Untechaltunssblatt
Moderner Haushalt.
Humoristische Szene von C h r i st i a n Hansen.
Das neue Jahr ist schon ein Stückchen wacker vorwärts geschritten, und ich sitze mit meiner teuren Gattin im gut geheizten Zimmer, um mich mit ihr über die kommenden Entwicklungen zu unterhalten.
„Das Wichtigste ist der Haushalt", sage ich, „der muß besonders sparsam geführt werden."
„Natürlich!" bemerkt meine Frau.
„Ich habe hier ein interessantes Buch", fahre ich fort.
„Ach?"
„Ja", sage ich, „cs trägt den Titel: .Wie man im neuen Jahre seinen Haushalt balanciert.*"
„Nicht möglich!"
„Du scheinst der Sache — wie immer, wenn ich etwas Vorschläge — skeptisch gegenüberzustehcn", entfährt es mir, und ich bin ehrlich genug, zuzugeben, daß der Ton langsam gereizt wird.
„Durchaus nicht, mein Lieber", erwidert meine Frau, „laß doch mal hören, was Du Neues hast!"
„Zuerst einmal heißt es hier", beginne ich, „daß man sich ein festes Ziel setzen soll. Am besten nimmt man sich vor, die Haushaltsausgaben radikal um 20 Mark monatlich zu senken. Dein Haushaltsgeld würde also ab nächstem Ersten um 20 Mark weniger sein."
„Wieviel mach! es dann?" fragte meine Frau.
„150 Mark!" sage ich.
„Gut", erklärt sie, „das paßt großartig!"
„Wieso?" frage ich.
„Weil es zehn Mark mehr sind, als ich bisher hatte."
„Mein Liebling", sage ich nun, „ein Kind kann doch sehen, daß ich mich verrechnet habe. Es muß natürlich 13t heißen!"
„Weißt Du auch, daß tm Winter die Eier teurer sind?" fragt meine bessere Hälfte gereizt. (Nebenbei bemerkt möchtk . ich den Burschen einmal erwischen, der die Behauptung von der „besseren" Ehehälfte in die Welt gesetzt hat!)
„Das weiß ich", erwidere ich, „aber' dafür ist auch die Margarine billiger geworden, und außerdem können wir gut am elektrischen Licht sparen."
„So?" höhnt meine holde Angetraute. Wer hat denn die neuen Birnen mit der größeren Kerzen kraft eingekauft^ Laß uns doch das Telephon abschaffcn. Ein Nebenanschluß genügt."
„Gar nicht daran zu denken", winke ich mit entschiedener Geste ab, „nachher ist der Anschluß den ganzen Tag besetzt, und wir können in die Luft blasen. Nee,' nicht zu machen!"
„Bitte, ganz wie Du willst! Aber es war ja nicht ich, die am Haushalt sparen wollte."
„Was mir nicht unbekannt ist", sage ich, „Frauen können ja überhaupt nicht sparen, das ist 'ne alte Sache. Aber reb mal oer: oei den Bauen Waiche. Toiletiengegenstande and Garderobe laut nch noch eine Menge abstreichen."
„Mannerblödsinn'" tagt meine Irau. „An Waiche kann man nicht iparen. Ihr Männer glaubt immer, daß Waichpulver, Heizung und Spülmittel billiger sind als die Wäscherei"
„Schon" bemerke ,ch „Du hast natürlich wieder recht. Doch wie Hebt e? mit ber Garderobe? Ist es notig, daß wir dafür 400 Mark tahrltcb verpulvern? Das macht mehr als eine R--chsmars pro jaa — ein irrsinn mes Weib'"
„Wer bo’ sich denn zuletzt zwei neue Anzüge gekauft?" trägt meine Frau, diesmal tm wahren Sinne des Wortes ,an'N"!'ch"
..Ta? bat gar nichts damu zu tun", fahre ich aus, „und überhaupt wirfst Tu da? Geld für Küchengeräte geradewegs aus bem Fenster hinaus "
„fleh9 Ra erlaube mal'"
„Tu doch nicht 10' Ein halbes Tutzend Teller und Tasten im Monat müllen daran glauben."
„Lacher! 'ch" emaegnet meine Frau, „was kostet denn schon to'n bißchen Geschirr'-'"
„B'ßchen Geichirr'" höhne ich. „So ist's richtig! Aber natürt'di ?s ist ja auch mein Geld, das verpulvert wird!"
„Sbah' ^tch nicht 10
find viel rttofeutaiaer.
ruft meine ;^rau, „anbere Manner
so ein fnicfertaer Cnfel, wie Du bist,
Die Wunder des unsichtbaren Lichtes. Ultraviolett tötet Bakterien und entdeckt Wechfclfälschunqen — Heilende und zerstörende Wrrknnae«. — Die Linse unserer Auges als Edelstein.
