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Wetterbericht.

Ueber Nordeuropn ist immer noch lebhafte Wirbel­tätigkeit im Gange, jedoch machen sich nur flache Tiefaus- täufer bei uns bemerkbar. Ein solcher brachte am Montag vornehmlich über Frankreich verbreitete Niederschlagstätig­keit, die sich auch auf unser Gebiet ausdehnte. Ueber Eng­land ist verbreiteter und kräftiger Luftdruckanstieg im Gange, dem vom Atlantik her bereits neuer Druckzall folgt. Bei westlichen Winden wird sich daher in der nächsten Zeit sehr wechselhaftes Wetter fortsetzen. Vorhersage bis Dienstag abend: Zunächst vielfach neblig und bewölkt, so­wie strichweise leichter Niederschlag, später zeitweilig auf- heiternd, bei meist westlichen Winden tagsüber etwas mil­der als seither. Witterungsaussichten für Mittwoch: Wechselnd bewölktes Wetter mit nur strichweise leichten Niederschlägen, nachts vielerorts Frost.

Weihnachtsfeier der Turngemeinde-Jugend.

Die Jugendabteilung der Turngemeinde 1848 hielt am Sonntagnachmittag im Katholischen Eesellenhaus ihre diesjährige Weihnachtsfeier ab, zu der auch die Eltern der jungen Turner und Turnerinnen zahlreich erschienen waren. Neben der Bühne erstrahlte im Scheine vieler Kerzen der Weihnachtsbaum. Die langen Tafeln waren mit Weih­nachtskerzen geschmückt, deren matter Schein der Feier eine weihnachtliche Stimmung verlieh. Der Jugendführer Gustav Schulz brachte in seiner Begrüßungsansprache seine Freude über den äußerst zahlreichen Besuch auch von Seiten der Elternschaft zum Ausdruck. Der Jugendführer begrüßte besonders den Führer der Turngemeinde, Herrn Studienrat Schnädter, die Vorstandsmitglieder der Turn­gemeinde, Vertreter der Turnerschaft, den Vertreter des Stadt. Jugendamtes, Herrn Stadtjugendpfleger Lehrer Kreß, sowie zahlreiche Ehrenmitglieder. Der Redner dankte auch im Verlaufe seiner Ansprache dem Vereinsturnlehrer Fritz sowie den Vorturnern der Knaben- und Mädchenab­teilungen für die aufopfernde Tätigkeit. Die Ansprache klang aus in ein dreifachesGut Heil" undHeil Hitler". Anschließend wurde das Deutschland- und Horst-Wessel-Lied gesungen. Zum ersten Male trat die eigene Kapelle der Knabenabteilung, sowie ein Knabenchor vor die Oeffent- lichkeit. Ganz meisterhaft beherrschten die kleinen Musi­kanten ihre Instrumente und ernteten für ihre Leistungen wohlverdienten Beifall. Im weiteren Verlaufe des sehr reichhaltigen Programmes wurden die 810 Turner und Turnerinnen, die die Turnstunden am fleißigsten besucht hatten, mit Trikots und bergt beschenkt. Zum Schlüsse der Feier ergriff der Vereinsführer, Herr Studienrat Schnädter, das Wort, dankte für den zahlreichen Be­such sowie allen denen, die sich im vergangenen Jahre in den Dienst der Turnerjugend stellten. Der Redner bat die Eltern, die aufgewendete Mühe und Arbeit dadurch zu lohnen, daß sie ihre Kinder regelmäßig in die Turnstunden schicken. Studienrat Schnädter schloß seine Ansprache mit einem dreifachenGut Heil" auf den J"gendsvhrer, seine getreuen Helfer und die schneidige Knabenkapelle.

Zusammenschluß

der hessischen Gebirgs- und Wandervereine.

In Bebra wurde in einer Versammlung der Führer des Hess.- Waldeckschen Gebirgsvereins, Werra­talvereins, Oberhessischen Gebirgsver- eins, Knüllgebirgsvereins und Rhönklubs einstimmig der Beschluß gefaßt:

Die hessischen Gebirgs- und Wandervereine schließen sich zum

Kurhessischen WanderverSand" zusammen.

Zum Verbandsführer wurde der Führer des Knüllge­birgsvereins, Amtsgerichtsrat Heußner in Hersfetd, zum stellvertretenden Verbandsführer der Führer des Werratalvereins, Bürgermeister Dr. Stolzenberg, Eschwege, bestellt.

Den Beirat bilden die Führer der angeschlossenen Wan­der- und Eebirgsvereine.

