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Der Wanderer.

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Belletristisches Beiblatt zur Nassauischen Allgeineinen Zeitung.

M» 64.

Mittwoch den 16. März

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Eine Veliebte Karls des Zweiten.

Nach dem Französischen, von H.

sFortsctzung.)

Nachdem die Schauspielerin die Worte des Grafen von Rochester mit einem reizenden Lächeln beantwortet hatte, be­gann sie wieder:Ich füge aus eigenem Antrieb unsere Ge­sellschaft die Herren Dryden und Ottway bei. Wie der Reichthum und die Geburt, so muß auch die Dichtkunst bei der Genugthuung, die wir morgen geben wollen, seine Vertre­ter haben".

Madame, Ihr wißt", rief Ottway,daß die Dichter keine Schlösser auszuschmücken haben. Ihr werdet es daher nicht übel nehmen, wenn Herr Dryden und ich Eurem Apelles keine Jagd- oder Schlachtstücke in Auftrag geben".

Thomas Osby wird Eure beiden Porträts liefern und Ihr bezahlt sie ihm mit Dichtergold, d. h. mit schönen Ver­sen. Diese Bezahlung wird gültig sein. Die Verse des Dichters verewigen das Talent des Künstlers bis zur entfern­testen Nachwelt und der Pinsel des Künstlers zeigt den künf­tigen Geschlechtern die Züge der berühmtesten Schriftsteller Englands".

Mitternacht kündigte die Uhr der St. Paulskirche lang­sam an.

Mitternacht", sagte Nelly Guyn,as ist die Stunde der Ruhe, des Gebets und des Nachdenkens. . . . Trennen wir uns, meine Herren, aber zuvor erlaubt mir, unsern so gnt verwendeten Abend auf würdige Art zu beschließen. Das Volk hat uns das Beispiel der Mildyerzigkeit gegeben, ahmen wir ihm nach" !

Und von einem Tische eine goldgestickte Börse nehmend, hielt sie Nelly Guyn jedem der Anwesenden hin mit den Worten:

Für die Ueberschwemmten der Grafschaft Middlessex, wenn's gefällig ist"!

In einem Augenblicke war die Börse voll; die vornehmen Herren gaben Guineen und Souvereignes; die Schriftsteller bescheidene Schillinge. Der kleine Beitrag des Dichters per-

mengte sich mit der großen Gabe der Mächtigen und Glück­lichen des Jahrhunderts.

Als die Sammlung beendigt war, sprach Nelly Guyn: Ich gedenke morgen mit Genehmigung des Königs auf dem Coventgardentheater seine Vorstellung zum Vortheil unserer Brüder von Middlessex zu geben; ich lade Euch Alle zu dieser Vorstellung ein, die Se. Majestät mit Seiner Anwesenheit be­ehren wird.

Dann, ihre schöne Hand den Abschiednehmenden reichend, setzte Nelly bei:Auf morgen also, meine Herren, beim Ma­ler Thomas Osby"!----

Thomas Osby war im Begriff, auf seiner Staffelei das Porträt des unglücklichen Wilhelm R.alsleig nach einem schlechten Bilde aus der Zeit der Königin Elisabeth zu copiren. Seine Kinder saßen plaudernd um ihn herum und aßen ein Stück Stockfisch, den am Abend zuvor die mitleidige Maggi Graham der Malerfamilie gefliest. hatte, als ein starker Lärm von Rossen und Wagen sich in der Straße vernehmen ließ. Mit diesem Wagengerassel, das in dem armen und schmutzi­gen Jrländcrviertel etwas Unerhörtes war, verbanden sich Zu­rufe und Freudengejauchze. Man sollte meinen, der Lord- major oder eine andere gewichtige Person der City Londons käme in vollem Glanze seiner Würde, um den Bewohnern dieser winkeligten und dunkeln Straßen Luft und Sonne zu versprechen, deren sie seit fünf Jahrhunderten entbehrten.

Dieser Lärm riß den Maler aus seinem trüben Sinnen; er hielt den Pinsel an, lauschte aufmerksam, und sich zu seiner Tochter wendend, die einige Schritte hinter ihm saß, sagte er : Sarah, sieh einmal zum Fenster hinaus, was den Lärm ver­ursacht. Noch niemals hörten wir solchen Spectakel. Das Elend ist schweigsam und stumm und doch glaubte ich Fren- dengeschrei in dieser Gasse, die unsere Baumeister mit dem Namen einer Straße beehren, zu vernehmen."

Die Tochter erhob sich und wandte sich so schnell wie ein Vogel nach dem Fenster, das sie mit einer Eilfertigkeit öffnete, welche die Ahnung von Hoffnung. und Glück zu erzeugen pflegt.

Mein Vater, Vater t" rief sie,es ist, eine schöne Equi».