Versuch soll in Cherbourg mit einem alten Schiff gemacht worden sein, in dessen unteren Raum man einige dreißig Hunde einsperrte, die einige Minuten, nachdem die Kugel eingedrungen war, todt gefunden wurden.
** Ein (Korrespondent des Philadelphia PreSbyterian schreibt Folgendes über den Präsidenten Pierce: „Präsident Pierce macht in seinem Aeußeren den Eindruck eines feingebildeten Mannes, und sein Gesicht verräth großen Scharfsinn und Ent scklossenheit. Seine Größe möchte ich auf ungksähr 5 Fuß 10 Zoll schätzen. Was feine äußere Erscheinung betrifft, so kann jeder Americaner mit Stolz auf ihn blicken. Wie ich höre, ist er ein gewissenhafter Beobachter res Sabbaths, empfängt Sonntags keinen Besuch, liest feine Brief: und besucht regelmäßig die Kirche. Der günstige Einfluß, welchen er auf Sittlichkeit und Religion ausübt, i|l stark und entschieden."
** Unter den Geschäften des sich den 13. d. M. versammelnden großen Rathes von -Aargau befindet sich auch ein Decret „über Expropriation des Hallwplersees". Die Familie von Hallwyl besitzt davon va^ alleinige Eigenthumsrecht. Noch bis zur Stunde ist allen andern bei Buße verboten, darin etwas zu waschen oder sich zu baden, so baß dieser See im eigentlichen Sinne des Wortes das größte Privatwaschbecken von Europa ist. Die Verbindung der beiden zwei Stunden langen Ufer ist durch diesen Zustand in nachtheiligster Weise gehemmt.
** Die aus Düsseldorf gemachte Mittheilung, daß der ausgezeichnete Komponist Robert Schumann seit Kurzem schwer erkrankt sei, scheint man auf einer Uebertreibung zu be ruhen, da die Arnolb'sche Verlagshandlung in Elberfeld von dem angeblich schwer Erkrankten eine zwei Seiten lange Zuschrift erhalten haben soll, begleitet von einem größeren Manu- scripte, welches, nach Versicherung oes Komponisten, so eben erst bearbeitet worden. Sonderbarerweise werden die Komponisten immer dann todtkrank oder todt gesagt, wenn ein neues opus derselben unter der Presse ist.
** In einer der letzten Sitzungen der französischen Akavenue kam ein interessanter Gegenstand zur Verhandlung. Die Wittwe des berühmten Oerstedt beansprucht nämlich einen Preis von 60,000 Frcs. für den schon im Jahre X der Republik der Konsul Bonaparte für eine Entdeckung im Gebiete der Electricitât ausgesetzt , der die Erfindungen Franklins und Voltas vereinigen und für das Gemeinwohl zur Anwendung bringen würde. Oersted s Wittwe hat nun vor kurzem sich an den Kaiser gewandt und „für die Kinder des Erfinders des elektromagnetischen Telegraphen» jene Summe beansprucht. Dem Staatsrathe ist die Sache bereits durch den Minister des Unterrichts vorgelegt worden und die Akademie hat eine besondere Commission zu diesem Zwecke ernannt.
** Auf der Insel Usedom lebt eine Fischersfrau, die erwiesenermaßen auf einer Eisscholle von Schweden über die ganze Ostsee getrieben worden ist. Als junges Mädchen trieb sie in der Gegend von Kalmar ein Schaf über eine zugefrorene Meeresbucht, um sich den Weg zu verkürzen. Plötzlich aber erhob sich ein mächtiger Sturmwind, ein großes Stück von dem Eise, auf dem sie stand, löste sich ab und trieb in die See. Mehrere Tage schwamm die Arme so in der Ostsee umher und ward der pommer'schen Küste zugetrieben. Fischer, die mit ihrem Boote weit in die See fuhren, fanden endlich das bereits bewußtlose Mädchen. Bald darauf heirathete sie einen ihrer -
Schnellprefsen-Viuck und Expedition von Wilhelm Friedrich in Wiesbaden.
