burt meist mit einem biblischen oder andern Namen bezeichnet, wie z. B. Zebulon, Erastus, Ierodiah, Nehemia, Naphtha, Thomas rc.
Seit ich hier bin, wohne ich regelmäßig ein- oder zweimal dem Gottesdienst jedes Sabbaths [bei, in dem einzigen Gotteshause der Stadt. Der Charakter und das Ceremoniell bei diesen Andachten hat unverkennbar dasselbe Gepräge wie bei verschiedenen protestantischen Sekten. Den Anfang macht ein Gebet, dann wird etwas opernartig eine Hymne gesungen von einem Chor Sänger, Männer und jWeiber, unter Begleitung von Geigen, Klarinetten , Flöten und sonstigen Instrumenten. Nun folgt die Predigt, auch wohl mehrere, von einem oder mehreren Weitesten. Ist dies vorbei, so wird die Versammlung mit einem Gebete entlasse». Die Kanzel ist gewöhnlich vom Präsidenten, zwei Vicepräsidenten und den zwölf Aposteln eingenommen, aber auch von anderen hohen Aeltesten, von denen manche nur nach augenblicklicher Eingebung und ohne alle Vorbereitung zur Menge sprechen.
(Schluß folgt.)
Jur Cagesgcschichte.
Todtenkalender des JahreS 1853. Fürstliche Personen: Großherzog August v. Oldenburg, Fürst Karl Anton v. Hohenzollern - Sigmaringen, die Sultanin Va live, Großherzog Karl Friedrich v. Sachsenweimar, Herzog Georg V. Sachsen-Altenburg, Prinzessin Amalia v. Wasa, Königin Maria ».Portugal. — Staatsmänner; Rufus King, Vi- ceprâsident der Vereinigten - Staaten , Oesterreichischer Minister Kulmer, Spanischer Minister Mendizabal, General v. Ravo- witz. — Generäle und Admiräle: General v. Haynau, General Napier, Feldzeugmeister v. Welve», Felozengmeister Gr. Pappenheim, Admiral Ch. Adam, General Godwin, Admiral Nesham, Admiral Pasco, Generäle Bradfortrund de Butts. — Prälaten: Fürstbischof V. Diepenrock in Breslau, Erzbischof Milde in Wien, Jesuitengeneral Rothan. — Höhere Beamte, Landtagsabgeordnete u. s. w.: Kammer- Herr v. Hellvorf auf Drakendorf, v. Thon-Dittmar in Regensburg , Domprobst v. Uffcl in Naumburg, Generalsteuerbi- rector Klenze in Hannover, Buchhändler Wilhelm Perthes in Gotha, Dr. Lorinser in Schlesien, Bürgermeister Henkel in Cassel, Geh. Rath Beck in Petersburg, Geh. Rath Beuth in Berlin, Herzog v. Belluno in Paris, Oekonomicrath v. Lengerke in Berlin. — Gelehrte, Schriftsteller: Leopold v. Buch, Orsila, Ludwig Tieck, Thilo, Ed. Duller, G. Depping, Prof. Gabler, Eo. v. Bülow, Fischer v. Walvheim, Professor Zenne, Grotefend. — Künstler: Architect Fontaine in Paris, Maler Müller in Dresven, Kupferstecher Barth in Cassel, Maler Metz in London, Componisten Zimmermann und Onslow in Paris, Capellmeister Schneider in Dessau, Musiker Heuschkel in Biebrich, Maler Niederer in Berlin, Bendel in Schaffhausen , Breitenstein, Hasenclever, Ritter, Thon in Düsseldorf, Visconti in Paris.
** An der Spitze der neuesten „Flieg. Bl." prangen drei I
-Köpfe inhaltsschwer. Der erste ist der geschniegelte und gebügelte Kopf eines Weißen, wie „aus dem Ei gepellt" over richtiger, wie aus der Hand des Friseurs hervorgegangen. Ein wohlcon- ditionirter Backenbar, rahmt das Gesicht ein, dessen Ausdruck durch eine respectable Brille und durch gestärkte Vatermörder zum Cultur-Moment gesteigert wird. Der zweite Kopf ist der eines wollhaarigen Negers, der ganz so aussieht, als hätte er's gerade nicht Faustdick hinter den Ohren, in denen er Ohrringe trägt, und der Dritte im Bunde dieser Beiden ist das simple Haupt eines Affen. Diese Illustrationen finden ihre Erklärung in der freien Anschauungsweise eines amerikanischen Farmers, der, „umgürtet mit dem ganzen Stolze seiner Farbe," den Ausspruch thut: „Vom schwarzen zum weißen Menschen ist der Schritt so groß, wie vom Affen zum Neger!" — Echt Amerikanisch!
**Ein Artikel des „Nürnberger Correspondenten" behauptete, der jetzige Advo-at Dr. Höpfner in Dresden trage die Schuld an der Entlassung, bcziehendlich Flucht so ungewöhnlich vieler Sächsischer Offiziere, er wolle der böse Dämon des Sächsischen I Offiziercorps sein, kaufe jeden Wechsel und Ehrenwortschein der Offiziere auf, habe eine Menge kriegsgerichtlicher Untersuchungen hierüber herbeigeführt, in deren Folge die Entlassung der Öf- fiziere hervorgerufen, und übe auf diese Weise ein eigenthümliches Vergeltungsrecht wegen gröblicher Insulten, die er von Sächsischen Offizieren auf einem Hofballe erfahren habe. Jetzt erklärt der Dr. Höpfner in der „Sächsischen Konstitutionellen Zeitung" diese Mittheilung für „infame Unwahrheiten und Verleumdungen."
** Bei Vilvorde in Belgien wurde dieser Tage ein prächtiger Pyrenäen-Adler geschossen. Obgleich einer der Flügel des Ablers getroffen war, war es unmöglich, ihn lebend zu fassen. Der Hund, der den Jäger begleitete, kämpfte mit dem Vogel, der sich so kräftig vertheidigte , daß man für seinen Gegner fürchten mußte. Der Jäger sah kein anderes Mittel mehr, als auf den Adler wieder Feuer zu geben, obschon er zu fürchten hatte, den Hund zu treffen. Der Jäger traf aber glücklich und brachte dann seine Beute sicher nach Hanse.
* Nachrichten aus Constantin opel vom 22. December v. J. zufolge war am 20. die Unterzeichnung der friedlichen Beschlüsse des großen Rathes vollzogen worden. In Folge dessen fand am 21. d. eine Erhebung der SoftaS (Rechtsschüler) statt, welche jedoch vollständig unterdrückt wurd^.
In der Nacht vom 14. Dec. wurde eine russische "KriegS- corvette durch Stürme in den Bosporus verschlagen. DaS „Portofoglio Maltese" unterhält seine Leser aus diesem Anlaß mit dem Märchen, daß dieses russische Kriegsschiff mit Zünd- materialien versehen und beauftragt war, die vereinigten Flotten am Eingang des Bosporus in Brand zu stecken.
Nach einer tel. Depesche der Köln. Ztg. aus Paris vom 31. Dec. ist am 29. Dec. das Ultimatum der Mächte nach Petersburg abgesandt worden. Näheres gibt die Depesche nicht an, und es scheint von einem Ultimatum der Westmächte die Rede zu sein, welches an dem erwähnten Tage von Paris abgegangen wäre, wenn überhaupt vor Zurückweisung der früher gemachten Vorschläge von einem solchen die Rede sein könnte.
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Druck und Erpedttion von Wilhelm Friedrich in Wiesbaden.