Von Professor Dr. H. Wohlb old.
^unserem Auge sichtbare Licht umfaßt Wellen von 400 bis 800 millionstel Millimeter Länge. Im Jahre 1801 Tano der Astronom .Herschel, daß sich das Spektrum jenseits ver roten — langwelligsten — Strahlen Noch weiter sortiert
folgt hier das Ultrarot, das aus Wellen bis fast zu einem halben Millimeter Länge besteht. Es folgen dann mit immer längeren Wellen die Wärmestrahlen und die elektrischen Entladungswellen. Die Wellen, auf die wir den Radioapparat Bauteilen, werden schon nach Metern gemessen. Ein Jahr nach der Entdeckung Herschels stellte der Physiker Ritter fest, daß sich das Lpektrum a„ch am anderen Ende über das kurzwellige Violett hinaus noch ein Stück weit erstreckt. Hier liegt das ultraviolette, unsichtbare Licht. Darans folgen bte noch kürzeren Wellen der Röntgenstrahlen und dann die kosmischen Hdhenstrahlen. Die Zahlen, die über die hier in Betracht kommenden Wellenlängen angegeben werden, sind jo flein, daß wir mit ihnen keine Vorstellung mehr verbinden können.
Das unsichtbare, ultraviolette Licht verhält sich zu den verschiedensten Stoffen ganz anders als das gewöhnliche Tageslicht. Manche unter den durchsichtigen oder durchscheinenden Substanzen durchdringt es zwar ebenso wie dieses, z. B. Quarz, Flupspar, Steinsalz und Master. Von anderen aber, wie vom Glas und von der Lnft, wird es verschluckt. Dabei verschwindet es nicht einfach, sondern es treten in vielen Fällen Fluoreszenz-Erscheinungen auf. Das heißt, die mit ultraviolettem Licht bestrahlten Körper leuchten in verschiedenfarbigem, gelbem, grünem oder blauem Licht. Gewisse Stoffe, wie Bariumplatinzyanür, leuchten besonders stark. Man benutzt daher Paplerfchirme, die damit bestrichen sind, um die stranlen, sichtbar zu machen.
Vielfach ist die Fluoreszenz-Erscheinung nur schwach, wie bei Hotz, Papier^oder Glas. Viele Stoffe aber leuchten ganz herrlich, und da nch nicht alle in dieser Beziehung gleich verhalten, wird die Bestrahlung mit Ultraviolett heute oft zur ^ejt* A Fä . schungen verwendet. Butter sieht bei der Bestrahlung gelb, Margarine blau aus. Stoffe aus Wolle,
ist mir noch nicht vorgekommen. Jcb will Dir mal etwas anderes sagen: Wenn Du sparen willst, warum legst Du da nickn einfach Deine kostspieligen Vorstandsämter im Kegelklub und im Kanenverein nieder'^"
„Was?" entfährt es nur mit höchster Entrüstung, „so etwas mutest Du m t r zu? Nicht mal das kleine bißchen Ver- einsfrende gönnst Du mir? Das finde ich unverschämt! Wer im Glasbaus sitzt, tollte nicht mit Steinen werfen."
„Und was heißt das auf deutsch'^" fragt meine Frau, indem sie den Kopf in den Nacken wirst.
„Das heißt, daß Du für Deine lächerlichen Kaffeetanken- Nachmittage monatlich rund fünf Mark Fahrgeld ausgibst. Sieh mich an!" tage ich. — „Ich laufe von jetzt ab zu Fuß ins Geschäft." O, es tut wohl, sich einmal so richtig in die Brust morsen zu können.
„Ach2" meint meine Frau. — „Dann rauchst Du wohl jetzt a"w bedeutend weniger Zigarren?"
„Soweit eine an sich notwendige Ausgabe unvernünftig zu werden droht, werde ich sie entschieden abdrosseln!" erwidere ich ebenso energisch wie divlomatisch.
„Und auf die Rennbabn gehst Du auch nicht mehr?"
„Wie?" entfährt es mir mit allen Zeichen des Entsetzens. „na, daS ist doch toll! Wo ich allein im letzten Jahre 365 Mark am Toto gewonnen habe' Was glaubst Du denn, wovon ich Deinen neuen Wintermantel bemblte?"
„Das ist mir ganz egal", sagt meine Frau, „vor allem könntest Du Deine ewigen Aivirinkosten sparen. Du trägst ja unser ganzes Geld in die Avotbeke"
„Lächerlich", wehre ich, allerdings etwas unsicher, ab, „was trinke ich denn schon für gewöhnlich des Abends...?