Retter, ließ sich häuslich auf Usedom nieder und ihr Geburtsland Schweden, das sie auf so seltsame Weise verlassen, hat sie nie wieder betreten.
** Die Bade - Insel Wangerooge hat kürzlich wieder empfindliche Verluste gehabt, und bei den Ahn jetzt anhaltenden Stürmen aus Nordwest ist noch Schlinimeres zu befürchten. Der I Abbruch an der nordwestlichen Seite der Insel schreitet unauf. s haltsam vorwärts und ist schon fast unmittelbar vor das Dorf gerückt. Zwei Eigenthümer haben sich bereite zum Abbruch ih» j rer den Fluchen ausgesetzten Häuser entschlossen. Wenn nicht . ein günstiger Zufall die Strömung versetzt und eine schützende Sandbank aufwirft, so wird vielleicht schon bald die Stelle deS ; Bade - Etablissement? mit seinen Anlagen in Meeresstrand ver- ; wandelt werden.
** Zu den Regierungen, welche ihr thätiges Interesse für vaS , germanische Museum erklärt haben, ist neuerdings auch die großherzoglich badische getreten. Dieselbe hat gestattet, daß aus den öffentlichen Sammlungen von Urkunden, A ren und Handschriften , sowie von den vorhandenen Denkmalen, Kunst- und Al- i terthumsschätzen bis zum Jahre 1650 Verzeichnisse mitgetheilt : ober verschafft werden, und daß sich das Museum Zeichnungen , und Gipsabgüsse, Auszüge und Abschriften von diesen Denkma- ' len machen lasse. Etwa vorhandene Doubletten aus Stacus- i fammlungen sollen an das Museum abgegeben werden, und eS i ist dasselbe den Stiftungen und Korporationen zu gleicher Be- ! rücksichtigung empfohlen. 3n ähnlicher Weise hat sich auch der ; Senar der freien Stadt Lübeck erklärt und zugleich ein Verzeich- : niß von Geschenken, welche er für das Museum bestimmt hat, I an den Vorstand des letzter» abgesendet."
** Bei Wigan (England) fand vor Kurzem in der Arley- grube eine Explosion statt, welche schreckliche Folgen hatte. Es waren gegen 240 Arbeiter beschäftigt, als plötzlich zwei furchtbare Schläge gehört wurden. Aus dem südlichen Schachte wur- i den 30 Arbeiter heraufgezogen , welche berichteten, daß in dem : nördlichen Schachte die bösen Wetter gezündet und daß der Schacht i in Flammen stehe. Erst nach mehreren Stunden gelang es, die Opfer berauszufinden; 86 Leichen fand man vor, doch wird die ! Zahl der Umgekommene» auf 120 angegeben.
** Am 24. Febr. war es ein Jahr, seit der Fürst Menezi- ' soff in Konstantinopel erschien, dessen Paletot, gleich der Toga • jenes Römers für Karthago, die Schicksalsloose des Krieges ' für die Türkei in feinen Falten barg. Damals sprach der Moniteur die „volle Zuversicht" der französischen Regierung aus, daß aus der türkischen Frage kein europäisier Conflict hervorgehen werde. Was sind Hoffnungen, was sind Entwürfe!
** Auch in England hat der Volksglaube seine KriegSvor- zeichen. Auf dem höchsten Puncte zwischen den Grafschaften i Lancashire und Uorkshire, bei Langfield am Todmorton-Thal, - war im Jahr 1815, nach der Schlacht bei Waterloo, eine „Friedenssäale" (Pillar of Peace) errichtet worden. Vorige Woche, und zwar in einer windstillen Nacht, ist diese Säule eingestürzt.
** Die «Sigelinve« von Oskar von Revwitz, ist jetzt vom Landgerichtsrath von Merkel in Berlin als „Lustspiel" überarbeitet worden und wird in dieser Form nächstens auf einer Berliner Bühne zur Aufführung kommen.
Be^antworlticher Redacteur: Dr. Ji. Vuc^ek.