hin, fast allabendlich. Zuerst trat sie scheu, sie ward zahm; sie war stolz und ward demüthig; sie war keck und ausge-
lassen und wurde weich und schüchtern. Die Elfenprinzessin beugte sich vor mir, sie diente mir, sie war mein eigen, mein, wie's meine Ficdcl hier ist, und ich konnte auf ihrem Herzen spielen wie auf den Saite«; waS ich anschlug, klang heraus, und die Züge meines Gesichts und der Klang meiner Worte waren die Noten, nach denen es erklang. Und wie der alte Lustige Uebermuth auch in ihr zuweilen aufbrauste, wenn ich nicht daraus horchen und eingehen wollte, bedurfte es nur eines Rucks und sie kam retour, war wie ich's wollte. Freilich kam das alles erst sehr nach und nach, gleich ergab sie sich nicht, sondern wehrte sich lange und ganz unbändig. Aber dann war es auch aus, und sie war mein, und sie hatte mich so lieb und es kam so aus ihr hervor und über mich, daß ich sagen möchte, es sei der volle Frühling gewesen mit all seinen milden Lüften, mit seinem Glänzen und Duften."
„Sie hatte mich so lieb! Wie oft hat sie mir gesagt: „Stephan — so hieß sie mich • - Stephan, sei gut gegen mich, denn du bist die Luft meines Herzens und das Licht meiner Augen. Wenn du hart bist und finster schaust, das geht mir wie ein düsterer Winter durch's Herz und läßt es stocken. Und wenn du böse wärest oder falsch, da stürbe ich." — „Mariana," versetzte ich dann wohl, „wie kannst du nur so was ausdenken in deinem dummen kleinen Kopf? Wie könnte ich hart oder böse auf dich sein?" — „Stephan," sprach sie, „du bist ein Menschenkind, die sind alle schlecht, eS ist ihnen nicht zu trauen. Und siehst du, ich bin nun dein «igeu, du hast mich zu Grunde gerichtet, denn wenn die andern von dieser Liebschaft erführen, so wäre ich verloren und verachtet. Aber ich kann nicht von dir los, und wenn du mist' verlässest, so sterbe ich in Gram und Schande." — „Mariana, Prinzessin Elfe," erwiederte ich, „solche lästerliche Phantasien zeigen mir, daß du eigentlich mit dem Herrgott wohl sehr wenig zu thun hast, denn sie sind sündhaft. Und sage mir, wie kommst du mir vor, daß du nun so demüthig und zaghaft bist? Brauche doch deine Macht, hexe, zaubere, verwünsche — wie heißt all der Kram? — und hilf dir mrd mir aus der Noth."
„Da fing sie an zu lachen wie vordem und meinte: „Ja, ja, Stephan, so muß es wohl werden, das sehe ich schon; aber die arme Elfe hat in deinen Armen so viel von ihrer Macht verloren, daß sie das übrige Bischen beinahe auch vergessen hat. Und gegen meine Verwandten im Elfenreich und gegen den alten Zauberer, der Macht über mich hat, hilft mir alle Kraft nicht. Die dürfen nie davon erfahren. Freilich dich, dich halte ich, so viel vermag ich noch, du Sklave."
— „Obo, Sklave? Prinzessin Elfe!" rief ich erzürnt. „Das verbitte ich mir; ich bin keine von den breitmäuligen und,
j plattnasigen Bestien, die man drüben in Westindien Sklaven ‘ nennt." Da lachte sie wieder und küßte mich und wußte
nicht, was sie vor Ausgelassenheit alles an den lag geben sollte."
„Nur in ein paar Puncten konnte ich sie niemals mir zu i Willen kriegen; sie beugte sich, aber sie brach nicht; sie weinte ; und bat, aber sie blieb bei ihrem Nein. Das war, als ich ihr sagte, sie solle mein Weib werden. Da meinte sie, die Ihren gäben das nimmer zu, und so weit wir auch etwa fliehen möchten, die würden uns aufspüren und einholen. DaS war weiter, als ich ihr folgen wollte, um den Platz zu sehen, ; wo sie bliebe. Sie verbot es heftig, sie nahm mir einen I Schwur ab, daß ich niemals weiter in den Busch, niemals i weiter drüben in's Land gehen wolle. „Da wohnt der alte Zauberer," sprach sie, „der zuweilen über mich Gewalt hat, der mich dann in menschliche Figur hineinzwingt. Du könntest dort einmal deine Jungfer Prinzessin.als Menschenkind sehen und sie dürfte dich da nicht kennen."
„Hinter dem Busch liegt ja Retelkow," bemerkte der Krüger. — „Ich weiß das," versetzte der Fiedler mürrisch. | „Bin hernach auch dort gewesen, aber da war es schon zu Ende mit uns." — „Ja," sprach der alte Bauer, „damals wohnte dort der General mit den beiden schönen Töchtern, die aufwuchsen, wie die Rehe so wild, und von dem Alten wie Husaren erzogen wurden. Sie thaten nnd trieben wie sie'S mochten und wollten. Die eine ist aber dazumal noch sehr jung gestorben. Und ich dachte schon vorhin, Steffen, I daß am Ende eine von denen deine Prinzessin gewesen."
Fortsetzung folgt.)
3ns dem HnunaKcnlande.
Bon L. A. Frankl in Wien.
t Fortsetzung.)
Der Park ist großartig. Ich sah ihn einmal, als er voll Duft und Blumen, voll Laub und Schwäne war. Auch mythologische Standbilder fehlten nicht. Welchem der Götter ist aber am Ende dieses GartencdenS der prächtige Tempel geweiht? Er gehört zwar nicht, wie die Herren W. A. Neumann und Ed. Edler von Meyer in ihrem kürzlich erschienenen Buche: „Erinnerungen an Kremsier", behaupten, „unter die' schönsten Bauten, mit denen unser Jahrhundert bereichert ward", aber für den Zweck, den daS Gebäude hat, ist es gewiß, zumal bei dem Stande der Schulgebäude und des Unterrichts in der Hanna, eins der luxuriösesten. Steinerne Stufen führen zu einer Vorhalle hinan , die mit einer langen Säulenflucht geziert ist. Zwei kolossale, steinerne Stiere lagern wie Sphinxe vor dem Eingänge. Ein Apistempel- Wird der heilige, schwarze Stier mit dem weißen Viereck an