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schcm Meere umhertreiben, auch in einer daran angebrachten Tasche sich mit Lebensmitteln und süßem Wasser ausrüsten könne so daß bei Schiffbrüchen, die ja zumeist in ter Nähe der Kü­sten sich ereignen, jeder mit einer solche» Matratze Versehene sicher auf Rettung rechnen dürfte. Der Mann , welcher den hier erzählten Versuch gemacht hatte, erklärte; nicht schwimmen zu können, aber zugleich auch, daß eS ihm nicht möglich gewesen, den Kopf unterzutauchen; daß er im Gegentheil stets mit Ge­walt bis zur Brust auS dem Wasser gehoben worden.

** In W i e n ist durch ein dortiges Speditionshaus eine Quantität Samen der Seifenpflanze aus Califoruien eingetrof­fen , mit welchem Anbanversuche gemacht werden sollen. In Califoruien wächst diese Pflanze ohne Pflege , ihre Blätter er­scheinen Mitte November-, etwa sechs Wochen nach Eintritt der Regenzeit. Die Pflanze wird nicht über einen Fuß hoch und verdorrt im Mai, die Zwiebel aber bleibt frisch, und jeve Zwie- bel gibt eine schöne Seifenkugel ab, die man dort überall der besten importirten Seift vorziehr. Man zieht vorher die Schale ab und reibt dann damit die nasse Wäsche ein; sie macht ei­nen dicken Schaum und riecht wie frische braune Seife. Der botanische Name der Pflanze ist Phalangium promeridianum.

** Nachrichten von Oppert, der die französische gelehrte Expedition nach Babylon begleitet, finden sich imBull. de la Soc. de geogr. (Mai). Leider meldet er darin unter dem 14. und 17. April d. I., daß ein großes Packet Briefe, welche interessante wissenschaftliche namentlich geographische Nachrichten enthielten, in der Nähe von Damascus bei einem Angriffe der Araber verloren ging. Opperl ist mit einer trigonometrischen Aufnahme der Ruinen von Babylon beschäftigt und glaubt end­lich die Einschließungsmauer entdeckt zu haben.

* Nach der Ansicht des Herrn Dr. Hugi in Solothurn ist das große Naturereigniß keinem Meteorstein zuzuschreiben, viel­mehr seien Beweise da, daß ein einziger furchtbarer Stoß von unten nach oben erfolgte. In Beziehung aus den geringen Aus­dehnungskreis (der nicht weiter ging als die Lage von Schild­krötenkalk) erinnert Herr Hugi an das ähnliche Localerdbeben in Eglisau, das im 17ten Jahrhundert sich 140 Mal wieder­holte und seit Anbringen von Salzbohrlöchern sich nicht mehr zeigte. '

** In den letzten Tagen hat der Bodensee eine auffallende Erscheinung gezeigt, indem plötzlich und wie auf einen Schlag die Fische fast ganz verschwunden waren, so daß namentlich von den sogenannten Felchen nur einige wenige gefangen wurden, während sonst zu dieser Jahreszeit daS Schlagnetz jedesmal biâ zu 100 Stück derselben heraufbrachte. Man sucht den Grund in unterirdischen Revolutionen und bringt damit das ungewöhn­lich starke und anhaltende Vorkommen des HöherauchS in Ver­bindung.

** Im Londoner Olympiatheater wird Shakespeare'sKauf­mann von Venedig" als Travestie unter dem TitelShylock, oder der gereitete Kaufmann von Venedig" gegeben. Die kolos­salen Späße dieser Burleske finden ungeheuern Anklang. Mr. Robson, der die Rolle des Shylock gibt, kündigt sich auf dem Theaterzettel mit der von nicht großer Bescheidenheit zeigenden Behauptung an, daß seine Personificirung Shylocks ein epoche­machendes Ereigniß sei.

** Grillparzer schreibt, wie man meldet, seine Bio­graphie , welche ein Bild des Literaturlebens seiner Epoche

werden soll. Ob er dieselbe veröffentlichen wird, ist noch nicht bestimmt.

** Die Gesellschaft des zwischen Scheveningen und der engli­schen Küste errichteten unterseeischen Telegraphen macht bekannt, daß der Dienst jetzt für das Publicum eröffnet sei. Der Tarif ist ziemlich billig angesetzt. Für eine Depesche von zwanzig Worten sind 4 fl. 30. kr., für jedes weitere Wort 25 Cents, zu bezahlen. Der Mittelpunct des Geschäftskreises der Gesell- schaft in Holland ist im Haag.

* Auf dem Schlachtfelde zu Großbeeren wurde am 23.

d. Mts. Nachmittags während der Siegesfeier die Frau eines Berliner Handelsmannes von einem Kinde entbunden. - Se. k. Hoh. der Prinz v. Preußen hat während seiner Anwe­senheit in Belgien den Buchhändler Mar Kornicker zu Ant- werpen zumHos-Buchhändler" ernannt.

Die Direclon der Bade-Anstalt zu Helgoland theilt folgen­des mit: Am 23. August Morgens hatten wir ein sehr star' kes Gewitter. Die kaiserl. russ. Hofschauspielerin Malwine Erck wurde auf der Sand - Insel, auf dem Wege zum Baven , von einem Blitzstrahl tövtlich getroffen. Alle sofort angewandten Bemühungen der anwesenden Aerzte blieben ohne Erfolg.

* Die zweite Kammer im Haag ist mit der Berathung über das Cultusgesetz am 24. v: bis zum Art. 5 gekommen. Letzte­rer ist mit 40 gegen 28 Stimmen angenommen worden. Der Art. 5 ist einer der wichtigsten des ganzen Gesetzentwurfes; der- selbe betrifft die Rechte der Regierung bezüglich der Errichtung neuer Bisthümer.

Louis Napoleon hat das ihm vom Gemeinderathe zu Diepp» bargebotene Geschenk deS Stadthauses freundlich danken^kn einem Schreiben an den Bürgermeister mit dem Bemerken abge­lehnt, daß die Obliegenheiten der Civilliste ihm nicht gestatteten die Kosten der Unterhaltung einer kaiserlichen Residenz zu be- streiten. Die so sehnlich erwartete Note des Moniteur über die Ausgleichung der orientalischen Frage ist noch immer nicht erschienen.

Die General-Zoll-Conferenz hat dem Preußischen Vorschläge, daß den Vereins - Bevollmächtigten und StationS« Controleuren die Befreiung von persönliche» Staatssteuern zuge- sichert werde, angenommen, in Betreff der Beitragspflicht zu den Communal-Abgaben jedoch eine weitere Verständigung Vor­behalten.

DieWiener Zeitung" vom 24. Aug. bringt ie officielle Anzeige von der Verlobung Seiner Majestät des Kaisers von Oesterreich.

Nachrichten aus Constantin opel vom 15. d. Mts. zu Folge, war die ägyptische Flotte daselbst am 14, tingelaufen; eine zweite Division ward von Aleranvrien noch erwartet.

Der Chef der äußersten Linken in Turin, der Abvocat Broffcrio, fühlt sich durch Caricaturen deSFischietto" so ge­ärgert, daß er ein eigenes Witzblatt gegründet hat zur Bekäm­pfung desFischielto"; seltsamer Weise nennt er sein Blatt Scorlicatore'* (Schinder).

Paris, 25. August 4'/,pCt. Rente 105 10, (105 10); ZpCt. do. 80 00, (80 15); IpCt. span. Schuld 23 % (23 %); 3% dito 43 00 (43 00.) London, 25. Aug. Consols: 98'/,.__________

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Druck und Erpedition von Wilhelm Friedrich in Wiesbaden.