die von anderen veraustaltet werden, gewisse Vorteile haben, so werden sie bestimmt ienen anderen ein bißchen Frohsinn nicht mißgönnen. Was sich daraus ergibt, ist leicht ersichtlich: es ergibt sich daraus, daß die Wintervergnügun- gen nicht nur gewissen Berufen, Gewerben usw., also zum Beispiel Kellnern, Musikern, Kleiderbewabrerinnen, G-ss- wirten und anderen ummtc kommen sollten, sondern darüber hinaus auch winterhilfsbedürftigen Reifen Es wäre sehr gut, eine Erweiterung der privaten Winterbilse möglich, wenn die Veranstalter von Vergnügungen und alle diejenigen, welche an Vergnügungen als Gäste teil- neGnen, sich ein bißchen selbst besteuerten und steine Ov' er brächten für die Armen, die es nicht so gut haben, daß sie an Lustbarkeiten tei (nehmen könn en. W"r Geld für e’nen Kostümball, ein Tan'vergnügen seines Vereins ein Karnevalsfest ausgeben kann und will, wird s" ' '■ immr noch eine Kleinigkeit mehr „flüssig machen" können, n i es für wohltätige Zwecke, jetzt vor allem für Winterhilfe und Arbeitsbeschaffung, ’u spenden. So gesehen, kann jedes Vergnügen einen höheren Sinn und efnen höheren Wert bekommen und man wi'-d ba^n, im Bewußtsein, ein an "es Werk gean zu haben, doppelt und aufrichtig vergnügt sein dürfen!
Fuldaer Schöffengericht.
Schwerer Eetreide-D.ebstahl.
Aus dem Schlosse des Herrn von Sydow in Mansbach, in dem sich früher das Union-Gestüt befand, und in dem jetzt beträchtliche Mengen von Roggen, Weizen und Geste lagern, wurden in den Monaten September und Oktober v. J. fortgesetzt größere Posten Getreide gestohlen. Die Ermittlungen ergaben, daß der 32jährige mehrfach wegen Diebstahls vorbestrafte erwerbslose Arbeiter L. M. und der 26jährige Arbeiter A. E., beide aus Mansbach, als Täter in Betracht kamen. E., der früher a- f dem Union- Gestüt beschäftigt war, hatte noch einen Schlüssel, der zu einer Tür des Schlosses paßte. Das gestohlene Getreide verkauften die beiden an einen Müller und teilten sich den Erlös. Insgesamt sollen etwa 65 bs 70 Zentner Frucht gestohlen worden sein. Das Urteil des Fuldaer Sch ffen- gerichts lautete gegen M. auf 2 Jahre Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 2 Jahre. Der Haftbefehl bleibt bestehen, da Fluchtverdacht vorliegt. E. erhielt wegen schweren Diebstahls 1 Jahr Gefängnis. Der wegen Begünstigung mitangeklagte W., bei dem ein Posten Gerste untergestellt war, wurde freigesprochen, da ihm das Gericht nicht nachweisen konnte, daß ihm der Diebstahl der Gerste bekannt war.
Staatsfcinde.
Gegen den mehrfach vorbestraften 26jährigen Arbeiter R. B. in^Fulda, dessen staatsfeindliche Gesinnung der Staatsanwaltschaft bekannt ist, hatte diese im Schnellverfahren Anklage erhoben, die das gestrige Schöffengericht beschäftigte. B. hatte am Kirchweihsonntag in einer Wirtschaft in Horas einen SA.-Mann beleidigt und auch in bezug auf die SA. verleumderische Aeußerungen getan. Ferner soll er sich beim Absingen eines vaterländischen Liedes des groben Unfugs schuldig gemacht haben, was ihm jedoch nicht nachgewiesen werden konnte. Wegen der Beleidigung des SA. -Mannes wurde B. zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt. Dem Beleidigten wurde das Recht zugesprochen, den Urteilstenor am Bürgermeisteramt in Horas auszuhängen.
Der 23jährige Arbeiter P. K. in Horas. der sich z. Z. wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Kassel in Untersuchungshaft befindet, stand gestern wegen Beleidigung eines Oberlandjägers vor dem Schöffengericht. Gelegentlich einer poltifchèn Haussuchung im November 1933 hatte er einen Oberlandjäger beleidigt rind wollte gegen den Beamten tätlich vorgehen. Der Angeklagte ist geständig, den Beamten beschimpft zu haben, versuchte aber, seinen Worten eine andere Deutung zu geben. Das Urteil lautete auf 2 Wochen Gefängnis.