Führertagung des Evangelischen Reichselternbundes.

Der Reichsverband der Evangelischen Eltern- und Volks­bünde trat in der Lutherstadt Wittenberg zu einer Führer- tagung zusammen, die aus allen Teilen des Reiches beschickt war. Die Verhandlungen beschäftigten sich mit der Ein­ordnung des Reichselternbundes in den Neubau der Kirche. Nach wie vor bleibt für die Elternbünde die Pflege der Be­ziehungen zwischen Schule und Elternhaus wichtigste Auf­gabe. Diese wird ergänzt durch eine neue volksmis­sionarische Zielsetzung der Elternbundesarbeit, wie sie vor allem angesichts der deutsch-gläubigen Weltan­schauung notwendig wird. An die Vorträge von Lic. Ehrenforth und Kirchenrat Struckmeier knüpfte sich eine eingehende Aussprache. Professor D. Hinderer wurde als Führer des Reichsetternbundes bestätigt. Zu Ehrenmitgliedern des Führerrates wurden die bisheri­gen Vorsitzenden Exc. Conze und Senatspräsident Radke ernannt. Für das von der Rcichskirchenregierung zu regelnde Elternwerk stellte sich der Reichselternbund zur Verfügung.

Nachrichten aus der Evangelischen Landeskirche.

Die Einstweilige Leitung der Evangelischen Landeskirche in Hessen-Kassel beschäftigte sich im ihren letzten Sitzungen u. a. mit der Frage der So untagsheiligung. Es wird als dringend erforderlich erachtet, die in unserem Hessi- schen Gebiete sehr lebendige kirchliche Sitte der Sonntags- Heiligung zu erhalten. Daher beschloß die Einstweilige Kirchenleitung: neben den Bestrebungen des Reichsbischofs für die allgemeine Regelung der Sonntagsruhe zur Wahrung dieses kirchlichen Brauches in unserem Be­zirk mit dem in Frage kommenden Instanzen, Organi­sationen und Verbänden zu verhandeln. Die Arbeit der Evangelischen Frauen Hilfe auf dem Gebiet der Mütterschulung wurde begrüßt und durch Bewilligung einer Beihilfe anerkannt. Ferner sprach sich die Einst­weilige Kirchenleitung für eine Empfehlung des Laien­spiels des Karlshospitals aus.

Die Januar-Plakette» für das Winterhilfswerk sind eingetroffen und können gegen Vorlage der Quittungen in der Geschäftsstelle Hindenburgstraße 12 angeholt werden.

Die Haussammlung aus Anlaß des Eintopf­gericht-Sonntages

erbrachte den Ertrag von 2421,41 Mark.

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Fuld«, den 9. Januar 1934.

Herr Oberbürgermeister Dr. Danzebrink konnte gestern im Roten Saal die zahlreich erschienenen geladenen Interessenten begrüßen, er führte aus, wie das Jahr 1933 ein Volk geeinigt sich selbst wiederfinden ließ und daß der Neubau der Gemeinschaften in Dorf, Land und Stadt ganz besonders die Heimatgemeinschaft hervortreten lassen muß. Und wenn die Werte der Heimat ausgeschöpft werden müs­sen, so darf Fulda dank seiner reichen, altüberkommenen geschichtlichen Werte nicht hintangesetzt werden, da sie dem ganzen Volke fruchtbar gestaltet werden sollten. Wenn Wert und Schönheit der Heimat zusammenfassend hervor­geholt werden, so entspricht dies dem Willen des Führers, unter dessen Kanzlerschaft überall die Fremdenverkehrs­organisationen neugegliedert und in enger Zusammenarbeit entstehen.

Der Vorsitzende des Verkehrsverbandes Hessen und Waldeck e. V., Herr Oberbürgermeister a. D. Dr. S t a d - l e r -Kassel ergriff darauf das Wort, um die Bedeutung des Fremdenverkehres und die Art ferner Förderung dar­zulegen. In einer baulich so schönen Stadt wie Fulda möge man einmal bedenken, was und wie z. V. Frankreich und Schweiz an Wirtschaftswerten durch Fremdenverkehr ge­winnen. Deutschland ist immer noch nur passiv beteiligt, weit mehr Deutsche verlassen das Reich, als Ausländer als zahlende Gäste uns besuchen. Hier verlangt die Volkswirt­schaft Abhilfe. Unter Führung des Reiches sind daher heute alle Fremdenverkehrsorganisationen vereinigt, der Deutsche Bäderverband wurde eingegliedert. Minister Esser -München leitet die neue Organisation, die dem Propagandaminister Dr. Goebbels unterstellt ist.