„A vropos' Trinken'" strahlt jetzt auf einmal meine (bleiben wir dennoch babcit) bessere Ehehälfte. „Was hat eigentf'cb D in famoser Hansbaltsratocber gekostet?"
„Drei Mark fünftia!" stelle ich fest.
„Dann null ich Dir etwas sagen", meint meine Frau und gießt mir eine neue Taste voN dem prachtvollen, inzwischen ledialich eiskalt gewordenen Kaffee ein, „wir verkloppen ihn für einen Taler an Frau Schulze, die sich schon lange <0 -inen Ratgeber wünscht, und dann ..."
„Dann.. ?"
„Kaub n mir uns eine Flasche Sekt, Marke Steuerfrei, und s-wrn BerGbnung! Ahaemachi?"
Na also nun bitte ich Sie' Da läge noch einer, daß die stramm keine branchhaeen Ratschläge haben' Ich werde an die Redaktion des faaushaltrataebers schreiben und vor- Wincn die nene Angabe von einer Iran redigieren zu lasten Es bezahlt sich sicher — gll-rdings nicht für die Brieftasche der Männer. Doch was will das schon sagen?
Lieselotte schafft Arbeit.
Eine deutsche Kindergeschichte von Zoe Helene Droysen.
Lieselotte geht in der Kinderstube aus und ab, bte Hände auf dem Rücken, die Stirn in ernste Falten gezogen, wie sie es dem Vater abgeguckt hat, wenn er mit der Mutter etwas Wichtiges bespricht. Auch sie hat hier Wichtiges zu besprechen, mit sich selbst.
In der Schule war die Rede davon, daß jeder sein Teil dazu beitragen müsse. Arbeit zu beschaffen. Denn auch der kleinste Beitrag gäbe Brot für einen hungernden Menschen.
Nun hat Lieselotte zwar aus eigener Erfahrung noch nie kennen gelernt, wie Hui.ger tut. Doch der Lehrer hat sehr eindringliche Worte gefunden.^ Und dir Achtjährige ist fest davon überzeugt, daß mit d ewn Worten auch sie gemeint sei!
Zwar hat die Mutter sie beruhigt, als sie aufgeregt aus der Schule heimkam: Der Baier würde allerlei am 'Hause machen lassen. Und sie selbst hätte eine Menge Näharbeit ausgegeben. Von einem kleinen Mädchen verlange man wirklich nichts weiter, als daß es vergnügt und brav sei.
Daraufhin hat pd die Besorgte erleichtert ins Kinder- ztmmer getrollt. Doch mit dem Spielen ist es heute nichts geworden. Sehr bald kommt von neuem eine große Nachdenklichkeit über Lieselotte, die sie nun nicht wieder losläßt.
So tappt sie jetzt also über den Teppich bin und her Bisweilen schüttelt sie im heftigen Selbstgespräch den Kopf. Dann wippen die steil abstehenden Zöpfchen rechts und links neben
Seide oder aus Tierhaaren fluoreszieren, andere daaeaen mct)t. Echte Perlen sind ebenso wie echtes Schildpatt und Elfenbein sofort von Nachahmungen zu unterscheiden, künstliche Zähne erscheinen viel vunHer als natürliche.
Aber das Ultraviolett scheidet nicht nur das Echte vom Unechten, es vermag .uch Unsichtbares sichtbar zu machen. Im Altertum und im Mittelalter hüt man oft von Papyrus und vor Pergament die Schrift entfernt, um die Blätter nochmals befchreiben zu können. Auf solchen „Palimpsesten" ist die ursprüngliche Schrift im Ultraviolett ohne weiteres wieder zu lesen. Auch die noch so sorgfältig ausradierten oder sonstwie unsichtbar gemachten Eintragungen, z. B. auf einem Wechsel, in den dann in betrügerischer Absicht eine andere Zahl eingeschrieben wurde, sind sofort zu erkennen.
Absorption und Fluoreszenz spielen auch eine Rolle, wenn die ultravioletten Strahlen in unser Auge eindringen. Wir sagten schon, daß wir sie nicht sehen. Im Tageslicht wirken sie auf das Auge überhaupt nicht, im Dunkeln aber verursachen sie eine geradezu unangenehme Empfindung. Es ist, als ob sich ein Schleier vor das Auge legte. „Lichtnebel" hat man diese Erscheinung sehr bezeichnend genannt. Sie entsteht dadurch, daß die inneren Orgäne des Auges fluoreszieren, ganz besonders die Linse. Wenn eine aus dem Auge entfernte öinse ultraviolett oestrahlt wird, so erglänzt sie wie ein Edelstein mit einem prächtigen, bläulich weißen Licht. Diese Fluoreszenz, die eben auch die Ursache des Lichtnebels ist, entsteht dadurch, daß die Linse das Ultraviolett aufsaugt. Starkrankc, deren Augenlinse operativ entfernt wurde, „sehen" Ultraviolett auch im Tageslicht als ein schwaches Violett oder Gran.
