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Der Wanderer.

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Belletristisches Beiblatt zur dtassauischen Allgemeinen Zeitung.

8.,-. 226

Montag den 26. September

/SM.

Scherumal.

Erjählung von der Äüsie Malabar. Aus dem Französischen des Th. Pavin.

(Fortsetzung.)

5.

Der Fischer Tiruvalla.

Am anderen Tage, Morgens vor Sonnenaufgang klet­terte der alte Gärtner, Mallika'- Later, auf feine Kokos- bäume, um Früchte zu brechen. Er machte sich mit seinem Gartenmesser Stufen in den Stamm der Bäume und erhob sich so Schritt für Schritt bis zu der Blätterkrone, welche ihren Gipfel schmückt. Die Luft war frisch und angenehm; die Vögel fingen an, in der Luft umherzukreuz/n, die In­sekten schwirrten und perlender Thau schimmerte, beleuchtet von den frischen Strahlen der Sonne. Mallika rauchte nach- lässig auf eine Matte hingestreckt ihreHukka (indische Pfeife); sie träumte mit offenen Augen. Auf dem Halse seines Ele­phanten sitzend, kam Scherumal am Garten vorbei; der alte Gärmer, welcher ihn von Ferne kommen sah, gab ihm ein Zeichen herbei zu kommen.

Jetzt ist's gut spazieren reiten, wie ein Nadja, auf dem Rücken eines Elephanten," sagte der Greis.

Jedes Geschäft hat seinen Verdruß, 'ohne von den Ge­fahren zu reden," antwortete Scherumal;gestern erst bin ich noch gut entkommen."

Einer Laune Subala's?" fragte der Gärtner.

Ein wahrhafter Wuthanfall war'S, der übel geendet hätte, wenn nicht Mallika dazwischen gekommen wäre; sie aber brauchte nur ein Wort zu sagen, um das unverschämte Thier zu bändigen."

Sieh' nur doch das sonderbare Mädchen!" rief der Alte;gestehe, Scherumal, daß in ganz Travaneore nicht ein Wesen gibt, das man mit ihr vergleichen könnte."

Es ist wahr," erwiderte der Mahut seufzend;sie hat einen Blick und eine Stimme, die die Menschen und Thiere ergötzen. Ich wiederhole es überall, daß sie die Zauberfor- mein kennt."

Wirklich? . . . Und wer sollte sie darin unterrichtet haben? Ich nicht, Mahut, denn, in Wahrheit, ich bin kein Zauberer."

Ich auch nicht," sagte naiv Scherumal.Gestern war ich so verwirrt, daß ich kein einziges Wort des Dankes für den Dienst, den sie mir geleistet hat, zu ihr gesagt habe.... Nicht durch Reden, durch Handlungen möchte ich ihr meine Dankbarkeit beweisen. Bis ich Mallika meine Schuld werde zahlen können, gebt ihr dies kleine Geschenk .... das ein­zige, das mir meine arme Mutter sterbend vermacht hat. Er gab ihm an der Spitze seines eisernen Hakens ein Halsband von Korallen, welches der Greis, indem er sich gegen ihn neigte, vom Baume herab erfaßte.

Du hast ein gutes Herz, mein Sohn," sagte der alte Gärtner mit gefühlvoller Stimme.Mallika wird Dir für dies Geschenk dankbar sein."

O nein," entgegnete der Mahut; sie liebt mich nichts Wenn sie nur dies Halsband behält und es mir nicht zu­rück schickt, bin ich schon zufrieden. Sagt ihr, Vater, daß I ich ihr nicht mehr mit meinem Besuche zur Last sein will; aber wenn je die Gegenwart des armen Mahut aufhören würde, ihr unangenehm zu sein, so soll sie dies Halsband anziehen, und ich will vergessen, was sie mich hat leiden lassen."

Der Greis hörte kaum noch diese letzten Worte; mit Staunen betrachtete er den Mahnt, welcher sich langsam en> feinte, nachdem er versprochen hatte, nicht wieder zu kom­men. Scherumal schlug wieder den Weg zum Kanal ein, wohin ihn seine gewöhnlichen Arbeiten riefen. Ganz nahe bei dem Kanal, am Ufer des Meeres nahmen die beiden Fi­scher, die die Nacht in ihrem Kahne zugebracht hatten, ihr Frühstück zu sich.

Wann gehen wir wieder auf den Fang?" fragte Tiru- patty seinen Bruder.Es wäre mir lieb, wenn wir wieder einmal den ersten Zug machen könnten."

So lange dieser verdammte Baggerow auf der Rhede von Alcpo, kommt es mir vor, als halte eine wichtige An- ' gelegenheit uns hier zurück," entgegnete Tiruvalla.Haben