Auslandswerbung erfolgt zentral von Berlin aus, ört­liche Mithilfe ist jedoch nötig. Gerade hierbei ist noch viel dankbare Arbeit zu leisten, der Besuch von Ausländern bringt nicht nur Geld ins Land, er wirkt auch aufklärend gegenüber politischer Verhetzung.

Jnlandswerbung muß neben den materiellen Werten auch die ideellen hervorheben, jeder Deutsche soll sein Vaterland kennen. Die Reichsbahn wirkt mit durch Ur* laubskarten, sie kann auch noch viel helfen durch Tarifsen­kung und bessere Zugverbindungen, z. B. sei nur die Ver­bindung KasselFulda genannt. Hoffentlich kann der Ein­satz von Triebwagen bald große Vorteile erbringen. Die Reichspost soll mithelfen,

mithelfen müssen aber auch alle Kreise der Bevölkerung.

Nicht nur für den Gastwirt ist Fremdenverkehr wichtig, weiteste Kreise haben Vorteil. Und Fulda, die Barockstadt vor den Toren der Rhön, bietet die Grundbedingungen für Verkehrswerbung und einträgliche Verkehrsförderung.

Zum Abschluß seiner Ausführungen schlug Herr Dr. Stadler den Herrn Oberbürgermeister von Fulda als Vorsitzenden des Verkehrsvereins und den Bürgermeister Kreisleiter E h f s r als Stellvertreter vor, um die enge Verbindung von Stadtverwaltung, Partei und Verkehrs­verein zu gewährleisten.

Herr Oberbürgermeister Dr. Danzebrink nahm dankend die Wahl an und brachte Vorschläge für die Aus­gestaltung des Verkehrsvereins, der. durch selbständige Zu­sammenfassung aller mitschaffenden Kräfte in der Bürger­schaft das städtische Verkehrsamt unterstützen soll, das die Geschäftsstelle übernimmt. Heranzuzishcn sind besonders die Geschichtsvereine, Eebirgsvereine und das Jugendher­bergswesen.

Die Werte der Heimat sind zu erhalten und besonders der Jugend zu erschließen und ans Herz zu legen, gerade die Jugend soll die Heimat kennen und lieben lernen. Bei der Zugängigmachung mancher, heute nur schwer erreichbarer Schätze von alter, hoher Kulturbedeutung, die die Kirchen bergen, könnte das Domkapitel sehr erwünschte Mithilfe schaffen. Gerade in jüngster Zeit sind übrigens durch ver­ständnisvolle Zusammenarbeit von Kirche und staatlicher Baubehörde neue Schätze gehoben worden, genannt sei die Krypta von Neuenberg.

Für die Barockstadt Fulda ist durch Bild, Film, Wort und Schrift zu werben, bebilderte Zeitungsaufsätze sind sehr wertvoll, hoffentlich kann auch bald die Organisation

Famèlienforgen der Ärmsten.

Die Erwerbslosigkeit ist in jedem Falle ein schweres Los. Aber wieviel schwerer ist dieses Leid für denjenigen zu tragen, der für eine Familie zu sorgen har! Man kann in diesem Falle wirklich sagen: Geteilte Not ist doppelte Not. Es hat sich Herausgestell!, daß unter den Erwerbslosen, die durch das Winterhilfswerk betreut werden, mehr als zwei Drittel für eine Familie zu sorgen haben. Habt ihr euch schon einmal überlegt, was das bedeutet? Unschuldige Kinder sehen vom frühen Morgen bis zum späten Avcnd nichts als Not und Hoffnungslosig­keit. Ein Stückchen Brot, eine Schaufel Kohle sind eine Kostbarkeit.

Besonders schwierig ist die Frage der Beklei­dung. Die Kinder wachsen ja heran; was gestern paßte, ist morgen nicht mehr zu gebrauchen. Das Winter- h i l f s w e r k Hai, Gott sei Dank, manches Loch stopfen helfen. Ein Zentner Kohle, ein paar Psund Lebensmittel reichen aber auch nicht ewig, und die spärliche Wohlfahrts- rente langt im allgemeinen kaum, um die Miete zu be­zahlen. Über die Tatsache, daß mehrere Kinder oder Er­wachsene in einem Bett schlafen müssen, pflegen viele Menschen nur ein paar geschmacklose Wrye zu reißen. Was es aber bedeutet, niemals eine richtige Nachtruhe zu haben und aus saubere Bettwäsche verzichten tu müssen, das machen sich nur wenige klar. Darum ist cs eine der wichtigsten Aufgaben der nächsten Zeit, Beiten oder wenigstens saubere Mairayen und Strohfäcke für die kinderreichen Familien in beschaffen. Auch Decken und Bettwäsche sind nötig. Auch können die wichtigsten Be­standteile einer L a g e r st ä t t c herangeschafft werden. Es gehört nur ein wenig guter Wille und Erfindungs­gabe dazu, um aus geeignetem Holzmaterial, aus ent­behrlicher Tischwäsche und aus anderen Dingen Betten und Bettwäsche herzustellen.