Die Augenlinsen der höheren Tiere verschlucken ebenfalls das Ultraviolett mehr oder weniger, je nach ihrer Dicke und nach der Dichte ihrer Masse. Noch andere Umstände wirken mit. So absorbiert z. B. das Linsengewebe des Eichhörnchens sehr viel Ultraviolett, weil die Linse gelblich gefärbt ist. Daß manche höheren Tiere das Ultraviolett empfinden, zeigt eine Beobachtung, die an einer Katze gemacht mürbe. Sie war gewohnt, stets am Fenster zu liegen' Als man an diesem anstatt des „cwöhnlichen Glases ein anderes, das für Ultraviolett durchlässig war, einsetzte, mied sie fortan ihren Lieblingsplay. Sie muß also wohl das „unsichtbare Licht" unangenehm empfunden haben.
Viele Insekten, wie Bienen und Ameisen sowie andere niedere Tiere, z. B. Krebse, reagieren auf Ultraviolett. Die wazettenaugen der Insekten fluoreszieren oesonders stark. Eine
dem nachdenklichen Gesichtchen ' gleichsam wie Ausrufungszeichen.
Kein Blick gilt mehr den Puppen, den Bilderbüchern und j all den anderen Spielsachen: Ueber diese luftige Welt hat sich ein ! Neues, Ernstes und Großes hochgereckt und hält das Kind in Baun.
Wie kann Lieselotte, neben Vater und Mutter, selbst irgend eine Arbeit beschaffen? Sie ist doch gar kein so kleines ; Mädchen mehr, wie die Mutter meinte, von dem man nichts verlangen könnte. O nein, jetzt will man einmal zeigen, was ein deutsches Mädel kann. Mit dem guten Willen allein ist es allerdings noch nicht getan. Lieselottes Tatkraft versinkt schnell wieder in neue Ratlosigkeit. Bekümmert steht sie vor ihren Spielsachen: Sie ist immer vorsichtig und sorgsam, selten nur bricht sie etwas entzwei. Da ist also jetzt nichts, aber leider auch gar nichts zum Ganzmachen fortzugeben. Nirgends eine abgestoßene Ecke, alle Puppen und Stofftiere sind wohl- auf. Das Kinder,zimmer mit allem Drin und Drum und Dran ist das reinste Schmuckkästchen
Aber halt! Lieselottes Gesicht hellt sich auf. Hat der Vater neulich nicht davon gesprochen, er würde dies und das für die Wirtschaft n e u anschaffen! Kann sie denn das in ihrer Puppenwirtschaft nicht auch?
Doch die Sache hat noch einen Haken; man braucht Geld dazu, möglichst mel Geld. Und sie wird ganz tollkühn. Sie hat ja die Sparbüchse, jenes braunglasierte Tonschwein mit dem Schlitz auf dem Rücken. Sehr geliebt ob seiner spiegel- 4 blanken Rundlichkeit und bisweilen mit Schütteln um seinen klappernden Inhalt befragt. Würdevoll thront es auf dem Spielschrank. Das muß nun herunter! Und dann wirft die Eifrige kurzentschlossen die Sparbüchse auf die Erde. Klirrend rollen Geld und Scherben durch die Stube, in alle Winkel. Eilig kriecht das Mädelchen hinterher und sammelt die Schätze ein.
Es ist ein hübsches Sümmchen, das Lieselotte zusammen- 1 klaubt. Onkels und Tanten haben nicht gespart, sondern frei- ; gebig bei jeder möglichen Gelegenheit ihr Scherflein bei- s gesteuert. Bald gäufen sich auf dem Tisch viele Groschen, auch ein paar Markstücke, und — 0 Staunen — ein Taler ist dabei.