Ungezogene Schuljungen
in Bad Salzschlirf hatten es darauf abgesehen, den dort wohnenden Photographen M. W., einen geborenen Russen, fortgesetzt zu schikanieren. Als die Jungen eines Tages wieder ihren Schabernack verübten und nach dem Hause des W. mit Schneeballen warfen, wobei eine bei W. wohnende Frau getroffen wurde, fetzte der Photograph den Jungen sofort nach und maßregelte einen 10jährigen Schüler. Er nahm ihn darauf mit nach Hause, wo er von der Frau noch einige Hiebe mit einem Spazierstock erhielt. Die Folge war, daß gegen W. und die bei W. wohnende Frau ein Strafverfahren .eingeleilet wurde. Wegen einfacher Körperverletzung erhielt der Photograph 75 Mark und die Frau 100 Mark Geldstrafe.
Bildung eines Ausschusses für technische Beamte im Reichsbund der Deutschen Beamten.
Der Leiter des Amtes für Beamte bei der Obersten Leitung der P.O. und Führer des Reichsbundes der Deutschen Beamten, Reichstagsabgeordneter Hermann Neef, hat den Parteigenossen Häfner, wie der Beam- ten-Nachrichten-Dienst meldet, zum Vorsitzenden des Aus- fchuffes für Beamte des Technischen Dienstes beim Reichs- bund der rutschen Beamten ernannt und ihn gleichzeitig mit der Bildung des genannten Ausschusses beauftragt, die bis zum 20. Januar 1931 vollzogen fein soll.
Schotten, 11. Jan. (Fünf Jahre städtisches Krankenhaus in Schotten.) Wie Bürgermeister Mengel-Schotten in einem Aufsatz im „Schottener Kreisblatt" mitteilt, kann die Stadt Schotten jetzt auf das fünf-- jährge Bestehen ihres städtischen Krankenhauses zurück- blicken. Tas Krankenhaus wurde am 1. Dezember 1928 im Betrieb genommen, einige Erweiterungen erfolgten fpa=; ter. ': ie Gesamtkosten der für die Stadt und den Kreis Schotten segensreichen Einrichtung beliefen sich auf rund. 240 000 Mark. Vom 1. Januar 1929 bis Ende 1933 wurde, das Krankenhaus von 1762 Personen in Anspruch genom-, men, davon allein im verflossenen Jahr 435. An Operationen wurden in den fünf Jahren 1028 vorgenommen. 1930 Personen benutzten die Röntgenstation. In dem seit, zwei Jahren mit dem Krankenhaus verbundenen Erho-' lungsheim waren rund 80 Personen untergebracht. Die jährlichen Einnahmen des Krankenhauses belaufen sich auf, 40 bis 50 000 Mark, die Ausgaben bleiben hinter den Ein-: nahmen zurück, so daß die Rechnung mit einem Ueberschuß: abschließt. Die Stadt trägt die Verzinsung und Tilgung: des Anlagekapitals. An dem Krankenhaus wirken ein; Chefarzt, ein Assistent, mehrere Schwestern und das Hilfs-: personal. Die Verwaltung des Krankenhauses besorgt die Bürgermeisterei.
Gießen, 11. Jan. (Große Unterschlagungen.) Der Buchhalter Helmut Kamps, wohnhaft in Wiesbaden,- hatte in Bad Nauheim beim Teutschen Kurheim für Be-: amte rund 15 000 Mark unterschlagen. Erft veruntreute: er kleinere Beträge, mit denen er Rechnungen bezahlen^ sollte, angeblich um Schulden seiner Mutter zu bezahlens Dann verbürgte er sich für einen Freund und huldigte deins Roulette, wobei er größere Beträge verlor. Das Ergebnis: war schließlich ein veruntreuter Betrag von rund 15 000 Mark. Das Gießener Schöffengericht verurteilte den un=: getreuen Menschen gestern zu 1% Jahren Gefängnis; der Staatsanwalt hatte ein Jahr zwei Monate Gefängnis beantragt.
Gießen, 11. Jan. (Wegen Beleidigung der Reichsregierung ins Gefängnis.) Megen Beleidigung der Reichsregierung, deren Maßnahmen er in einer Gastwirtschaft abfällig kritisierte, erhielt g-stern der frühere Privatdozent an der Universität Gießen Tr. Georg Mayer vom Gießener Sch sifengericht drei Mo"ate Gefängnis zudiktiert. Die Verurteilung erfolgte auf Grund der Vero dnung des Reichspräsidenten zum Schutz' der Reichsregierung gegen heimtückische Angriffe. — Ferner verurteilte das Gießener Scbönengericht den "oD^eke-- Tbeo^or Ruckstuhl aus Gießen zu vier Monaten Gefängnis, weil er in einer Wirtschaft in Laubach erklärt hatte, die R"ichs- regierung habe den früheren Kommunistenführer Thälmann unschuldig ins Gefängnis gesperrt.