Die Erwerbslosen sind ja im allgemeinen sehr arbeitsfreudig und sehr geschickt bei der Herrichtung von Gegenständen für ihre Zwecke. Man muß nur immer daran denken, wie man ihnen helfen kann. Wartet nicht immer, bis die unermüdlichen Helfer zu euch ins Haus kommen! Bringt alles, was ihr entbehren könnt und was noch brauchbar ist, selber zur nächsten Geschäftsstelle des W i u l e r b i l f s w e r k s, und ihr werdet manchem Volksgenossen eine große Freude damit bereiten!

Kraft durch Freude", die dem Arbeiter seine Heimat er­schließen will, ersprießliche Mitarbeit leisten.

Um recht weite Kreise der Bürgerschaft zu erfassen, sol­len die Beiträge möglichst niedrig gehalten werden, ihre Höhe wie auch die Satzung soll der Vorstand in Verbindung mit dem Fllhrerstab, in den die Herren Iller, Anton Schmitt und Adam berufen werden, regeln. Der Füh­rerstab des Verkehrsvereins soll übrigens stets der Stadt­verwaltung als Beirat in Verkehrsfragen zur Verfügung stehen.

Herr Dr. Rehorn, der Geschäftsführer des Verkehrs­oerbandes für Hessen und Waldeck e. V., erläuterte anschlie­ßend die Arbeit des Verkehrsvereins. Die erste Arbeits­aufgabe ist die innere Werbung. Tas Stadtbild muß fo gestaltet werden, daß es auch dem Fremden etwas besonderes bietet. Die Beratung durch den Baudezernen­ten mutz erreichen können, datz einheitlich wirkend alte Häu­serzeilen durch ihre Besitzer instandgesetzt werden und Neu­bauten sich dem Stadtbild anpassen. Danach mutz plan­mäßige Erziehung zur Verkehrsfreundlichkeit einsetzen, auch Kindern und Landwirten muß Rücksichtnahme auf den Kraftwagenverkehr selbstverständlich sein. In Schul­büchern darf die Rhön nicht mehr abschreckend unwirtlich geschildert werden. Unter beratender Mitwirkung des Baudezernenten sind die Gaststätten so herzurichten, daß die Gäste sich wohl fühlen und gern wiederkommen. Reise­andenkengeschäfte sind zu veranlassen, gute preiswerte Reiseandenken zu schaffen, das Poftkartenmaierial ist zu überprüfen, gute Postkarten sind ein billiges Werbemittel. Dann müssen Orientierungsmöglichkeiten für Kraftfahrer und Fußgänger geschaffen werden, erreichbare Auskunfts­stellen sind nötig. Verkehrsverbindungen sind einzurichten, besonders auch Autobusverbindungen in die Rhön. Es ist gar nicht so leicht, den Durchgangsreisenden aus dem Schnellzug herauszubringen. Daß auf den Ausbau eines guten Wegenetzes zu achten ist, ist selbstverständlich, durch die in der Nähe Fuldas geplante Kreuzung großer Fern­verkehrsstraßen dürfte Fulda später sehr begünstigt sein.

Nach der inneren Werbung kommt erst die äußere, die den Fremden zur Reise nach Fulda auffordert. Gute Pro­spekte, nicht billige Faltblätter sind nötig, wirkungsvoll ist ein künstlerisches Plakat. Sehr empfehlen dürfte sich eine Werbung in den Badezeitungen der benachbarten Bäder Salzschlirf, Brückenau und Kissingen, jeder Kurgast müßte zu mehrmaligem Besuch Fuldas veranlaßt werden. Da die nähere Umgebung Fuldas auf den ankommenden Reisenden nicht sehr ermutigend wirkt, ist wichtig, eindrin­gend auf die Schätze der alten Hauptstadt eines geistlichen Territoriums und die leichte Erreichbarkeit der Rhön hin­zuweisen.