Lieselotte ist ungeheuer glücklich über solchen Reichtum. Sie läuft zur Mutter, den Schatz klimpernd in der Schürze. Es gibt eine lange und gründliche Beratung. Geduldig schlägt die Mutter vor. stellt Berechnungen an, hemmt allzu großartige Pläne. Endlich einigt man sich darauf: beim Korbmacher an der Ecke, bei dem so selten ein Käufer im Laden zu sehen ist, etwas zu bestellen. Und Lieselottes Herz schlägt höher, als die Mutter meint, das Geld reiche sogar zu einem Stuhl für das Töchterchen selbst — —
Also macht Lieselotte sich auf den Weg. Zuerst langsam, gesetzt, wie es sich für ein Mädchen schickt, das hingeht, um vom | eigenen Gelde Arbeit zu vergeben. Silber der Eifer wirft bald alle Würde über den Haufen. Mit großen Sprüngen rennt sic die Straße herunter. Den Zettel, auf dem die Mutter ihr das Nötigste für den Korbmacher ausgeschrieben hat, schwenkt sie wie eine Fahne. "
Atemlos langt sie im Laden an. Nur schwer hört der Mann aus den sich überstürzenden Worten heraus, um was es sich handelt. „Ah — das kleine Fräulein hat einen Aust trag?'"
„Ja, Ja!" Stolz-verschämt nickt Lieselotte. Und die steil abstehenden Zöpfchen recht und links neben dem strahlenden Kinderaesicht sind wie Ausrufungszeichen.
= Erfrieren der Glieder, Ohren und Nase. Beim Erfrieren der Glieder, Ohren und Nase ist die Haut wachsgelb bis schneeweiß und gefühllos. Man muß die erfrorenen Körperteile hochlagern, erst fest mit Schnee oder kaltem Wasser einreiben, bis Gefühl wieder vorhanden ist. Erwärmung darf nur allmählig einsetzen; zu rasches Erwärmen bewirkt Absterben der erfrorenen Teile. Warmes Baden oder Kompressen sind sehr gefährlich.
Zerfällt die Familie, so stirbt das Volk.
Opfert für den Kampf gegen Hunger und Kälte!
Helle Fläche, die zum Teil mit gewöhnlichem Tageslichi und daneben mit Ultraviolett bestrahlt wird, kann für unser Auge ganz gleichfarbig erscheinen. Man vermag es sogar so einzu-- richten, daß die ultraviolette Stelle wesentlich dunkler aussieht. Trotzdem streben die Biener^, die immer die fienmfeit ans* suchen, nach dem Ultraviolett, es wirkt also aus sie stärker als das weiße Licht.
Die Absorption des Ultraviolett durch unsere Linse ist wichtig, weil die Strahlen der Netzhaut gefährlich werden würden. Sie wirken in vielen Fällen zerstörend auf das tierische Gewebe. Niedere Organismen, wie Bakterien, Verden von ihnen getötet. Auf der Haut rufen diese Wellen fine bestimmte Art entzündlicher Erscheinungen hervor, die sogenannten Erytheme. Es gehört hierher vor allem auch der Lonnenbrand. Das Licht der Sonne ist reich an kurzwelligen Strahlen. Die Bräunung unserer Haut ist darauf zurückzu- sühren, daß sie bei starker Sonnenbestrahlung ein braunes Pigment bildet. Es verschluckt die kurzwelligen Strahlen und verhindert dadurch Entzündungen. In ihrer biologischen Wirkung sind also die ultravioletten Strahlen den Röntgenstrahlen ähnlich, die ja ebenfalls organische Gewebe zerstören. Wie g ^ese werden sie deshalb zu Heilzwecken bei Hautkrankheiten und bei bösartigen Geschwülsten verwendet. In solchen Fällen, | nie auch zur Behandlung von Rachitis, Skrophnlose und anderen Krankheiten mit ultraviolettem Licht erzeugt man dieses in Quecksilberdampflampen. Das sind luftleere elektrische Bogenlampen aus Quarz, deren Elektroden aus Quecksilber vesuhen.
Das Ultraviolett wirkt also auf den Organismus unter Umstanden zerstörend und dann wieder heilend. Letzteres i tttcijt nur darum, weil es, wie oben gesagt wurde, krankhafte Gewebe oder Krankheitskeime zerstört. Es hat wohl, wie die gesundende Wirkung des ultraviolettreichen Sonnenlichtes be- Meist, auch Einfluß auf die Lebenstätigkeit überhaupt und regt die Lebensvorgänge als solche an. Die Bitamine, die nach heutiger Auffassung in vielen Lebensmitteln enthalten find and deren Fehlen die Ursache von allerlei Krankheiten, wie Rachitis, Skorbut, Beri-Beri zu sein scheint, gedeihen ganz besonders, wenn Nahrungsmittel mit ultraviolettem Licht be- sirahli werden. Die Speisen werden dadurch vitaminreicher, 1° ^nb das Ultraviolett geradezu als Vorbcngungsmittel gegen manche Krankheiten angesehen werden darf.'