Frankfurt a. M, 11. Jan. (Einheitliche Durchbildung der NS. - Frauenschaft im gesamten C a u g e b i e l.) Eine Verfügung des Gauleirers Sprenger beauftragt Eaugefchäftsführer Maus mit der einheitlichen "urchb:ld"ng der RS.-Frauenschaft für den graniten Gau unter Beurlaubung der fritherigen Leiterinnen der Fra-enfchafPn, Frau Kirch für Hessen-Nassau-Süd und Frau Brüchmann für Hessen-Darmstadt. Tie Verfügung besagt einleitend: „Die Fra'-enschaft des Gaues wurde bisher noch nach der alten Einteilung in den beiden ehemaligen Gauen getrennt geführt. Dieser Zustand kann angesichts der Einheitlichkeit des Gaues nicht fortbesteben."
Frankfurt a. M., 11. Jan. (Eine üble Wurst- küche) Von einem Frankfurter Strafgericht wrbe jetzt erstmals einem Angeklagten wegen Unzuverlässigkeit die weitere Berufsausübung untersagt. Der Angeklagte, der Wirt Ferdinand B., belieferte seine Gäste mit selbst her- gestellte- Leberwurst. Es ergab sich, daß diese Wurst in einer Waschbütte gebrüht wurde, die auch zum Waschen der Leibwäsche ^erwenbima fand, und daß diese W-rss bam in einer Schüssel abgekühlt wurde, die von der Ehefrau des Angeklagten als Fußbadewanne und zum reinigen der Unterwäsche benutzt wurde. Der Angeklagte behauptete, daß seine zahlreichen Gäste fast ausschließlich wegen seiner guten Leberwurst gekommen seien. Nach dem Urteil eines Sachverständigen ist nachgewiesen, daß solche Wurst ekelerregend und im Sinne des Lebensmittelgesetzes a^s verdorben^ anzusehen ist. Der Wirt wurde zu einer Gefängnisstrafe von einem Monat verurteilt-und, wie schon erwähnt, muß er sich in Zukunft einen anderen Beruf wählen. da er nach dem Urteilsspruch eine Gastwirtschaft nicht mehr betreiben darf.
Frankfurt a. M., 11. Jan. (Das 7. Kind!) Die Ehefrau des Müllwagenkraftfahrers Fritz Jourdan in der Görrestraße 25 hat dieser Tage ihrem 7." Kind das Leben geschenkt. Der Oberbürgermeister hat den glücklichen Eltern unter Uebersendvng eines Blumenstraußes und eines Barbetrages von 100 Mark seine Glückwünsche übermittelt.
Darmstadt, 10. Jan. (Ein hessischer Künstler als Erfinder.) Dem bekannten Bildhauer Adam Antes, der sich schon seit Jahren neben feiner künstlerischen Tätigkeit mit der Konstruktion von Flugzeugmodellen befaßt wurde für einen von ihm erfundenen Flugzeugtragflügel das Deutsche Reichspatent erteilt.
Börse und Handel.
Frankfurt a. M. (Schla chr vi ehinarkt vom 11. 3an.) Auftrieb: 4 0 Rinder, 1004 Kälber, 195 Schafe, darunter 14 4 Hämmel, 775 Schweine. Ro'ierl wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Kälber: Sonderklasse —, andere a) 43—44, b) 37—42. c) 32—36, d) 24—31. Hämmel und Schafe: bl) Stallmasthämmel 29—30, c) mittlere Maftlämmcr und ältere Masthämmel 27—28, d) geringere Lämmer und Hämmel 25— 26. Schafe: e) 26—27, f) 24—25, g) 19-23. Schweine: a) —, b) 47—49, c) 45—48. d) 41—48, e). f) und g) gestrichen. Marktverkauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, geräumt. Schweine sehr schleppend, ausverkauft. Fleischgroßmarlt. Be- schidung: 1000 Viertel Rindfleisch. 138 ganze Kälber. 24 ganze Schafe bzw. Hämmel. 543 Schweinehälften. Preis für 1 Zir. frisches Fleisch in RM,: Ochien-'und Rindfleisch 1. 48—52, Ochsen- und Rindfleisch 2. 44—48. Vullenjleisch 46—50. Kuh- tleich 2. 35—40, Kuhfleisch 3. 25—30. Kalbfleisch 2. 60—70, Kalbfleisch 3. 52—60. Hammelfleisch 60—65, Schaffleisch nicht notiert. Schweinefleisch 1. 65—70 Geschäftsgang des Fleiich- Aroßmarktes: ruhiK,