Um planmäßig bestimmte Gebiete werbend bearbeiten zu können, sind statistische Unterlagen unentbehrlich. Jedes Hotel sollte daher mithelfen, Herkunft und Reisegrund des Gastes zu ermitteln. Fulda dürfte ja in erster Linie den nicht so einträglichen Touristenverkehr ohne Nächtigungen haben, sehr zu empfehlen wäre aber die Kongreßwerbung, für die der Stadt ihre herrlichen Säle sehr zu statten kom­men. Gerade in letzter Zeit werden zu Tagungen gern kleinere Städte ausgesucht, da die Veranstaltung hier ge­schlossener wirken sann.

Die Bedeutung der Jugendherbergen liegt vor allem darin, daß mancher, der in der Jugend wandernd eine Gegend schätzen lernte, später gerne dorthin zurückkehrt, und so wird ein Fremdenverkehr erzielt. Um das Jugend- wandern aus den Industriegebieten herüber zu fördern, sind in Heyen die großen Durchgangswanderstrecken ge­schaffen worden.

Selbstverständlich ist zur Verkehrswerbung Geld nötig, wie Dr. Stadler avsführte, kann von Sympathie keiner leben, Herr Dr., R e h o r n erachtete einen Etat von 5000 bts 8000 RM. für den Verkehrsverein erforderlich, und jeder Handwerker, der Gasthöfe beliefert, sollte unbedingt anteilig an der Aufbringung der Kosten beteiligt werden. Die Schlußworte des Herrn Oberbürgermeisters Dr. D a n z e b r i n k, der den Vortragenden dankte, klangen in der Hoffnung aus, bereitwillige Zahler zu finden," denn die Erschließung der Heimat für den Fremdenverkehr dürfte für weiteste Kreise Vorteile erbringen.

Scheunenbrand.

In der hinter der Mehler'schen Segeltuchweberei stehende Scheune des Fuhrunternehmers Kollmann am Schwei­nemarkt entstand heute vormittag auf noch ungeklärte Weise ein Schadenfeuer, das in dem in der Scheune lagernden Heu und Stroh reiche Nahrung fand und sich deshalb außerordentlich schnell ausbreitete. Trotz raschen Eingrei­fens der aktiven Feuerwehr, die mit Hilfe der neuen Motorspritze das Feuer mit sechs Schlauchleitungen be­kämpfte, brannte das Gebälk der Scheune fast vollständig nieder. , Die Heu- und Strohvorräte sowie einige land­wirtschaftliche Geräte wurden ebenfalls durch das Feuer oder durch das aus dem nahen Krätzbach entnommene Wasser vernichtet bzw. stark beschädigt. Die Scheune ist erst vor kurzer Zeit errichtet worden, nachdem sie vor etwa anderthalb Jahren ebenfalls durch Feuer fast ganz zerstört worden war.

Preisgekrönte Kaninchenzüchter.

In Kassel fand vom 5.7. Januar die erste Gauaus- fteUung im Kau Kurhessen des Reichsverbandes Deutscher Kaninchenzüchter statt. Dem Eau Kurhessen sind 16 Kreis­gruppen «»geschlossen. Die Ausstellung war mit 702 Tieren aller Rassen bejdntft. Außerdem war eine sehenswerte Son­derabteilung für fertige und halbfertige Pelzsachen ange­gliedert. Von Fuldaer Züchtern erhielten Frau Lrehl auf Pelzfachen 1 Ehrenpreis, 2 zweite Preise und außerdem die Adolf Hitler-Plakette; dieselbe aus Zuchttiere 3 dritte Preise: Otto Töpfer auf Zuchttiere 1 Ehrenpreis und 1 dritten Preis. Vom Verein Bad Salzschlirs erhielten auf Zuchttiere Karl Bachmann 1 ersten Preis und 2 dritte Preise: Augustin Odenwald 1 ersten und 1 dritten Preis; Wilhelm Dimmerling 2 dritte Preise. Vom Verein Gers­feld erhielten auf Zuchttiere Ferd. Höger 2 Ehren-, 3 zweite und 1 dritten Preis: Joh. Maul 1 Ehrenpreis, 6 erste, 2 zweite und 1 dritten Preis; Hans Weinig 1 Ehrenpreis und 2 dritte Preise: H Seifert 1 Ehrenpreis. 2 erste, 3 zweite und 4 dritte Preise: Joh. Kümmel 1 Ehrenpreis und 1 dritten Preis: August Baier 1 ersten Preis und 2 zweite Preise; Peter Nnimann 1 zweiten Preis und 1 dritten Preis; Karl Maul 4 zweite Preise; Ferd. Maul 2 zweite Preise und Ernst Barthelmes 1 dritten Preis.