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Der Wanderer.

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Belletristisches Beibiatt zur Nassauischen Allgemeinen Zeitung.

Kr. 69

Hlithund) den 22 Ulärj

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Erzählungen eines alten Fier lere.

lFort^ekung )

Bleibt mir mit eurer weisen 9Lmbcit vom Leibe!" ent« gegnete der Al e b'ftig.Eine G-neralstochter! die sich in einen lab men Spielmann verlieb n ! Dia prost! Nun , sie trat, waS sie war, und wir waren im Wald und zankten Uli** liebten unS. lachten, jubelten und er zählten. Ta bat sie mir die wundersamsten Nachrichten gegeben von ihrem N ich. wie eS doi t zngebe, wie man bou wirthschafte und hbc, eS war oft kaum silanblich. Wo. er sollte daS ein Men chenkiud wis­sen ? Und dann die Musik! Hätte ein Mensch auch so ' die Lustgeift.r mnsiciren lassen können, wie sie ? Tie Musik mein' ich, die ich am ersten Abend gehört und nun ostrnalS wieder vernahm. Und ich spielte dann auch zu oeilen. Da, wenn sic mir den Reps ans den Schoch gelegt batte oder so vor mir saß und mich mit den allmächtigcn Auge» überstrahlte und über träumte, da hatte ich meine best, n Wuseu gespielt. Sie kamen mir, ohne daß ich wußte woher."

O eS war wildes, aber doch gutes geben , wie eS so ras,los weiter ging, von Bretow hieber, und von hier zum Hügel zum Heibeugrab, wie ihr's einmal heißt und von dort wieder nach Bieiow, den giüblinß entlang und den Sommer hindurch , bald Abend für Abend, bald auch einmal in Pausen. Denn sie mußte bin und wieder doch auch an die Ihren, an ihr Ruch denke.«, daS gär nicht leid t zu regic- nn war, wie sie mir b entbiete. Und wenn ich nid t bei ihr war, schlug Ich mit Tollheiten die Zeit tobr, die in r dann so schwer wurde, io bait, daß mir jede Minute mufbar ward. Bei ibr war die Z it weg, ich wußte nie, ob's spät oder fiüb, heut ober morg n sei. Und ihr schüttelt über mich wieder eure Kopie, denn br versieht das nicht und heißt mich toll. Allein jetzt bai ich's nidt, obschon ia's damals gewe-scu fein mag. Toch wollte ich, ich wâr' eS noch, und ich glaube, damals bat der Herrgott doch mehr an mir Theil gehabt, als jetzt in all meiner Bernnr ft Bielleicht maß eS ihm in bissen auch zu gut ober zu toll gewesen sein, denn es ward anders."

Eines TagcS, eS war im Anfang deS Herbstes in d die Blätter winden schon bunt und die Abende kühl, und als ich von hier foitging, haltet selbst ihr geizige» Erealuren schon die Lampen in euern Stuben angezünd t also wie ich an dem Abend hiek.m, mußte ich lange aus sie warten, nnd da ich schon am Tage allerlei Beidruß gehabt, ärgerte mich di.S um so mehr; ich ward ungeduldig, machte Mu fideles Gesicht und murrte so recht brummig vor wich bin, als sie endlich doch noch kam. Sie war hübsch fest eingewickelt in allerlei dichtere Schleier und Gewandet; sie war ernst, still, mit so gem-sseueu Gebärden und Mienen, wie die Komödianten auf dem Theater, wenn sie eine rechte SlaatSaclion zu spielen haben."

Na, waS ist denn nun im Winde?" fragte ich endlich ärgerlich.Was gibl's?"Shpban," redete sie,du liebst mich nicht m.hr."Was soll das heißen?" fragte ich raub, denn wie gesagt mir saß an dem Abend die Mütze nicht recht zu paß.Stepban," sagte sie wieder mit dem­selben ernsterII, schlepp.nden Ton.St-pdan, du bist mir nicht treu; bi üben in den Dörfern läufst du den Dirnen nach, du lebst wild und fdled't."

Selt, Zungen, das war nicht wahr; ich batte seither kaum eine Dirne erusilich angesehen, geschweige denn das ge­than, was sie da faßte; ich lebte nicht böse, denn wenn man einmal ein wenig teilt und jauchzt, küßt und trinkt, das ist nur im Augenblick und für den Augenblick, und das verun- rbit nicht, und ibr that eS keinen Abbruch'. Hub das alle» machte mich nun fuchswild, ich punkte ans, fein mag's nicht gewesen sein, denn ich bin nicht feiner L. nle Kind in b nicht mit lauter Zartheit und Narrheit aufg'füitert worden. Warnm kam die Thörin auch mit der albernen Eifersucht gerade in M'inem Berkruß hinein! DaS hätte sie bedenken sollen."

Ta meine Antwort heraus war, that sie mir and) schon leid, ich fuhr mir über die Stirn und »prach:Na, laß eS gut fein, Pli «zeign Elfe , und du mußt mir nidt wi.der mit solchem dummen Zeuge kommen, das gar nicht wahr ist.* Und damit reichte ich ihr die Hand. Allein sie fuhr stolz zurück und sprach mit Hoctmütligem, scharfem Ton:Nein,